Nächtliche Fototour zum Pfaffenstein

9. Sep. 2012 | Blog, Fotoberichte | 15 Kommentare

Lesezeit ca. 5 Minuten

Lange ist es her als wir das letzte Mal die Nacht im freien verbrachten um Fotos zu machen. Vergangene Nacht war es dann mal wieder so weit. Zusammen mit Lars und Kenny von lensview.de entschlossen wir uns, mal wieder zusammen auf Fototour zu gehen um die Sterne des klaren Nachthimmels zu fotografieren. Ein direktes Ziel hatten wir vorerst nicht. Sicher war nur, das Kenny seine neue Errungenschaft zum filmen von Zeitraffern testen wollte und das wir ein schönes Sternspurenbild versuchen würden. Um weitere Details zu klären trafen wir uns also gegen 0 Uhr und entschlossen uns einen für uns völlig neuen Ort anzusteuern den Kenny schon einige Wochen zuvor besucht hatte.

Unsere Fototour sollte uns diesmal zu den Felsen des Pfaffenstein führen. Der Pfaffenstein ist ein rund 434 Meter hoher Tafelberg der Sächsischen Schweiz. Er liegt links der Elbe und erstreckt sich nahe der Festung Königstein in den Himmel. Gegen 1 Uhr am Ziel angekommen begann bei völliger Dunkelheit der mühsame Aufstieg auf den Berg. Mit nur 3 kleinen Taschenlampen und vollgepackt mit unseren Stativen und Kamerarucksäcken bahnten wir uns den Weg über schmale Treppen und durch enge Felsspalten.

Da wir einen schönen Blick auf das Tal, die Festung Königstein und die entfernte Stadt Dresden haben wollten, mussten wir schließlich den regulären Weg verlassen und  über die Felsen zum gewünschten Ort klettern. Bei völliger Dunkelheit steile Felsen hoch und wieder runter zu springen hat schon was an sich, um jedoch kein Risiko einzugehen schaute jeder lieber drei mal hin bevor er irgendwo hin trat. Mit gegenseitiger Unterstützung beim tragen und ausleuchten des Weges erreichten wir dann einen Felsen welcher unseren Ansprüchen genügte und von dem wir einen schönen Blick hatten, viel weiter als tief hinab wäre es an dieser Stelle eh nicht mehr gegangen.

Hier ein kurzes Zeitraffer Video in dem in der ersten Szene das “Video zum Foto” von Kenny zu finden ist.

Wir platzierten also unsere Kameras dicht gedrängt auf einem ca. 8×3 Meter großem Felsen , machten einige Testbilder und begannen schließlich mit den Fotos. Während Kenny im Einzelaufnahmen mit spezieller Drehung und Neigung für einen Zeitraffer machte blieb unsere Kamera an fester Position und machte ein Bild nach dem anderen um am Schluss alle Bilder zu einem Sternspurenbild zusammenzufügen. Dafür stellten wir den programmierbaren Fernauslöser so ein das er mit jeweils fünfsekündigen Abstand ein Bild mit einer Belichtungszeit von 60 Sekunden machte. Das ganze machten wir über einen Zeitraum von 2,5 Stunden so das ca. 135 Bilder zusammen kamen.

Glücklicherweise strahlte der von uns schon oft bei solchen Aufnahmen verfluchte Mond diesmal hinter uns und erleuchtete den Vordergrund in einem angenehmen Licht was jedoch nicht zu hell war um den Himmel zu sehr zu erhellen. Weiterhin herrschte keinerlei Wind was uns selbst sehr erstaunte. Nur so konnten wir den Baum als prägnantes Objekt im Vordergrund nutzen. Im Tal bildete sich langsam Nebel, der Mond schimmerte, es war angenehm warm und es herrschte absolute Windstille was diese Nacht wieder zu einer der unvergesslichen Fototouren macht.

Gegen 4:15 Uhr hatten wir dann alle unser gewünschtes Material im Kasten und begannen den weniger anstrengenden aber genau so spannenden Abstieg ins Tal. Als wir die Bilder dann später am Rechner zusammensetzten, merkten wir, das zu viel Sterne auf dem Foto zu sehen sind. Durch zu viele Sternenspuren wirkte das Bild sehr unruhig. Aus diesem Grund entschlossen wir uns nur 50 Einzelaufnahmen zu verwenden bei denen langsam die Deckkraft gesenkt wurde. So entstand am Ende dieser Sternenschnuppeneffekt.

Mehr Informationen und nützliche Tipps wie du eindrucksvolle Sternenspurbilder fotografieren kannst findest du in unserem ausführlichen Artikel zum Thema Sternenspuren fotografieren.

 
  • geographischer Breitengrad des Standpunktes: 50°54’4.26″N
  • geographischer Längengrad  des Standpunktes: 14° 4’45.98″E
  • Höhe über dem Meeresspiegel: 390 Meter
  • Datum zum Zeitpunkt der Aufnahme: 09.09.2012
  • Uhrzeit zum Zeitpunkt der Aufnahme: 1:30 – 4:00 Uhr
  • Fotostandpunkt auf Google Maps anzeigen
  • Erreichbarkeit des Fotostandpunktes: Schwer
 
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  • Bildnummer: 00222 (Bei Fragen bitte stets angeben)
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Vielen Dank für das Interesse an unseren Bildern.

 

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15 Kommentare

  1. Super Bild! Wenn ich mal wieder Zeit und ein UltraWeitwinkel Objektiv habe muss ich das auch nochmal probieren.

    Ein paar Fragen und Anmerkungen hätte ich da aber noch. Bei den EXIF Daten steht Brenntweite 14mm, was ich mir bei einem 17-40mm Objektiv nur schwer vorstellen kann 🙂

    Jetzt aber zu meiner eigentlichen Frage:

    Den Sternenspureneffekt finde ich super. Ich hatte es mir schon fast gedacht das die Deckkraft abnimmt um diesen Effekt zu erzielen, die Frage bleibt nur: Habt ihr einfach 50 Ebenen in Photoshop übereinander geblendet und dann die Deckkraft für jedes Einzelbild heruntergesetzt oder für die Zusammensetzung ein Plugin/Script/Tool verwendet?

    Antworten
  2. Hallo Daniel,
    da stand doch tatsächlich noch ein falsches Objektiv. Der Fehler wurde behoben. 🙂

    Wir haben 50 Fotos per Stapel in Photoshop geladen und diese dann auf denen Ebenenmodus “Aufhellen” gelegt. Dann wurde Ebene für Ebene die Deckkraft herunter gesetzt. Bei 50 Fotos ist das zwar bisschen Arbeit aber es geht dann doch recht flink.

    Beste Grüße,
    Marcel

    Antworten
  3. Hallo,

    wieder sehr offensichtlich bearbeitet, aber naja – ist halt Euer Stil.

    Nur kurz die Frage: Habt ihr die Drehrichtung bewusst wieder entgegen der natürlichen Richtung gewählt? Wenn ja, warum? Das würde mich echt mal interessieren. Ich habe bisher kaum ein Bild von irgendjemandem gesehen, der diesen Sternschnuppeneffekt in der natürlichen Richtung angewendet hat. Immer entgegen. Warum?
    Danke.

    Grüße

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  4. Hallo,

    ja das hat einen bestimmten Grund. Im Gegensatz zu den bekannten Zeitrafferaufnahmen in denen man die Sterne über den Himmel ziehen sieht handelt es sich bei uns nur um ein Foto und darum um eine Momentaufnahme. Darum haben wir uns dafür entschieden die Sterne als solche fest am Himmel darzustellen genau so wie es bei einem Foto der Fall ist den Rest auch. Den Sternschnuppeneffekt haben wir darum so dargestellt als ob sich der Himmel unter den Sternen wegdreht. Sieht man das ganze so ist die Drehung völlig korrekt. 🙂

    Egal wie man es macht es ist für den jeweiligen Betrachter oder Bearbeiter Auslegungssache in welche Richtung die Drehung richtig ist.

    Auf einem Video sehen wir es für korrekt an wenn sich die Sterne selbst bewegen und einen schweif hinterlassen. Auf einem Foto sind diese für uns eher fest eingefroren und wir bilden lieber die Bewegung des Himmels ansich ab 🙂

    Finde aber lustig das dies anscheinend alle so machen. 😀

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  5. Lustige Erklärung.

    In einer Momentaufnahme dreht sich doch nix. Sterne sind auch keine Sternschnuppen. Das ist alles künstlerische Freiheit und darum frage ich: Warum ist diese Drehrichtung die künstlerisch wertvollere als umgekehrt? Ich fänd’s hier zum Beispiel auch ganz gut, wenn der Großteil der Sternschnuppen in Richtung nach unten zielen würden. Das wäre eben die andere Drehrichtung.
    Dann sagt Ihr, die Sterne wären am Himmel fix. Aber wie soll sich dann der Himmel unter den Sternen wegdrehen? Eher dreht sich die Erde drunter hinweg und müsste verwischt werden. Stichwort “Nachführung”, ganz ohne Photoshop :D.

    Aber naja. Ich lass Eure abenteuerliche Erklärung mal so stehen ;).
    Grüße

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  6. Geniales Foto, völlig egal wie rum die Sterne nun auf dem Foto drehen. Die Wirkung bleibt ja die selbe.

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  7. @Fotogravieh:
    ..schicke uns mal am Besten eine Arbeit von dir (als Link bspw). Damit wir mal an einer handfesten Grundlage sehen, was in deinen Augen verbessert werden müsste.
    Vielleicht auch im Hinblick auf Ästhetik und Realismus.
    LG, Olli

    Antworten
  8. @Oliver:
    Ich sehe keinen Anlass, in fremden Bildern herumzupfuschen. Kannst Du Dir nicht vorstellen, wie das Bild ausschauen könnte, wenn die Drehrichtung andersherum wäre? Und die Helligkeitssäume rund um die Kanten im Bild (Felsen, Baum) kann und will ich gar nicht nachbearbeiten. Das sollte man sich auch vorstellen können, dass man das feinfühliger bearbeiten kann.
    Gegen Ästhetik und Realismus hab ich doch gar nichts gesagt. Es geht hier rein um die Bearbeitung des Bildes. Die ist – wie eigentlich immer hier – sehr offen zu sehen. Warum, das können nur die beiden Herren von DDPix sagen. Wenn ihnen das so gefällt, ist das auch völlig in Ordnung. Wenn es nur eine unvollkommene Bearbeitung ist, dann sollten sie meine Meinung hier als Denkanstoß nehmen und diese Schatten/Lichter-Bearbeitung nochmal etwas feinfühliger angehen. Und viel mehr soll hier von meiner Seite gar nicht gesagt werden.

    Grüße

    PS: Ich hoffe mal nicht, dass ich Deinen Kommentar als “mach’s doch erstmal besser” interpretieren soll…

    Antworten
  9. @fotogravieh.
    Ich verfolge Dein Geltungsbedürfnis jetzt schon seit einigen Wochen. Und jeder soll ja seine Meinung sagen dürfen – das ist auch gut so.
    Die beiden ziehen neben ihrem Hauptjob Abends und Nachts durch die Gegend, machen Fotos und bearbeiten die so wie sie es für richtig halten. Wohlgemerkt wie sie es für richtig halten.
    Dein Hang zur Androgogik und die Zeit die Du investierst anderen etwas beibringen zu wollen, ist schon fast Preisverdächtig.

    Und wenn ich dich zitieren darf.

    “Qualität statt Quantität – an ersterem wird noch gearbeitet.”

    Mach lieber das. Dann wirst Du auch auf deiner Webseite Bilder präsentieren können die einen vom Stuhl reißen. Bis dto. ist dem nicht so.

    Antworten
  10. Ach Gottchen.

    Wo zwinge ich denn hier was auf? Ich versuche jedes Mal doch nur nachzuvollziehen, warum das Bild so entstanden ist, wie es ist. Ist doch alles in Frageform gehalten. Und darauf wurde hier sogar prima eingegangen, find ich gut.

    Antworten
  11. Die Einleitung “Ach Gottchen” sollte für mich eigentlich schon Grund genug sein gar nicht zu reagieren. Das ist Kindergarten. Nun gut. Jetzt habe ich angefangen zu schreiben.

    Deine Aussage ist falsch. Deine Postings sind durchsetzt mit Kritik und Besserwisserei. Wenn Du es anders meinst, solltest Du über die Art und Weise deiner Formulierungen nachdenken.

    Antworten
  12. Hallo Michael,

    nun, Kritik ist doch gut. Du kannst mir jetzt vorwerfen, nicht konstruktiv in der Kritik zu sein. Da frage ich Dich, was ist daran nicht konstruktiv, zu äußern, dass man die andere Drehrichtung gut fände? Nur dass da wenigstens mal drüber nachgedacht wird – es muss ja weißgott nicht umgesetzt werden. Ebenso weise ich drauf hin, dass die ganzen Kanten im Bild (insebsondere die Felsen) wieder die oft gesehenen Helligkeitssäume aufweisen. Dass man das auch ohne Saum hinbekommt sollte bekannt sein, ist aber mit etwas mehr Arbeit verbunden. Ehe ich jetzt schreibe, wie das genau geht, weise ich lieber drauf hin. DDPix hat sicher genug Erfahrung, das auch so hinzubekommen. Ob sie das überhaupt möchten, ist eine andere Sache und die eigene Meinung ist natürlich oberste Priorität. Und das meinte ich auch damit, dass es ihr Stil ist und ich nicht nochmal darauf eingehen will.
    Dass das Bild durch Verhindern der Säume schlechter wird, bezweifle ich stark. Oder was meinst Du?

    Mensch, leg doch nicht die ganzen Kommentare in einzelnen Worten auf die Goldwaage. Natürlich könnte ich ganz lehrerhaft unter ein Bild schreiben:
    – Kontrastkanten haben Säume
    – Drehrichtung evtl. fraglich
    – 0,4° schief
    – 0,24 Blendenstufen überbelichtet

    Wenn das für Dich eher okay wäre? Wenn man’s so sieht, ist jeder andre Kommentar im Stil von “wie immer toll” nichts weiter als Spam und ohne tieferen Sinn. Wenn man unter Fotokollegen ist, kann man genauso wie man sich Duzt doch mal auch etwas den Stock aus dem Hintern ziehen und eine ehrliche Kritik mal etwas lockerer sehen.
    Ich wäre verdammt froh, wenn jemand sich ein wenig mit einem Bild auseinandersetzt und man merkt, dass er länger als 1 Sekunde draufgeschaut hat und nicht nur einen Kommentar a la “gefällt mir wie immer” loslässt.

    Bisher (abgesehen vom allerersten Einstieg meinerseits hier) ist DDPix auch immer sehr gut auf meine Fragen und Unklarheiten eingegangen und ging bisher auch immer bestens damit um. Dass ich hier von den Fanboys nur zur Sau gemacht werde, weil ich die Bilder, die mir gefallen, noch zum Perfektionismus hinterfrage… naja, das ist halt so.

    In diesem Sinne, alles Gute.

    Antworten
  13. Ich finds einfach nur schade das die beiden sich ständig – auch auf Facebook – für ihre Arbeit rechtfertigen müssen. Und damit ist es auch gut. Aber ich bin kein Fanboy – hört sich komisch an – und zur Sau machen wollte ich dich auch nicht. Das steht mir gar nicht zu.

    Antworten
  14. @Michael: Da haben sich ja zwei gefunden. der fotovieh, dems nich gefällt und du, moralapostel, welcher uns die welt erklären will. ich kenn da eine gute therapierunde für euch zwei. die haben da bunte bälle und so beißringe. einfach toll… das bild natürlich auch 😉 schade nur das kenny sich mal wieder profilieren mußte. cheers

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