Am Samstag Abend entschieden wir uns mal wieder in die Bastei zu fahren. Da das Wetter in den letzten Wochen endlich sommerliche Temperaturen erreicht hatte, machten wir uns erst gegen 23 Uhr auf den Weg in die Sächsische Schweiz um dort mal wieder ein Sternspurenbild zu versuchen. Da wir uns auf lange Wartezeiten während der Belichtung eingestellt hatten, packten wir uns etwas zu Knappern und ein paar Trinks ein. Am Parkplatz angekommen ging es anschließend durch den dunklen Wald an unsere Lieblingsstelle wo wir auch vor wenigen Wochen schon einmal waren. Wir waren zwar zu dritt, allerdings war der stockdunkle Wald schon etwas Angst einflößend, da man bei ausgeschalteten Taschenlampen wirklich wortwörtlich nicht die Hand vor Augen gesehen hat. Dank unserer Taschenlampen ging es jedoch gut beleuchtet schnellen Schrittes durch die stockdunkle Nacht. Der Abend war kurz und knapp gesagt einfach nur genial. Das fotografieren wurde schnell zur Nebensache denn die Sterne funkelten Glasklar am Himmel, sogar die Milchstraße konnten wir sehen und so nutzen wir die Zeit um gemütlich auf den warmen Steinen liegend die Sternenklare Nacht zu genießen.

Nebenbei stellten wir in aller Ruhe unsere Kameras auf und suchten das richtige Motiv, dann schossen wir einige Testbilder und gegen 0:15Uhr begannen wir die lange Belichtungszeit für das geplante Foto. Während die Kamera belichtet hat vertrieben wir uns die Zeit mit Sternegucken. Die Kamera belichtete 2624 Sekunden (43,73 Minuten) und in dieser Zeit zählten wir sage und schreibe 14 Satelieten von denen 2 sogar als Iridium Flare am Himmel aufblitzten. Bei einem Iridium Flare handelt es sich um eine Leuchterscheinung am Nachthimmel wenn das Sonnenlicht an einem Iridium Satelliten auf die Erde reflektiert wird. Diese Phänomen kann 5 bis 20 Sekunden andauern. Die Helligkeit übertrifft fast alles was es so am Nachthimmel gibt und war bei uns vergleichbar mit den Scheinwerfern eines großen landenden Flugzeuges. Weiterhin konnten wir den Anblick von 5 Sternschnuppen genießen von denen eine besonders hell und groß war. Dann sahen wir noch ein weiteren kleinen Leuchtpunkt welcher über den Nachthimmel zog, allerdings tauchte dieser auf und blinkte in langen Abständen 4x bis er wieder verschwand. Kein Schimmer was das war… Auf der Seite high-iso.de findest du einige Bilder von Iridium Flares. Ein üblicher Satellit ohne Iridium Flare ist vergleichbar mit einem Stern, allerdings bewegt der Satellit sich über den Himmel.

Nachdem wir knapp 45 Minuten gewartet haben, entschieden wir uns die Belichtung zu beenden. Im Zeitraum der Belichtung ging links außerhalb des Bildausschnittes der Mond auf. Dadurch wurde der Himmel recht hell ausgeleuchtet was zur Folge hatte dass das spätere Bild recht stark überbelichtet wurde. Somit verschwanden viele kleine Sterne unter einem hellen Matsch. Am Rechner haben wir das Foto nachträglich wieder abgedunkelt sodass man doch noch ein paar Sterne erkennen kann. Der orangefarbene Horizont stammt von den vielen Stadtlichtern der umliegenden Dörfer. Die beleuchteten Felsen im Vordergrund kamen zustande, weil einige Lampen der Felesenbühne Rathen noch brannten und deren Licht auf die Felsen strahlte. Rechts siehst du ein Foto unserer Kamera wie sie gerade die Sterne ablichtet. Nach dieser langen Belichtung verbrachten wir noch weitere 45 Minuten auf den Felsen der Bastei um einige Dinge zu versuchen. Leider wurde nach einer Weile der Sensor unserer Kamera so heiß, das sich Unmengen Hotpixel (Störende bzw. fehlerhafte Pixel) auf dem Bild befanden. Gegen 2:30 Uhr machten wir uns dann wieder auf den Rückweg zum Auto. Auf der nahe gelegenen Landstraße entstand dann noch ein weiteres Foto was wir Euch noch heute zeigen werden.

 
  • geographischer Breitengrad des Standpunktes: 50°57’52.07″ N
  • geographischer Längengrad  des Standpunktes: 14° 4’26.68″ E
  • Höhe über dem Meeresspiegel: 246 Meter
  • Datum zum Zeitpunkt der Aufnahme: keine Angabe
  • Uhrzeit zum Zeitpunkt der Aufnahme: Keine Angabe
  • Fotostandpunkt auf Google Maps anzeigen
  • Erreichbarkeit des Fotostandpunktes: Schwer – Ca. 20 Minuten Fußmarsch.
 
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  • Bildnummer: 00125 (Bei Fragen bitte stets angeben)
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