Von unterwegs

Hin und wieder muss es schnell gehen oder wir möchten euch aktuelle Bilder von unseren Touren zeigen. Hier findet ihr Bilder welche hinter der Kamera entstehen. Damit finden auch die Bilder eine kleine Plattform, die nicht unbedingt auf Facebook, Instagram oder in die Galerie passen.

Mondaufgang hinter der Festung Königstein

Schon lange haben wir über die Anschaffung eines Objektivs mit sehr hoher Brennweite nachgedacht. Vor einigen Wochen entschieden wir uns dann, ein Maksutov 1000 mm zu kaufen. Das Objektiv ist unter dem offiziellen Namen “Maksutov 1000” aber eher unbekannt. Man kennt es eher unter dem liebevollen Spitznamen “Russentonne”. Vor einigen Tagen hatten wir dann endlich die Gelegenheit, das Objektiv zum ersten mal ausgiebig zu testen. Das Wetter war schön, die Luft klar und ein großer Vollmond sollte am Horizont aufgehen. Doch mit einem 1000 mm Objektiv eignet sich nicht jeder Fotostandort. Denn unser Ziel war es, den aufgehenden Mond hinter einem schönen bekannten Bauwerk zu fotografieren. Also begann die mühevolle Suche nach einem geeigneten Fotostandort. mehr lesen…

Ein halbes Jahr Canon EOS R

Nun ist knapp ein halbes Jahr vergangen und wir haben schon viele Fotos mit der neuen Canon EOS R gemacht. In diesem Beitrag möchten wir unsere Erfahrungen mit der Kamera mit euch teilen und zurückblicken, ob die Kamera immer noch unseren Erwartungen entspricht. Viele von euch haben sich ja nach unserem ersten Blogpost zur EOS R im Oktober ein Erfahrungsbericht gewünscht.

Direkt nach dem Kauf gab es leider erst einmal eine kleine Enttäuschung. Die Touchbar war kaputt und reagierte auf keinerlei Berührungen. Schon im Herbst letzten Jahres merkten wir allerdings, dass diese zwar ganz witzig ist, man sie aber im täglichen Gebrauch eher vernachlässigt. Sie kommt daher eigentlich recht selten zum Einsatz. Trotzdem sollte sie natürlich funktionieren. Die Kamera war schließlich nigelnagelneu. Daher schickten wir sie zu Canon und bekamen nach etwas hin und her ein komplett neues Austauschgerät. Seitdem haben wir die Touchbar mit dem manuellen Weißabgleich belegt. Durch berühren und wischen kann man sehr bequem die Farbtemperatur einstellen und das Resultat direkt auf dem Display beobachten. Eine durchaus nützliche Sache, auch wenn wir die Funktion eher selten verwenden. Aber wenn man mal den Weißabgleich einstellen möchte, ist die Touchbar ideal dafür geeignet. Man sieht direkt das Ergebnis auf den Display und kann somit den zum Motiv passenden Weißabgleich auswählen.

Der Autofokus:

Das erste mal auf Fototour ging es dann Ende Oktober. Am Schloss Moritzburg fanden Dreharbeiten statt und das Schloss sowie dessen Umgebung wurde in ein helles Licht getaucht. Der vom Flutlicht angestrahlte Dunst sorgte für eine geheimnisvolle Stimmung. Der präzise Autofokus, der selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen funktionieren soll, wurde also zum ersten mal stärker beansprucht. Um alles ordentlich zu testen, stellten wir uns bewusst an eine besonders dunkle Stelle und fokussierten düstere Bereiche im Bildausschnitt. Der EOS R fiel es spielend leicht den richtigen Fokus zu finden und sie stellte blitzschnell und präzise scharf. Was den Autofokus angeht, hielt die Kamera schon einmal das was sie versprach.

Wenn möglich, nutzen wir weiterhin gute helle Bereiche um mittels Autofokus scharf zustellen. Es ist aber gut zu wissen, dass man sich auch in dunklen Gegenden mit wenig Licht auf den Autofokus verlassen kann. Seitdem wir die EOS R haben, mussten wir kein einziges mal mehr manuell scharfstellen und das will schon etwas heißen. Denn wir fotografieren ja bekanntlich sehr oft bei wenig Licht. Das wenige Licht reicht für den Autofokus um exakt zu fokussieren. Es müsste schon deutlich dunkler sein damit dieser nicht mehr korrekt funktioniert und wir ggf. manuell fokussieren müssten. Das war aber bis jetzt noch nicht der Fall.

Meistens fotografieren wir mit Stativ und legen das AF Messfeld auf dem großen Touchscreen Bildschirm fest. Durch die nahezu komplett verwendbare Fläche des Bildauschnittes (80% in der Breite und 100% in der Höhe) können wir fast jeden beliebigen Bereich im Bild verwenden um daran scharf zu stellen. Den Touch Auslöser kann man mittels kurzem tippen auf ein Button deaktivieren so dass nicht jedes mal wenn man auf das Display tippt um einen Bereich scharf zu stellen, ein Foto gemacht wird. Hat man dann alle Einstellungen getroffen und möchte ein Foto machen, reicht es den Touch Auslöser wieder zu aktivieren und durch tippen aufs Display die gewünschte Belichtung zu starten. 

Durch den Sucher blicken wir beim Fotografieren eigentlich nur wenn Fotos aus der freien Hand und ohne Stativ gemacht werden. Von der Auflösung her ist der elektronische Sucher wirklich gut. Durch die sehr hohe Auflösung und Frequenz nimmt man weder Pixel noch irgend ein Flackern war. Da sämtliche Einstellungen als Ergebnis wie auf dem Großen Display auch im Sucher simuliert werden, wird einem trotzdem bewusst das es sich um einen elektronischen Sucher handelt. Vorteil ist aber dass man auch beim kontinuierlichen Blick durch den Sucher immer eine kurze Vorschau des zuvor gemachten Fotos angezeigt bekommt ohne seinen Blick vom Sucher zu wenden. Das verschieben des AF Messfeld durch wischen mit dem Daumen der rechten Hand im rechten Bereich des Displays funktioniert spielend leicht. Einige Fotografen kritisieren ja den fehlenden Joystick zur AF Messfeldwahl. Wir kommen aber sehr gut ohne diesen Joystick klar und stellen auch keinen großen Unterschied fest. Ob man den Daumen nun auf dem Joystick hat und Stufenweise die AF Messfelder wählt oder mit dem Daumen auf dem rechten Rand des Displays und dort quasi Stufenlos das AF Messfeld wählen kann macht keinen großen Unterschied. Auch dass man das Messfeld beim Blick durch den Sucher aus Versehen mit der Nase verschiebt ist uns ehrlich gesagt noch nie passiert. Denn dafür müsste man schon ziemlich dicht am Display kleben. Welcher Bereich für das verschieben das AF Feldes “aktiv” geschaltet werden soll kann man in den Einstellungen wählen. Wir haben uns nur für den rechten Bereich des Displays entschieden weil somit die Wege des Daumens sehr klein sind und man trotzdem über den gesamten Bildinhalt navigieren kann. Beim Blick durch den Sucher wird das Display natürlich nicht beleuchtet oder zeigt etwas an. Es ist quasi aus aber trotzdem aktiv, ähnlich eines Laptop Trackpads.

Um das fokussieren mittels Touch auf dem Display weiter zu vereinfachen, haben wir uns die Funktionstaste direkt am Auslöser so eingestellt dass das AF Messfeld beim drücken dieser Taste automatisch wieder zentriert wird. Sollten wir also mal quer übers Bild springen müssen um verschiedene Bereiche fokussieren zu wollen, kann man das AF Messfeld mit einem Druck auf die Fn Taste schnell zentrieren und hat somit immer einen geeigneten Ausgangspunkt ohne direkt auf die Position des AF Feld zu achten. Mit etwas Gewöhnung und Übung ist es somit möglich das AF Feld quasi blind zu navigieren und die gewünschten Bereiche im Bild anzusteuern. 

Ein weiterer wichtiger und für uns sehr nützlicher Punkt ist der Fokus Assistent. Manchmal kommt es auch mit der Eos R vor, dass wir ohne Autofokus sondern manuell fokussieren. Das ist dann der Fall, wenn wir zum Beispiel Feuerwerke ablichten. Durch immer dichter werdenden Rauch bei einem Feuerwerk, ist die Gefahr groß dass der Autofokus seinen vorher gewählten Fokuspunkt nicht mehr erkennt und darum nicht mehr scharfstellen kann. Aus diesem Grund fokussieren wir Feuerwerke immer manuell. Eine nützliche Funktion ist dabei der Fokus Assistent der Eos R. Er zeigt mit Hilfe von drei Dreiecken an ob das Bild scharf fokussiert ist oder nicht. Hat man die Dreiecke deckungsgleich übereinander gelegt indem man langsam am Fokusring des Objektivs dreht, leuchtet dieses grün und man weiß genau das nun korrekt fokussiert wurde. Auch ohne zwischendurch immer mal wieder den Fokus zu prüfen sehen wir damit immer sofort, ob der Fokus noch sitzt oder nicht. Sobald wir also manuell fokussieren, wird der Fokus Assistent immer mit eingeblendet.  

Ein kleiner Kritikpunkt unseres ersten Eos R Artikel, indem wir das deaktivieren den Fokus Peaking kritisierten sobald man die Bildschirmlupe im Live View verwenden, können wir etwas entschärfen. Das “Problem” besteht zwar weiterhin, allerdings stört es nicht weiter, da wir das Fokus Peaking bei unserer Eos R noch nie eingesetzt haben. Der vorher erwähnte Fokus Assistent  funktioniert quasi identisch und liefert genau die selben Informationen zum korrekten manuellen Scharfstellen ohne das wir Fokus Peaking verwenden müssen.

Eine kleine seltsame Eigenschaft haben wir beim ausschalten der Kamera festgestellt. Denn wenn man die Kamera mit korrektem manuellen Fokus ausschaltet und wieder einschaltet, zeigt der Fokus Assistent plötzlich eine leichte defokussieren an. Ein minimales drehen am Fokusring lässt die Dreiecke des Assistenten aber wieder grün aufleuchten. Dieses Phänomen tritt aber nicht immer auf.

Die Akkulaufzeit:

Wir haben uns die Eos R ja gleich mit Akkugriff bestellt. Ein Grund war die bessere Ergonomie und natürlich die längere Akkulaufzeit durch zwei verbaute Akkus. In Verwendung sind dabei immer noch unsere Akkus der 5D welche problemlos auch in der Eos R verwendet werden können. Was die Akkulaufzeit angeht war uns von vorne herein klar dass diese nicht so langlebig wie bei der 5D sein wird. Trotzdem sind wir angenehm überrascht. Wirft man vor jeder Fototour einen kurzen Blick auf den Ladezustand der Akkus, kann man sich gut drauf verlassen auch bei nicht randvoll geladenen Akkus eine Menge Fotos machen zu können. Nachdem wir unsere Eos R nun schon bei sehr kalten Außentemperaturen und quasi bei jedem Wetter im Einsatz hatten, hat uns die Akkulaufzeit noch nicht enttäuscht. Manchmal kam es vor dass wir nur noch mit 40% Restladung unsere Fototour begonnen haben und dann doch mehr und länger Fotos gemacht haben als gedacht. Für solche Fälle haben wir eine 20000 mAh Powerbank mit 3A Ladestrom im Fotorucksack. Beim Standortwechsel können wir die Eos R einfach flink anstecken und sie lädt sich während einer Pause so weit auf das wir bis jetzt alle geplanten Fotos umsetzen konnten. Wirklich überrascht bzw. enttäuscht von der Akkulaufzeit wurden wir aber noch nie. Grob kann man sie wirklich mit der unserer alten 5D vergleichen. Wahrscheinlich stellen wir keinen großen Unterschied fest weil wir eigentlich nie mehrere Stunden permanent am Fotografieren sind. Bei unseren Fototouren haben wir ein bestimmtes Motiv im Kopf und versuchen dieses umzusetzen. Das kann zwar schon mal mehrere Stunden dauern, allerdings ist unsere Eos R in dieser Zeit nicht permanent im Einsatz. Einen detailgetreuen Bericht des Stromverbrauch können wir daher leider nicht geben. Unser Eindruck ist aber der, dass wir uns in keinster Weise umgewöhnen oder auf eine deutlich kürzere Akkulaufzeit einstellen mussten. 

Das fehlende Moduswahlrad:

Oft kritisiert wurde ja auch das fehlende Moduswahlrad. Nachdem wir die Eos R nun schon ein paar Monate nutzen, kommen wir recht gut damit klar. Das Moduswahlrad vermissen wir nicht wirklich, ganz so intuitiv wie Anfang beschrieben ist  die Steuerung über das Einstellrad aber auch nicht. Durch drücken der Mode Taste können wir bei der Eos R den Modus durch drehen am Einstellrad oder dem auswählen über das Touch Display wechseln. Auch das Auswählen über die Navigationstasten ist möglich.  Meistens wechseln wir den Modus über das Touch Display da das Drehen am Einstellrad etwas gewöhnungsbedürftig ist. Wir sind der Meinung die Drehrichtung wird beim “durchblättern” der Modi falsch “simuliert”, weshalb wir oft in die falsche Richtung drehen und uns irgend wie jedes mal an den richtigen Modus ran tasten müssen. 😀 Blind die Mode Taste drücken und mittels kurzem Dreh den passenden Modus wählen gelingt uns also irgend wie noch nicht richtig. Vielleicht nutzen wir diese Funktion auch zu selten da wir eigentlich fast immer im Modus M fotografieren. 

WLAN und Bluetooth:

Dazu können wir noch nicht so viel schreiben da diese Funktionen erst selten zu Einsatz kamen. Die Steuerung über die Canon Utility App mittels WLAN oder Bluetooth funktioniert soweit super. Alles was man an der Kamera einstellen kann lässt sich auch problemlos über die App steuern. Einer Verwendung unseres Hochstativs ohne lästiges USB Verbindungskabel und das steuern über den Laptop wie bei unserer alten 5D gehört also der Vergangenheit an. Die Funktion die Bilder mittels WLAN automatisch auf den Computer zu übertragen sobald die EOS R mit dem heimischen WLAN Netzwerk verbunden ist, haben wir ausprobiert aber auch schnell wieder sein gelassen. Für die Vielzahl an Fotos die wir zu übertragen haben ist eine WLAN Datenverbindung mit der Eos R einfach viel zu langsam.  Es dauert gefühlt Stunden bis alle Bilder übertragen sind. Außerdem wird der Akku der EOS R dann ziemlich schnell leer gesaugt. Die einfachste und schnellste Lösung ist für uns immer noch das direkte einstecken der SD Speicherkarte in den Kartenslot des Rechners. Die Übertragung ist super schnell und die Karte kann man direkt wieder formatieren.  Die Datenverbindung ist für das Steuern über die Canon Utility App also super, für die Datenübertragung der gemachten Fotos für uns aber deutlich zu langsam. 

Wenn wir bei der Datenübertragung sind ist uns auch gleich noch ein weiterer kleiner Nachteil eingefallen, welcher aber nichts mit Canon sondern eher mit Microsoft zutun hat. Das neue CR3 Format kennt Windows nicht. Da wir noch sehr altmodisch keine Verwaltungssoftware wir Lightroom etc. verwenden sondern unsere gemachten Fotos lediglich in einen passenden Windows Ordner legen, hatten wir keine Möglichkeit auf Anhieb zu sehen was eigentlich in den CR3 Dateien steckt. Da Microsoft wahrscheinlich kein Update zu diesem Problem liefern wird, haben wir unsere Eos R einfach auf RAW + JPG2 eingestellt. Die Eos R speichert nun automatisch von jedem Bild eine kleine JPG Vorschau mit ab, was das durchschauen der Bilder im Windows Explorer deutlich vereinfacht. 

Bildsensor und Qualität:

Zur Bildqualität lässt sich eigentlich nur sagen, dass sie genau unseren Ansprüchen und Erwartungen gerecht wird. Wie bei unserer alten 5D sind wir mit der Bildqualität, dem Rauschverhalten und der Dynamik sehr zufrieden und wurden bisher nicht enttäuscht. In den meisten Fällen legen wir noch Belichtungsreihen an weil unserer Meinung nach dort selbst die beste Dynamik anderer Hersteller nicht mithalten kann. Aus “altmodisch” erstellten Belichtungsreihen holen wir immer noch die Beste Dynamik und Qualität die wir uns wünschen aus unseren Bildern. Vielleicht könnten wir das mit Kameras mit mehr Dynamikumfang umgehen, wollen es aber eigentlich gar nicht. Für uns gehört eine gut gemachte Belichtungsreihe von Landschafts- und Architekturaufnahmen einfach zum Handwerk der Fotografie dazu, weshalb sie auch weiterhin bei uns zum Einsatz kommen. Ein paar EV Stufen im Dynamikumfang mehr oder weniger spielen für uns persönlich also keine so große Rolle. 

Der EF Adapter:

Da wir noch keins der neuen RF Objektive haben, kommt bei uns bei jedem Foto mit der Eos R der kostenlos mitgelieferte Standard EF Adapter zum Einsatz. Qualitätsunterschiede der Abbildungsleistung unserer EF Objektive im Vergleich zu unserer 5D Mk III haben wir gar keine feststellen können. Canon versichert zwar das man alle EF Objektive genau so weiter verwenden kann wie bisher und keinerlei Einbußen in punkto Abbildungsleistung befürchten muss, Kontrolle war für uns aber besser als Vertrauen. Nachdem wir nun schon viele Fotos gemacht haben, können wir ruhigen Gewissens sagen das Canon Recht hat. Die Abbildungsleistung ist perfekt und kein Unterschied festzustellen. Durch die Höhere Auflösung der Eos R im Vergleich zur 5D erscheint uns die Schärfe der gemachten Fotos sogar noch besser als bei unserer 5D. Wir können also sagen das die EF Adapter die Bildqualität in keinster Weise beeinflussen. Der Adapter gehört für uns quasi zum Gehäuse dazu und ist immer angebaut. Trotzdem haben wir in Zukunft noch potential nach oben und können unsere Bildqualität mit den neuen Objektiven irgend wann noch weiter steigern, auch wenn wir uns gar nicht richtig vorstellen können das diese noch schärfer sein sollen. 

Die Bedienung:

Die Bedienung der Eos R ist was die Menüführung angeht quasi identisch mit unserer 5D. Auch die sonstige Bedienung im Einstellungsmenü ist Canon-Typisch. Da sich die Eos R problemlos ausschließlich über Touchscreen aber auch konventionell über die Tasten bedienen lässt, fällt diese für uns sehr leicht und verständlich aus. Ein hin und her switchen oder vermischen beider Bedienmethoden ist problemlos möglich und vereinfacht das fotografieren für uns ungemein. Einstellungstechnisch bietet die Eos R alles was wir brauchen. Neben dem Langzeitbelichtungstimer bei dem feste Belichtungen von einer Minute bis einer Stunde möglich sind, hätten wir uns aber ähnlich wie bei der Eos 5d Mk IV ein Intervalometer gewünscht um auf einen externen Timer verzichten zu können. Vielleicht wird dieser ja mal in einem Firmwareupdate nachgeliefert. 

Ja, die EOS R ist wirklich Wetterfest:

Die erste richtige Bewährungsprobe gab es dann aber erst im Februar. Der Winter hatte es endlich nach Dresden geschafft und es schneite den ganzen Tag durch. Bereits am frühen Morgen machten wir uns auf den Weg in die Stadt um soviel schöne Winterfotos wie möglich zu schießen. Den gesamten Tag wurde die Kamera im Schnee verwendet. Es ging rein ins Warme und wieder raus in die Kälte. Die Objektive wurden gewechselt und alle Tasten zigmal gedrückt. Die Kamera war durch die Temperaturwechsel und den starken Schneefall sehr nass geworden und wurde ca. 8 Stunden diesen widrigen Bedingungen ausgesetzt. Alles überstand sie ohne Probleme. Wir hatten keinerlei Auffälligkeiten festgestellt. Auch der Akku hielt den ganzen Tag durch. Lediglich der Sucher beschlug für einige Minuten im Inneren als wir kurz ins Warme gingen. Aber das ist vermutlich einfach normal. Schließlich war die Kamera außen ziemlich nass. Durch die regelmäßigen Objektivwechsel gelangte dann sicherlich auch etwas Feuchtigkeit nach innen.

Einige Wochen später standen wir vorm Kronentor des Dresdner Zwingers und fotografierten die aufgewühlten Wolken eines Stumtiefs. Innerhalb weniger Sekunden brach dann ein enormer Platzregen mit starken Winden über uns ein. Schnell zogen wir die Kapuze über den Kopf und gingen etwas in Deckung. Die EOS R blieb auf dem Stativ an Ort und Stelle stehen. Der Regen dauerte zwar nur ein paar Minuten an, war aber extrem stark. Theoretisch hätte man die Kamera auch unter die Dusche stellen können. 😀 Dazu gab es diesen starken Wind. Nachdem alles vorbei war, drücken wir den Auslöser halb durch und die Kamera erwachte aus ihrem kurzen Schläfchen um direkt weiter Fotos zu produzieren. Dabei entstand das unten zu sehende Foto vom Kornentor des Dresdener Zwingers. Man kann sich also auf die Wetterfestigkeit der EOS R wirklich verlassen!

Fairerweise muss man bei dem oberen Foto sagen, dass es sich hierbei wie man sieht um ein HDR handelt welches aus einer Belichtungsreihe bestehend und aus 5 Aufnahmen entstanden ist. Die Lichtverhältnisse vor Ort waren sehr ungleichmäßig. Das dunkle Kronentor und die Wolken darüber standen im krassen Gegensatz zu dem sehr hellen Himmel im Hintergrund.

Touch Display und die Wassertropfen:

Bei Nässe bemerkten wir dann noch einen typischen Nachteil welcher bei den meisten Displays auftritt, welche mit Touchgesten bedient werden können. Sobald sich größere Wassertropfen auf dem Display befanden, war die Bedienung per Touchscreen teilweise gestört. Zum Glück kann man dieses Problem mit einem schnellen wegwischen der Wassertropfen beseitigen. Oder man bedient die EOS R wie gewohnt über die Tasten. Die Probleme hielten sich aber in Grenzen. Unser iPhone hatte beispielsweise viel mehr Probleme mit den Wassertropfen auf dem Display und führte irgend welche Dinge völlig selbstständig aus weil es dachte, man hat auf das Display getippt. Das EOS R Display tat dies nicht, sondern reagierte nur teilweise etwas verzögert wenn sich Wassertropfen darauf befanden.

Der aktive Bildstabilisator:

Per Mail wurden wir darauf hingewiesen, das die EOS R eine seltsame Eigenschaft hat. Nutzt man ein Objektiv mit Bildstabilisator und ist dieser aktiviert, dann läuft er auch die gesamte Zeit mit. Wir haben selber davon nichts gemerkt, da wir nur ein Objektiv mit Bildstabilisator besitzen und dieser in der Regel deaktiviert ist. Eigentlich kennt man dies bei Canon Kameras ja anders. Der Bildstabilisator ist zwar aktiv, läuft aber nicht. Sobald der Auslöser halb durchgedrückt wird, schaltet sich der Stabilisator hörbar ein und stabilisiert das Bild. Bei der EOS R ist dies komischer weise nicht so. Denn der Stabilisator läuft ohne Unterbrechung. Erst wenn man die Kamera ausschaltet oder diese in den Ruhemodus geht, schaltet sich der Bildstabilisator ab. Der Akku wird dadurch leider unnötig belastet. Vermutlich wird dies am Adapter liegen. Es wäre interessant zu wissen, ob das Phänomen bei den neuen RF-Objektiven auch so ist.

Unser Fazit nach mehreren Wochen Nutzung:

Die Eos R hat unsere alte 5D genau so gut abgelöst wie wir uns das gewünscht und erhofft haben. Ziel war es eine neue spiegellose Kamera zu haben bei der wir uns nur minimal umstellen müssen und die Bedienung fast identisch bleibt. Das haben wir mit der Anschaffung der Eos R geschafft. Die Menüführung ist quasi gleich. An die Bedienung mittels Touchscreen haben wir uns sehr schnell gewöhnt und möchten diese auch nicht mehr Missen. Was Verarbeitung, Qualität und Wetterfestigkeit angeht, hat die Eos R unsere Erwartungen übertroffen. Verarbeitet ist sie sehr gut und unserer Meinung nach sogar besser als die 5D Mk III. Alles fühlt sich sehr hochwertig an und was die Wetterfestigkeit angeht verspricht die Eos R nicht zu viel. Unsere 5D war sicherlich schon manchmal einem Wasserschaden ziemlich nah so dass wir diese oft mit Hüllen oder Folien abdeckten sobald es stärker anfing zu Regnen. Nachdem wir die Eos R nun schon bei Schnee, Kälte und viel Regen ausgiebig testen konnten, machen wir und  dort deutlich weniger Sorgen wenn die Kamera mal etwas nasser wird. Für uns stellt die Eos R ein Werkzeug dar mit dem wir unsere gewünschten Fotos verwirklichen wollen. Und das gelingt uns deutlich bequemer als mit der alten 5D Mk III. 

Für unsere Zwecke und unser Fotografisches Themengebiet in dem es auf Robustheit und Langlebigkeit ankommt und auf eine Kamera die wir weiterhin nahezu blind bedienen und beherrschen können, ist die Eos R immer noch die perfekte neue Kamera für uns. Wir bereuen den Kauf in keinster weise und haben sogar schon überlegt die neue Eos RP als kleinere Zweitkamera anzuschaffen. 

 

 

 

 

 

Mondfinsternis im Januar 2019 fotografieren

Am 21. Januar 2019 ist es schon wieder soweit. Über Deutschland ist eine totale Mondfinsternis zu sehen. Die letzte ist noch gar nicht so lange her. Bereits im vergangenen Jahr schob sich die Erde zwischen Mond und Sonne und sorgte für ein eindrucksvolles Himmelsschauspiel. Damals war der sogenannte Blutmond viele Stunden am Himmel zu sehen. Wir standen an jenem 27. Juli 2018 am Fuße der Marienbrücke und hielten den gesamten Verlauf der Finsternis auf einem Foto fest. In dieser einen Aufnahme steckte allerdings ziemlich viel Planung. Vom Fotostandpunkt, über die Zeit und den genauen Verlauf des Mondes am Himmel bis hin zum Wetter, mussten wir sehr viele Faktoren beachten. Am Ende hatten wir alles genau geplant und aufeinander abgestimmt um dieses Foto zu fotografieren. Wie genau das Bild entstanden ist könnt ihr in unserem ausführlichem Fotobericht nachlesen.

Auch die Mondfinsternis am 21. Januar wollen wir gern fotografieren. In erster Linie muss das Wetter mitspielen. Wenn die Vorhersagen gut aussehen, machen wir uns an die Planung des Motivs. Denn wenn es dann soweit ist, müssen alle Einstellungen sitzen und die Kamera vorbereitet sein. Um euch ebenfalls die Möglichkeit zu geben die Mondfinsternis auf einem Foto festzuhalten, möchten wir in diesem Artikel die grundlegenden wichtigen Faktoren zur kommenden Mondfinsternis auflisten und kurz erläutern wie wir unser Wunschbild versuchen umzusetzen.

Anders als zur letzten Mondfinsternis 2018, dessen gesamter Verlauf vergleichsweise sehr lange andauerte und vom Sonnenuntergang bis spät Nachts gegen 1 Uhr andauerte, findest die Mondfinsternis im Januar 2019 spät Nachts statt und wird sich bis kurz vor Sonnenaufgang erstrecken. Vorteil an dieser Mondfinsternis ist die Tatsache, dass sie bis kurz vor Sonnenaufgang geht und damit zur Blaue Stunde endet. Fotografisch ergibt diese Konstellation etwa die selben Lichtverhältnisse wie zur letzten Mondfinsternis 2018. Damals ging der Mond ebenfalls bereits partiell verdunkelt zur blauen Stunde auf und stieg im weiteren Verlauf der totalen Verdunklung in den immer dunkler werdenden Nachthimmel auf. Dieses mal wird es einfach andersrum sein und der Mond geht in den immer heller werdenden Morgenhimmel unter.

Die Mondfinsternis. Ein paar Daten

Um ein passenden Fotostandpunkt zu finden und alle anderen Faktoren möglichst genau planen zu können, haben wir ein paar Daten zur kommenden Mondfinsternis rausgesucht. Für die kommende Mondfinsternis am 21. Januar 2019 sind folgende Zeiten wichtig. Die angegebenen Zeiten für Mondaufgang und Monduntergang sind für den Standort Dresden angegeben. Für alle anderen Standorte in Deutschland sind die Zeiten etwas anders.   

Daten Standort Dresden für den 21.01.2019:

Mondaufgang in Dresden am (20.01.2019) 15:48 Uhr
Sonnenuntergang in Dresden (20.01.2019) 16:34 Uhr
Eintritt in Halbschatten  (39° Höhe, 252° W) 03:36 Uhr
Beginn der Sichtbarkeit (34° Höhe, 259° W) 04:10 Uhr
Eintritt in Kernschatten (30° Höhe, 264° W) 04:34 Uhr
Beginn totale Bedeckung (20° Höhe, 277° W) 05:41 Uhr
Maximale Verdunkelung (15° Höhe, 282° W) 06:12 Uhr
Beginn Astronomische Dämmerung 06:13 Uhr
Ende der totalen Bedeckung (11° Höhe, 288° NW) 06:43 Uhr
Austritt aus Kernschatten (2° Höhe, 300° NW) 07:51 Uhr
Ende der Sichtbarkeit 08:17 Uhr
Monduntergang in Dresden 08:05 Uhr

Wie fotografieren wir die Mondfinsternis?

Zu Beginn der Mondfinsternis um 3:36 Uhr im Zeitraum der Halbschattenfinsternis, steht der Mond mit +39° noch recht weit oben am Himmel. Wir benötigen also mindestens 24mm Weitwinkel um die Mondfinsternis vom Beginn bis zum Ende auf das  Bild zu bekommen. Bei 24mm Weitwinkel erscheint der Mond allerdings nur als kleiner Punkt auf dem Foto. Viel zu klein um irgendetwas von der Verdunklung zu erkennen.

Die Ausrüstung:

Um das Problem der zu geringen Brennweite zu vermeiden, werden wir wahrscheinlich wieder die selbe Vorgehensweise anwenden wie bei der letzten Mondfinsternis im vergangenen Sommer. Damals fotografierten wir mit zwei Kameras. Beide hatten jeweils eine feste Aufgabe zu erledigen. Unsere Olympus OM-D EM-1 mit aufgeschraubten Canon EF 70-200mm 1:2,8L IS II USM fotografierte den Mond im Detail. Durch den Cropfaktor von 2,0 erreichten wir eine Brennweite von 400mm. Aller 5 Minuten machte die Kamera ein Foto vom Mond. Damit dieser auch wirklich scharf ist und wir nicht aller paar Minuten den Bildausschnitt korrigieren mussten, war die Olympus auf einer einfachen Nachführung montiert. Diese glich die Erdrotation aus sodass die Kamera zu jedem Zeitpunkt den Mond fest im Visier behielt.

Die zweite Kamera – eine Canon EOS 5D Mark III – stand nebenan. Mit dieser fotografierten wir über den ganzen Abend hinweg in regelmäßigen Abständen ein und dasselbe Hauptmotiv. Wie oben zu sehen, wählten wir einen schönen Bildausschnitt mit der Dresdner Altstadtsilhouette aus.

Auch bei der kommenden Mondfinsternis müssten wir so wieder eine schöne Bildersammlung mit dem gesamten Verlauf der Finsternis bekommen. Für welche Brennweite wir uns schlussendlich genau entscheiden und wie unser Fotostandpunkt aussieht, müssen wir selbst noch heraus finden und ein gutes Mittelmaß zwischen Brennweite und Bildausschnitt finden. Vermutlich wird die Brennweite für unser Bild aber bei 24mm bis 50mm liegen.

Mondfinsternis Simulation:

Um euch den Verlauf des Mondes am Himmel und die einsetzende Blaue Stunde zu verdeutlichen, haben wir ein kleines GIF erstellt. Zur Verwendung kam die Foto App „PlanIT for Photographer“ fürs iPhone. Das Beispiel zeigt den Verlauf des Mondes bei 24mm Brennweite und der Verwendung einer Vollformat Kamera. Wie man sieht wirkt der Mond bei dieser geringen Brennweite tatsächlich sehr klein.

Die richtigen Einstellungen:

Da wir mit zwei Kameras fotografieren und mit diesen die verschiedene Situationen festhalten möchten, variieren die Einstellungen dementsprechend.

Grundbild Weitwinkel:

Für unsere Canon EOS R, mit der wir das Weitwinkel Ausgangsfoto mit dem gesamten Verlauf des Mondes fotografieren wollen, wählen wir wieder eine Blende von f8.0 und einen ISO-Wert von 100.

Die Belichtungszeit variiert dabei je nach Umgebungslicht und wird sich dementsprechend Richtung nahender blauen Stunde immer weiter verkürzen. Es wird ja heller und somit können wir die Belichtungszeiten immer weiter verkürzen. Um die korrekte Belichtungszeit zu finden, ist die Zeitautomatik (Av) eine gute Option. Bei der Zeitautomatik legst du Blende und ISO-Wert manuell fest und die Kamera stellt die nötige Belichtungszeit automatisch ein. Bei längeren Belichtungszeiten wird der Mond dann aber eine Lichtspur auf dem Foto hinterlassen, weil er sich während der Belichtung stetig über den Himmel bewegt. Für unser geplantes Motiv können wir diesen Aspekt aber vernachlässigen, da wir den kleinen Mond auf unserem Weitwinkel Foto sowieso durch die Monde der Detailaufnahmen überdecken werden.

Detailfotos Mond:

Für die Detailfotos des Mondes ist es wichtig, möglichst kurze Belichtungszeiten zu wählen. Um möglichst viele Details des Mondes zu erkennen, werden wir diesen mit etwa 400mm fotografieren.

Bei so einer hohen Brennweite rast der Mond förmlich durch den Bildausschnitt.  Um diesen nicht ständig korrigieren zu müssen, werden wir unsere Olympus OM-D EM-1 auf einer Nachführung montieren. Ausgerichtet auf den Polarstern – der “Drehachse” unserer Erde, wirkt die Nachführung der Erdrotation quasi entgegen und unsere Kamera behält den Mond ständig im Blick. Mit so einer Nachführung sind auch bei hohen Brennweiten und etwas längeren Belichtungszeiten noch scharfe Fotos des Mondes möglich, ohne das dieser in einer Bewegungsunschärfe verschwimmt. Um gestochen scharfe Mondfotos zu erhalten, werden wir den ISO-Wert auf ca. 200 bis 400 erhöhen und die Blende mit F2.8 maximal öffnen. Mit diesen Einstellungen können wir den Mond selbst zur totalen Verdunklung ausreichend hell und dennoch gestochen scharf fotografieren.  Die Belichtungszeit werden wir wieder je nach Umgebungslicht individuell anpassen. Auch in diesem Fall kannst du aber über die Zeitautomatik deiner Kamera die Wahl der korrekten Belichtungszeit überlassen.

Es ist wichtig, die Dunkelheit des Mondes zur maximalen Bedeckung nicht zu unterschätzen. Er ist wirklich sehr dunkel und es sind schon einige Sekunden an Belichtungszeit nötig um brauchbare Fotos hinzubekommen. Wenn du mit einer Kamera fotografierst, solltest du mit fortschreitender Verdunklung auch ggf. den ISO Wert erhöhen um nicht zu lange belichten zu müssen. Denn durch Bewegung des Mondes am Himmel ist dieser sehr schnell verschwommen.

Die Mondfinsternis richtig Fotografieren:

  1. Verwende unbedingt ein Stativ!
  2. Fokussiere automatisch. Falls das nicht klappt, versuche mit Hilfe des “LiveViews” deiner Kamera manuell zu fokussieren.
  3. Deaktiviere bei der Verwendung eines Stativs den Bildstabilisator.
  4. Erhöhe den ISO Wert etwas, (200-800) um in der dunklen Phase nicht zu lange belichten zu müssen.
  5. Öffne die Blende soweit es geht, um soviel Licht wie möglich einzufangen.
  6. Nutze keine Belichtungsautomatik, sondern belichte manuell. (Ca. 1/30s). Bei Bedarf geht auch Zeitautomatik (Av)
  7. Prüfe hin und wieder deine Fotos und Einstellungen. Es ist genug Zeit zum rum experimentieren.
  8. Wage dich auch an neue Einstellungen und spiele mit deiner Kamera, so lernst du am besten.

Unsere Checkkarte:

Für einen Überblick der möglichen Einstellungen bei der Nachtfotografie, möchten wir dir unseren Nachtfotografie Artikel und unsere Fotografie Checkkarte ans Herz legen. In diesem Artikel erklären wir sehr ausführlich alles was man zum Thema Nachtfotografie wissen muss. Um anschließend gut für die ersten Nachtfotos gewappnet zu sein, bieten wir speziell zum Thema eine Fotografie Checkkarte an. Auf dieser erläutern wir das Zusammenspiel zwischen Blende ISO-Wert und Belichtungszeit, damit zu für deine nächtlichen Fotos der Mondfinsternis gut gewappnet bist.


Fotografie Checkkarte

Preis: 4,95 €

  • Enthält 19% MwSt
  • kostenloser Versand per Briefpost
  • Format: DIN A6, 105 x 148 mm
  • Papier: 400 g/m² Bilderdruckpapier Matt
  • Veredelung: Folienkaschireung Matt
  • Mehr Informationen…

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Mehr Infos zur Mondfinsternis im Januar 2019:

Alle wichtigen Infos, weitere Zeitangaben zu verschiedenen Orten sowie weiterführende Links findest du auf der Seite mofi2019.de

Dreharbeiten am Schloss Moritzburg

Vor einigen Tagen bekamen wir per Facebook Nachricht den Hinweis, dass wir mal zum Schloss Moritzburg fahren sollten. Dort finden vom 11. bis zum 24 Oktober Dreharbeiten statt. Angeblich sollen im und am Schloss Szenen für die Hollywood-Produktion “Drei Engel für Charlie” gefilmt werden. Am vergangenen Freitagabend wurde das Schloss im Zuge der Dreharbeiten kunstvoll illuminiert und die Umgebung in helles Flutlicht getaucht. Um uns die Szenerie mal genauer anzuschauen, fuhren wir an diesem Abend spontan nach Moritzburg. Im Gepäck hatten wir natürlich unsere Kamera und das Stativ dabei.

Schon bei der Anfahrt erkannten wir, dass das Schloss tatsächlich bunt angestrahlt wurde. Der mittels eines großen Krans weit über den Schlossteich schwebende Flutlichtscheinwerfer strahlte alles in einem kaltweißem Licht an, vergleichsweise wie in einem Fußballstation. Wir parkten also das Auto und spazierten los.

Um uns einen Überblick zu verschaffen, ging es erstmal zum Flutlichtscheinwerfer. Dieser stand am östlichen Ufer der Schlossteiches. Ein weiterer kleinerer Scheinwerfer strahlte vom nördlichen Ufer auf das Schloss. Der Wasserpegel im Teich war sehr flach sodass wir einige Meter hineingehen konnten. Dort schossen wir unser erstes Foto, danach ging es zu Fuß einmal um den halben Teich herum bis zum östlichen Ufer.

Der nun gegenüberstehende Flutlichtscheinwerfer und die aufziehenden Nebelschwaden zauberten ein eindrucksvolles Bild. Wir suchten uns noch einen schönen Vordergrund und fotografierten das unten zu sehende Foto. Nebenbei schauten wir den Dreharbeiten vor dem Schloss zu und schnappten sogar den einen oder anderen “Action” Ruf des Regisseurs auf. 

Die Stimmung an diesem Abend war wirklich eindrucksvoll und so vermutlich einmalig. Denn einen hellen Scheinwerfer, der aufziehende Nebel sowie die Beleuchtung am Schloss gab es noch nie. Wir sind daher über den Hinweis sehr dankbar und froh, das Ganze auf Fotos gebannt zu haben. Auch wenn die Sperrung des Schlosses für nichtsahnende Touristen sehr ärgerlich ist.

An diesem Abend haben wir zum ersten mal mit unserer neuen Canon EOS R bei schwierigen Lichtbedingungen fotografiert. Als Objektiv nutzten wir das Canon EF 24-70mm f/2.8L II USM.

Um die Kamera und den oft gelobten schnellen und auch bei großer Dunkelheit noch scharfstellenden Autofokus zu testen, spielten wir mit der Kamera etwas herum. Und tatsächlich, der Autofokus stellte bei jeder Aufnahme schnell und zuverlässig scharf. Auch die Qualität der Bilder hat uns begeistert. Die EOS R liefert auch bei diesen schwierigen Lichtbedingungen super Ergebnisse ab.

Warum haben wir uns die neue Canon EOS R gekauft?

Einige haben es vielleicht schon durch unsere Instagram Story mitbekommen. Unsere Canon EOS 5D Mark III wurde durch die neue EOS R abgelöst. Wir haben das neue Familienmitglied am vergangenen Dienstag  bei Foto Wolf Dresden abgeholt und waren damit eine der ersten die die neue EOS R ihr Eigen nennen duften. Nun ist es endlich mal Zeit, komplett in den Markt der spiegellosen Systemkameras einzusteigen.

Das Thema ist nicht neu für uns, denn als “immer dabei” Kamera nutzen wir schon seit einigen Jahren eine Olympus OM-D EM-1. Aber mit dem Kauf der EOS R verabschieden wir uns nun komplett von der 5D Mark III und somit von den Spiegelreflexkameras. Sie war ein treuer Begleiter in den letzten Jahren und hat uns nie im Stich gelassen. Viele schöne und eindrucksvolle Momente konnten wir in den letzten fast 7 Jahren mit dieser Kamera festhalten. Aber keine Sorge, sie wird weiter Fotos in Dresden machen.

Doch warum haben wir uns für Canons erste Vollformat Systemkamera entschieden? In diesem Beitrag möchten wir euch sehr ausführlich unsere ersten Eindrücke und die Beweggründe zum Wechsel schildern. Es handelt sich hierbei nicht um einen Test oder eine Empfehlung. Vielmehr möchten wir euch unsere Gedanken und persönlichen Beweggründe zur neuen EOS R erläutern. Ihr könnt dann selber entscheiden ob die Kamera für euch geeignet ist oder nicht.

Warum der Wechsel?

Unsere 5D Mark III macht tolle Fotos, keine Frage. Doch einige technische Details haben uns in den letzten Monaten dann doch gestört. Denn mit ihrem Alter von knapp 7 Jahren sind Dinge wie ein schwenkbares Display, das Verbinden der Kamera mittels Bluetooth oder WLAN, die Bedienung über eine App oder der vergleichsweise langsame Autofokus immer wieder störend aufgefallen. All diese Funktionen benötigt man für gute Fotos nicht.

Im Grunde war die 5D Mark III gerade durch das fehlen von all dem Schnick und Schnack so interessant. Man war irgend wie noch mit ganzem Einsatz dabei, verrenkte sich akrobatisch auf dem Boden liegend um einen guten Blick auf das starre Display zu bekommen oder stöpselte vor Beginn der Aufnahme erst einmal Kabelauslöser und andere Dinge an die Kamera um mit der heutigen Technik mitzuhalten. Das Fotografieren konnte man noch Handwerk nennen dass man mit vollem Körpereinsatz versuchte in die Perfektion zu treiben.

Aber irgendwie fehlte einem dann doch die Moderne Technik. Ein schwenkbares Display, welches man nach belieben drehen und wenden kann, das wärs. Dann kann man auch mal bequem auf der Wiese sitzen und von oben auf das ausgerichtete Display schauen. Oder beim Einsatz des 7 Meter hohen Hochstativs auf das lange Verbindungskabel und den Laptop verzichten und die Kamera einfach per Smartphone auslösen, dass wäre Nice. Ganz zu schweigen von dem Luxus, selbst bei fast absoluter Dunkelheit noch den Autofokus nutzen zu können. Und ein paar Megapixel mehr auf dem Sensor würden den Bildern teilweise auch wirklich gut tun. Denn beim zuschneiden einiger Motive sind 22,3 Megapixel ab und zu schon zu wenig.

Immer wieder erwischten wir uns dabei, wie wir neidisch auf die Fotografen neben uns blickten, die genau diese Funktionen in ihren Kameras hatten. Trotzdem waren wir froh, unsere 5D quasi blind bedienen zu können und genau zu wissen, wie die Kamera bei welchen Lichtbedingungen reagiert. Ein Tastendruck da, dort ein paar mal drehen, Scharfstellen, fertig. Die Bedienung der EOS schaffen wir vermutlich auch im Schlaf und dass sollte am besten auch bei einer neuen Kamera so bleiben. Gerade wenn es besonders schnell gehen muss, ist es sehr von Vorteil, wenn man genau weiß wo und wie man die Kamera einstellen muss.

Eine neue Spiegelreflexkamera kam für uns nie in Frage. Die Zukunft gehört ganz klar den spiegellosen Kameras. Wenn, dann musste es eine Vollformat Systemkamera sein. Aber ein Wechsel zu einem anderen Hersteller wollten wir wenn möglich vermeiden. Wir sind einfach mit Canon groß geworden und haben unser gesamtes Equipment darauf ausgerichtet. Auch die Canon Objektive sind einfach gigantisch gut und suchen oft deren gleichen. Das alles über den Haufen zu werfen, sich an neue Bedienkonzepte zu gewöhnen und das blinde Verstehen der Kamera neu zu erlernen, war uns dann zu viel des Guten worauf wir auch keine richtige Lust hatten.

Doch Canon schaffte es leider in den vergangenen Jahren nicht, eine spiegellose Kamera mit Vollformat Sensor auf dem Markt zu bringen. Foto Tour für Foto Tour zogen wir also fleißig mit unserer 5D los und machten unsere Aufnahmen. Ohne WLAN oder Bluetooth, ohne Klappdisplay und ohne App. Und es war trotzdem toll und hat riesen Spaß gemacht! Dann kam die EOS R!

Technische Details der Canon EOS R

Als wir die ersten Meldungen über die Canon EOS R lasen war uns sofort klar, das wird unsere neue Kamera. Alle Dinge die wir vermisst haben, waren nun vorhanden. Trotzdem war es noch eine Canon mit nahezu identischem Bedienkonzept und ohne den wirklich oft nervenden technischen Schnickschnack, den irgendwie keiner so richtig braucht. Die wichtigsten Dinge waren aber alle an Bord.

Um uns also etwas vertrauter mit der Kamera zu machen, durchstöberten wir schon viele Wochen vor dem eigentlichen Release der EOS R das Internet und lasen Foren Beiträge oder andere Fotoseiten, um uns einen Überblick der wahrscheinlich kommenden Eigenschaften der EOS R zu verschaffen. Der Nachteil an solchen Beiträgen war aber der, dass wir nie genau wussten was nun wahr sein wird und was nicht. Es wurde sehr viel spekuliert und was wirklich handfestes las man selten.

Anfang September wurde die EOS R dann aber offiziell von Canon vorgestellt. Man konnte das komplette Datenblatt einsehen und diverse Fotografen nahmen dieses auch sehr genau unter die Lupe. Nachdem wir ein paar dieser ersten Eindrücke gelesen hatten, standen wir der neuen EOS R eher skeptisch gegenüber. Von vielen Fotografen wurde die neue EOS R förmlich in der Luft zerrissen und stand gar nicht gut da. Es wurde berichtet dass die erste spiegellose Vollformat Kamera von Canon nicht dem aktuellen Stand der Zeit entspricht und sie in vielen Dingen unnötig beschnitten sei. Andere Hersteller wie Sony können das alles viel besser und bieten schon seit Jahren deutlich bessere Kameras an. Nichtsdestotrotz wollten wir uns ein eigenes Bild machen und luden uns das gesamte Datenblatt als PDF runter. Dort waren sämtliche Technische Daten aufgelistet und man konnte sich einen guten Überblick verschaffen was die Kamera kann und was eigentlich nicht.

Wir schauten uns viele Videos bei YouTube an in denen verschiedenste Profis das Canon Datenblatt erläuterten und auf die einzelnen Punkte eingingen. Immer wieder wurden diverse Kritikpunkte genannt aber auch viele positive Sachen erwähnt. Als erstes möchten wir daher auf die oft erwähnten Kritikpunkte der EOS R eingehen.

Kein stabilisierter Sensor:

Als negativer Punkt wurde immer wieder der fehlende 5-Achsen Stabilisator für den Sensor erwähnt. Der Sensor der EOS R ist nicht stabilisiert sondern starr im Gehäuse verbaut. Die Bildstabilisierung findet bei Bedarf nur in den stabilisierten Objektiven statt. Das war tatsächlich ein Nachteil, denn so ein stabilisierter Sensor ist schon was Feines. Unsere zweite Kamera ist eine Olympus OM-D EM-1 . Diese besitzt bereits seit einigen Jahren einen 5-Achsen Bildstabilisator direkt am Sensor und dieser funktioniert wirklich einwandfrei. Selbst bei sehr dunkler Umgebung oder der Verwendung unseres Hochstativs, stabilisiert die Olympus anfallende Bewegungen oder selbst das leichte schwanken des Stativs sehr gut. Solch einen Bildstabilisator auch in der neuen EOS R zu haben wäre also echt schön.

Doch warum besitzt die neue Canon keinen stabilisierten Sensor? Nachdem wir etwas recherchierten, lasen wir immer wieder dass es auch heutzutage bei stabilisierten Bildsensoren erhebliche Nachteile geben kann. Und diese Nachteile kann Canon noch nicht so weit ausgleichen oder beheben, als dass sie mit dem Ergebnis zufrieden sein würden. Die Qualitätsansprüche an einen stabilisierten Sensor sind von Canon also so hoch gesetzt, dass sie diesen Ansprüchen jetzt noch nicht gerecht werden würden. Das ist vielleicht nicht die Antwort die sich viele erhofft haben und für viele eine Ausrede, wir können diese Antwort aber etwas nachvollziehen. Ein stabilisierter Sensor wäre zwar toll, ist für uns aber nicht zwingend notwendig gewesen.

Bei 95% aller Fototouren fotografieren wir mit Stativ. Bei der Verwendung eines Stativs empfehlen wir in unseren Fotoschule Artikeln immer wieder den Bildstabilisator zu deaktivieren. Oft versucht der Stabilisator bei der Verwendung eines Statives nämlich Bewegungen auszugleichen, wo gar keine sind. Um also die Gefahr unscharfer Fotos zu minimieren, wird der Bildstabilisator bei uns meisten sowieso deaktiviert.

Beim anfertigen von Belichtungsreihen besteht weiterhin die Gefahr, dass jedes einzelne Bild der Belichtungsreihe anders vom Sensor stabilisiert wird. Die einzelnen Aufnahmen passen somit nicht mehr 100% übereinander. Außerdem fotografierten wir die letzten Jahre mit unserer EOS 5D Mark III auch ohne stabilisierten Sensor und hatten keinerlei Probleme damit. Ob die EOS R also einen stabilisierten Sensor hat oder nicht, war für uns nicht kaufentscheidend.

Es sei aber zu erwähnen, dass es sich hierbei um unsere Meinung handelt und keinesfalls auf alle Fotografen zutrifft. Für einen Hochzeitsfotografen der viel aus der freien Hand fotografiert, ist ein stabilisierter Sensor ganz sicher kaufentscheidend.

Nur ein Kartenslot:

Nahezu genauso oft lasen wir den Kritikpunkt des fehlenden Speicherkarten Steckplatzes. Die EOS R besitzt nur noch einen Steckplatz für SD-Karten. In vielen Berichten bekamen wir den Eindruck, dass ein zusätzlicher Steckplatz das Nonplusultra und überhaupt wichtigste Kriterium einer Kamera ist. Viele entschieden sich gegen den Kauf der neuen EOS R weil diese nur einen Speicherkarten Steckplatz besitzt. Realy?

Mit nur einer Speicherkarte ist es nicht mehr möglich direkt in der Kamera ein Backup der Fotos anfertigen zu lassen und somit immer eine Sicherung der gemachten Fotos zu haben. Für Berufsfotografen oder Hochzeitsfotografen die schon mal schlechte Erfahrungen mit einem Datenverlust gemacht haben vielleicht nachvollziehbar, für uns aber eher irrelevant. Wir hatten in unserer EOS 5D Mark III zwar zwei Speicherkartensteckplätze, in denen auch jeweils eine eigene Speicherkarte steckte, gebraucht haben wir diese aber tatsächlich nie. Es gab in den vielen Jahren in der wir mit der EOS 5D Mark III Fotos machten tatsächlich nicht ein einziges Mal den Fall, dass wir ein Backup benötigten oder sich mal eine Karte verabschiedet hätte oder es zu Datenverlust kam. Selbst bei über -12°C in der eisigen Elbe, bei Starkregen ohne Regenschutz oder im Hochsommer unter einem heißen Gasbrenner im Heißluftballon. Immer wurden die Fotos zuverlässig abgespeichert und anschließend auch wieder gelesen. Die Speicherkarten sind heutzutage so zuverlässig, dass man diese Gefahr eigentlich wirklich vernachlässigen kann. Oder kennst du jemanden dem dass schon einmal passiert ist?

Die EOS R bietet hier aber trotzdem eine gute Lösung. Es ist möglich alle gemachten Fotos in Echtzeit über eine WLAN oder Bluetooth Datenverbindung auf einem Smartphone, Tablet, oder Laptop zu sichern. Das ganze kann sogar automatisch im Hintergrund geschehen, auch wenn die Kamera eigentlich ausgeschaltet ist. Die Datenverbindung bleibt bestehen und sichert alle Daten auf einem externen Datenträger. Man kann die EOS R also so einstellen dass sie alle gemachten Fotos automatisch auf einen Rechner oder ein mobiles Smartphon oder Tablet überträgt und so ein tatsächliches Backup gemacht wird, welches unabhängig von der Kamera funktioniert. Wie realistisch und alltagstauglich das Ganze ist, hängt wohl vom Datenvolumen der gemachten Fotos ab. Trotzdem ist es eine elegante und wirklich sichere Lösung. Denn was nützt einem ein Backup auf einer zweiten Speicherkarte, wenn die gesamte Kamera ins Wasser fällt oder einen anderen Totalschaden erfährt?

Da wir in unserer gesamten Fotografenlaufbahn noch kein einziges Mal Probleme mit Speicherkarten hatten, war dieser Kritikpunkt für uns also auch gut vernachlässigbar. Zwei Kartenslots wären gut gewesen, einer reicht aber vollkommen aus.

Crop-Faktor beim filmen in 4K:

Mit dem filmen von Videos kennen wir uns quasi gar nicht aus, aber auch mit der EOS R kann man wie mit vielen anderen Kameras auch in 4K-Auflösung filmen. Anders als bei einigen anderen Herstellern wie zum Beispiel Sony, nutzt die Canon EOS R dafür aber nicht den gesamten Vollformat Bildsensor, um das Video anschließend in 4K Größe zu komprimieren. Sondern nur einen Teil des Bildsensors, welcher exakt der 4K Auflösung entspricht. Der 4K Bildausschnitt wird also auf dem Sensor gecropt.

Da nur ein kleiner Teil der tatsächlichen Größe des Sensors genutzt wird erscheint das Bild etwa 1,7 mal größer. Für viele Filmer ist das wirklich ein Problem, da verwendete Brennweiten nicht mehr der tatsächlichen Brennweite entsprechen. Ein 24mm Objektiv bildet also beim Fotografieren 24mm Brennweite ab, was beim Filmen aber plötzlich etwa 40mm Brennweite entspricht. Das cropen des Sensors soll auch noch weitere Nachteile aber auch Vorteile mit sich bringen auf die wir aber leider nicht weiter eingehen können, da wir zu wenig Ahnung davon haben und nichts falsches schreiben wollen. Wir nutzen unsere Kamera ausschließlich zum Fotografieren und können zum filmen nicht viel sagen. Das ist auch der Grund warum uns die Kritiken zu den Videoeigenschaften völlig kalt lassen.

Als Grund für das cropen von 4K Videos lasen wir oft die Erklärung von Canon, dass andere Hersteller oft Probleme mit überhitzten Sensoren hatten und die Langlebigkeit und Robustheit der Sensoren sehr darunter leiden kann. Die Abbildungsqualität wird dadurch geschwächt und die Langlebigkeit der Sensoren könne so nicht mehr sichergestellt werden. Canon nutzt daher nicht den gesamten Sensor zum filmen hochauflösender 4K Videos, weil die Gefahr besteht dass der Sensor unnötig stark belastet wird und ein defekt droht oder die Qualität der Bildeigenschaften auf lange Sicht nicht mehr sicher gestellt werden können.

Für Filmer ist dieser Kritikpunkt wirklich ausschlaggebend. Für uns ist er aber auch wieder komplett vernachlässigbar, da wir zum Beispiel unsere EOS 5D Mark III kein einziges mal zum filmen von Videos eingesetzt haben.

Weniger Serienbilder:

Neben den drei größten Kritikpunkten gab es noch ein paar kleinere. Es wurde teilweise kritisiert das die Serienbildgeschwindigkeit mit 8 Bildern pro Sekunde, langsamer ist als bei vergleichbaren Kameras anderer Hersteller. Wenn wir mal die Serienbildfunktion benutzen, kommt bei uns lediglich die langsame Serienbildfunktion zum Einsatz. Diese nutzen wir bei Bedarf ausschließlich im Heißluftballon. Dort haben wir uns angewöhnt von jedem möglichen Motiv während des Ballonfahrens, mit Hilfe der langsamen Serienbildfunktion mehrere Fotos einer Perspektive zu machen. 8 Bilder pro Sekunde sind für uns hierbei völlig ausreichend und werden von der EOS R auch locker geliefert.

Aber auch hier gibt es Fotografen, denen das sicherlich zu wenig Bilder sind. Ein Sportfotograf benötigt zum Beispiel oft deutlich mehr Fotos pro Sekunde um bestimmte Ereignisse festzuhalten. Für uns ist die Serienbildfunktion aber völlig ausreichend.

Das RF-Bajonett:

Weiterhin lasen wir manchmal Kritik über das neue RF Bajonett und warum Canon nicht einfach das alte EF Bajonett behalten hat. Beschäftigt man sich etwas mit den Eigenschaften und der Bauart von Spiegelreflexkameras und spiegellosen Kameras, so kommt man schnell zu dem Entschluss dass Canon hier gar nichts anderes übrig geblieben ist als ein neues Bajonett einzuführen. Das Abstandsmaß zum Bildsensor ist bei Spiegelreflexkameras weitaus größer als bei spiegellosen Kameras. Das hat einfach damit zutun dass die Strecke die der Spiegelkasten und die ganze Mechanik dahinter benötigt, irgendwie überbrückt werden muss. Um den Spiegelkasten und die Mechanik einer Spiegelreflexkamera im Gehäuse unterzubringen, muss der Bildsensor weiter entfernt vom Bajonett sein.

Bei der EOS R entfällt die gesamte Mechanik des Spiegelkastens. Es war also viel freier Raum entstanden. Warum sollte Canon diesen Raum also verschenken anstatt zu reduzieren, um damit gleichzeitig viel bessere optische Eigenschaften für Objektive zu ermöglichen, die vorher nicht denkbar waren? Um dennoch alle gängigen EF-Objektive weiter nutzen zu können, hat Canon sehr hochwertige und speziell für die EOS R konstruierte Adapter im Angebot. Mit diesen Adaptern wird das Abstandsmaß vom Bildsensor zum Bajonett exakt auf das Maß von Spiegelreflexkameras gebracht und somit ermöglicht alle EF-Objektive komplett verlustfrei und in vollem Funktionsumfang an der EOS R weiter zu betreiben. Wir konnten also alle unsere Canon Objektive behalten. Ein klarer Kaufgrund.

Die EOS R bietet noch viele weitere Details die sie zu unserer alten EOS 5D Mark III unterscheiden. Ob man diese als Nachteil oder Vorteil auslegt, bleibt jedem selbst überlassen. In den nächsten Abschnitten wollen wir auf Eigenschaften eingehen, die für uns persönlich Vorteilhaft sind und auch zum Kauf der EOS R beigetragen haben. Bei einigen Punkten gibt es unserer Meinung nach aber noch Verbesserungspotential.

Der fehlende Spiegelkasten:

Einer der wichtigsten Punkte warum wir uns für die EOS R entschieden haben, ist die Tatsache das es sich um eine spiegellose Kamera mit Vollformat Sensor der Marke Canon handelt. Klar bieten Hersteller wie Sony schon seit einigen Jahren solche Kameras an, jedoch spielte es für uns nie eine Rolle zu Sony zu wechseln. Die Nachteile was die Objektivauswahl, die Benutzerfreundlichkeit und der komplette Systemwechsel angeht waren einfach viel zu groß. Wir nahmen uns also schon vor ein paar Monaten vor, einfach so lange zu warten bis Canon seine erste spiegellose Systemkamera auf den Markt bringt.

Eine Systemkamera ist einfach zeitgemäßer als eine Spiegelreflexkamera. Für uns bietet eine spiegellose Kamera noch einen weiteren Vorteil dem andere vielleicht gar keine Aufmerksamkeit schenken. Durch den nicht vorhandenen Spiegel, welcher bei jedem Foto hoch und wieder runter klappt, werden unnötige Vibrationen vermieden. Bei unserer EOS 5D Mark III aktivierten wir des Öfteren die Spiegelvorauslösung, um bei Langzeitbelichtungen oder dem Fotografieren mit höheren Brennweiten selbst die kleinsten Verwacklungen auszuschließen. Durch das hochklappen des Spiegels kann es nämlich passieren, dass selbst diese kleinen Vibrationen für Verwackelungen im Bild sorgen. Dieses Problem von Anfang an zu vermeiden, indem einfach gar kein Spiegel mehr vorhanden ist war für uns sehr von Vorteil.

Geräuschlose Aufnahme:

Durch den fehlenden Spiegel ist es mit der EOS R auch möglich, komplett lautlos zu fotografieren. Während man bei einer Spiegelreflexkamera im leisen LV Modus immer noch ein störendes Klacken gehört hat, schafft es die EOS R tatsächlich komplett lautlos zu fotografieren. So lautlos, dass zur Bestätigung eines gemachten Fotos ein weißer Rand um das Sucherbild aufblitzen muss, damit man weiß ob ein Foto gemacht wurde.

Zur Zeit ist die lautlose Aufnahme nur im Single Shot Modus möglich. Canon teilte aber schon mit dass diese nach dem ersten Firmware Update auch im Serienbildmodus verfügbar sein wird. Für uns spielt das leise Auslösen der Kamera keine große Rolle. Im freien stört dieses Klacken sowieso keinen und irgend wie klingt es auch beruhigend.

Die Gute Ergonomie:

Wie man es von Canon kennt, liegt die neue EOS R sehr gut in der Hand. Sie wirkt in allen Bereichen sehr hochwertig. Der Griff ist vergleichbar mit dem der Spiegelreflexkameras. Er ist schön tief und sorgt auch bei der Verwendung von großen Objektiven für sicheren Halt. Als wir uns die EOS R bestellt haben, bestellten wir uns gleich den Batteriegriff mit dazu. Da wir an unserer EOS 5D Mark III auch schon einen Batteriegriff montiert hatten, gehörte er auch bei der EOS R für uns einfach mit dazu. Mit angebautem Batteriegriff ist die EOS R nur wenige Zentimeter kleiner als die EOS 5D Mark III mit montiertem Batteriegriff. Die Größe spielte aber für uns eine Nebenrolle. Wir nutzen unsere Kamera immer nur bei geplanten Fototouren bei denen sie bis zum Einsatz sicher im Fotorucksack verstaut ist. Dabei legen wir mehr Wert auf einen sicheren ergonomischen Griff und das man etwas robustes in der Hand hat, als auf ein kleines und leichtes Gehäuse bei dem man die ganze Zeit Angst hat das einem die Kamera gleich aus der Hand flutscht. Die EOS R ist dazu vollständig gegen Staub und Spritzwasser geschützt und sollte damit auch unsere regnerischen Gewitter Fototouren heil überstehen.

Der Batteriegriff und Akkulaufzeit:

Mit dem Batteriegriff den wir uns gleich zu unserer EOS R mit bestellt haben, ist es möglich auch unsere alten Akku LP-E6 Akkus der EOS 5D Mark III weiter zu verwenden, da diese voll kompatibel sind. Aber auch ohne Batteriegriff passen die alten Akkus in die EOS R. Durch zwei installierte Akkus verdoppelt man die Akkulaufzeit und auch längere Fototouren über mehrere Stunden sollten kein Problem darstellen. Die Akkulaufzeit entspricht trotzdem nicht ganz der unserer alten EOS 5D Mark III.

Durch das permanent laufende Display und den digitalen Sucher, entladen sich die Akkus schneller als bei den „alten“ Spiegelreflexkameras. Verwendet man keine leistungsstärkeren Akkus ist das womöglich ein Fakt mit dem man einfach leben muss. Die Kamera schaltet sich zwar nach ein paar Minuten in den Energiesparmodus. Wenn man aber immer mal ein Foto macht oder eine Taste drückt, bleibt sie logischerweise die gesamte Zeit eingeschaltet. In dieser Zeit leuchtet auch das Display bzw. der digitale Sucher. Das alles kostet verständlicherweise mehr Energie sodass wir die Akkus schon spürbar zeitiger wieder aufladen müssen.

Etwas einfacher macht es die Funktion, die Akkus direkt in der Kamera laden zu können. Mit dem im Lieferumfang des Batteriegriffs beiliegenden USB-C Netzteiles, ist es möglich die Kamera direkt an den Strom anzuschließen und den Batteriegriff als Ladegerät zu nutzen, um die Akkus direkt in der Kamera aufzuladen. Das funktioniert zügig und zuverlässig. Warum beim Aufladen der Akkus mit der Kamera aber kein Netzteilbetrieb möglich ist, bleibt für uns schleierhaft. Die EOS R lädt nur auf wenn sie ausgeschaltet ist. Ein Laden mittels 3A Powerbank während des laufenden Betriebs ist somit leider nicht möglich.

Optischer Sucher oder Digitaler Sucher:

Mit dem wegfallenden Spiegelkasten gehört auch der optische Sucher der Vergangenheit an. Uns persönlich ist es beim fotografieren eigentlich egal ob wir durch einen optischen Sucher blicken oder durch einen digitalen. Es darf nur nicht direkt deutlich werden, dass es sich um ein Display und keinen optischen Sucher handelt. Der Sucher der EOS R ist so hochauflösend, dass die einzelnen Pixel mit dem Auge nicht wahrnehmbar sind.

Der digitale Sucher bietet uns aber sogar Vorteile gegenüber einem Optischen Sucher. Da wir oft Nachts oder in den späten Abend- oder den frühen Morgenstunden fotografieren, herrschen meistens schwierige Lichtverhältnisse. Beim Blick durch den Optischen Sucher sahen wir also meistens nichts oder nur sehr wenig. Aus diesem Grund kam dabei oft der Live View Modus über das Kamera Display zum Einsatz.

Ein weiterer großer Nachteil eines optischen Suchers spielte für uns auch eine Sicherheitsrelevante Rolle. Blickt man beim Fotografieren des Sonnenauf- oder Sonnenuntergangs mit hohen Brennweiten durch den Optischen Sucher, kann dies schnell gefährlich werden. Das Sonnenlicht trifft dabei ungehindert durch das Objektiv auf den Spiegel und wird 1:1 in den Sucher übertragen. Man blickt also wie durch ein Fernglas direkt in die Sonne. Passt man dann nicht auf, kann dies schnell sehr schädlich für die Augen sein und für ernsthaften Verletzungen sorgen. Der mit 3.69 Mio. Bildpunkten extrem hochauflösende elektronische OLED Farb-Sucher der EOS R ist wirklich gestochen scharf. Man erkennt keinen Unterschied zu einem optischen Sucher. Wie auf dem Kameradisplay auch kann man sich alle Bildeinstellungen direkt im Sucher anzeigen lassen. Blende, Belichtungszeit und ISO Wert werden außerdem simuliert und man sieht schon durch den Sucher wie das fertige Bild aussehen wird. Ein lästiges abblenden ist darum nicht mehr erforderlich. Zum Abblenden ist das separate belegen einer Taste nötig. Das automatische abblenden handhabt jeder Hersteller anders. Um die zuverlässige Funktion des Autofokus zu gewährleisten, blendet die Eos R nicht automatisch ab.  Das Fotografieren mit dem digitalen Sucher der EOS R macht also sehr viel Spaß und man hat sich schnell daran gewöhnt. Den optischen Sucher unserer EOS 5D Mark III vermissen wir daher nicht.

Das fehlende Moduswahlrad und der neue Fv Modus:

Anfangs standen wir dem fehlenden Moduswahlrad eher skeptisch gegenüber. Mal schnell den Modus zwischen M, P, Av oder Tv zu wechseln, indem man am Moduswahlrad dreht, war ein bekannter Handgriff und ging wirklich zügig. Bei der EOS R fällt dieses Moduswahlrad nun weg. Stattdessen hat man eine „Mode“ Taste die man drücken muss um dann anschließend am Einstellrad oder dem Touchscreen Display den gewünschten Modus zu wählen. Dieser Vorgang braucht wahrscheinlich etwas Gewöhnung und läuft nicht ganz so schnell von der Hand wie das einfache drehen am Moduswahlrad. Wir haben aber schnell gemerkt warum Canon dieses Moduswahlrad vermutlich abgeschafft hat.

Der Grund wird der neue Fv Modus sein. Schaut man sich diesen Modus etwas genauer an, merkt man schnell dass ein Moduswahlrad im herkömmlichen Sinne eigentlich überflüssig ist. Der neue Fv Modus vereint quasi alle Funktionen in einem einzigen Modus. Kommt man mit diesem Modus klar, ist ein Wechsel zwischen den bekannten Modis M, Av, Tv oder P gar nicht mehr nötig. Im Modus Fv bedient man nämlich sämtliche Einstellungen für Iso, Blende und Verschlusszeit mit den beiden Einstellrädern.

Mit dem Einstellrad welches sonst für das verstellen der Blende zuständig ist, kann man zwischen Iso-Wert, Verschlusszeit und Blende wechseln. Mit dem Einstellrad mit dem man sonst die Verschlusszeit regelt, kann man nun die Werte anpassen. Dabei ist es möglich alle Werte individuell zwischen einer Manuellen Vorgabe oder dem automatisch von der Kamera eingestellten Wert festzulegen. Man kann also mit einer Hand und dem drehen an nur zwei Rädern sämtliche Einstellungen für insgesamt 4 Modis festlegen. Es ist möglich Iso-Wert, Blende und Verschlusszeit auf „AUTO“ zu stellen, was quasi einer Vollautomatik entspricht. Den ISO Wert kann man aber auch manuell auf z.B. 100 festlegen und nur Verschlusszeit und Blende automatisch wählen lassen. Es ist aber auch möglich nur die Blende manuell festzulegen und die dazu passende Verschlusszeit automatisch festlegen zu lassen, was dem Modus Av entspricht. Andersrum kann man ebenso die Verschlusszeit manuell festlegen, während die Blende auf „AUTO“ eingestellt ist, was dem Modus Tv entspricht. Es ist somit möglich durch einfaches hin und her drehen und kombinieren beider Einstellungsräder alle nötigen Einstellungen schnell und zuverlässig kreuz und quer zu kombinieren. Hat man alles manuell eingestellt und benötigt schnell die passenden automatischen Werte, lassen sich diese mit nur einem Tastendruck entweder vollständig auf „AUTO“ zurück setzen oder nur einzeln für Blende, Verschlusszeit oder ISO Wert. Der neue Modus macht das Moduswahlrad für uns tatsächlich überflüssig. Hat man sich etwas rein gefuchst und dran gewöhnt, stellt man sich die Frage warum noch kein anderer Hersteller vorher auf diesen genialen Modus gekommen ist.

Das Klappdisplay mit Touch Screen:

Ein weiterer Vorteil der EOS R ist für uns das Klappdisplay. Bei vielen Kameras gehört dieses mittlerweile zur Standard Ausstattung. Genau wie WLAN oder Bluetooth, ist es für uns aber eine Neuheit denn unsere EOS 5D Mark III besaß weder Bluetooth, WLAN oder ein Klappdisplay mit Touchscreen.

Das Display der EOS R lässt sich in alle Richtungen klappen und drehen. Es ist also möglich es einfach wie ein normales Display ans Gehäuse der Kamera zu klappen oder in alle möglichen Richtungen nach vorn, oben oder unten zu drehen. Das Display besteht aus gehärtetem Glas und besitzt ein kapazitives Touchscreen wie man es auch von Smartphone Displays kennt. Die Auflösung des LCD Displays ist mit 2.1 Millionen Bildpunkten sehr gut und lässt für uns keine Wünsche offen.

Mit dem Touchscreen kann man sämtliche Einstellungen festlegen oder die gemachten Bilder durchwischen und stufenlos heranzoomen und umher schieben. Gut finden wir das man sich aussuchen kann ob man die gesamte Kamera über die normalen Tasten bedient oder eben vollständig über das Touchscreen steuert. Beides ist problemlos möglich und lässt sich auch prima kombinieren. Wir sind ganz auf den Geschmack des Touchscreens gekommen. Es macht einfach Spaß das geplante Motiv auf dem Display zu sehen und dort mittels tippen und wischen ganz auf seine Bedürfnisse anzupassen. Man kommt sich ein bisschen wie ein Maler vor der sein Bild malerisch gestaltet bevor er es dann auf den Bildsensor bannt.

Durch das tippen auf das „Q“ Touchfeld blendet man sämtliche einstellbare Eigenschaften für sein Bild ein und kann diese mittels Schieberegler in Echtzeit anpassen und bekommt gleich das Ergebnis simuliert. Ist man eher ein Freund der herkömmlichen Tasten, lassen sich sämtliche Einstellungen aber auch in alter Manier über die bekannten Tastenfelder und Einstellungsoberflächen auf dem Display steuern. Auch das Auslösen oder fokussieren der Kamera ist entweder über das Touch Display oder über den herkömmlichen Auslöser möglich.

Die frei belegbare Touchbar:

Die frei belegbare Touchbar klang anfangs sehr interessant, stellte für uns schlussendlich aber eher eine kleine Spielerei dar. Es ist möglich eine beliebige Option auf diese Touchbar zu legen, wir entschieden uns für den Weißabgleich. Somit ist es uns möglich mittels Links und Rechts wischen über die Bar die Temperatur des Weißabgleiches Stufenlos anzupassen und somit individuell auf jedes Bild abzustimmen.

Es ist aber auch möglich die Touchbar mit dem ISO-Wert, der Verschlusszeit, Blende oder allen anderen Einstellmöglichkeiten zu belegen. Am Anfang war die Touchbar ein nettes Gimmick, schlussendlich ist es aber nur eine Spielerei auf die wir auch gut und gern verzichten können. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass die Touchbar bei uns bereits nach wenigen Tagen ihren Dienst quittierte. Vom einem auf den anderen Tag funktionierte sie nicht mehr. Sie ließ sich nicht mehr entsperren und reagierte auf keinerlei Berührung mehr. Für uns ist das nicht weiter schlimm, trotzdem sollte eine so teure und neue Kamera in jedem Fall voll umfänglich funktionieren, weshalb wir die Touchbar bei Gelegenheit von Canon begutachten und wenn nötig reparieren lassen. Bis jetzt haben wir die Hoffnung, dass es sich lediglich um einen Softwarebug handelt, welcher mit dem ersten Firmware Update behoben wird. Schauen wir mal, was es wirklich ist.

Auf jeden Fall ist es sehr ärgerlich. Aber manchmal hat man halt bei der Technik etwas Pech. FotoWolf Dresden war direkt sehr hilfsbereit und alles geht seinen Gang. Ein dickes Lob daher an das Team von FotoWolf.

Update:

Nachdem uns nun die Antwort von Canon erreicht hat, ist der anfängliche Optimismus leider verflogen. Die Kamera bzw. dessen Touch Bar funktionierte knapp einen Tag nach dem Kauf nicht mehr. Trotzdem will Canon kein Austausch durchführen. Eine neu gekaufte Kamera muss also bereits nach 24 Stunden Nutzung zur Reparatur eingeschickt werden. Selbst das mehrfache nachfragen von FotoWolf hat nichts gebracht. Nicht gut Canon!!! Zum Glück stellt uns FotoWolf eine 5D Mark III in dieser Zeit kostenfrei zur Verfügung.

Update II:

Nachdem wir unsere Kamera zur Reparatur eingesendet haben. Lieferte uns Canon knapp 1,5 Wochen später ein Austauschgerät. Es kam also zu unserer Freude zu keiner Reperartur der Kamera. Vielmehr wurde uns ein Neugerät in einwandfreien Zustand geliefert. Danke Canon!

Der Autofokus:

Der Autofokus der EOS R war schon auf dem Datenblatt sehr spannend. Mittels Erkennung der Phasenverschiebung auf dem Bildsensor durch „Dual Pixel CMOS AF“ ist es bei der EOS R möglich auf 88% der horizontalen und 100% der vertikalen Fläche des Bildsensors, fast den gesamten Bildausschnitt zum Fokussieren zu verwenden. Das entspricht über 5600 herkömmlichen AF Messfeldern!

Zum Vergleich: Unsere EOS 5D Mark III hatte lediglich 61 wählbare AF Messfelder. Außerdem soll der Autofokus extrem schnell und zuverlässig sein und selbst unter schwierigsten Lichtverhältnissen von bis zu -6 EV noch zuverlässig und korrekt arbeiten. Das ist für uns extrem hilfreich, da wir in der Vergangenheit oft Probleme hatten unsere Fotos korrekt zu fokussieren. Oft sind wir unter sehr schwierigen Lichtverhältnissen in der Nacht fotografieren. Dabei war es in der Vergangenheit manchmal notwendig, manuell zu fokussieren. Es war einfach zu dunkel oder zu wenig Kontrastunterschied im Bild vorhanden, als das der Autofokus unserer EOS 5D Mark III korrekt hätte fokussieren können.

Oftmals mussten wir eine Taschenlampe zur Hilfe nehmen um die zu fokussierende Fläche aufzuhellen oder manuell an weit entfernten Lichtquellen scharfstellen. Mit der EOS R hatten wir nun die Möglichkeit auch unter schwierigsten Lichtverhältnissen automatisch fokussieren zu können. Und was sollen wir sagen, es funktioniert tatsächlich!

Wir nutzten unsere EOS R jetzt schon bei ein paar Fototouren und hatten zu keiner Zeit Probleme beim Fokussieren. Auch in den dunklen Morgenstunden noch vor Sonnenaufgang hatte die EOS R keine Probleme weit am Horizont im Dunst liegende Baumkanten scharfzustellen. Selbst Bildelemente die eher wenig Kontraste boten, waren für den Autofokus kein Problem. Innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde war das Foto scharf gestellt. Die Möglichkeit einfach irgendwo auf das Display zu tippen und diesen Punkt zu fokussieren ist wirklich toll.

In Verbindung mit dem neuen Autofokus wird oft der fehlende Joystick erwähnt. Mit Hilfe des Joysticks konnten wir bei unserer EOS 5D Mark III die AF Messfelder auswählen. Bei der EOS R findet das ebenfalls über das Touchscreen Display statt. Es ist möglich während man durch den Sucher blickt mit dem Daumen der rechten Hand das AF Feld auf dem ausgeschalteten Display zu verschieben. Das Ganze funktioniert Stufenlos und wirklich sehr flüssig. Beim Blick durch den Sucher kann man so einfach mit dem Daumen über das Display wischen und das AF Feld an jeden beliebigen Punkt im Bildausschnitt schieben. Der zum wählen aktive Displaybereich lässt sich dabei auf verschiedene Bereiche des Displays festlegen und begrenzen. Hat man etwas Übung und sich an den fehlenden Joystick gewöhnt, funktioniert diese Lösung wirklich gut.

Während wir bei unserer EOS 5D Mark III oft nur ein AF Messfeld in der Mitte aktiviert hatten und beim fotografieren aus der Hand immer erst mit halb durchgedrücktem Auslöser den gewünschten Punkt des Bildes fokussiert haben, können wir mit der EOS R schon während des Ausrichtens des Bildausschnitts mit dem Daumen das AF Feld an die gewünschte Stelle im Bild schieben, um dann umgehend auszulösen. Eine super Sache also.

Manueller Fokus:

Beim manuellen Fokussieren gibt es nicht viel zu erklären. Manchmal ist es einfach gewollt oder erforderlich manuell zu Fokussieren. Mit unserer EOS 5D Mark III war das meistens der Fall wenn der Autofokus unzuverlässig funktioniert hat oder ein ständiges automatisches neu Fokussieren einfach nicht gewünscht war. Fotografieren wir zum Beispiel Gewitter oder Feuerwerke, so stellen wir den Fokus ein einziges Mal am Anfang automatisch ein um dann das gesamte Gewitter oder Feuerwerk hinweg mit identischen Einstellungen für Fokus und Brennweite zu Fotografieren.

Wir vermeiden es damit einfach, dass der Autofokus mitten im Feuerwerk oder während eines Gewitters plötzlich nicht mehr korrekt fokussieren kann und unnötig Zeit verloren geht oder sogar unscharfe Fotos raus kommen. Da reicht es schon wenn zu viel Rauch entsteht oder ein heftiger Regenguss einsetzt und der zuvor gewählte Fokuspunkt nicht mehr klar erkennbar ist. Zur Sicherheit überprüfen wir dann immer in regelmäßigen Abständen den manuell gesetzten Fokus.

Und genau hier kommt uns eine Eigenschaft der EOS R sehr zu Gute. Die EOS R verfügt neben dem Fokus Peaking noch über einen Fokus Assistenten. Während Fokus Peaking quasi die Kontrastkanten hervorhebt und damit die Schärfe-Ebene visuell verstärkt und sichtbar macht, stellt der Fokus Assistent eine Art Fadenkreuz dar.

Neben dem Fokus Feld sind drei kleine Pfeile welche nach oben zeigen. Dreht man nun am Fokusring des Objektives so lange bis sich alle Drei Pfeilspitzen Deckungsgleich übereinander befinden, weiß man genau das der Bereich auf dem das Fokus Feld liegt exakt scharf gestellt ist. Für uns ist das sehr nützlich, da der Fokus Assistent immer eingeblendet ist und wir während wir Fotografieren immer sehen ob die Schärfe noch sitzt oder nicht. Ein kleiner Verbesserungsvorschlag für das Fokus Peaking wäre noch die mögliche Verwendung beim Einsetzen der Bildschirmlupe. Vergrößert man einen Bereich auf dem Display mittels der Lupe um mehr Details zu erkennen, wird das Fokus Peaking automatisch Deaktiviert. Von unserer Olympus kennen wir das anders. Hier bleibt das Fokus Peaking auch aktiv wenn man das Display mittels Lupe vergrößert.

WLAN und Bluetooth:

Die EOS R ist unsere erste Kamera die eine WLAN und Bluetooth Datenverbindung unterstützt. Damit ist es nicht nur Möglich die gemachten Fotos auf den heimischen Rechner zu übertragen sondern auch ein kontinuierliches Backup im Hintergrund durchführen zu lassen. Hierbei werden alle gemachten Bilder Automatisch auf ein externes Smartphone oder Tablet bzw. Laptop übertragen und somit zuverlässig gesichert.

Der wichtigste Vorteil einer WLAN Verbindung ist für uns aber das einstellen und auslösen mittels Canon Utility App. Wir benötigen bei der Verwendung unseres 7m hohen Hochstativ kein lästiges Datenkabel mehr um unsere Kamera über die Canon Utility Anwendung auf unserem Laptop fernzusteuern, sondern können den Bildausschnitt und alle Einstellungen einfach bequem über das Smartphone steuern. Ein kleiner Nachteil für uns ist der fehlende programmierbare Timer der Utility App. Man kann lediglich alle Einstellungen die auch auf der Kamera selbst wählbar sind über die App steuern. Zusätzliche nützliche Möglichkeiten suchten wir bis jetzt vergeblich. Vielleicht bringen kommende Updates da mehr Funktionen.

Die EF Adapter:

Der unter Anderem wichtigste Grund für die neue EOS R war für uns die Möglichkeit mittels EF-Adapter alle Objektive die wir besitzen weiter verwenden zu können. Da unsere Canon EF 24-70mm f/2.8L II USM und das Canon EF 16-35mm 1:2,8L III USM gerade mal knapp über ein Jahr alt sind und bei unserer EOS 5D Mark III erstklassige Ergebnisse lieferten, war es uns wichtig diese Objektive genauso und ohne Einschränkungen in Sachen Qualität weiter zu nutzen.

Canon garantierte zu jedem Zeitpunkt das man bei der Verwendung der EF-Adapter keinerlei Einbußen in Abbildungsqualität oder Geschwindigkeitsverlust befürchten muss. Ein paar zu findende Testberichte bestätigten das Ganze dann auch immer wieder. Wir vertrauten also darauf das die sehr hochwertig aus Metall gefertigten Adapter unseren Objektiven gerecht werden. Neben dem Standard EF-EOS R Bajonett Adapter, welcher eigentlich 115 Euro kostet, anfänglich aber im Lieferumfang der EOS R kostenlos enthalten ist, gibt es noch zwei weitere Adapter die es in sich haben.

Die beiden weiteren Adapter sind genau wie der Standard Adapter zum verwenden von EF Objektiven an der EOS R gedacht, besitzen aber zusätzlich eine Filter Schublade bzw. einen Einstellring. Bei dem Adapter mit der Filter Schublade ist es möglich, einen Pol-Filter, ein Variablen ND-Filter oder einen klaren Filter ohne Wirkung direkt in den Bajonett Adapter zwischen Objektiv und Kameragehäuse zu schieben. Ein Adapter oder aufgeschraubte Filter vor dem Objektiv gehören somit der Vergangenheit an. Damit gibt es auch keine dunklen Schatten am Rand von Weitwinkelaufnahmen oder störende Reflexionen durch zusätzliche Scheiben vor dem Objektiv mehr. Der Filter befindet sich dann quasi direkt zwischen Objektiv und Sensor.

Der Adapter mit Einstellring lässt sich frei konfigurieren. Man kann jede beliebige Funktion wie z.B. ISO-Wert oder Blende auf den Einstellring legen und im laufenden Betrieb beim filmen oder fotografieren verwenden um zugewiesene Option stufenlos anzupassen. Diesen Einstellring bieten auch alle neuen RF Objektive für die EOS R.

Die neuen RF-Objektive:

Zu den neuen RF Objektiven können wir leider nicht viel sagen, da wir noch keins dieser Objektive besitzen. Laut Canon sind aber durch das größere Auflagemaß und dem geringeren Abstand zum Bildsensor völlig neue Bauformen machbar. Canon stellte zum Beispiel schon das neue 28-70 mm Objektiv vor welches eine durchgängige Blende von 2.0 besitzt. Das ist derzeit auf dem Markt einmalig. Die neuen RF Objektive sollen eine noch nie dagewesene Abbildungsqualität haben. Die von uns derzeit verwendeten EF Objektive sind schon gestochen scharf. Wir können uns gar nicht richtig vorstellen das es noch besser werden kann, lassen uns aber in Zukunft gern eines besseren belehren.

Bildsensor:

In Punkto Bildsensor wussten wir in etwa was wir von Canon erwarten können. Da wir bereits mit dem Sensor unserer EOS 5D Mark III sehr zufrieden sind, waren wir uns sicher mit der neuen EOS R auf keinen Fall einen Schritt zurück zu machen. Der Bildsensor der EOS R basiert auf dem Sensor der EOS 5D Mark IV und wurde durch den neuen Digic 8 Bildprozessor weiter optimiert. Wie auch bei der Eos 5D Mark IV verfügt der Sensor der EOS R über Dual-Pixel-RAW. Neben der Phasenerkennung für den Autofokus lässt sich Dual-Pixel-RAW auch zum minimalen nachträglichen anpassen von geringfügig verschobenen Fokus und dem nachträglichen Anpassen des Bokehs verwenden. Dafür muss man die EOS R auf Dual-Pixel-RAW einstellen. Wir haben uns die Möglichkeiten angeschaut und abgewägt ob das für uns Sinnvoll ist. Schlussendlich sind die Korrekturmöglichkeiten unserer Meinung nach aber so gering das sich eine Doppelte Dateigröße für uns nicht lohnt und wir daher im normalen RAW Format fotografieren. Ob man Dual-Pixel-RAW verwendet und für sinnvoll erachtet, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Bei der Bildqualität, Dynamik und dem Rauschverhalten waren wir uns sicher das die EOS R besser als unsere EOS 5D Mark III sein wird. Dynamik und Rauschverhalten sind sowieso eine Glaubenssache. Während viele über Sony oder Nikon schwärmen, sind wir schon immer mit Canon zufrieden. Auf den Sensor unserer EOS 5D Mark III war stets verlass und er lieferte uns in jedem Bild die für uns optimalen Ergebnisse bei Dynamik, Kontrast und Farbwiedergabe. Sicherlich gibt es Sensoren die bessere Dynamikwerte liefern. Oftmals sind diese aber nur unter Laborbedingungen wirklich sichtbar.

Bei der EOS R verließen wir uns also ruhigen Gewissens darauf dass der Sensor schon gut sein wird. Mit ca. 30,3 Mio nutzbaren Pixeln hat die EOS R fast 10 Mio Pixel mehr als unsere EOS 5D Mark III. Durch die Verwendung von ausschließlich hochwertigen L Objektiven, welche auf die Kameras von Canon mit über 50 Megapixeln ausgelegt sind, waren wir uns also sicher das die EOS R qualitativ noch hochwertigere und schärfere Fotos liefern wird als unsere EOS 5D Mark III.

Fazit:

Nachdem wir alle Vor- und Nachteile genau durchgegangen sind, haben wir uns letztendlich für die EOS R entschieden. Es war eine durchaus lohnenswerte Investition für uns.

Wir wurden von vielen gefragt warum wir uns ausgerechnet diese Kamera gekauft haben. Sie besitzt vielleicht nicht das perfekte Datenblatt und könnte in vielen Dingen besser sein. Bei Canon wissen wir aber genau was wir haben und dass wir uns auch im alltäglichen Gebrauch darauf verlassen können.

Es war uns wichtig eine neue Kamera zu holen, welche sich nahtlos an unsere EOS 5D Mark III anschließt und welche wir auch weiterhin blind bedienen können, ohne sich großartig umgewöhnen zu müssen oder gleich die gesamte Ausrüstung auf einen neuen Hersteller umzustellen.

Wir wollten unsere alte EOS 5D Mark III einfach beiseitelegen und genauso mit der neue EOS R weiter machen wie gehabt. Und das ist uns gelungen. Alles was wir an unserer EOS 5D Mark III vermisst haben, besitzt die neue EOS R. Dinge welche im Internet stark kritisiert werden sind für uns völlig irrelevant oder eher zweitrangig und nicht ausschlaggebend. Wir hatten unsere neue EOS R jetzt schon ein paar Mal genutzt und bereuen es keine Minute. Die EOS R wird unser neues Arbeitstier und unsere EOS 5D Mark III würdig ablösen.

Dieser Artikel spiegelt unsere persönliche Meinung wieder und wir wollen keine Kaufentscheidung für andere treffen. Jeder muss für sich selbst wissen und entscheiden ob die angesprochenen Kritikpunkt für ihn selber ausschlaggebend sind oder ob man sie gern vernachlässigt. Wir hoffen das wir nichts vergessen haben. Sollte jemand noch eine Frage haben kann er uns diese gern in den Kommentaren stellen.

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