Die Landschaftsfotografie ist ein weiteres großes Themengebiet der Fotografie. Hierbei wird die Schönheit sowie Einzigartigkeit von Landschaften festgehalten. Je nach Tages bzw. Jahreszeit haben Landschaften ihren besonderen Reiz. So ist ein Foto welches im Winter entstanden ist an demselben Ort im Frühjahr nicht wiederzuerkennen. Bei der Landschaftsfotografie* gibt es wie bei allen Themengebieten in der Fotografie einiges zu beachten. Wir möchten dir hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Fakten sowie einige Tipps und Tricks zur Landschaftsfotografie anbieten.
- Die Ausrüstung
- Die Kamera
- Das Objektiv - Das Zubehör
- Stativ
- Fernauslöser - Der richtige Filter
- Polfilter
- Verlaufsfilter
- Neutralfilter (Graufilter)
- Farbfilter - Eine Sache der Einstellungen
- Die Auflösung
- Der ISO-Wert
- Die richtige Blende
- Die hyperfokale Distanz
- Die passende Verschlusszeit
- Der Autofokus - Tipps zur perfekten Landschaftsaufnahme
- Die Zeit
- Sehen was am Himmel passiert
- Der richtige Standpunkt
- Natürliche Effekte
- Die Kontraste nutzen
- Tiefenwirkung
- Das Gegenlicht
- Dynamik und Bewegung
- Vorder- und Hintergrund
Die Ausrüstung
Die Kamera:
Wie bei den meisten Themengebieten kommt es auf verschiedene Einstellungsmöglichkeiten bei der Kamera an. Darum ist es wichtig dass deine Kamera manuelle Einstellungen ermöglicht und nicht nur aus vorgefertigten Motivprogrammen ausgewählt werden kann. Sinnvoll wäre es zum Beispiel wenn du die Blende, die Belichtungszeit sowie den ISO Wert manuell einstellen kannst.
Das Objektiv:
Bei der Landschaftsfotografie kommt es auf hohe Tiefenschärfe an. Somit spielt die Qualität des Objektivs eine große Rolle. In der Regel ist ein Objektiv welches sich im Bereich 18–55mm aufhält am besten für die Landschaftsfotografie geeignet. Auch die Qualität des Objektives spiegelt sich später auf den Bildern wieder. Natürlich ist es möglich mit einem Kit Objektiv gute Landschaftsaufnahmen zu machen. Betrachtet man die Fotos jedoch in voller Auflösung und vergleicht Sie mit Fotos eines hochwertigeren Objektives, so fallen die Unterschiede schon sehr auf.
Das Zubehör:
Auch wenn die Landschaftsfotografie größtenteils am Tag stattfindet, so ist ein geeignetes Stativ* sehr nützlich. Denn bei vielen Einstellungen verlängert sich die Belichtungszeit welche keine verwacklungsfreie Aufnahme per Hand zulässt. Das Stativ ermöglicht es dir weiterhin den Bildausschnitt exakt zu wählen oder vielleicht sogar das ein oder andere Landschaftspanorama zu schießen. Aus diesem Grund empfehlen wir immer ein Stativ mit dabei zu haben.
Fernauslöser:
Ein Fernauslöser* ist bei der Landschaftsfotografie keine Pflicht. Bei längeren Belichtungszeiten kann ein Fernauslöser jedoch sehr nützlich sein. Bei längeren Belichtungen reicht schon das drücken des Auslösers für Verwacklungen auf dem späteren Bild. Die Fernbedienung verhindert dies da du beim Auslösen nicht mehr die Kamera berühren musst. Hast du kein Fernauslöser zur Hand so tut es bei längeren Belichtungen auch der Selbstauslöser deiner Kamera. Ein Fernauslöser ist ratsam jedoch nicht unbedingt Pflicht. Bei den meisten Motiven ist die Belichtung eher kurz.
Der richtige Filter
Polfilter:
Der Polarisationsfilter, auch Polfilter* genannt ist ein Aufsatzfilter welcher nur Licht einer bestimmten Schwingungsrichtung hindurch lässt. Er polarisiert das eintreffende Licht und verhindert unerwünschte Reflexionen von glatten nichtmetallischen Oberflächen wie zum Beispiel Glas oder Wasseroberflächen. Weiterhin unterdrückt der Filter blaue Reflexe im Himmel und sorgt so dafür dass Grünflächen satter wiedergegeben werden. Auch ein wolkenloser blauer Himmel wirkt mit einem Polfilter um einiges satter als ohne Filter.
Verlauffilter:
Der Verlaufsfilter* ist ein Aufsatzfilter welcher das Licht in unterschiedlichen Helligkeiten hindurch lässt. Das Glas besitzt in den meisten Fällen einen horizontalen Verlauf welcher sich vom klaren Bereich langsam verdunkelt. Dieser Filter ist für die Landschaftsfotografie sehr gut geeignet. Er sorgt dafür dass das Motiv ausgeglichener wirkt. Der Verlauf bildet je nach Ausrichtung des Filters den Horizont und dunkelt den Himmel bzw. die zu sehende Landschaft sanft ab. In den meisten Fällen wird der Filter so aufgesetzt dass er den meist helleren Himmel abdunkelt und so die Kontraste im Bereich des Himmels auf dem späteren Bild besser zur Geltung kommen. Das Foto links wurde mit einem solchen Filter gemacht, hierbei wurde der Filter auf den Himmel gelegt sodass dieser sanft abgedunkelt wurde.
Mit dem RAW-Format sowie der richtigen Bildbearbeitung kannst du den Effekt eines Verlaufsfilters auch nachträglich am Foto hinzufügen, das Ergebnis ist jedoch nicht so sauber und gut wie mit einem echten Verlaufsfilter. PhotoShop CS4 bietet laut unseren Informationen erstmalig eine Grauverlaufsoption im RAW-Konverter an.
Die Preise eines Verlaufsfilters schwanken stark, so gibt es schon für wenig Geld passende Aufschraubfilter. Günstige Filter lassen sich jedoch nicht immer ausrichten sondern nur fest verschrauben. Oftmals muss der Verlauf jedoch an den Horizont ausgerichtet werden, Filter die dies ermöglichen sind dann jedoch um einiges teurer.
Neutralfilter:
Der Neutralfilter, auch Graufilter genannt ist ein dunkler Filter welcher es dem Fotografen ermöglicht längere Belichtungszeiten durchzuführen. Möchtest du zum Beispiel Wasserflächen oder auch Wasserfälle mit einer längeren Belichtung fotografieren, so dass sich schleierartige Effekte bilden, so musst du das Bild länger belichten. Am Tag ist dies jedoch selten möglich da das Bild trotz der kleinsten Blendenöffung stark überstrahlt ist. In diesem Fall ist der Neutralfilter genau dass richtige. Er verdunkelt das eintreffende Licht und sorgt so dafür dass länger belichtet werden kann. Diese längere Belichtung sorgt für effektvolle und spannende verschleierte Wasserflächen. Auch einen wolkigen Himmel kannst du mit Hilfe eines Neutralfilters länger belichten sodass Effektvolle Wolkenschleier entstehen.
Farbfilter:
Der Farbfilter ist wie der Name schon sagt ein farbiger Filter. Je nach Art lässt der Filter nur eine bestimmte Farbe durch. In den meisten Fällen besteht der Filter einfach aus einer gefärbten Glas bzw. Kunststoffscheibe. Für die digitale Fotografie ist der Filter allerdings nicht mehr so notwendig da die Wirkung eines solchen Filters auch nachträglich am PC mit der richtigen Bildbearbeitung erzielt werden kann.
Eine Sache der Einstellungen
Die Auflösung:
Die Auflösung deiner Kamera sollte auf maximal gestellt sein. In der Regel reichen 8 Megapixel vollkommen aus, jedoch sind 10-12 Megapixel empfehlenswerter um mehr Details festhalten zu können. Weiterhin ist es ratsam wenn du als Format das RAW Format einstellst. Das RAW Format ist quasi ein digitales Negativ welches spätere Einstellungsänderungen am heimischen PC zulässt.
Der ISO-Wert:
Der ISO Bereich einer Kamera ist je nach Modell unterschiedlich groß, achte darum bitte auf einen guten ISO Bereich, dieser liegt so zwischen dem Wert 100 bis 1600. Der ISO Wert gibt die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors bzw. des Filmes wieder, je höher der Wert umso Lichtempfindlicher ist der Sensor. Allerdings erhöht sich mit steigendem ISO Wert auch das Rauschen auf dem späteren Bild. Für die Landschaftsfotografie ist es empfehlenswert einen niedrigen ISO Wert zu verwenden. Dadurch werden zwar die Belichtungszeiten verlängert, allerdings verringert sich das Bildrauschen und der Dynamikumfang wird erhöht.
Die richtige Blende:
Das richtige Einstellen der Blende gehört zu einem der weiteren wichtigen Faktoren bei der Landschaftsfotografie. Somit sollte deine Kamera das manuelle Einstellen der Blende ermöglichen. Die Blende reguliert die Lichtmenge die durch das Objektiv auf den Bildsensor gelangt und ist Bestandteil jeder Kamera bzw. Objektives. Mit einer kleinen Blende (große Blendenzahl) wird der Vordergrund und der Hintergrund scharf abgebildet während bei größer werdender Blende (kleine Blendenzahl) der Hintergrund zunehmen unscharf dargestellt wird. Bei einem Blendenwert von f2.8 liegt der Fokus auf einem sehr schmalen Bereich. Alles was sich neben dem fokussierten Bereich befindet erscheint unscharf. Ein hoher Blendenwert sorgt für eine Hohe Tiefenschärfe. Auch weit erstreckende Landschaften erscheinen somit scharf. Für die Landschaftsfotografie ist somit ein hoher Blendenwert am besten geeignet da damit Vordergrund als auch Hintergrund scharf dargestellt werden.
Die hyperfokale Distanz:
Um die beste Tiefenschärfe sowie die optimale Blende einzustellen benötigt es einige Berechnungen. Die hyperfokale Distanz beschreibt die richtige Blendeneinstellung in der Landschaftsfotografie. Die höchste Blendenzahl bedeutet nicht gleich dass damit die beste Schärfe erreicht wird. Ab einer bestimmten Blendenöffnung tritt bei einem Objektiv die sogenannte Beugungsunschärfe auf. Hierbei wird das Licht an den Kanten den Blende abgelenkt und das Bild wird unscharf. Die einfachste Möglichkeit besteht darin, die richtige Blendenöffnung durch ausprobieren herauszubekommen. Hierbei hilft dir der Abblendknopf am Rand des Objektives weiter. Drückst du diesen Knopf so wird die Blende auf den eingestellten Wert geschlossen. Das Bild wird sich im Sucher abdunkeln und somit ist diese Variante nur bedingt einsetzbar da du bei Dämmerung wenig durch den Sucher erkennen wirst.
Die beste und sicherste Möglichkeit ist es, die hyperfokale Distanz auszurechnen. Hierbei stellst du das Bild auf dass im Bildausschnitt nächste Objekt scharf. Die richtige Blende sorgt dann für die optimale Tiefenschärfe. Als “Hyperfokale Distanz” wird die Distanz von einer Kamera zu einem Objekt bezeichnet, ab der bei einer bestimmten Blende und Brennweite alles hinter dem Fokuspunkt mit einer guten Schärfe abgebildet wird. Aus diesen Werten lässt sich also die richte Blende berechnen. Die Formel lautet wie folgt: “Brennweite im Quadrat geteilt durch (Blendenwert multipliziert mit Unschärfekreis-durchmesser)”. Damit du nicht immer bei jedem Foto den Wert neu ausrechnen musst gibt es einige Möglichkeiten die hyperfokale Distanz zu berechnen. Hier findest du einen Rechner um die hyperfokale Distanz zu berechnen.
Möchtest du die hyperfokale Distanz nicht immer errechnen so kannst du auch einen Blendenwert von 9-11 nutzen. In diesem Bereich ist der Vordergrund scharf und der Hintergrund besitzt nur eine leichte Unschärfe.
Die passende Verschlusszeit:
Die Verschlusszeit regelt die Dauer der Belichtung und ist je nach Motiv verschieden. Bei für Landschaftsaugnahmen klein eingestellter Blende benötigt die Kamera je nach Helligkeit des Umgebungslichtes eine längere Verschlusszeit um das Bild ausreichend belichten zu können. Da bei wenig Umgebungslicht somit auch längere Verschlusszeiten zustande kommen können empfiehlt es sich sehr auch bei der Landschaftsfotografie ein Stativ zu verwenden.
Der Autofokus:
Bei der Landschaftfotografie kommt es auf gute Schärfe sowie Detailzeichnung an, denn auch winzige Details die am Horizont liegen sollen auf dem späteren Bild gut erkennbar sein. Um die optimale Schärfe aus deinem Bild heraus zu holen kannst du so weit wie möglich an das Motiv heran zoomen. Nun stellt der Autofokus das Motiv scharf. Stelle anschließend auf den manuellen Fokus und zoome zu deinem gewünschten Bildausschnitt zurück, Dein Bild besitzt nun die optimale Schärfe. In den meisten Fällen liegt der zu scharfstellende Bereich im unendlichen. Somit brauchst du nur im manuellen Fokus auf unendlich zu stellen und die optimale Schärfe wird erreicht.
* parfokale Zoomobjektive: Die Fokussierung bleibt beim verändern der Brennweite konstant.
Tipps zur perfekten Landschaftsaufnahme
Die Zeit:
Wie bei der Nachtfotografie spielt auch bei der Landschaftsfotografie die Zeit bzw. die richtige Jahreszeit eine große Rolle. Denn je nach Uhrzeit oder sogar Jahreszeit besitzt das spätere Motiv bestimmte Reize. Die Lichtstimmung gibt dem Bild die benötigte Spannung und sorgt für Abwechslung. Auch wenn das Motiv gleich bleibt, so sieht eine Landschaft im Abendrot um einiges attraktiver aus als zur Mittagszeit. Wenn du die Möglichkeit hast, das Motiv zu verschiedenen Zeiten zu fotografieren, so empfiehlt sich dies da du so die perfekte Stimmung für Dein Landschaftsfoto herausbekommen kannst.
Im Beispielbild links siehst du die verschneite Landschaft rund um Altenberg. durch den weißen Schnee kommen die entfernten Schneebedeckten Berge mit den Bäumen sehr gut zur Geltung.
Sehen was am Himmel passiert:
Der Himmel sowie die Wolken spielen eine große Rolle beim fotografieren von Landschaften. Denn sie übermitteln dem Betrachter die Stimmung des jeweiligen Bildes. Ob es Sommer, Winter oder Frühling war oder ob das Bild dramatisch bzw. harmonisch und mild wirkt, dies alles wird bei der Landschaftsfotografie vom Himmel bestimmt. Achte darum auf die richtige Wirkung des Himmel und setzte bestimmte Ereignisse gut in Szene. So kann eine Gewitterfront dein Bild super aufpeppen, aber auch ein Regenbogen ist sicherlich ein interessantes Motiv. Im Beispielbild rechts siehst du den Senftenberger See über dem das Sternbild des großen Wagens leuchtet. durch eine längere Belichtungszeit konnten wir sogar das Restlicht des schon längst vergangenen Sonnenuntergangs festhalten.
Der richtige Standpunkt:
Der Fotostandpunkt entscheidet ob Dein Bild ein „Knippserbild“ oder das perfekte Landschaftsfoto wird. Langweilige Perspektiven sorgen dafür dass das Bild den Betrachter nicht beschäftigt und er es so auch ganz schnell wieder vergisst. Die richtige Perspektive beeinflusst die Wirkung auf Dein Motiv und sorgt so für eine gelungene Aufnahme. Oft empfiehlt es sich den Kamerastandpunkt möglichst tief zu halten um dem Bild so eine spannende Tiefenwirkung zu verleihen.
Natürliche Effekte:
Effekte wie Wasserflächen, Regen, Staub, Nebel und andere Dinge eignen sich sehr gut um Dein Motiv zu gestalten. Eine nebelige Berglandschaft wirkt doch um einiges spannender als ohne Nebel. Auch Wasserflächen, in denen sich die Landschaft spiegelt eignen sich perfekt dafür. Wir haben die Erfahrung gemacht dass es oftmals zur Nebelbildung kommt wenn es am Vortag geregnet hat. Findest du eine Stelle die für Nebelbildung bekannt ist so lohnt sich ein Besuch nach einen Regenschauer ganz bestimmt. In den frühen Morgenstunden kommt es auch oft zur Nebelbildung.
Farben und Kontraste:
Das besondere an Landschaftsaufnahmen sind oft die Kontraste. Stark zueinander wirkende Kontraste geben dem Bild sehr viel Spannung. So eignen sich ein tiefblauer Himmel und davor ein knallgelbes Sonnenblumenfeld perfekt für eine Landschaftsaufnahme.
Tiefenwirkung:
Die Tiefenwirkung gibt deinem Bild eine räumliche Wirkung und kommt durch das richtige einsetzen von Licht, Farbe sowie Linienführung zustande. Wichtig ist die richtige Perspektive, so gelingt es dir schnell und einfach die passende Tiefenwirkung zu erzielen. Diagonalen führen Beispielsweise den Betrachter in Dein Bild hinein und lassen ihn das Bild erkunden. Der Horizont bildet dann eine natürliche Stoplinie welche dem Augen halt gibt. Eine Gute Landschaftsaufnahme lebt in den meisten Fällen durch seine passende Tiefenwirkung. Wenn du das Bild dann noch in einige Ebenen teilst kommt die Tiefenwirkung noch besser zu Geltung. Über den Vorder- und Hintergrund gehen wir im nächsten Punkt ein.
Vorder- und Hintergrund
Eine Grundregel für gelungene Landschaftsaufnehmen ist es immer dem Bild einen Vorder bzw. Hintergrund zu geben da diese dem Bild den benötigten Raum verleiht. Dabei musst du dich je nach Motiv entscheiden ob du den Hintergrund als Hauptbestandteil deines Bildes machst oder den Vordergrund. Der Vordergrund muss nicht zwangsläufig im Nahbereich des Bildes liegen. Als Vordergrund kannst du alles nutzen was deutlich vor dem am weitesten entfernten Bereich des Bildes liegt. Besonders gute Landschaftsaufnahmen gelingen wenn du in 3 Ebenen arbeitest und dem Bild einen Vorderebene (Vordergrund), eine Mittelebene (Mitte) und einen Hintergrundebene gibst. In unserem Beispiel bilden die frisch wachsenden Bäume und blühenden Sträucher den Vordergrund der sich leicht vor das tiefe Tal, die Basteibrücke und die Felsenn die den Mittelgrund bilden erstreckt und der Nebel, der Lilienstein und der im dunst verschwindende Horizont den Hintergrund darstellen. durch eine kleine Blende ist das komplette Bild scharf abgebildet worden.
Nicht immer ist eine klare Trennung zwischen Vorder,- und Hintergrund möglich. Das ist zum Beispiel dann der Fall wenn du ein sich lang erstreckendes Feld mit Weizen oder Raps fotografieren möchtest. Ein dennoch gutes Ergebniss erzielst du indem du die Kamera möglichst tief aufstellst und und somit die Entfernung des Feldes bis in den Hintergrund darstellst. Hintergrund sollte dabei einen weitaus kleineren teil in Anspruch nehmen als das Feld. So ist es möglich das Feld als Vordergrund zu nutzen welches in den Hintergrund übergeht.
Das Gegenlicht:
Besonders im Winter eignet sich die tiefstehende Sonne perfekt um Aufnahmen im Gegenlicht zu machen. Dabei bilden die abgebildeten Motive wie Bäume, Häuser, Berge etc. nur eine schwarze Kontur. Lässt es der Stand der Sonne zu so gibst du deinem Bild den besonderen Pepp wenn du es schaffst die Sonne direkt hinter dem Hauptobjekt wie zum Beispiel einem Baum, einer Kirche etc. zu platzieren. Somit erstrahlen die Kanten des Objektes und dass ganze bekommt einen besonderen Reiz.
Dynamik und Bewegung:
Auch bei der Landschaftsfotografie ist es dir möglich mehr Dynamik bzw. Bewegung in das Bild zu bekommen. durch eine längere Belichtung entstehen zum Beispiel bei Flussverläufen oder auch bei Wasserfällen sehr interessante Effekte. durch dass sich bewegende Wasser und die andauernde Belichtung bildet sich eine Art Schleiereffekt was dem Bild etwas geheimnisvoller verleiht.
Bei längeren Belichtungen zeichnet sich jedoch ein großes Problem auf. Da die meisten Landschaftsaufnahmen am Tag geschossen werden, kommt es bei längeren Belichtungszeiten zu sehr starken Überstrahlungen was zur Folge hat dass das spätere Bild einfach nur komplett weiß ist und keinerlei Informationen enthält. Hier bringt der Graufilter Abhilfe! Dieser besitzt eine verdunkelte Glasfläche welche weniger Licht hindurch lässt. Somit kann die Kamera länger belichten ohne dass es zu Überstrahlungen kommt da durch den Filter viel weniger Licht aufgenommen werden kann als ohne Filter. Um solche Bewegungen auf das Bild zu bekommen ist es Ratsam die Blende zu schließen um somit noch weniger Licht auf den Sensor zu bekommen. Der optimale Wert liegt zwischen Blende 22 und 32.
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Kleiner Lapsus: “Am Tag ist dies jedoch selten möglich da das Bild trotz der kleinsten Blende stark überstrahlt ist.” Ihr meint kleinsten Blendenöffnung (das ist bei größter Blende), oder hab ich was durcheinandergehauen?
Naja etwas haust Du durcheinander.
Eine kleine Blendenöffung bedeutet eine große Blendenzahl. Der Satz soll sagen das das Bild trotz einer kleinen Blende durch die lange Belichtung überstrahlt ist da das Tageslicht einfach noch zu hell ist.
Aber ich ersetze das Wort Blende durch Blendenöffung. Da hast Du Recht, das ist etwas irreführend.
Vielen Dank für Dein Feedback.
Danke fuer diese wirklich guten Tipps. Besitze seit kurzem eine hochwertigere Kamera mit Wechselobjektiv (Sony NEX-5) und lese mich gerade in die Grundlagen von Fotografie jeseits von Schnappschuessen ein und hier hab ich ne wahre Fundgrube (und schoene Fotos) entdeckt, Danke!
Dazu gleich eine Frage, wie Ihr bei so etwas vorgehen würdet.
Also z.B.
http://www.flickr.com/photos/wein-online/5184991547/sizes/l/in/photostream/
Der Vordergrund ist mangels Sonnelicht zu dunkel, der Bildhintergrund – also die Landschaft ist fast unterbelichtet. Müßte ich da eine Belichtungsreihe schiessen und das dann in einer Software zusammenbasteln?
@Manuel: Habe auch eine Sony NEX-5 angetestet, ich finde diese Kamera zwar von der Bildqualität gut, aber z.B. für den Einsatz bei einer Reise fände ich Zugriff auf die Enstellparameter zu stark reduziert.
Hallo Bernd, eine Belichtungsreihe musst Du nicht unbedingt machen. In Deinem Fall würde ein Verlaufsfilter auch reichen. Er dunkelt den oberen Teil des Bildes ab sodass Du etwas länger belichten kannst. Somit wäre der untere Teil des Bildes dann besser belichtet ohne das der Hintergrund überlichtet ist.
Hallo,
eine sehr gute Grundlage für den Einstieg in die Landschaftsfotografie!
Einen kleiner ergänzenswerter Punkt fällt mir noch spontan ein.
Bei Einsatz einer Spiegelreflexkamera in Verbindung mit längeren Belichtungen und Stativ, sollte die Kamera möglichst eine Spiegelvorauslösung haben. Ohne diese sind bei Langzeitbelichtungen die meisten Aufnahmen leicht leicht verwackelt. Warum? Erschütterung durch den Spiegelschlag.
Vielen Dank für den tollen Artikel und die Tipps! Da stehen wirklich wertvolle Informationen drin.
Da ich nun auch bald meinen Urlaub auf Teneriffa antrete, wollte ich mich ganz genau mit dem Thema Landschaftsfotografie beschäftigen. Einen Polfilter habe ich zwar schon, aber jetzt weiß ich, was ich mir noch besorgen sollte
Wirklich tolle Infos und wundervolle Bilder.
Ich war auf der suche nach Filtern und bin beim suchen über google auf diese Seite gestoßen. Jetzt weiß ich endlich wofür genau die verschiedenen Filter gut sind.
Ich bin noch nicht sehr lange in der Fotografie tätig und bin dabei mir Grundlegende Infos zu besorgen und deine Seite hier ist sehr hilfreich, und wird auch weiterhin eine super Hilfe darstellen.
Viel Danke für die ganzen Infos!
Eine Frage hätte ich noch. Hast du eine Art Studium absolviert oder kommt das alles durch “learning by doing?”