Landschaftsfotografie – Tipps und Tricks

von | Mrz 30, 2016 | Fotowissen | 19 Kommentare

Für das Lesen des Artikels benötigst du ca. 1:00 Stunde.

Die Landschaftsfotografie ist ein weiteres großes Themengebiet der Fotografie. Hierbei wird die Schönheit der Natur festgehalten. Je nach Tages bzw. Jahreszeit haben Landschaften ihren besonderen Reiz. So ist ein Foto welches im Winter entstanden ist an demselben Ort im Frühjahr nicht wiederzuerkennen. Bei der Landschaftsfotografie* gibt es wie bei allen Themengebieten in der Fotografie einiges zu beachten. Wir möchten dir hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Fakten sowie einige Tipps und Tricks zur Landschaftsfotografie anbieten.

Die Ausrüstung

Die Kamera:

Natürlich kannst du mit jeder Kamera schöne Landschaftsfotos machen. Doch wenn du tiefer in die Materie tauchen möchtest und dein Foto noch weiter perfektionieren willst, dann lohnt sich eine Kamera, bei der du die verschiedenen Einstellungen manuell ändern kannst. Sinnvoll ist es zum Beispiel, wenn du die Blende und die Belichtungszeit sowie den ISO Wert manuell bestimmen kannst. In dieser Anleitung behandeln wir nur die digitalen Kameras. Jedoch sind die Grundregeln sowie Einstellungen mit denen von analogen Kameras meistens identisch.

Das Objektiv:

Bei der Landschaftsfotografie spielt die Qualität des Objektives zum Glück nur eine Nebenrolle. Denn theoretisch kannst du mit jedem Objektiv auch gute Ergebnisse erzielen. Doch um das Ganze zu perfektionieren, kannst du deine Ausrüstung auch an das Thema der Landschaftsfotografie anpassen. Dort kommt es in erster Linie auf eine hohe Tiefenschärfe an da du die Landschaft ja in ihrer kompletten Schönheit fotografieren möchtest.

In der Regel ist ein Objektiv welches sich im Bereich 18–100mm aufhält am besten für die Landschaftsfotografie geeignet. Bei uns kommt zum Beispiel sehr oft das Canon EF 24-105mm 1:4,0 L IS USM zum Einsatz. Es ermöglicht Aufnahmen mit etwas Weitwinkel, lässt aber auch ein bisschen mehr Brennweite zu. So kannst du dein Bildausschnitt perfekt auswählen.

Das Zubehör:

Das Stativ:

Oftmals findet die Landschaftsfotografie am Tag statt. Doch es kommt auch vor, das du zum Beispiel den Sonnenauf- bzw. Untergang fotografieren möchtest oder die funkelnden Sterne über einer eindrucksvollen Landschaft festhalten willst. In solchen Fällen ist ein Stativ sehr nützt. Beim Fotografieren mit wenig Licht gehört es eigentlich schon zur Pflichtausstattung.

In diesen Fällen wird die Kamera auf einem Stativ befestigt, welches für einen ruhigen Stand sorgt. Welches Stativ du nutzt, bleibt dir überlassen. Du solltest allerdings auf gute Standfestigkeit, Robustheit und Steifigkeit achten, denn günstige Stative lassen sich manchmal nicht komplett fixieren. Es kann dann passieren, dass deine Kamera trotz Stativ auf wackeligen Beinen steht.

Die meisten Stative bieten heutzutage eine Vielzahl an unterschiedlichen Funktionen. Du kannst zum Beispiel bei vielen Modellen die Mittelsäule ausklappen. Auch eine nützliche Wasserwaage zum ausrichten des Statives gehört bei vielen Anbietern heute schon zum Standard.

Wenn es nicht unbedingt notwendig ist, lasse die Mittelsäule des Stativs eingefahren und fahre die Beine sowie die Mittelsäule nur soweit wie nötig aus, denn mit wachsender Länge wird die ganze Konstruktion instabiler. Es kommt oft vor, dass das Ausfahren der Mittelsäule bei Wind bereits leichte Bewegungen verursacht. Diese nur leichten Bewegungen reichen aus, um das Bild unscharf erscheinen zu lassen. In erster Linie zählt die richtige Perspektive. Mache also keine Kompromisse beim Motiv, weil du dein Stativ nicht weiter ausfahren möchtest. Fahre die Beine aber nicht unnötig weit aus, so sorgst du für bestmögliche Standfestigkeit.

Fernauslöser:

Ein Fernauslöser zum Auslösen der Kamera ist ein super Hilfsmittel um Verwacklungen zu vermeiden. Denn es kommt oft schon beim drücken des Auslösers zu kleineren Bewegungen, die am Ende für unscharfe Bilder sorgen. Wird zum Beispiel eine Belichtungsreihe erstellt, so kann man diese  über den Fernauslöser* steuern ohne die Kamera zu berühren. Ein leichtes Verschieben während der Einstellungsänderungen wird somit vermieden. Als Ersatz zur Fernbedienung kannst du auch den Selbstauslöser deiner Kamera verwenden, hierbei muss die Kamera jedoch jedes Mal berührt werden, um die Belichtungseinstellungen zu  ändern.

Moderne Kameras besitzen die Möglichkeit, alle Einstellungen per App auf dem Smartphone zu ändern. Dies ist natürlich die beste Möglichkeit, da du hierfür keinerlei Verbindung zur Kamera hast, welche somit auch nicht durch ungewolltes berühren wackeln kann. Ob deine Kamera eine Steuerung per App zulässt, erfährst du in deiner Betriebsanleitung.

Der richtige Filter

Polfilter:

Um bestimmte Effekte in spiegelnden Oberflächen zu erreichen, gibt es sogenannte Polarisationsfilter. Ein Polarisationsfilter oder auch Polfilter ist dazu gedacht, die verschiedenen in das Objektiv einfallenden Lichtstrahlen zu polarisieren. Vereinfacht gesagt kann ein Polarisationsfilter einzelne Lichtstrahlen durchlassen oder komplett blockieren. Je nachdem wie der Polarisationsfilter vor dem Objektiv gedreht wird, lässt er Lichtstrahlen welche auf einer falschen Ebene schwingen passieren oder sperrt bzw. verstärkt diese. Diese Eigenschaft funktioniert allerdings nur auf allen nichtmetallischen spiegelnden Oberflächen.

Hierbei werden nur gleich schwingende Lichtstrahlen durch den Filter gelassen während alle anderen Lichtstrahlen vernichtet und in Wärme umgewandelt werden. Zu Nutze macht man sich so einen Polarisationsfilter in der Fotografie um beispielsweise Spiegelungen in einem See oder Brunnen zu entfernen bzw. zu verstärken oder um einfallendes Licht in gleich schwingendes Licht umzuwandeln und so beispielsweise den blauen Himmel noch intensiver darstellen zu können. In der Landschaftsfotografie kannst du so beispielsweise eine Spiegelung in einem Teich verstärken bzw. abschwächen oder Lichtreflexionen von Autos bzw. Scheiben vermeiden.

Beachte aber, dass jedes zusätzliche Glas vor deinem Objektiv die Qualität deiner Aufnahme minimal verschlechtert. Bei hoch vergüteten teuren Filtern ist diese Problem kaum bzw. gar nicht wahrnehmbar. Günstige Filter können aber sehr schnell zu unschönen Qualitätseinbusen führen.

Verlauffilter:

Seit dem wir einen Grauverlauffilter besitzen, kommt dieser immer wieder zum Einsatz. Dieser Filter besitzt einen sanften Neutralgrauen Verlauf welcher es dir ermöglich, Bereiche des Himmels etwas abzudunkeln. Gerade wenn die Sonne untergeht oder die Blaue Stunde einsetzt, ist der Himmel im Vergleich zum restlichen Foto immer viel heller oder sogar schon überstrahlt. Ein Grauverlauffilter verringert bzw. vermeidet dieses Problem. Wir sind von den Vorteilen eines solchen Filters so überzeugt, dass bei uns für jedes Objektiv ein passender B+W Grauverlaufsfilter vorhanden ist.

Gerade in der Landschaftsfotografie ist ein Grauverlauffilter sehr zu empfehlen. Er verleiht deinem Foto noch mehr Qualität da der Himmel nicht mehr so schnell überstrahlt.

Mit der heutigen Bildbearbeitung ist es zwar möglich, einen künstlichen Verlauf zu erzeugen, allerdings sind gerade am frühen Abend die Kontrastverhältnisse von Boden zu Himmel sehr stark. Oft sind Bereiche am Boden zu dunkel, während der Himmel bereits überstrahlt und ausgefranzt ist. Ein nachträgliches Abdunkeln per Bildbearbeitung lässt schnell die Stimmung am Himmel verschwinden. Im schlimmsten Fall franzen sogar die Farben völlig aus. Nur ein Grauverlauffilter vermeidet dieses Problem und dunkelt den Himmel zuverlässig ab. Darum würden wir dir einen solchen Filter wärmstens ans Herz legen.

00268

Die Preise eines Verlaufsfilters schwanken stark, so gibt es schon für wenig Geld passende Aufschraubfilter. Günstige Filter lassen sich jedoch nicht immer ausrichten sondern nur fest verschrauben. Oftmals muss der Verlauf jedoch an den Horizont ausgerichtet werden, Filter die dies ermöglichen sind dann jedoch um einiges teurer.

Neutralfilter:

Der Neutralfilter, auch Graufilter genannt, ist ein dunkler Filter welcher es dem Fotografen ermöglicht längere Belichtungszeiten durchzuführen. Im Gegensatz zum Verlauffilter, ist der Graufilter komplett abgedunkelt. Möchtest du zum Beispiel Wasserflächen oder auch Wasserfälle mit einer längeren Belichtung fotografieren, so dass sich schleierartige Effekte bilden, musst du das Bild länger belichten. Am Tag ist dies jedoch selten möglich da das Bild trotz der kleinsten Blendenöffnung stark überstrahlt ist. In diesem Fall ist der Neutralfilter genau dass richtige. Er verdunkelt das eintreffende Licht und sorgt so dafür dass länger belichtet werden kann. Diese längere Belichtung sorgt für effektvolle und spannende verschleierte Wasserflächen. Auch einen wolkigen Himmel kannst du mit Hilfe eines Neutralfilters länger belichten sodass effektvolle Wolkenschleier entstehen.

Farbfilter:

Der Farbfilter ist wie der Name schon sagt ein farbiger Filter. Je nach Art lässt der Filter nur eine bestimmte Farbe durch. In den meisten Fällen besteht der Filter einfach aus einer gefärbten Glas bzw. Kunststoffscheibe. Für die digitale Fotografie ist der Filter allerdings nicht mehr so notwendig, da die Wirkung eines solchen Filters auch nachträglich am PC mit der richtigen Bildbearbeitung erzielt werden kann. Du kannst also getrost darauf verzichten.

Eine Sache der Einstellungen

Die Auflösung:

Es ist ratsam, die möglichst maximal an deiner Kamera verfügbare Auflösung einzustellen. Du hast somit in der anschließenden Bildbearbeitung mehr Spielraum den Bildausschnitt nochmal zu zuschneiden und bekommst außerdem die bestmögliche Bildqualität die der Bildsensor deiner Kamera liefern kann.

Fotos in hoher Auflösung lassen sich einfach verkleinern, ohne dass das Bild an Qualität verliert. Ein vergrößern einer zu kleinen Aufnahme ist jedoch immer mit einem Qualitätsverlust verbunden.

Da das fotografieren mit hoher Auflösung zwangsläufig zu einem größerem Datenvolumen der aufgenommenen Bilder führt, solltest du eine ausreichend große Speicherkarte verwenden. Wie viele Bilder in der von dir eingestellten Auflösung dann auf diese Speicherkarte passen, zeigt dir deine Kamera auf dem Display an. In der Regel ist eine Aufnahme im RAW Format und voller Auflösung ca. 20-25 MB groß.

Der ISO-Wert:

Der ISO-Wert beschreibt die Lichtempfindlichkeit des Bildsensor. Hat man früher in der Analogen Fotografie bei schwierigen Lichtverhältnissen einen Film mit höherer ISO-Empfindlichkeit eingelegt, so ist es heute in der digitalen Fotografie möglich die ISO-Empfindlichkeit des Bildsensor einfach per Knopfdruck zu verändern.

Sollten die Lichtverhältnisse so schwierig werden dass selbst bei offener Blende eine verwacklungsfreie Belichtung aus der Hand heraus nicht mehr möglich ist, da die Belichtungszeit für eine angemessen belichtete Aufnahme zu lang ist, so hast du die Möglichkeit die Lichtempfindlichkeit über den ISO-Wert zu erhöhen. Standardmäßig ist oftmals ein ISO-Wert von 100 eingestellt, welcher aber bei schwierigen Lichtverhältnissen oft zu niedrig ist.

Um also bei gleicher Belichtungs-, und Blendeneinstellung ein verwacklungsfreies Bild zu fotografieren, ist es notwendig den ISO-Wert auf einen Wert von 200, 400 oder höher einzustellen. Bei einer Verschlusszeit von beispielsweise 20 Minuten und ISO100, benötigst du bei selber Blendeneinstellung mit ISO200 nun nur noch 10 Minuten Verschlusszeit, bei ISO 400 nur noch 5 Minuten und bei ISO 800 nur noch 2,5 Minuten.

Wenn du die Sensorempfindlichkeit erhöhst, erhöht sich aber auch das sogenannte Bildrauschen und die Störungen im Bildsignal. Bildrauschen wird in Form von grießeln oder Farbklümpchen sichtbar und auch die Leistung des Sensor lässt nach so das hohe Kontraste nicht mehr so gut bewältigt werden können und Farben etwas blasser wirken.

Die richtige Blende:

Die Blende stellt für viele Benutzer einer Kamera ein Buch mit sieben Siegeln dar, doch wenn man einmal das Prinzip der Blende verstanden hat, fällt es gar nicht mehr so schwer, diese auch richtig zu benutzen und immer den richtigen Blendenwert zu finden. Um die Vorzüge einer Blende und dessen Eigenschaften auf ein bestimmtes Motiv zu nutzen, ist es wichtig dass deine Kamera das manuelle einstellen der Blende ermöglicht. Nur so kannst du bestimmte Eigenschaften dir zu Nutze machen und deinem Bildern eine ganz bestimmte Stimmung verpassen.

Die Blende regelt die Lichtmenge die durch das Objektiv auf den Bildsensor trifft und wird mit dem Buchstaben “f” angegeben. In deinem Kameradisplay steht dann neben der Verschlusszeit von z.B. 5 Sekunden ein Wert f5.6 oder f8.0.

Man kann eine Blende einfach mit der Pupille unseres Auges vergleichen. Diese öffnet bzw. schließt sich ebenfalls um den Lichteinfall auf die Netzhaut zu regulieren. Genau dasselbe macht die Blende, sie lässt je nach eingestelltem Wert mehr bzw. weniger Licht in das Objektiv bzw. auf den Sensor indem sie die Öffnung durch die das Licht fällt vergrößert oder verkleinert, genau so wie es die Pupille im Auge tut. Wenn du in ein helles Licht schaust, wird deine Pupille im Auge kleiner damit du nicht zu sehr von dem Licht geblendet wirst. Die Blende schließt man in diesem Fall, damit das Foto nicht überbelichtet wird da durch eine große Blende zu viel Licht auf den Sensor gelangen würde.

Mit der Blende kannst du aber auch den Stil deiner Aufnahme verändern. In diesem Abschnitt des Artikels gehen wir daher einen Schritt weiter und erklären dir, wie du die Blende gezielt als Bildgestalterisches Element nutzen kannst.

Vorder- bzw. Hintergrund abheben

Du kennst sicherlich diese Fotos, auf denen der Vordergrund scharf ist und der Hintergrund eine leichte oder manchmal sogar starke Unschärfe besitzt. Dieser Effekt ist auf die Wahl der Blendeneistellungen zurückzuführen. Denn je weiter du die Blende öffnest, umso mehr hebt sich der fokussierte Vordergrund vom Hintergrund ab. Hierfür ist aber eine geringe Distanz zum Vordergrund nötigt. Bei diesem Effekt spricht man auch von der Schärfentiefe, welcher die Ausdehnung des Scharfen Bereichs im Bild darstellt.

Irreführend ist meistens die Angabe der Blende. Denn ein kleiner Blendenwert wie 2.8 oder 4.0 bedeutet eine weit geöffnete Blende und somit viel Lichteinfall auf den Sensor. Ein großer Wert wie 22 bedeutet dass die Blende geschlossen ist und nur sehr wenig Licht den Sensor erreicht. Der Grund ist, dass die Blendenwerte eigentlich Verhältnisse sind. Der Wert beschreibt also das Verhältnis von Brennweite zu Blendenöffnung. Ein kleiner Wert ist bedeutet daher eine große geöffnete Blende, ein großer Wert dementsprechend eine kleine geschlossene Blende.

Die Schärfentiefe kannst du also mit Hilfe der Blende steuern. Wählst du beispielsweise eine kleinere Blendenöffnung, also einen großen Blendenwert, so besitzt dein Bild eine ausgedehnte Schärfentiefe und der gesamte Inhalt erscheint von vorn bis hinten scharf. Nur sehr nah am Objektiv befindliche Dinge würden leicht Unscharf sein.

Fotografierst du hingegen mit einer geöffneten Blende, also einem kleinen Blendenwert, so besitzt dein Bild eine eingeengte Schärfentiefe. Je nachdem wo dein Fokuspunkt sitzt, also der Punkt auf dem du dein Motiv scharf gestellt hast,  erscheint der Vorder- bzw. Hintergrund im Bild unscharf. Mit kleiner werdenden Blendenöffnung erhöht sich also der Schärfebereich während er sich mit größer werdender Blendenöffnung  verkleinert.

Blende-Skala

Mit Hilfe der Brennweite kannst du diesen Effekt der Schärfentiefe zusätzlich noch weiter steuern. Mit einem Weitwinkelobjektiv erzeugst du bei gleichbleibender Weite zum fotografierenden Objekt eine größere Schärfentiefe als bei einem Teleobjektiv mit einer längeren Brennweite. Möchtest du also gezielt eine Unschärfe in dein Bild einbauen, so kannst du diese mit Hilfe der Blendeneinstellung auf deinem Motiv anpassen. Zu beachten ist dabei, dass die Wahl der richtigen Fokussierung dabei unumgänglich ist. Je nachdem wo du deine Unschärfe erzeugen möchtest, musst du den Vordergrund bzw. den Hintergrund fokussieren. Bei fokussiertem Hintergrund  erscheint dein Vordergrund Unscharf während bei fokussiertem Vordergrund der Hintergrund unscharf erscheint.

Mit Hilfe der Blende kannst du außer der Schärfentiefe auch andere Eigenschaften deines Bildes beeinflussen. So lassen sich auch das Aussehen und die Wirkung von Wasserflächen und Lichtquellen auf den Betrachter mit der Blende steuern bzw. beeinflussen.

Wirkung von Wasserflächen:

Die Wirkung von Wasser kann durch die Wahl von verschiedenen Blenden im Zusammenspiel mit der Belichtungsdauer beeinflusst werden. So wirkt das Wasser bei einer Blendeneinstellung von 22 (geschlossene Blende) und einer langen Belichtungszeit eher schleierhaft und verwaschen, bei einer Blendeneinstellung von 4 sowie einer kurzen Belichtungszeit wirkt das Wasser scharf und detailreich. Dies liegt daran, weil du mit einer geöffneten Blende viel mehr Licht in kürzerer Zeit einfangen kannst. Wellen oder Bewegungen des Wassers werden hierbei besser dargestellt als bei einem Foto, wo du durch eine geschlossene Blende länger belichten musst. Denn je länger du belichtest, umso deutlicher nimmst du die Bewegungen des Wassers auf. Nach einer gewissen Zeit wirkt das Wasser deiner Aufnahme dann nicht mehr scharf und Detailreich, sondern eher glatt und schleierhaft.

Dies kommt zustande, weil eine offene Blende wie bereits beschrieben mehr Licht auf den Sensor lässt und das Bild somit kürzer belichtet werden kann. Eine geschlossene Blende lässt wenig Licht herein und das Bild muss länger belichtet werden. Das sich rasch bewegende Wasser erscheint dann unscharf und verwaschen da es sich während der Belichtung andauernd bewegt hat.

Dieser Effekt wird auf dem unten zu sehenden Foto deutlich. Mit einer geschlossenen Blende konnten wir länger belichten. Während der Belichtungszeit schwappten die Wellen eines vorbeigefahrenen Schiffes um die vielen kleinen Steine. Da die Steine somit ab und zu im Wasser und ab und zu im trockenen lagen, entstand der Schleiereffekt.

Aussehen von Lichtquellen:

Weiterhin kannst du mit der richtigen Blende und der Belichtungszeit auch die Darstellung von Lichtern auf deinem Foto beeinflussen. Mit einer Blendeneinstellung von 4 und einer kurzen Belichtungszeit wirken die Lichtquellen und deren unmittelbare Umgebung leicht verwaschen, die Abstrahlung des Lichtes ist gleichmäßig.

lichtquellen-skala

Wählst du jedoch eine Blendeneinstellung von 22 sowie eine lange Belichtung, so bilden sich um die Lichtquellen Strahlen die am Ende wie Sterne aussehen. Wie stark diese sogenannten Blendenstrahlen auf dem Bild erscheinen, bestimmst du mit der Blendeneinstellung und der Länge der Verschlusszeit. Je nachdem wie dein Bild später wirken soll, kannst du das Aussehen dieser Strahlen beeinflussen.

blendensterne

In diesem Beispiel haben wir die Blende nacheinander von f1.4 bis f16 geschlossen. Man kann gut erkennen wie sich dabei das Aussehen des Lichtpunktes ändert.

Das unten zu sehende Foto wurde mit einer geschlossenen Blende von f22.0 fotografiert. Dadurch sind die Strahlen um alle Laternen besonders deutlich ausgeprägt. Auch um das helle Grünlicht der Ampel im rechten Teil des Bildes haben sich deutliche Strahlen gebildet. Hier haben wir diesen Effekt bewusst eingesetzt um die winterliche Stimmung noch weiter zu unterstreichen.

Aber warum entstehen diese Strahlen um alle Lichtquellen? Ist die Blendenöffnung weit geöffnet, so bildet sie eine fast kreisrunde  Öffnung im Objektiv, in dieser Stellung treten die Blendenstrahlen nur sehr gering oder gar nicht auf. Weist die Blende jedoch eine kleine  Öffnung auf, so wie es bei einer geschlossenen Blende der Fall ist, dann bilden sich durch die eckige Anordnung der Blendenlamellen Strahlen um die Lichtquelle, was diesen Effekt verursacht. Die Anzahl der Strahlen hängt von der Anzahl der Blendenlamellen im Objektiv ab. Bei einer geraden Lamellenzahl ist sie gleich, bei ungerader Lamellenzahl hat der “Stern” doppelt so viele Strahlen. Bei Objektiven die bereits Bauart bedingt zu jedem Zeitpunkt eine Kreisrunde Blendenöffnung haben, tritt dieser Effekt nicht auf. Dies ist aber nur selten der Fall.

Du kannst also ohne Hilfe von zusätzlichen Filtern einen Sterneffekt um alle Lichtquellen zaubern. Wenn du diesen Effekt verstärken willst, helfen sogenannte Sternfilter welche vor das Objektiv geschraubt werden können. Sie besitzen ganz feine eingefräste Rille auf dem Glas welche dafür sorgen, das Lichtquellen sehr ausgeprägte Sternchen auf dem Foto erzeugen.

Die hyperfokale Distanz:

Um die beste Tiefenschärfe sowie die optimale Blende einzustellen benötigt es einige Berechnungen. Die hyperfokale Distanz beschreibt die richtige Blendeneinstellung in der Landschaftsfotografie. Die höchste Blendenzahl bedeutet nicht gleich dass damit die beste Schärfe erreicht wird. Ab einer bestimmten Blendenöffnung tritt bei einem Objektiv die sogenannte Beugungsunschärfe auf. Hierbei wird das Licht an den Kanten den Blende abgelenkt und das Bild wird unscharf. Die einfachste Möglichkeit besteht darin, die richtige Blendenöffnung durch ausprobieren herauszubekommen. Hierbei hilft dir der Abblendknopf am Rand des Objektives weiter. Drückst du diesen Knopf so wird die Blende auf den eingestellten Wert geschlossen. Das Bild wird sich im Sucher abdunkeln und somit ist diese Variante nur bedingt einsetzbar da du bei Dämmerung wenig durch den Sucher erkennen wirst.

Die beste und sicherste Möglichkeit ist es, die hyperfokale Distanz auszurechnen. Hierbei stellst du das Bild auf dass im Bildausschnitt nächste Objekt scharf. Die richtige Blende sorgt dann für die optimale Tiefenschärfe. Als “Hyperfokale Distanz” wird die Distanz von einer Kamera zu einem Objekt bezeichnet, ab der bei einer bestimmten Blende und  Brennweite alles hinter dem Fokuspunkt mit einer guten Schärfe abgebildet wird. Aus diesen Werten lässt sich also die richte Blende berechnen. Die Formel lautet wie folgt:  “Brennweite im Quadrat geteilt durch (Blendenwert multipliziert mit Unschärfekreis-durchmesser)”. Damit du nicht immer bei jedem Foto den Wert neu ausrechnen musst gibt es einige Möglichkeiten die hyperfokale Distanz zu berechnen. Hier findest du einen Rechner um die hyperfokale Distanz zu berechnen.

Möchtest du die hyperfokale Distanz nicht immer errechnen, kannst du auch einen Blendenwert von 9-11 nutzen. In diesem Bereich ist der Vordergrund scharf und der Hintergrund besitzt nur eine sehr leichte kaum wahrnehmbare Unschärfe.

Die passende Verschlusszeit:

Die Verschlusszeit oder auch Belichtungszeit genannt, bestimmt die Dauer in der der Verschluss geöffnet bzw. aktiviert ist und wie lange der Bildsensor belichtet wird. Der Verschluss einer Kamera kann mechanisch oder elektrisch sein. Bei einem mechanischen Verschluss wird der Bildsensor von einer Art Vorhang verdeckt, welcher den Bildsensor beim betätigen des Auslösers über die vorher gewählte Verschlusszeit freigibt und anschließend wieder verdeckt. Bei einem elektrischen Verschluss wird der Bildsensor lediglich über die vorher eingestellte Verschlusszeit lichtempfindlich geschaltet und besitzt keine mechanischen Teile mehr.

In der Landschaftsfotografie kommt es in der Regel zu relativ kurzen Belichtungszeiten. Wenn du allerdings am Abend oder in der Nacht fotografierst, verlängert sich auch die Belichtungszeit da du mehr Licht „einfangen“ musst. Diese Lichtmenge dosierst du mit Hilfe der Belichtungszeit. Dabei ist es egal, ob nur kurz sehr viel Licht auf den Sensor trifft oder dieser länger mit weniger Licht belichtet werden muss. Deine Kamera sollte darum die Möglichkeit unterstützen, die Belichtungszeit manuell anpassen zu können. Im Bildmodus M kannst du bei den meisten Kameramodellen eine manuelle Belichtungszeit von max. 30 Sekunden, bei anderen Herstellern wie z.B. Olympus max. 60 Sekunden einstellen.

Die Sekunden werden auf dem Display mit einem Gänsefüßchen angegeben. Eine 30” bedeutet also das die Belichtungszeit auf 30 Sekunden gestellt ist. Fehlen diese Gänsefüßchen, handelt es sich um 1/30 Sekunden, was natürlich um ein vielfaches kürzer ist als 30 Sekunden.

Der Autofokus:

Manchmal wiegt man sich im sicheren Glauben, mit Hilfe des Autofokus ein scharfes Bild fotografiert zu haben. Auch die Vorschau auf dem Kameradisplay untermauert diesen trügerischen Eindruck oft zusätzlich, da dort alles auf dem ersten Blick so aussieht, als sei das Foto scharf. Überträgt man seine Bilder dann aber auf den heimischen Rechner um diese voller Vorfreude etwas nachzuarbeiten, trifft einen schnell die Ernüchterung.  Alle Bilder besitzen in voller Auflösung eine störende Unschärfe. In geringer Auflösung fällt diese gar nicht so stark auf, in großer Auflösung ist sie hingegen ganz schön störend. Zum Glück treten Fokusprobleme meistens nur bei wenig Licht auf. Wenn du am Tag fotografierst, kannst du dich bei einer ordnungsgemäß funktionierenden Kamera auch auf den Autofokus verlassen.

Sollte der Autofokus doch einmal Probleme machen, kannst du dein Foto auch schnell manuell scharfstellen. Was du hierbei beachten solltest, erfährst du im nächsten Abschnitt.

Automatisch Fokusieren:

Je nach Kamera bzw. Objektiv arbeitet der Autofokus verschieden gut bzw. schlecht. Oft kann es vorkommen, dass der Autofokus keinen festen Punkt findet und das Motiv nicht scharfstellen kann. Dies kommt durch den teilweise geringen Kontrastumfang bzw. von zu wenigen Strukturen von hellen sowie dunklen Teilen im Bildausschnitt. Auch bei größeren Grünflächen ohne viel Kontrastunterschiede kann der Autofokus Probleme machen. Befinden sich genug Strukturen in deinem Bildausschnitt, ist es dem Autofokus meistens möglich, etwas scharf zu stellen.

Wenn das Motiv es zulässt und der Autofokus seine Arbeit tut, dann empfiehlt es sich, diesen auch zu nutzen. Überprüfe dabei jedoch unbedingt eine vorher gemachte Aufnahme auf dem Kameradisplay und vergrößer diese soweit es geht um eine eventuell aufgetretene Fehlfokusierung und damit eine Unschärfe rechtzeitig zu erkennen.

Ist das Bild trotz Autofokus unscharf oder kurbelt der AF sich einen Wolf und bleibt am Ende doch bei einem vollkommenen unscharfen Motiv stehen, so bleibt dir nichts anderes übrig, als die Schärfe manuell einzustellen. Keine Sorge, das ist kein Hexenwerk und geht recht schnell. Deine Kamera bzw. das Objektiv sollte darum einen manuellen Fokus besitzen.

Manuell Fokusieren:

Es gibt sehr viele Möglichkeiten, einen manuellen Fokus sehr genau zu setzen. Wir möchten dir hier die Möglichkeiten erläutern, mit denen wir selber schon gute Ergebnisse erzielt haben.

Über den LiveView scharfstellen:

Die einfachste Möglichkeit ist es, den Fokus über den LiveView Modus deiner Kamera einzustellen. Die meisten Kameras verfügen heutzutage bereits über den LiveView Modus. Dieser zeigt das Foto, welches du im Sucher siehst, auf dem Kameradisplay an.

Mit Hilfe einer digitalen Lupe, kannst du das Bild auf dem Display vergrößern. Suche dir auf dem Bild eine Stelle, an welcher du gut die Schärfe beurteilen kannst. Bei einer Landschaftsaufnahme können das zum Beispiel feinste Strukturen der Bäume oder Strommasten am Horizont sein. Je feiner die Strukturen, umso besser kannst du daran die Schärfe beurteilen.

Versuche nun zuerst, mit Hilfe des Autofokus den gewählten Bereich scharf zu stellen. Gelingt dir das, schalte anschließen den Autofokus ab und wechsel auf den manuellen Fokus. Dies solltest du tun, damit der Autofokus beim erneuten drücken des Auslösers nicht wieder erneut fokussieren möchte. Denn du hast die optimale Schärfe ja schon eingestellt.

Sollte der Autofokus aber keinen Schärfepunkt finden, dann musst du wohl oder übel manuell fokussieren. An dem vergrößerten Bereich auf deinem Kameradisplay sollte dies aber ohne Probleme möglich sein.

Wenn du keine Anhaltspunkte in deinem Motiv finden kannst, um die Schärfe korrekt einzustellen, hilft es auch, die Schärfe auf unendlich zu drehen. Da der richtige Schärfepunkt bei den meisten Objektiven aber etwas vor unendlich liegt, solltest du den Schärfering einfach 2-3mm zurück drehen.

Am besten ist es, wenn du dir den exakten Schärfepunkt einfach an deinem Objektiv mit einem kleinen Punkt markierst. Den kannst du ja bei guten Lichtbedingungen herausfinden.

Hinweis: Solltest du den Fokus eingestellt haben und danach eine Änderung der Blende durchführen. So empfehlen wir dir, die Schärfe noch einmal zu checken und ggf. noch einmal neu zu fokussieren. Bei vielen Objektiven ändert sich die Schärfe beim ändern der Blende. Dieser Effekt tritt zwar nur sehr gering auf, um die optimale Schärfe zu erreichen, lohnt sich aber ein erneutes Fokussieren.

Tipps zur perfekten Landschaftsaufnahme

Die Zeit:

Wie bei der Nachtfotografie spielt auch bei der Landschaftsfotografie die Zeit bzw. die richtige Jahreszeit eine große Rolle. Denn je nach Uhrzeit oder sogar Jahreszeit besitzt das spätere Motiv bestimmte Reize. Die Lichtstimmung gibt dem Bild die benötigte Spannung und sorgt für Abwechslung. Auch wenn das Motiv gleich bleibt, so sieht eine Landschaft im Abendrot um einiges attraktiver aus als zur Mittagszeit. Nutze also lieber die Zeiten wo das Licht interessanter wirkt. Das ist zum Beispiel am frühen Abend oder zum Sonnenaufgang der Fall.

Ein interessantes Landschaftsmotiv ist nicht immer schnell zu erreichen. In vielen Fällen musst du einen Fußmarsch in Kauf nehmen. Daher solltest du auf jeden Fall genügend Zeit einplanen um nicht zu spät an deinem Fotostandpunkt zu sein.

00359

Im Beispielbild links siehst du die verschneite Landschaft rund um Altenberg. durch den weißen Schnee kommen die entfernten Schneebedeckten Berge mit den Bäumen sehr gut zur Geltung.

Sehen was am Himmel passiert:

Der Himmel sowie die Wolken spielen eine große Rolle beim fotografieren von Landschaften. Denn sie übermitteln dem Betrachter die Stimmung des jeweiligen Bildes. Ob es Sommer, Winter oder Frühling war oder ob das Bild dramatisch bzw. harmonisch und mild wirkt, dies alles wird bei der Landschaftsfotografie vom Himmel bestimmt. Achte darum auf die richtige Wirkung des Himmel und setzte bestimmte Ereignisse gut in Szene. So kann eine Gewitterfront dein Bild super aufpeppen, aber auch ein Regenbogen ist sicherlich ein interessantes Motiv.

Beim unten zu sehenden Foto waren wir zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Wir sahen am Horizont eine Gewitterfront anziehen und suchten uns schnell einen geeigneten Standpunkt. Den Weg setzten wir bewusst in die rechte untere Ecke sodass er nach links in das Bild führt. Die Gewitterfront zauberte glücklicherweise direkt diagonal zum Weg eine weitere Linie welche den Blick des Betrachters lenkt.

Eine Gewitterfront über Zinnwald.

Der richtige Standpunkt:

Der Fotostandpunkt entscheidet ob Dein Bild ein „Knippserbild“ oder das perfekte Landschaftsfoto wird. Langweilige Perspektiven sorgen dafür dass das Bild den Betrachter nicht beschäftigt und er es so auch ganz schnell wieder vergisst. Die richtige Perspektive beeinflusst die Wirkung auf Dein Motiv und sorgt so für eine gelungene Aufnahme.

Als aller erstes ist es wichtig, überhaupt einmal ein passendes Landschaftsmotiv zu finden und sich dann den passenden Fotostandpunkt heraus zu suchen. Du solltest bei der richtigen Wahl deines Fotostandpunktes beachten, dass du so gut wie möglich ungestört bist. Da die Wahl der richtigen Einstellungen oder das herausfinden des optimalen Bildausschnittes und dann das eigentliche gestalten des Bildes eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen werden, solltest du sicher gehen, das du deinen gewählten Standpunkt auch nicht so schnell wieder verlassen musst. Bei Landschaften ist dies zum Glück selten der Fall. Du kannst dich also in aller Ruhe deinem Foto widmen.

Teilweise ist es ratsam, einen geplanten Fotostandpunkt bereits am Tag zu besuchen. Denn bei Tageslicht kannst du dir einen besseren Überblick von der Umgebung machen und beispielsweise schon passende Perspektiven oder Motive entdecken. Wenn du dann eine schöne Idee für ein Foto gefunden hast, kannst du bei schönerer Stimmung wiederkommen und das Foto dann so umsetzen wie du es geplant hast.

Natürliche Effekte:

Effekte wie Wasserflächen, Regen, Staub, Nebel und andere Dinge eignen sich sehr gut um dein Motiv zu gestalten. Eine nebelige Berglandschaft wirkt doch um einiges spannender als ohne Nebel. Auch Wasserflächen, in denen sich die Landschaft spiegelt eignen sich perfekt dafür. Wir haben die Erfahrung gemacht dass es oftmals zur Nebelbildung kommt wenn es am Vortag geregnet hat. Findest du eine Stelle die für Nebelbildung bekannt ist so lohnt sich ein Besuch nach einen Regenschauer ganz bestimmt. In den frühen Morgenstunden kommt es auch oft zur Nebelbildung.

Farben und Kontraste:

Das besondere an Landschaftsaufnahmen sind oft die Kontraste. Stark zueinander wirkende Kontraste geben dem Bild sehr viel Spannung. So eignen sich ein tiefblauer Himmel und davor ein knallgelbes Sonnenblumenfeld perfekt für eine Landschaftsaufnahme.

Tiefenwirkung:

Die Tiefenwirkung gibt deinem Bild eine räumliche Wirkung und kommt durch das richtige einsetzen von Licht, Farbe sowie Linienführung zustande. Wichtig ist die richtige Perspektive, so gelingt es dir schnell und einfach die passende Tiefenwirkung zu erzielen. Diagonalen führen Beispielsweise den Betrachter in Dein Bild hinein und lassen ihn das Bild erkunden. Der Horizont bildet dann eine natürliche Stoplinie welche dem Augen halt gibt. Eine Gute Landschaftsaufnahme lebt in den meisten Fällen durch seine passende Tiefenwirkung. Wenn du das Bild dann noch in einige Ebenen teilst kommt die Tiefenwirkung noch besser zu Geltung. Über den Vorder- und Hintergrund gehen wir im nächsten Punkt ein.

Sonnenuntergang am Lilienstein

Vorder- und Hintergrund

Eine Grundregel für gelungene Landschaftsaufnehmen ist es immer dem Bild einen Vorder bzw. Hintergrund zu geben da diese dem Bild den benötigten Raum verleiht. Dabei musst du dich je nach Motiv entscheiden ob du den Hintergrund als Hauptbestandteil deines Bildes machst oder den Vordergrund. Der Vordergrund muss nicht zwangsläufig im Nahbereich des Bildes liegen. Als Vordergrund kannst du alles nutzen was deutlich vor dem am weitesten entfernten Bereich des Bildes liegt.  Besonders gute Landschaftsaufnahmen gelingen wenn du in 3 Ebenen arbeitest und dem Bild einen Vorderebene (Vordergrund), eine Mittelebene (Mitte) und einen Hintergrundebene gibst. In unserem Beispiel bilden die frisch wachsenden Bäume und blühenden Sträucher den Vordergrund der sich leicht vor das tiefe Tal, die Basteibrücke und die Felsenn die den Mittelgrund bilden  erstreckt  und  der Nebel, der Lilienstein und der im dunst verschwindende Horizont den Hintergrund darstellen. durch eine kleine Blende ist das komplette Bild scharf abgebildet worden.

Nicht immer ist eine klare Trennung zwischen Vorder,- und Hintergrund möglich. Das ist zum Beispiel dann der Fall wenn du ein sich lang erstreckendes Feld mit Weizen oder Raps fotografieren möchtest.  Ein dennoch gutes Ergebniss erzielst du indem du die Kamera möglichst tief aufstellst und und somit die Entfernung des Feldes bis in den Hintergrund darstellst. Hintergrund sollte dabei einen weitaus kleineren teil in Anspruch nehmen als das Feld. So ist es möglich das Feld als Vordergrund zu nutzen welches in den Hintergrund übergeht.

Das Gegenlicht:

Besonders im Winter eignet sich die tiefstehende Sonne perfekt um Aufnahmen im Gegenlicht zu machen. Dabei bilden die abgebildeten Motive wie Bäume, Häuser, Berge etc. nur eine schwarze Kontur. Lässt es der Stand der Sonne zu so gibst du deinem Bild den besonderen Pepp wenn du es schaffst die Sonne direkt hinter dem Hauptobjekt wie zum Beispiel einem Baum, einer Kirche etc. zu platzieren. Somit erstrahlen die Kanten des Objektes und dass ganze bekommt einen besonderen Reiz.

Dynamik und Bewegung:

Auch bei der Landschaftsfotografie ist es dir möglich mehr Dynamik bzw. Bewegung in das Bild zu bekommen. durch eine längere Belichtung entstehen zum Beispiel bei Flussverläufen oder auch bei Wasserfällen sehr interessante Effekte. durch dass sich bewegende Wasser und die andauernde Belichtung bildet sich eine Art Schleiereffekt was dem Bild etwas geheimnisvoller verleiht.

Bei längeren Belichtungen zeichnet sich jedoch ein großes Problem auf. Da die meisten Landschaftsaufnahmen am Tag geschossen werden, kommt es bei längeren Belichtungszeiten zu sehr starken Überstrahlungen was zur Folge hat dass das spätere Bild einfach nur komplett weiß ist und keinerlei Informationen enthält. Hier bringt der Graufilter Abhilfe! Dieser besitzt eine verdunkelte Glasfläche welche weniger Licht hindurch lässt. Somit kann die Kamera länger belichten ohne dass es zu Überstrahlungen kommt da durch den Filter viel weniger Licht aufgenommen werden kann als ohne Filter. Um solche Bewegungen auf das Bild zu bekommen ist es Ratsam die Blende zu schließen um somit noch weniger Licht auf den Sensor zu bekommen. Der optimale Wert liegt zwischen Blende 22 und 32.

Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Solltet ihr über diesen Link etwas bestellen so bekommen wir eine kleine Provision. Aber ihr zahlt deswegen keinen Cent mehr.