29.12.09

Gepostet in Fotografie Artikel | 3 Kommentare

Tipps und Tricks zum Feuerwerke fotografieren

Tipps und Tricks zum Feuerwerke fotografieren

Nicht nur in der Silvesternacht, sondern dass ganze Jahr hindurch, erleuchten Feuerwerke den Nachthimmel. Sei es zu Stadtfesten, Veranstaltungen oder Jubiläumsfeiern, ein Feuerwerk ist immer ein krönender Abschluss. Gern werden die farbenprächtigen Effekte am Himmel festgehalten, doch nicht immer gelingen die Fotos so wie es vom Fotografen gewünscht ist. Das fotografieren von Feuerwerken ist eine künstlerische Herausforderung und wenn Du die wichtigsten Dinge beachtest kann dabei auch nichts schiefgehen. In diesem Artikel möchten wir auf die Grundlagen der Feuerwerksfotografie eingehen und Dir Tipps und Tricks geben wie das Spektakel auch fotografisch ein voller Erfolg wird.

  1. Die Ausrüstung
    - Die Kamera
    - Das Objektiv
  2. Das Zubehör
    - Stativ
    - Fernauslöser
  3. Die richtigen Einstellungen
    - ISO Wert
    - Blende
    - Verschlusszeit
    - Fokus
    - Brennweite
  4. Der richtige Standpunkt
    - Der Standpunkt
    - Die Umgebung
    - Das Problem mit dem Wind
    - Insider Tipps

Die Ausrüstung:

Die Kamera:

Wie bei allen Themengebieten in der Fotografie, gibt es auch für das fotografieren von Feuerwerken einige Dinge die Deine Kamera unbedingt unterstützen sollte. Bei Deiner Kamera sollte die Möglichkeit bestehen, Blende, Verschlusszeit, den ISO-Wert sowie den Fokus manuell einstellen zu können. Nur so kannst Du auf die jeweiligen Situationen die passenden Parameter anpassen.

Das Objektiv:

Beim fotografieren von Feuerwerken wird ein größerer Weitwinkel benötigt, darum eignet sich zum Beispiel ein Teleobjektiv weniger als ein Objektiv mit einem Weitwinkel. Am besten sind Zoom Objektive geeignet da Du mit diesen schnell den Bildausschnitt ändern kannst um so auch mal Details aufzunehmen oder die umliegende Umgebung festzuhalten. Für dass fotografieren von Feuerwerken eignet sich beispielsweise ein 18-55mm Objektiv sehr gut.

Das Zubehör:

Stativ:

Wie auch bei der Nachtfotografie, musst Du beim fotografieren von Feuerwerken mit wenig Licht auskommen, aus diesem Grund ist ein Stativ unabdingbar. Da die meisten geeigneten Fotostandpunkte auf freiem Gelände liegen, gibt es keine Möglichkeit die Kamera irgendwo aufzulegen. Um Verwacklungen auf dem Bild zu vermeiden solltest Du darum unbedingt ein Stativ nutzen. Ein Stativ ist für die Feuerwerksfotografie also auf jeden Fall Pflicht! Das Bild links zeigt Dir ein typisch verwackeltes Feuerwerksbild.

Fernauslöser:

Beim fotografieren der Feuerwerksbomben musst Du womöglich länger belichten. Um eine Aufnahme ohne Verwacklungen und somit ohne Unschärfe hinzubekommen solltest Du einen Fernauslöser nutzen. Denn durch die Berührung der Kamera werden bereits kleinste Bewegungen auf das spätere Bild übertragen. Die Nutzung des Selbstauslösers ist beim fotografieren von Feuerwerken nicht geeignet da Du somit nicht mehr bestimmen kannst wie lange und wann genau die Belichtung stattfinden soll.

ISO-Wert:

Durch die dunkle Umgebung und die vergleichsweise lange Belichtung beim fotografieren von Feuerwerken ist ein niedriger ISO Wert unbedingt erforderlich. Dieser verringert das spätere Bildrauschen auf dem Bild, erhöht jedoch auch die Belichtungszeit.

Blende:

Die Wahl der richtigen Blende spielt beim fotografieren von Feuerwerken eine sehr große Rolle. Je nach Farbe der Explosion ändert sich der optimale Blendenwert. Da es jedoch schwierig ist die Blende immer an die jeweiligen Effekte anzupassen gibt es einen optimalen Blendenwert welcher zwischen f11.00 und f16.00 liegt. Im Grunde genommen empfiehlt es sich, die Blende eher geschlossen zu halten um die Schärfentiefe zu erhöhen und falls es die Explosionen am Himmel erlauben, lieber etwas länger zu belichten.

Zur Information haben wir hier noch die geeigneten Blendeneinstellungen für die am häufigsten verwendeten Feuerwerksfarben aufgelistet. An diese Werte musst Du nicht natürlich nicht unbedingt halten, durch probieren ist es möglich noch viel bessere Einstellungen für das jeweilige Feuerwerk zu finden.


Gold: f5.6-f8.00
Eine goldene Bombe ist eines der dunkelsten Explosionen die es bei einem Feuerwerk geben kann. Durch die goldene Farbe heben sich die Fragmente kaum vom Himmel ab. Selbst durch längere Belichtung gelingt es nur selten eine solche Bombe ordentlich auf ein Bild zu bekommen. Das Problem ist, das sehr oft der sogenannter Goldregen verwendet wird, welcher durch die dunklen und kleinen Bestandteile wenig Licht erzeugt. Wenn Du allerdings Glück hast gibt es auch goldene Effekte welche hell genug sind um sie zu fotografieren.

Blau: f8.00 – f11.00
Das blaue Licht eines Feuerwerkes ist vergleichsweiße „dunkel“. Hier sollte die Blende stärker geöffnet werden um mehr Licht auf den Sensor treffen zu lassen. In der Regel werden Feuerwerke mit einer Verschlusszeit von 1-4 Sekunden aufgenommen, die geöffnete Blende sorgt dafür dass sich das Blau gut im Bild hervorhebt. Nutzt Du den oben genannten optimalen Blendenwert von f11 bis f16, dann ist es sinnvoll das Bild etwas länger zu belichten. Blaue Effekte kommen sehr häufig bei Feuerwerken vor.

Rot: f10.00 – f13.00
Rote Effekte am Nachhimmel sind das Optimum. Diese haben die richtige Helligkeit und wirken auf dem Bild nicht zu hell oder zu dunkel. Ein Feuerwerk aus nur roten Raketen ist allerdings ein bisschen langweilig, von daher heißt es einen Kompromiss eingehen und auf etwas Glück hoffen. Denn es ist nicht immer einfach jeden Effekt perfekt zu fotografieren. Du wirst merken dass das fotografieren von Höhenfeuerwerken eine riesen Portion Glück mit sich bringt.


Grün: f11.00 – f16.00
Grüne Effekte erzeugen ein recht helles Licht welches schnell für Überstrahlungen auf dem Bild sorgen kann. Um dies zur vermeiden kannst Du die Blende noch weiter schließen und bekommst so Kontrastreiche und scharfe Effekte. Grüne Bomben gehen schon etwas in das weiß über sodass Du aufpassen musst nicht zu lange zu belichten. Bemerkst Du das grüne Effekte am Himmel erscheinen so belichte das Bild einfach etwas kürzer.

Silber f16.00 – f22.00
Silberne Bomben wirken am Nachthimmel sehr hell und werden nur von hellen Leuchtraketen übertroffen. Aus diesem Grund sollte die Blende weit geschlossen sein damit es bei einer Belichtungszeit von 1-4 Sekunden zu keinen Überstrahlungen kommt. Denn sehr schnell kann das wundervolle silberne Spektakel in einer riesen überstrahlten Wolke enden. Siehst Du das es zu vielen Explosionen von silbernen Bomben kommt, so empfiehlt es sich die Belichtungszeit eher kurz zu halten.

Das links zu sehende Bild verdeutlicht Dir wie unterschiedlich hell die einzelnen Explosionen wirklich sind. Während sich die silbernen Farben stark vom Himmel abheben und teilweise schon überstrahlt sind, bilden die goldenen Farben eher dunkle Bereiche im Foto und verschwinden teilweise vollkommen. Einen optimalen Mittelwert bilden die roten Farben welche jedoch nicht im Foto vorkommen.

Rechts gibt es noch ein Bild zu sehen welches die Unterschiede zwischen den Farben Silber, Rot und Blau sehr gut verdeutlichen. Die Farbe Rot hat eine sehr gute Ausleuchtung, die Farbe Silber hingegen ist schon recht hell. Der Blaue Farbton ist auf diesem Bild der dunkelste und fällt auf dem kleinen Vorschaubild kaum auf. Wenn Du auf das Bild klickst kannst Du dieses in einer höheren Auflösung anschauen.

Verschlusszeit:

Im Bereich der Feuerwerksfotografie gibt es keine empfohlenen Werte für die Verschlusszeit, denn Glück spielt hier wie bereits geschrieben eine sehr große Rolle. Schalte Deine Belichtungszeit am besten auf den Modus „Bulb“ um so besser und schneller auf die jeweilige Situation reagieren zu können. Sobald du den Knopf Deines Fernauslösers drückst beginnt die Belichtung und hält so lange an wie Du diesen hältst, lässt Du den Knopf los dann endet die Belichtung. Als Motivprogramm wählst Du den Modus “M” um so alle Einstellungen manuell durchführen zu können.

Beginne mit der Belichtung wenn die Rakete oder Bombe gerade abgeschossen wird und belichte dann einige Explosionen. Je nach Feuerwerk sind dies verschieden viele Effekte. Bei einem großen Feuerwerk kann es schon mal vorkommen das bis zur 5 Bomben gleichzeitig Explodieren und der Himmel regelrecht brennt. Auch dicht nacheinander folgende Raketen lassen sich schwer perfekt auf das Bild bannen. In solchen Fällen solltest Du eher kurz belichten oder die Blende weiter schließen.

Du wirst merken das eine Vielzahl von Bildern nicht gelingen, sei deswegen nicht entmutigt, denn so geht es den meisten Fotografen. Es ist nahezu unmöglich genau zu wissen wie, wo, wann und was da am Himmel passiert. Eine pausenlose Bilderreihe mit einer Belichtungszeit von 1-4 Sekunden zu erstellen hilft da schon sehr. Entscheide spontan wie lange Du belichtest und zähle im Kopf die Sekunden grob mit. Siehst Du viele Explosionen oder ist das Feuerwerk sehr hell, so belichte weniger. Explodieren wenige oder eher dunkle Raketen so kannst Du länger belichten. Viele Feuerwerke besitzen ruhige Phasen wo teilweise nur Bodeneffekte gezündet werden. In dieser Zeit hast Du die Möglichkeit Deine Bilder schnell durchzuschauen um eventuelle Änderungen in den Einstellungen vorzunehmen. Am Rechner zu Hause kannst Du dann die schönsten Bilder heraussuchen, der Rest landet im Papierkorb oder im Archiv.

TippWenn es zu einer Pause im Feuerwerk kommt, so kannst Du einen dunklen Karton vor die Linse halten um somit die Belichtung zu stoppen. Steigen wieder Raketen in den Himmel nimmst Du den Karton einfach wieder weg und das Licht gelangt wieder auf den Sensor.

Der Fokus:

Da es zum Zeitpunkt des Feuerwerkes womöglich schon dunkel ist und zum größten Teil der Himmel wenig Restlicht aufweist schafft es der Autofokus nicht das Bild scharfzustellen. Während der Explosionen hat dieser zwar eine Chance etwas zu erfassen, jedoch sollte die Belichtung bereits beginnen wenn die Rakete abgeschossen wurde, der Himmel ist durch noch keine stattgefundene Explosion  noch völlig dunkel. Mit dieser Dunkelheit kommt der Autofokus nicht klar da er nichts zum anvisieren hat. Stelle aus diesem Grund den Fokus immer auf manuell (MF) und drehe ihn auf unendlich. Befinden sich in derselben Entfernung einige Helle stellen von beispielsweise angestrahlten Häusern oder ähnliches so kannst Du diese vor dem Feuerwerk mit Hilfe des Autofokus scharfstellen und anschließend auf den manuellen Fokus wechseln.

Die Brennweite:

Ein Feuerwerk ist in der Regel sehr groß weshalb eine kleinere Brennweite Vorteilhaft ist. Sollte der Bildausschnitt nicht ganz richtig gewesen sein besteht die Möglichkeit diesen später am Rechner noch zuschneiden zu können. Wichtig ist nur, das die Schärfe des Bildes gut ist um so einen 100% Ausschnitt als eigenständiges neues Bild zu nutzen. Ein mit Absicht zu groß gewählter Ausschnitt kann jedoch auch sehr Interessant sein, so sind für den Betrachter feinste Details im Feuerwerk erkenntbar.

Der richtige Standpunkt:

Der Standpunkt:

Wolle FeuerwerkEs gibt nichts störenderes als Feuerwerksbilder auf denen irgendwelche Leute im Bildausschnitt herum laufen. Aus diesem Grund solltest Du einen erhöhten Standpunkt aufsuchen. Durch die Größe des Feuerwerkes brauchst Du nicht direkt vor Ort sein, auch größere Entfernungen können oft sehr reizvoll sein. Erlaubt es Dein Standort das Feuerwerk mit der Umgebung verschmelzen zu lassen, versuche einige Bildteile mit in Dein Motiv einzubauen. Nahliegende Gebäude oder eine Brücke sorgen für mehr Details auf dem Foto und verdeutlichen gut die enorme Größe eines Feuerwerkes. Du solltest weiterhin aufpassen dass keine anderen Leute Deine Kamera bzw. das Stativ anrempeln können und so das ganze Bild ruinieren. Ein ruhiger Platz bietet Dir genug Fläche die Fotos zu schießen und trotzdem das Feuerwerk zu genießen.

Die Umgebung:

Im Bereich der Feuerwerksfotografie spielt die Umgebung nur eine Nebenrolle. Trotzdem solltest Du versuchen einige Gebäude oder Bauwerke in Deinem Bildausschnitt einzubeziehen. Markante Gebäude oder die Silhouette Deiner Stadt geben Deinem Foto eine Vielzahl von zusätzlichen Details. Achte jedoch darauf das sich im Bereich Deines Bildausschnittes keine hellen Lichtquellen wie zum Beispiel Straßenlaternen befinden. Durch die längeren Belichtungszeiten können diese störende Reflexionen im Bild erzeugen. Befindet sich eine Wasserfläche in der näheren Umgebung, dann versuche diese in Deinem Bildausschnitt zu platzieren. Die sich im Wasser reflektierenden Effekte peppen Dein Bild ungemein auf.

Das Problem mit dem Wind:

Der Wind ist oft ein immer wiederkehrendes Problem. Er verweht die Leuchteffekte sodass sie nicht mehr so toll aussehen wie es eigentlich gewollt ist. Weiterhin wird der entstandene Rauch der Feuerwerksraketen verwht und kann schon ziemlich stark auf dem Bild stören. Dieses Problem lässt sich allerdings nicht vermeiden und es gehört auch irgend wie zu einem Feuerwerk dazu. Wenn die Möglichkeit besteht, suche Deinen Standort so aus das der Wind von hinten kommt. Er weht den Rauch dann schnell weg vom Feuerwerk und stört so nicht mehr auf den nachfolgenden Fotos. Eine Rauchfreie Aufnahme gelingt Dir in den ersten Sekunden des Feuerwerkes bei dem noch keine Explosionen stattgefunden haben und somit noch kein Rauch existiert.

Insider Tipps:

Es ist immer gut wenn Du genau weißt was geschieht, leider ist dies nur selten möglich. Doch hier möchten wir Dir einen kleinen Tipp geben. Auf der Seite FWK-ART.de findest Du eine Vielzahl von Informationen rund um das Thema Feuerwerk. Unter anderem wird hier erklärt wo die größten Feuerwerke stattfinden, was abgefeuert wird oder zu welchem Anlass dies geschieht. Weiterhin findest Du auf der Seite einen Artikel von FWK-ART.de, dies ist eine sehr gute Anleitung wie Du ein Feuerwerk am besten als Video aufnimmst.

Eine weitere Möglichkeit wäre, regelmäßig die Tageszeitung zu durchforsten und nach neuen Feuerwerken Ausschau zu halten oder im Internet gezielt nach Feuerwerken in der Umgebung zu suchen. Kommt es zu sehr empfehlenswerten Feuerwerken in Dresden oder im Dresdner Umland, so werden wir auch hier auf DDpix einige Hinweise dazu geben.

  1. Johan sagt:

    Toller Artikel wie immer!
    Das Bild hier im Blogbeitrag gefällt mir, sehr schöne Feuerwerks-Farben.

  2. Endlich mal eine gute Anleitung über die Feuerwerksfotografie. Allerdings macht die Fotografie nur 50% vom Bildergebnis aus, der andere wichtige Teil ist die nachträgliche Bildbearbeitung. Ohne diese ist ein Feuerwerksbild selten zu gebrauchen, bzw. verschenkt man jede Menge Potenzial.

  3. @ Thomas: Ich habe die Erfahrung gemacht das oftmals nicht viel Bearbeitung notwendig ist wenn das Ausgangsbild schon gut geworden ist. Meistens ist dann nur der Kontrast anzupassen und ein paar Kleinigkeiten im Beschnitt.

    PS: Schöne Seite hast Du.

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