Kölner Lichter – Eine herbe Enttäuschung

Gepostet am 19. Juli 2010 in Fotoberichte | Kommentare deaktiviert

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Kölner Lichter – Eine herbe Enttäuschung

Am letzten Samstag machten wir uns auf nach Köln um uns dort die Stadt anzusehen und den Abend bei den Kölner Lichtern ausklingen zu lassen. Das komplette DDpix Team sowie René von FWK-ART.de machten sich also am Samstag gegen 9 Uhr morgens auf den Weg nach Köln. Mit bis zu 1 Million Gästen, 50 Schiffen und 6 Tonnen Feuerwerkskörpern die an 4 Tagen von 40 Pyrotechnikern aufgebaut wurden, gehören die Kölner Lichter zu den größten Feuerwerksspektakeln Deutschlands. So wurde es in den Medien geworben. Uns leider bot sich ein vollkommen anderes Bild!

Gegen 9 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Köln, durch Warnungen im Radio sowie des ADAC stellten wir uns auf einige Staus ein. Weiterhin mussten wir die schlimme Unwetterfront durchqueren welche in den vergangenen Tagen im Westen Deutschlands für einiges an Chaos sorgte. Doch die Ganze fahrt war im großen uns ganzen Recht gemütlich und so kamen wir ohne irgend einen Stau und nur mit wenig Regen gegen 14:30 Uhr in Köln an.

Leider fingen dort schon die Probleme an. An sämtlichen Verkehrsleitsystem wurde uns empfohlen wir sollten doch einen der P+R Parkplätze nutzen um dem drohenden Verkehrchaos aus dem Weg zu gehen. Wie die vorbildlichen Touristen nun mal so sind haben wir dies auch versucht. Doch die von uns angefahrenen Parkplätze hatten nur bis 18:30 Uhr geöffnet, weitere umliegende Parkplätze duldeten nur eine maximale Parkzeit von 4h. Was soll das bitte? Bei einem so großen Event wo es bis zu 1.000.000 Besucher geben soll ist diese Tatsache für uns leider völlig unverständlich und einfach falsch. Nachdem wir dann mehrere Parkplätze vergeblich abgefahren haben fanden wir Gott sei Dank einen kleinen Parkplatz in einer Seitenstraße Nahe der Innenstadt wo das parken 24h möglich war. Uns gefiel dass der Parkpreis im Vergleich zu Dresden doch sehr angenehm war. Für 24h zahlten wir lediglich nur 3€.

Am Auto legten wir dann noch eine kleine Pause ein, anschließend schnappten wir unsere 7 Sachen und machten uns auf den Weg zum Festgelände. Dort angekommen fielen uns sofort die unzähligen schwarzen Zäune auf. Sie standen um das komplette Festgelände und machten es uns so unmöglich auf kürzesten Wege zum Rhein zu kommen. Nur an einigen Stellen war es möglich den Bereich am Rhein zu betreten. So wie wir es mitbekommen haben wurde dies gemacht um die Besucher Stichprobenartig zu prüfen ob diese Glasflaschen bei sich haben. Leider hat das Ganze nicht wirklich was gebracht.

Wir entschieden uns, einmal komplett um die Zoobrücke auf die andere Seite des Rheins zu laufen um dort einen guten Standpunkt für unsere Kameras zu finden. Die Brücke war auf der Feuerwerk zugewandten Seite vollkommen mit den schwarzen Zäunen verbaut was doch sehr schade war. Diese Zäune verhinderten zwar, das im Falle des Feuerwerkes die Autofahrer vielleicht abgelenkt werden, doch gerade Brücken bieten die perfektesten Fotostandpunkte für ein Feuerwerk, dieser Blick wurde nun allen Leuten verwehrt. In Dresden sieht man es oft wie wunderbar es ist ein Feuerwerk direkt über dem Fluss von einer Brücke aus zu beobachten. Und dort ist es ein absolutes No-Go das Ganze mit Zäunen zu versperren. Es war also sehr schade diese Brücke durch Zäune komplett zu versperren.

Angekommen auf der anderen Rheinseite schauten wir uns einige Standpunkte genauer an. Da die Sicht nicht so gut war und auch der Wind sehr ungünstig stand, entschieden wir uns weiter zu suchen. Wir machten uns als auf den Weg zur Hohenzollernbrücke. Auf dem Weg dorthin fiel uns auf, wie stark vermüllt es dort war. Auf Besucher die wie wir zum ersten mal in dieser Stand sind, machte dies schon einen sehr schlechten Eindruck. Trotz hunderter Mülltonnen zogen es die Leute anscheinend vor den Rhein und die umgrenzenden Wiesen als Müllhalde zu nutzen. Also mal ganz ehrlich, Köln hätte ich mir in dieser Hinsicht aber sehr viel schöner vorgestellt. Nicht nur die Wiesen, auch die Ganze Stadt an sich wirkte sehr dreckig und unaufgeräumt.

Während wir am Wasser entlang liefen bekamen wir ein Tipp von einem netten Kölner, wir sollten doch mal ein Parkhaus in der Umgebung aufsuchen, von dort habe man den besten Blick auf die Kölner Lichter am Abend. Leider fanden wir dieses Parkhaus nicht wirklich, wir waren uns nicht sicher ob der Mann vielleicht diese Parkhausähnliche Baustelle neben der Hohenzollernbrücke meinte. Doch da das Ganze wie eine Baustelle aussah hatten wir diesen Standpunkt von unserer Liste gestrichen. Nachdem wir keinen guten Platz gefunden haben, entschieden wir uns wieder auf die andere Seite des Rheins zu laufen um uns Nahe der Bastei niederzulassen.

Wie zu erwarten war alles wieder voller Zäune, so fiel es uns doch sehr schwer irgend wie auf die Brücke zu kommen. Fahrräder hatten garkeinen Zutritt zum Gelände, Frauen mit Kinderwagen wurden angeschnauzt und viele weitere negative Dinge fielen uns besonders auf. Als hilflose Touristen blieb uns nichts anderes übrig als nach dem Weg zu fragen. Wir fanden einige Security Leute und fragten wirklich nett und zuvorkommend nach dem Weg und wie man über die Brücke zum Kölner Dom kommt. Doch die Antwort war patzig und frech. Glücklicher Weise gab der Herr dann aber doch noch eine ernst gemeinte geistreiche Antwort und so machten wir uns auf die andere Seite der Hohenzollernbrücke um dort den Rhein zu überqueren.

Wieder auf der Domseite des Rheins angekommen stellten wir uns an die Stelle wo wir auch ganz am Anfang schon standen. Dort warteten wir dann mit Bratwurst und Eistee bewaffnet auf das “Spektakel”. Wir waren alle schon etwas erschöpft und freuten uns nun auf den unvergesslichen Abend der Spitzenklasse. Die Wartezeit bis zum Feuerwerk wurde den Besuchern dann mit Auftritten von typisch kölschen Bands und Gesängen sowie “Stargästen” wie Gildo Horn verkürzt wobei wohl nur die Kölner selbst etwas zu feiern hatten. Während wir warteten gab es auch ein Drachenbootrennen bei denen 8 Boote teilnahmen, eines davon sollte sogar ein Dresdner Boot sein, so haben wir es zumindest verstanden. Das Ergebnis, welches Boot am Ende nun gewonnen hat wurde leider nicht kundgegeben. Oder es wurde so nebensächlich erwähnt das wir dies nicht verstanden haben.

Um 21:50 Uhr starteten dann 50 Schiffe um den Rhein hinunter zu schippern. Die bunt beleuchteten Schiffe wurden von einigen zahlreichen Feuerwerken und passender Musik begleitet. Als die Schiffe dann die Innenstadt erreicht hatten, wurden alle Besucher aufgefordert ihre Wunderkerzen anzuzünden welche vorher an tausende Menschen verteilt wurden. Diese Ganze Aktion war schon ein kleiner Höhepunkt an diesem Abend. Leider wurde die Freude über die Schiffe schnell gedämpft. Denn alle Schiffe wendeten nun auf dem Rhein um fuhren einige Meter zurück sodass sie schlussendlich genau vor uns und vielen anderen tausenden Leuten zum stehen kamen.

Unsere Hoffnung, das die Schiffe ja bestimmt noch wegfahren werden blieb leider unerfüllt. Nach einiger Wartezeit in der wieder unzähliger Müll, Bierflaschen, Tüten und vieles mehr von den wartenden Leuten im Rhein gelandet sind ging das Feuerwerk dann endlich los. Alle Schiffe befanden sich noch auf ihrem Platz und so wurde der Blick auf das Bodenfeuerwerk komplett verdeckt. Für eine solch groß angekündigte Veranstaltung bei der es angeblich viele Verbesserungen gab um allen Besuchern einen unvergesslichen Blick auf die Kölner Lichter zu gewähren war dies praktisch die absolute Katastrophe und der Super Gau schlecht hin. Uns blieb nichts anderes übrig als nur das Höhenfeuerwerk zu bestaunten von dem dann laut unseren Informationen auch noch einige Sequenzen falsch gezündet wurden. Es wäre ja nun wirklich kein Problem gewesen die Schiffe anlegen zu lassen oder wo anderes zu platzieren. Wieder vergleiche ich hier gern mit Dresden, dort legen die Dampfer auch an und sorgen mit ihren Nebelhörnern zusätzlich noch für einer herrliche Stimmung, dabei stören sie keine Besucher und sind trotzdem mit dabei. Das alles war in Köln leider ein vollkommener Planungsfehler!

Leider war durch diese Schiffe unser Standpunkt sehr schlecht. Doch wer weiß das vorher schon? So war es uns nicht möglich unsere geplanten Fotos zu schießen. Die Laune sank schnell und wir versuchten das beste daraus zu machen. Als wir einsahen das ärgern keinen Sinn macht begann unser Galgenhumor und wir redeten uns die Ganze Sache etwas schön. Zum Müll Problem fielen uns die Sätze “Immer rein in den Rhein” und andere Sachen ein. Wir wollten an diesem Tag ja Spaß haben und das hatten wir auch. Das was wir aber sahen warf uns in keinster Minute vom Hocker. Für die groß angekündigten Kölner Lichter war das doch eher lasch. Vielleicht haben wir als Dresdner, wo fast an jedem Wochenende ein großes Feuerwerk stattfindet einfach mehr erwartet? Auf jeden Fall waren wir von den Kölner Lichtern doch sehr enttäuscht.

Trotzdem haben wir einige Fotos geschossen welche wir Euch hier zeigen wollen.

Hätte uns vorher jemand gesagt was uns erwartet dann währen wir sicherlich auf keinen Fall diese lange Strecke gefahren. An alle Kölner die dies vielleicht hier lesen werden. Wir alle waren das erste mal in dieser Stadt und dieser Artikel gibt unsere harte und direkte Meinung sowie unseren Eindruck wieder. Um zu zeigen was alles so bei einem Feuerwerk möglich ist möchten wir Euch hier noch 2 Feuerwerke zeigen. Zur 800 Jahrfeier wurde von der Firma WECO ein Feuerwerk in Dresden gezündet welches deutlich zeigt das es besser geht. Diese Firma plante übrigens auch die Kölner Lichter.
Hier kannst du dir das Feuerwerk noch einmal ansehen.

Dieser Artikel bezieht sich auf die Kölner Lichter 2010. Da es jedoch immer wieder Leute gibt die dies anscheinend nicht verstehen und mit beleidigenden Kommentaren darauf hinweisen das 2009, 2011 oder 2012 die genannten Dinge nicht mehr zutreffen, wurde die Kommentarfunktion deaktiviert!

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