Feuerwerke fotografieren

Tipps & Tricks

Nicht nur in der Silvesternacht sondern das ganze Jahr hindurch, erleuchten Feuerwerke den Nachthimmel. Sei es zu Stadtfesten, Veranstaltungen, Jubiläumsfeiern oder an Silvester, ein Feuerwerk ist immer ein krönender Abschluss. Gern werden die farbenprächtigen Effekte am Himmel fotografisch festgehalten, doch nicht immer gelingen die Fotos so wie es vom Fotografen gewünscht ist.

Das Fotografieren von Feuerwerken ist eine künstlerische Herausforderung und wenn du die wichtigsten Dinge beachtest, ist es auch gar nicht so schwer. In diesem Artikel möchten wir auf die Grundlagen der Feuerwerksfotografie eingehen und dir Tipps und Tricks geben, wie das Spektakel auch fotografisch ein voller Erfolg wird. Mit etwas Übung gelingen dir ziemlich schnell brauchbare Fotos. Wir selbst fotografieren seit vielen Jahren und haben schon einige Erfahrungen zum Thema Feuerwerke fotografieren gemacht.

Damit du die grundlegenden Dinge beim Fotografieren in der Nacht verstehst, empfehlen wir dir unseren umfangreichen Artikel zum Thema „Tipps und Tricks zur Nachtfotografie„. Dort gehen wir Schritt für Schritt auf die wichtigsten Dinge der Nachtfotografie ein. Solltest du also wenig Erfahrung beim Fotografieren mit wenig Licht haben, legen wir dir diesen Nachtfotografie Artikel ans Herz.

Und da es oft schnell gehen soll, hier noch ein Hinweis…

Hinter einem solchen blauen Balken befinden sich die wichtigsten Fakten noch einmal zusammengefasst. Du findest die blauen Texte hinter den meisten Absätzen. So kannst du auch wenn es schnell gehen soll einige wichtige Grundlagen lernen.

Inhaltsverzeichnis

Checkkarte

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Bilder sagen mehr als tausend Worte. Daher gibt es hier eine kleine Checkkarte von uns. Diese verdeutlicht dir an kleinen Bildchen, wie das Zusammenspiel zwischen ISO-Wert, Blende und Belichtungszeit funktioniert. Auf der anderen Seite findest du die wichtigsten Fakten kurz zusammengefasst. Diese Karte kannst du kaufen, damit du sie auf deinen Fototouren immer dabei hast. Sie ist nicht nur für die Nachtfotografie, sondern für alle Themengebiete bestens geeignet.

In erster Linie unterstützt du damit dieses Tutorial und bedankst dich für die wohl möglich größte kostenlose Sammlung zu diesem fotografischen Themengebiet. Der Kauf ist daher als ein Dankeschön zu betrachten. smile

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Die Ausrüstung

Die Kamera

Wie bei allen Themengebieten in der Fotografie, gibt es auch für das Fotografieren von Feuerwerken einige Dinge die deine Kamera unbedingt unterstützen sollte. Bei deiner Kamera sollte die Möglichkeit bestehen, Blende, Verschlusszeit, den ISO-Wert sowie den Fokus manuell einstellen zu können. Nur so kannst du auf die jeweiligen Situationen die passenden Parameter anpassen.

In der Regel meistert jede normale digitale Kamera solche Aufgaben, auf der sicheren Seite bist du allerdings mit einer digitalen Spiegelreflexkamera oder einer guten Systemkamera. Hier entscheidet dein Geldbeutel, für welche Preisklasse du dich entscheidest. Gerade bei Nachtaufnahmen trennt sich schnell die Spreu vom Weizen was die Bildqualität angeht. Auch die neuen Systemkameras können wir dir empfehlen. Diese kommen ohne die von Spiegelreflexkameras bekannte Spiegeltechnik aus, ermöglichen es aber trotzdem, die Objektive für das jeweilige Themengebiet passend zu wechseln.

Sollte deine Kamera keine manuellen Einstellungen für Verschlusszeit oder Blende zulassen, kann es zum Beispiel vorkommen dass die Kamera das Bild bei jedem Foto neu fokussieren möchte und das Auslösen so unnötig verzögert wird. Oder sie belichtet viel zu kurz und du bekommst nicht die volle Schönheit des Feuerwerkes aufs Foto. Manuelle Einstellungsmöglichkeiten sind daher beim fotografieren von Feuerwerken sehr wichtig.

Nutze für die Feuerwerksfotografie am besten eine Spiegelreflex,- oder Systemkamera welche manuelle Einstellungen zulässt. Folgende manuelle Einstellungen sollten also möglich sein.

– Blende
– Verschlusszeit
– ISO-Wert

Das Objektiv

Die Wahl des richtigen Objektivs wird gerade bei Anfängern oft unterschätzt. Die Kamera nimmt zwar das Foto auf, das Objektiv sorgt aber dafür dass das Licht eingefangen wird und somit auf den Sensor gelangt. Das richtige Objektiv spielt darum eine sehr große, wenn nicht sogar die größte Rolle in der Fotografie.

Beim Fotografieren von Feuerwerken wird ein größerer Weitwinkel benötigt, darum eignet sich zum Beispiel ein Teleobjektiv weniger als ein Weitwinkelobjektiv. Bei einem Teleobjektiv wird der Bildinhalt nah herangezoomt. Dies hat den Nachteil dass du nicht das komplette Feuerwerk aufs Foto bekommst.

Für dass Fotografieren von Feuerwerken eignet sich beispielsweise Standardobjektive von 16-24 mm Brennweite sehr gut. Je nachdem wie weit du vom Feuerwerk weg stehst, sind unterschiedliche Brennweiten notwendig. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass es sehr schwer ist, die endgültige Effekthöhe eines Feuerwerkes vorher abzuschätzen. Meistens steht man viel zu nah dran und bekommt somit nicht alles aufs Foto. Daher gehst du mit einem Weitwinkelobjektiv auf jeden Fall auf Nummer sicher.

Solltest du eine APS-C Kamera mit Cropfaktor verwenden, musst du die Brennweite mit dem vom Hersteller genannten Cropfaktor multiplizieren. Bei vielen Canon Kameras ist der Cropfaktor beispielsweise mit 1,6 angegeben. Bei solchen Kameras ist eine Brennweite von 11-16 mm ratsam. Hier ein Beispiel: 16 x 1,6 = 25,6 mm.

Wir fotografieren große Feuerwerke gern mit 24mm Brennweite. Dabei stehen wir ca. 200-300 Meter vom Abbrenner entfernt. Sollte das Feuerwerk auf dem Foto durch das Weitwinkelobjektiv etwas kleiner erscheinen, kannst du das Foto im Nachhinein problemlos zuschneiden. Das fotografieren von Feuerwerksbatterien zu Silvester ist mit einem 24mm Objektiv ebenfalls problemlos möglich. Wichtig ist nur genügend Abstand zur Batterie zu haben, um alle Effekte aufs Bild zu bekommen.

Canon EOS 5D Mark III | Canon EF 100-400mm L IS USM | Belichtung: 10s | ISO 100 | Blende: f5,60 | Brennweite: 400mm

Das oben zu sehende Foto wurde beispielsweise mit einem 400mm Teleobjektiv gemacht. Denn der Fotostandpunkt befand sich mehrere Kilometer vom Feuerwerk entfernt. Für solche Aufnahmen ist gutes Wetter und eine klare Sicht auf das Feuerwerk sehr wichtig. Wenn das Wetter gut ist, dann können auch Feuerwerksfotos aus großen Entfernungen durchaus reizvoll sein.

Um sehr nah an ein Feuerwerk heran zu kommen, benötigst du ein Weitwinkel Objektiv. Mit der sehr kurzen Brennweite schaffen es diese Objektive, einen Blickwinkel von fast 180° abzudecken. Damit bekommst du das Feuerwerk samt seiner Effekte in voller Größe auf das Bild und das bei einem vergleichsweise geringen Abstand. Beachte allerdings, das diese Objektive oftmals durch ihre kurze Brennweite eine Verzerrung in den Randbereichen aufweisen.

Bei uns kommt oft das Canon EF 16-35 mm f/2.8L III USM zum Einsatz. Dieses Objektiv hat eine sehr gute Abbildungsleistung und bietet uns genügend Weitwinkel und einen Spielraum von 16-35 mm für die Auswahl eines perfekten Bildausschnittes. Wenn wir nicht sicher sind, wie hoch das Feuerwerk sein wird und welche Brennweite sich am besten eignet, schrauben wir meistens unser Canon EF 24-70mm f/2.8L II USM Zoomobjektiv auf die Kamera. Damit kann man die Brennweite spontan sehr schnell ändern und sich so auf das jeweilige Feuerwerk einstellen. Grundsätzlich kannst du aber jedes Objektiv mit ca. 24mm Brennweite nutzen.

Canon EOS 5D Mark III | Canon EF 24-70mm f/2.8L II USM | Belichtung: 5s | ISO 100 | Blende: f13,00 | Brennweite: 24mm

Das oben zu sehende Foto wurde zum Beispiel mit einem Canon EF 24-70mm f/2.8L II USM aufgenommen. Der Fotostandpunkt befand sich sehr nah am Abbrenner und wir mussten mit der Kamera steil nach oben blicken. Nur mit einem Weitwinkelobjektiv gelingt diese schwierige Aufnahme relativ problemlos. Wir mussten das Foto anschließend lediglich mittels Photoshop entzerren da durch den steilen Blickwinkel nach oben sehr starke stürzende Linien auftraten.

Für das Fotografieren von Feuerwerken eignen sich Weitwinkelobjektive mit einer Brennweite von 16 bis 24 mm besonders gut. Damit bekommst du die gesamte Größe eines Feuerwerks am besten auf das Foto.

Nachfolgend haben wir dir noch zwei nicht so sehr teure Objektive verlinkt, die sich für das Fotografieren von Feuerwerken gut eignen.

Das Stativ

Wie auch bei der Nachtfotografie, musst du beim fotografieren von Feuerwerken mit wenig Licht und langen Belichtungszeiten auskommen. Aus diesem Grund ist ein Stativ unabdingbar. Es ist sogar noch wichtiger als beim Fotografieren von Gebäuden bei Nacht. Durch die leuchtenden Effekte wird sonst jeder Wackler sofort auf dem Foto sichtbar.

Da die meisten geeigneten Fotostandpunkte auf freiem Gelände liegen, gibt es keine Möglichkeit die Kamera irgendwo aufzulegen. Um Verwacklungen auf dem Bild zu vermeiden, solltest du darum unbedingt ein stabiles Stativ Verwenden. Ein Stativ ist für die Feuerwerksfotografie also auf jeden Fall Pflicht!

Achte bei deinem Stativ darauf, das es nicht zu leicht ist. Gerade bei Wind sollte das Stativ etwas wiegen und sicher stehen. Daher eignen sich Stativ aus Metall besonders gut. Sie wiegen zwar mehr als die günstigeren Stative aus Plastik, geben dem Wind aber etwas mehr Widerstand. Bei uns kommt ein stabiles Manfrotto Stativ zum Einsatz.

Das obere Foto zeigt deutlich, wie sich bereits kleinste Vibrationen auf das Foto übertragen. Die wellenförmigen Lichtspuren kommen von einem schwingenden Stativ. Je größer diese Schwingungen sind, umso stärker ist das Foto verwackelt.
Die meisten Stative bieten heutzutage eine Vielzahl an unterschiedlichen Funktionen. Du kannst zum Beispiel bei vielen Modellen die Mittelsäule ausfahren oder umklappen. Das ist sehr nützlich wenn du beispielsweise in einem Raum stehst und aus einem Fenster fotografieren musst. Das umklappen der Mittelsäule ermöglicht es dir dann trotzdem, deine Kamera außerhalb des Fensters zu platzieren. Auch eine nützliches Wasserwaage zum ausrichten des Statives gehört bei vielen Anbietern heute schon zum Standard.

Wenn es nicht unbedingt notwendig ist, lasse die Mittelsäule des Stativs aber eingefahren und fahre die Beine sowie die Mittelsäule nur soweit wie nötig aus, denn mit wachsender Länge wird die ganze Konstruktion instabiler. Es kommt oft vor das der Wind eine zu weit ausgefahrene Mittelsäule zum schwingen bringt. Diese nur leichten Bewegungen reichen aus, um das Bild unscharf erscheinen zu lassen. In erster Linie zählt aber die richtige Perspektive. Mache also keine Kompromisse beim Motiv, weil du dein Stativ nicht weiter ausfahren möchtest. Fahre die Beine aber nicht unnötig weit aus. So sorgst du für bestmögliche Standfestigkeit.

Das Stativkopf

Empfehlenswert ist auch noch die Verwendung eines Kugelkopfes oder Getriebeneigers, der auf dem Stativ befestigt wird. Mit diesem kannst du die Kamera schnell und sicher innerhalb kürzester Zeit in jede beliebige Position bringen und exakt gerade ausrichten. So ein Stativkopf ist jedoch etwas teurer. Wenn du dieses Geld nicht ausgeben möchtest, reicht auch ein normales Stativ, das größtenteils auch eine exakte Ausrichtung der Kamera mithilfe eines einfachen 3-Wege-Kopfes ermöglicht. Oft ist dies aber etwas mühsamer als mit einem Kugelkopf.

Die sogenannten 3D-Neiger oder Getriebeneiger bieten gleich mehrere Vorteile. Sie ermöglichen das separate Einstellen jeder einzelnen Bildachse durch das Drehen der dafür vorgesehenen Stellschrauben, während die beiden anderen Achsen fixiert bleiben. Solche Stativköpfe werden auch oft von Filmern verwendet, da man mit dieser Technik sanfte Schwenkbewegungen umsetzen kann. Der Vorteil an so einem Getriebeneiger ist der, dass die Kamera quasi immer fest fixiert ist und durch Drehen der Stellschrauben bewegt wird. Ein separates Feststellen ist somit nicht mehr notwendig.

Ein Stativ ist Pflicht! Denn bei der Nachtfotografie kommt es oft zu längeren Belichtungszeiten. Damit du die Kamera auf dem Stativ gut ausrichten kannst, empfehlen wir noch einen Stativkopf. Das kann ein Getriebeneiger oder Kugelkopf sein.

Der Fernauslöser

Ein Fernauslöser zum Auslösen der Kamera ist ein super Hilfsmittel um Verwacklungen zu vermeiden. Denn es kommt oft schon beim Drücken des Auslösers zu kleineren Bewegungen, die am Ende für unscharfe Bilder sorgen. Wird zum Beispiel eine Belichtungsreihe erstellt, so kann man dies über den Fernauslöser steuern, ohne die Kamera zu berühren. Ein leichtes Verschieben während der Einstellungsänderungen wird somit vermieden.

Gerade bei Feuerwerken ist eine solche Fernbedienung sehr zu empfehlen. Du kannst dem Feuerwerk gemütlich zusehen, während du bequem mit dem Auslöser in der Hand deine Fotos machst.

Moderne Kameras bieten auch die Möglichkeit, die Kamera per App auszulösen. Allerdings findet dies meistens mit einer kurzen Verzögerung statt. Gerade bei Feuerwerken, wo das auslösen der Kamera sehr genau stattfinden sollte, ist dieses Problem sehr störend.

Als neuestes Zubehör in unserer Ausrüsten kam der neue Pluto Trigger hinzu. Diese kleine Box sieht unscheinbar aus, bietet aber sehr viele Funktionen. Der Pluto Trigger fungiert als Fernauslöser. Anders als bei herkömmlichen Fernauslösern, werden die Funktionen des Triggers komplett über das Smartphone gesteuert. Durch eine Bluetooth Verbindung hat man vollen Zugriff auf alle möglichen Intervall oder Auslöseeinstellungen. Neben dem normalen „Bulb“ für Langzeitbelichtungen, kann man den Trigger auch als Timer nutzen oder Intervallaufnahmen starten. Auch einzelne „Shutter“ Aufnahmen sind natürlich kein Problem. Eine störende Zeitverzögerung beim auslösen gibt es dabei nicht mehr. Zusätzlich bietet dieser Fernauslöser sehr viele Sensoren mit denen die Kamera ausgelöst werden kann. Neben einem Schall-, Licht-, oder Wärmebildsensor, welche die Kamera beispielsweise bei einem Knall, einem Gewitter oder vorbeilaufenden Tieren auslöst, sind noch sehr viele Kombinationen einzelner Sensoren oder Auslöseparameter wählbar. Hier jetzt alles aufzulisten würde zu lange dauern. Solltest du Interesse an einem solchen zeitgemäßem Fernauslöser haben, dann erfährt du weitere Infos direkt beim Hersteller.

Nutze auf jeden Fall ein Stativ sowie einen Fern,- bzw. Kabelauslöser für das Fotografieren von Feuerwerken. Nur so bekommst du verwacklungsfreie Fotos hin und kannst schnell und sicher deine Kamera auslösen.

Die richtigen Einstellungen

Beim fotografieren von Feuerwerken kommt es zum größten Teil auf die richtigen Einstellungen an. Damit die Effekte gut zur Geltung kommen, solltest du die Belichtungszeit verlängern. Schnell werden die Fotos dabei aber überstrahlt. Die Stärke des Lichteinfalls auf den Sensor über eine längere Zeit, kannst du mit Hilfe der Blende regulieren. In den folgenden Schritten zeigen wir dir, wie du die Kamera am besten für das nächste Feuerwerk einstellen solltest.

ISO-Wert

Der ISO-Wert beschreibt die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors. Hat man früher in der analogen Fotografie bei schwierigen Lichtverhältnissen einen Film mit höherer ISO-Empfindlichkeit eingelegt, so ist es heute in der digitalen Fotografie möglich, die ISO-Empfindlichkeit des Bildsensors einfach per Knopfdruck zu verändern.

Durch die dunkle Umgebung und die vergleichsweise lange Belichtung beim fotografieren von Feuerwerken, ist ein niedriger ISO Wert unbedingt erforderlich. Dieser verringert das spätere Bildrauschen auf dem Bild, erhöht jedoch auch die Belichtungszeit. Ein weiterer Vorteil, der Dynamikbereich deiner Kamera steigt mit sinkendem ISO Wert. Da du ein Feuerwerk in der Regel aber länger belichtest um die volle Entfaltung der Effekte abzulichten, kannst du ruhig den möglichst niedrigsten ISO-Wert einstellen. Dieser liegt in der Regel bei den meisten Kameras zwischen ISO 50 und ISO 200.

Am besten immer im niedrigsten ISO-Wert fotografieren. So steigerst du die Dynamik deines Bildes und reduzierst störendes Bildrauschen.

Die Blende

Die Wahl der richtigen Blende spielt beim fotografieren von Feuerwerken eine sehr große Rolle. Je nach Farbe der Explosion ändert sich der optimale Blendenwert. Da es jedoch schwierig ist, die Blende immer an die jeweiligen Effekte anzupassen, nutzen wir für ein gesamtes Feuerwerk in der Regel einen Wert von f13.00. Im Grunde genommen empfiehlt es sich, die Blende eher geschlossen zu halten, um die Schärfentiefe zu erhöhen und falls es die Explosionen am Himmel erlauben, lieber etwas länger zu belichten. Möchtest du mit einem bestimmten Blendenwert anfangen, empfehlen wir dir die Blende auf f13.00 einzustellen. Prüfe am besten in regelmäßigen Abständen, ob deine Fotos ausreichend belichtet sind. Wenn die Effekte auf dem Bild schön aussehen, ist die Belichtungszeit korrekt. Fallen die Fotos aber trotzdem zu dunkel aus, kannst du die Blende mit einem Wert von beispielsweise f8.00 weiter öffnen. So gelangt bei gleicher Belichtungszeit mehr Licht auf den Sensor.

Unsere Erfahrungen haben gezeigt, das du mit einem Blendenwert von f13.00 die verschiedenen Farben der einzelnen Effekte am besten festhalten kannst. Sollten doch einige Effekte zu hell oder zu dunkel sein, lassen diese sich am Ende mittels Bildbearbeitung gut korrigieren. Wichtig ist, dass das Foto nicht so sehr überbelichtet wird das keine Informationen mehr vorhanden sind und ganze Bereiche im grellen Weiß „absaufen“. Dort lässt sich auch mit der Bildbearbeitung nichts mehr retten.

Zu Beginn ist ein Blendenwert von f13.00 sinnvoll. Damit überstrahlen die einzelnen Effekte nicht.

Die folgenden Tipps zu den korrekten Werten der Blende setzen wir in der Regel nur selten um. Meistens fehlt einfach die Zeit, die Blende auf die zum Feuerwerk jeweils passende Effektfarbe umzustellen. Trotzdem sind diese Werte hin und wieder ganz sinnvoll um einzelne Effekte perfekt zu belichten. Diese Werte sind Erfahrungswerte und können bei einigen Farben auch abweichen.

Gold: f5.6-f8.00
Eine goldene Bombe ist eines der dunkelsten Explosionen die es bei einem Feuerwerk geben kann. Durch die goldene Farbe, heben sich die Fragmente kaum vom Himmel ab. Selbst durch längere Belichtung gelingt es nur selten eine solche Bombe ordentlich auf ein Bild zu bekommen.

Blau: f8.00 – f11.00
Das blaue Licht eines Feuerwerkes ist vergleichsweiße „dunkel“. Hier sollte die Blende stärker geöffnet werden um mehr Licht auf den Sensor treffen zu lassen. In der Regel werden Feuerwerke mit einer Verschlusszeit von 1-4 Sekunden aufgenommen, die geöffnete Blende sorgt dafür dass sich das Blau gut im Bild hervorhebt.

Rot: f10.00 – f13.00
Rote Effekte am Nachhimmel sind das Optimum. Diese haben die richtige Helligkeit und wirken auf dem Bild nicht zu hell oder zu dunkel. Ein Feuerwerk aus nur roten Raketen ist allerdings ein bisschen langweilig, von daher heißt es, einen Kompromiss eingehen und auf etwas Glück hoffen.

Grün: f11.00 – f16.00
Grüne Effekte erzeugen ein recht helles Licht, welches schnell für Überstrahlungen auf dem Bild sorgen kann. Um dies zur vermeiden, kannst du die Blende noch weiter schließen und bekommst so Kontrastreiche und scharfe Effekte.

Silber f16.00 – f22.00
Silberne Bomben wirken am Nachthimmel sehr hell und werden nur von hellen Leuchtraketen übertroffen. Aus diesem Grund sollte die Blende weit geschlossen sein damit es bei einer Belichtungszeit von 1-4 Sekunden zu keinen Überstrahlungen kommt.

Das links zu sehende Bild verdeutlicht dir wie unterschiedlich hell die einzelnen Explosionen wirklich sind. Während sich die silbernen Farben stark vom Himmel abheben und teilweise schon überstrahlt sind, bilden die goldenen Farben eher dunkle Bereiche im Foto und verschwinden teilweise vollkommen. Einen optimalen Mittelwert bilden die roten Farben, welche jedoch nicht im Foto vorkommen.

Verschlusszeit

Im Bereich der Feuerwerksfotografie gibt es keine empfohlenen Werte für die Verschlusszeit, denn Glück spielt hier wie bereits geschrieben eine sehr große Rolle. Schalte deine Belichtungszeit am besten auf den Modus „Bulb“ um so besser und schneller auf die jeweilige Situation reagieren zu können. Sobald du den Knopf deines Fernauslösers drückst, beginnt die Belichtung und hält so lange an wie du diesen hältst. Lässt du den Knopf los, dann endet die Belichtung.

Die Bulbfunktion ist ein manueller Modus und wird meistens mit dem Buchstaben „B“ gekennzeichnet. Er dient dazu die Belichtungszeit über den Zeitraum von 30 Sekunden hinweg zu erhöhen. Bei einigen Kameraherstellen ist unter den Bildmodi kein Extra Modus „B“ vergeben. Hier kannst du die Belichtungszeit im Modus „M“ so lange erhöhen bis du über die maximale einstellbare Belichtung von 30 Sekunden hinaus zum Modus „Bulb“ gelangst. Im Gegensatz zum herkömmlichen manuellen Modus „M“, lässt sich hier die Verschlusszeit auf keinen bestimmten Wert einstellen, sondern ist immer auf dem Wert „Bulb“ gestellt.

Bulb bedeutet in diesem Fall, dass die Kamera so lange belichtet wie der Auslöser betätigt wird. Bei einigen Kameraherstellern kannst du dabei wählen, ob die Kamera so lange belichtet wie der Auslöser gedrückt wird, oder ob du die Belichtungszeit jeweils mit einem kurzen drücken des Auslösers Starten bzw. beenden willst. Mit Hilfe der „Bulb“ Funktion ist es möglich, sehr lange Belichtungszeiten zu verwirklichen, welche über den normalen Zeitraum von 30 bzw. 60 Sekunden hinaus reichen. Bei der Verwendung der „Bulb“ Funktion ist es sehr hilfreich, einen Fernauslöser zu benutzen, um während einer Belichtung nicht permanent den Kamera Auslöser betätigen zu müssen und somit Verwacklungen zu vermeiden. Bei der Verwendung eines Fernauslösers hast du dann ebenfalls die Möglichkeit, den Auslöseknopf permanent zu betätigen, ihn einrasten zu lassen, oder die Belichtungszeit mit einem kurzen drücken zu beginnen bzw. zu beenden. Achte allerdings darauf nicht zu lange zu belichten, da gerade die Feuerwerkseffekte sehr schnell überstrahlen.

Beginne mit der Belichtung wenn die Rakete oder Bombe gerade abgeschossen wird und belichte dann einige Explosionen. Je nach Feuerwerk sind dies verschieden viele Effekte. Bei einem großen Feuerwerk kann es schon mal vorkommen, das bis zu 5 Bomben gleichzeitig explodieren und der Himmel regelrecht brennt. Auch dicht nacheinander folgende Raketen lassen sich schwer perfekt auf das Bild bannen. In solchen Fällen solltest du eher kurz belichten oder die Blende weiter schließen.

Du wirst merken das eine Vielzahl von Bildern nicht gelingen. Sei deswegen nicht entmutigt, denn so geht es den meisten Fotografen. Es ist nahezu unmöglich, genau zu wissen wie, wo, wann und was da am Himmel passiert. Eine pausenlose Bilderreihe mit einer Belichtungszeit von 4-8 Sekunden zu erstellen, hilft da schon sehr. Entscheide spontan wie lange du belichtest und zähle im Kopf die Sekunden grob mit. Siehst du viele Explosionen oder ist das Feuerwerk sehr hell, so belichte kürzer. Explodieren wenige oder eher dunkle Raketen, so kannst du länger belichten. Viele Feuerwerke besitzen ruhige Phasen wo teilweise nur Bodeneffekte gezündet werden. In dieser Zeit hast du die Möglichkeit, deine Bilder schnell durchzuschauen um eventuelle Änderungen in den Einstellungen vorzunehmen.

Apropos Bodeneffekte. Diese solltest du maximal 1 oder 2 Sekunden belichten. Sie sind oft sehr hell und fein gefächert. Eine zu lange Belichtung lässt die Bodeneffekte dann sehr schnell überstrahlen.

Canon EOS 5D Mark III | Canon EF 24-105mm 1:4,0 L IS USM | Belichtung: 9s | ISO 100 | Blende: f7,10 | Brennweite: 105mm

Das oben zu sehende Foto entstand Silvester 2015/16. Darauf zu sehen sind die typischen kleinen Silvesterraketen. Diese sind in der Regel nicht so hell wie die großen Feuerwerksbomben professioneller Feuerwerke. Daher öffneten wir die Blende in diesem Fall auf f7.10.

Wir beobachten beim fotografieren oft den Abbrenner von dem die Raketen abgefeuert werden. Dort sieht man schon vorher was und wie viel in die Höhe geschossen wird. Um die Effekte dann möglichst komplett zu belichten, beginnen wir die Belichtung bereits beim abfeuern. Das Ganze gelingt nicht immer, da die meisten Effekte nahtlos ineinander über gehen und zwangsläufig auch „abgeschnittene“ Belichtungen erfolgen. Am Rechner zu Hause kannst du dann die schönsten Bilder heraussuchen, der Rest landet im Papierkorb oder im Archiv. Wenn du bei einem 15 minütigen Feuerwerk, am Ende 5 bis 10 gute Fotos im Kasten hast, kannst du schon zufrieden mit deiner Ausbeute sein. Wir haben am Ende meistens nur 3-5 richtig gute Bilder geschafft.

Wenn es zu einer Pause im Feuerwerk kommt, so kannst du einen dunklen Karton vor die Linse halten um somit die Belichtung zu stoppen. Steigen wieder Raketen in den Himmel, nimmst du den Karton einfach wieder weg und das Licht gelangt wieder auf den Sensor. Sinnvoller ist es allerdings, die Belichtung komplett zu beenden um so das störende Bildrauschen bei längeren Belichtungszeiten zu minimieren.

Hier noch einmal die Grundeinstellungen zusammengefasst. An diesen Werten kannst du dich grob orientieren. Beachte allerdings, dass je nach Feuerwerk Anpassungen an den Einstellungen nötig sind.

ISO-Wert: 50 bis 200
Blende: f13.00
Belichtung: 4 bis 8 Sekunden

Der Fokus

Manchmal wiegt man sich im sicheren Glauben, mithilfe des Autofokus ein scharfes Bild fotografiert zu haben. Auch die Vorschau auf dem Kameradisplay untermauert diesen trügerischen Eindruck zusätzlich, da dort alles auf den ersten Blick so aussieht, als sei das Foto scharf. Überträgt man seine Bilder dann aber auf den heimischen Rechner, um diese voller Vorfreude etwas nachzuarbeiten, trifft einen schnell die Ernüchterung. Alle Bilder besitzen in voller Auflösung eine merkliche Unschärfe. In geringer Auflösung fällt diese gar nicht so stark auf, in großer Auflösung ist sie hingegen ganz schön störend. Zum Glück treten Fokusprobleme meistens nur bei wenig Licht auf. Wenn du am Tag fotografierst, kannst du dich bei einer ordnungsgemäß funktionierenden Kamera auch auf den Autofokus verlassen.

Um Fokusprobleme zu vermeiden, haben wir uns angewöhnt, den Fokus bei Feuerwerken manuell einzustellen. Sollte das nicht immer Möglich sein, erfährst du anschließend welche Möglichkeiten dir zum fokussieren bleiben.

Autofokus

Je nach Kamera bzw. Objektiv arbeitet der Autofokus verschieden gut bzw. schlecht. Oft kann es vorkommen, dass der Autofokus keinen festen Punkt findet und das Motiv nicht scharf stellen kann. Dies kommt durch den teilweise geringen Kontrastumfang bzw. durch zu wenige Strukturen von hellen sowie dunklen Teilen im Bildausschnitt. Befinden sich genug Strukturen in deinem Bildausschnitt, ist es dem Autofokus meistens möglich etwas scharf zu stellen. Dies ist zum Beispiel bei einer nächtlichen Stadtaufnahme der Fall. Die vielen Lichter und unterschiedlichen Kontraste machen es dem Autofokus leicht, den richtigen Schärfepunkt zu finden.

Wenn das Motiv es zulässt und der Autofokus seine Arbeit tut, dann empfiehlt es sich, diesen auch zu nutzen. Überprüfe dabei jedoch unbedingt eine vorher gemachte Aufnahme auf dem Kameradisplay und vergrößere diese so weit es geht, um eine eventuell aufgetretene Fehlfokussierung und damit eine Unschärfe rechtzeitig zu erkennen. Bei hellen Feuerwerken kann es vorkommen das der Autofokus versucht jedes mal die hellen explodierenden Effekte zu fokussieren. Hat er das dann geschafft, ist der Effekt meistens schon fast wieder vorbei. Ist das Bild trotz Autofokus unscharf oder kurbelt der AF sich einen Wolf und bleibt am Ende doch bei einem vollkommen unscharfen Motiv stehen, so bleibt dir nichts anderes übrig, als die Schärfe manuell einzustellen. Keine Sorge, das ist kein Hexenwerk und geht recht schnell. Deine Kamera bzw. das Objektiv sollte darum einen manuellen Fokus besitzen. Um Probleme oder Zeitverzögerungen zu vermeiden, fokussieren wir beim fotografieren von Feuerwerken immer manuell.

manueller Fokus

Die einfachste Möglichkeit ist es, den Fokus über den LiveView-Modus deiner Kamera einzustellen. Die meisten Kameras verfügen heutzutage bereits über diesen Modus. Er zeigt das Foto, das du im Sucher siehst, auf dem Kameradisplay an.
Mithilfe einer digitalen Lupe kannst du das Bild auf dem Display vergrößern. Suche dir auf dem Bild eine Stelle, an der du die Schärfe gut beurteilen kannst. Bei einer Stadtaufnahme können das zum Beispiel feinste Strukturen eines Mauerwerkes sein oder eine Straßenlaterne. Je feiner die Strukturen, umso besser kannst du daran die Schärfe beurteilen.

Am besten stellst du einen Punkt scharf, der sich in etwas in der selben Entfernung befindet, wie der Abbrennplatz des Feuerwerkes. Vielleicht gelingt es dir sogar, den Abbrennplatz direkt scharfzustellen.

Versuche nun zuerst, mithilfe des Autofokus den gewählten Bereich scharf zu stellen. Gelingt dir das, schalte anschließen den Autofokus ab und wechsle auf den manuellen Fokus. Dies solltest du tun, damit der Autofokus beim erneuten Drücken des Auslösers nicht erneut fokussieren möchte, denn du hast die optimale Schärfe ja schon eingestellt.

Sollte der Autofokus aber keinen Schärfepunkt finden, dann musst du wohl oder übel manuell fokussieren. An dem vergrößerten Bereich auf deinem Kameradisplay sollte dies aber ohne Probleme möglich sein. Wenn du keine Anhaltspunkte in deinem Motiv finden kannst, um die Schärfe korrekt einzustellen, hilft es auch, die Schärfe auf unendlich zu drehen. Da der richtige Schärfepunkt bei den meisten Objektiven aber etwas vor unendlich liegt, solltest du den Schärfering einfach 2–3 mm zurückdrehen.

Am besten ist es, wenn du dir den exakten Schärfepunkt einfach an deinem Objektiv mit einem kleinen Punkt markierst. Den kannst du ja bei guten Lichtbedingungen herausfinden. Wenn der Autofokus funktioniert, nutze diesen. Prüfe aber an einem Testfoto, ob die Schärfe wirklich genau sitzt. Sollte der Autofokus aufgrund der Lichtverhältnisse nicht richtig scharf stellen, ziele auf eine helle Lichtquelle in der Umgebung und versuche es erneut. Schalte danach den Autofokus auf manuell, damit die Kamera nicht beim Auslösen erneut scharf stellen möchte. Sobald du aber die Brennweite änderst, solltest du auch die Schärfe neu einstellen.

Fokusiere am besten manuell. Über den LiveView kannst du mittels der digitalen Lupe (Vergrößerung auf dem Kameradisplay) schnell und präziese die Schärfe an markanten Punkten wie Laternen etc. einstellen.

Die Brennweite

Ein Feuerwerk ist in der Regel sehr groß, weshalb eine kleinere Brennweite Vorteilhaft ist. Sollte der Bildausschnitt nicht ganz richtig gewesen sein, besteht die Möglichkeit, diesen später am Rechner noch zuschneiden zu können. Wichtig ist nur, dass die Schärfe des Bildes gut ist um so einen 100% Ausschnitt als eigenständiges neues Bild zu nutzen. Ein mit Absicht zu groß gewählter Ausschnitt kann jedoch auch sehr Interessant sein, so sind für den Betrachter feinste Details im Feuerwerk erkenntbar. Mit einer Brennweite von 14-24mm gehst du auf jeden Fall auf Nummer sicher sodass du das gesamte Feuerwerks aufs Foto bekommst.

Die Brennweite sollte möglichst klein sein. So bekommst du die gesamte Größe des Feuerwerks auf dein Foto. Befindest du dich allerdings weiter entfernt, kann ein Zoomobjektiv Abhilfe schaffen. Unterschätze aber niemals die tatsächliche Aufsteighöhe eines Feuerwerkes.

Das Blitzlicht

Ein Feuerwerk ist in der Regel sehr groß, weshalb eine kleinere Brennweite Vorteilhaft ist. Sollte der Bildausschnitt nicht ganz richtig gewesen sein, besteht die Möglichkeit, diesen später am Rechner noch zuschneiden zu können. Wichtig ist nur, dass die Schärfe des Bildes gut ist um so einen 100% Ausschnitt als eigenständiges neues Bild zu nutzen. Ein mit Absicht zu groß gewählter Ausschnitt kann jedoch auch sehr Interessant sein, so sind für den Betrachter feinste Details im Feuerwerk erkenntbar. Mit einer Brennweite von 14-24mm gehst du auf jeden Fall auf Nummer sicher sodass du das gesamte Feuerwerks aufs Foto bekommst.

Die Brennweite sollte möglichst klein sein. So bekommst du die gesamte Größe des Feuerwerks auf dein Foto. Befindest du dich allerdings weiter entfernt, kann ein Zoomobjektiv Abhilfe schaffen. Unterschätze aber niemals die tatsächliche Aufsteighöhe eines Feuerwerkes.

Der Standpunkt

Es gibt nichts störenderes als Feuerwerksbilder auf denen irgendwelche Leute im Bild herum laufen. Aus diesem Grund solltest du einen erhöhten Standpunkt aufsuchen. Durch die Größe des Feuerwerkes brauchst du nicht direkt vor Ort sein, auch größere Entfernungen können oft sehr reizvoll sein. Achte hier dann aber auf ausreichend Zoom um das Feuerwerk so Nahe wie möglich ranzuholen.

Erlaubt es dein Standort das Feuerwerk mit der Umgebung verschmelzen zu lassen, versuche einige Bildteile mit in dein Motiv einzubauen. Nah liegende Gebäude oder eine Brücke sorgen für mehr Details auf dem Foto und verdeutlichen gut die enorme Größe eines Feuerwerkes. Du solltest weiterhin aufpassen, dass keine anderen Leute deine Kamera bzw. das Stativ anrempeln können und so das ganze Bild ruinieren. Ein ruhiger Platz bietet dir genug Fläche die Fotos zu schießen und trotzdem das Feuerwerk zu genießen.

Am besten bist zu schon ca. eine Stunde vor dem Feuerwerk vor Ort. So kannst du dir in Ruhe einen passenden Standpunkt heraussuchen und gegebenenfalls diesen noch schnell wechseln wenn etwas nicht passt.

Foto oben: Das Foto zeigt, dass auch Gebäude die das Feuerwerk teilweise verdecken zum Gesamteindruck des Bildes beitragen können. Für dieses Foto waren wir bereits ca. 2h vorher vor Ort um die genaue Position des Abbrenners auf eine Karte zu markieren und um dann einen passenden Standpunkt zu suchen. Mehr Infos zu diesem Foto findest du im Fotobericht.

Achte bei deinem Fotostandpunkt wenn möglich auch auf den Wind. Dieser sollte so stehen, das er den Rauch schnell aus dem Bild weht. Denn wenn der Rauch genau in deine Richtung gezogen kommt, kann dieser schnell den Blick auf das Feuerwerk verdecken.

Achte auf einen sicheren Standpunkt an dem sich keine Menschen vor deiner Kamera befinden. Am besten suchst du einen leicht erhöhten Standpunkt. Befinden sich markante Objekte wie Gebäude oder Brücke in der Nähe, lohnt eine Überlegung, diese mit in dein Foto „einzubauen“. Wenn möglich, suche einen Standpunkt, an dem der Wind den Rauch nicht zu dir bläst.

Die Umgebung

Im Bereich der Feuerwerksfotografie spielt die Umgebung nur eine Nebenrolle. Trotzdem solltest du versuchen einige Gebäude oder Bauwerke in deinem Bildausschnitt einzubeziehen. Markante Gebäude oder die Silhouette deiner Stadt geben deinem Foto eine Vielzahl von zusätzlichen Details. Achte jedoch darauf, das sich im Bereich deines Bildausschnittes keine hellen Lichtquellen wie zum Beispiel Straßenlaternen befinden. durch die längeren Belichtungszeiten können diese störende Reflexionen im Bild erzeugen. Befindet sich eine Wasserfläche in der näheren Umgebung, dann versuche diese in deinem Bildausschnitt zu platzieren. Die sich im Wasser reflektierenden Effekte peppen dein Bild ungemein auf.

Wenn du mit dem Fotografieren eines Feuerwerks schon vertraut bist, kannst du dir nun mehr Gedanken um den Bildaufbau machen. Denn in Sachen Bildaufbau gibt es viele Tipps, die du auch bei einem Feuerwerksfoto anwenden kannst.

Weniger ist mehr

Neben der Wahl ob Hochformat oder Querformat, macht es ebenfalls einen Unterschied, ob du dein gewünschtes Motiv mit einem Weitwinkelobjektiv oder einem Teleobjektiv aufnimmst.  Bei einem Weitwinkelobjektiv hast du zum Beispiel viel mehr Umgebung mit auf dem Bild und dein Bildmittelpunkt rückt mehr in den Hintergrund, mit einem Teleobjektiv lenkst du den Blick direkt auf ein gewünschtes Objekt oder Ziel. Wichtig ist dabei die Entfernung zum Motiv.

Während du bei der Verwendung eines Weitwinkelobjektivs nahezu unmittelbar vor deinem zu fotografierenden Objekt stehen kannst, musst du bei der Verwendung eines Teleobjektives je nach Länge der verwendeten Brennweite eine gewisse Entfernung zum Objekt haben. Bei der Verwendung eines Weitwinkelobjektiv trägt oft der gesamte Inhalt eines Bildes zum Gesamteindruck bei und alle Inhalte sind bis in die Ecken penibel genau ausgerichtet. Mit einem Teleobjektives lenkst du den Blick des Betrachters oft nur auf einen Punkt, während die Umgebung nicht unbedingt zum Gesamteindruck des Bildes beiträgt.

Ein Feuerwerk kannst du je nach Standpunkt mit einem Teleobjektiv oder einem Weitwinkelobjektiv fotografieren. Bei einem Teleobjektiv stehst du weiter vom Feuerwerk weg und benötigt klares Wetter damit kein Dunst, Nebel oder Staub das Bild trüb erscheinen lässt. Baust du ein Paar Gebäude mit in deinen Bildausschnitt ein, kannst du die Größe eines solchen Feuerwerkes noch besser auf deinem Foto rüber bringen.

Fotografierst du hingegen mit einem Weitwinkelobjektiv, so versuche immer auch die umliegenden Bereiche eines Bildausschnitts so im Bild zu positionieren, das sie zu einem schöneren Gesamteindruck beitragen. Leider lässt sich die Höhe eines Feuerwerkes immer schwer vorhersagen. Rechne daher damit, während des Feuerwerkes die Ausrichtung deiner Kamera zu korrigieren. Da ein Feuerwerk in der Regel aber mehrere Minuten andauert, hast du genügend Zeit, die Kamera neu zu positionieren.

In erster Linie kommt es auf das Feuerwerk drauf an. Lenke den Betrachter deines Fotos also nicht durch zu viel Bildinhalte ab.

Das oben zu sehende Foto ist schon einige Jahre her und entstand direkt hinter den vielen Zuschauern des Feuerwerkes. Es zeigt deutlich, dass auch eine eher einfache Kulisse interessant aussieht. Die Zuschauer sind nur als dunkle Umrisse zu erkennen und bilden einen tollen Vordergrund.

Der goldene Schnitt

Hast du dich für einen passenden Bildausschnitt entschieden, geht es auch schon an die Wahl der richtigen Perspektive. Oftmals reichen schon ein paar Schritte nach links, rechts, vorn oder hinten aus, um deine Perspektive um einiges spannender zu gestalten und den Blick des Betrachters länger auf deinem Bild zu halten.  Neben dem passenden Bildausschnitt und der richtigen Perspektive spielt es ebenfalls eine große Rolle, wie dein Bildwichtiges Element im Motiv aufgeteilt ist. Bei dieser Aufteilung und der Vereinigung von Bildausschnitt und Perspektive des Bildes spricht man vom sogenannten Goldenen Schnitt oder der Drittelregel.  Hierbei unterteile gedanklich die Breite und Höhe des Bildes mit je zwei Linien in jeweils drei Teile so dass du neun Felder erhälst. Positionierst du den Bereich auf den der Blick gelenkt werden soll nun auf den Kreuzungspunkten einer horizontalen und einer waagerechten Linie, erhälst du einen Bildausschnitt nach dem Prinzip des goldenen Schnittes. Wird der Blick des Betrachters deines Fotos auf diesen Punkt gelenkt welcher im Goldenen Schnitt aufgeteilt ist, so wirkt das anschauen des Bildes für ihn sehr angenehm.

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