Nicht nur in der Silvesternacht, sondern das ganze Jahr hindurch, erleuchten Feuerwerke den Nachthimmel. Sei es zu Stadtfesten, Veranstaltungen oder Jubiläumsfeiern, ein Feuerwerk ist immer ein krönender Abschluss. Gern werden die farbenprächtigen Effekte am Himmel festgehalten, doch nicht immer gelingen die Fotos so wie es vom Fotografen gewünscht ist. Das Fotografieren von Feuerwerken ist eine künstlerische Herausforderung und wenn du die wichtigsten Dinge beachtest, kann dabei auch nichts schiefgehen. In diesem Artikel möchten wir auf die Grundlagen der Feuerwerksfotografie eingehen und dir Tipps und Tricks geben, wie das Spektakel auch fotografisch ein voller Erfolg wird. Mit etwas Übung gelingen dir ziemlich schnell brauchbare Fotos.

  1. Die Ausrüstung
    Die Kamera
    Das Objektiv
  2. Das Zubehör
    Stativ
    Fernauslöser
  3. Die richtigen Einstellungen
    ISO Wert
    Blende
    Verschlusszeit
    Fokus
    Brennweite
  4. Der richtige Standpunkt
    Der Standpunkt
    Die Umgebung
    Das Problem mit dem Wind

Die Ausrüstung:

Die Kamera:

Wie bei allen Themengebieten in der Fotografie, gibt es auch für das Fotografieren von Feuerwerken einige Dinge die deine Kamera unbedingt unterstützen sollte. Bei deiner Kamera sollte die Möglichkeit bestehen, Blende, Verschlusszeit, den ISO-Wert sowie den Fokus manuell einstellen zu können. Nur so kannst du auf die jeweiligen Situationen die passenden Parameter anpassen. In der Regel meistert jede normale digitale Kamera solche Aufgaben, auf der sicheren Seite bist du allerdings mit einer digitalen Spiegelreflexkamera. Hier entscheidet dein Geldbeutel, für welche Preisklasse du dich entscheidest. Eine vergleichsweise günstiges Canon EOS 600D ist zum Beispiel immer eine gute Wahl, teurere Modelle wie die 60D oder sogar die 5D Mark III haben eine bessere Abbildungsleistung und dies merkt man dann zum Beispiel in der Qualität der Fotos. Trotzdem liefert bereits die 600D sehr gute Ergebnisse.

74554_488426297863009_1294604598_n

Das Objektiv:

Beim Fotografieren von Feuerwerken wird ein größerer Weitwinkel benötigt, darum eignet sich zum Beispiel ein Teleobjektiv weniger als ein Weitwinkelobjektiv. Am besten sind Zoom Objektive geeignet da du mit diesen schnell den Bildausschnitt ändern kannst um so auch mal Details aufzunehmen oder die umliegende Umgebung festzuhalten. Für dass Fotografieren von Feuerwerken eignet sich beispielsweise ein 18-55mm Objektiv sehr gut. Um noch näher an das Feuerwerk heran zu kommen, benötigst du ein Ultraweitwinkel Objektiv. Mit der sehr kurzen Brennweite, schaffen es diese Objektive, einen Radius von fast 180° abzudecken. Damit bekommst du das Feuerwerk samt seinen Effekten in voller Größe aufs Bild und das bei einem vergleichsweise geringen Abstand. Beachte allerdings, das diese Objektive oftmals durch ihre kurze Brennweite eine Verzerrung in den Randbereichen aufweisen.

Das Zubehör:

Stativ:

Wie auch bei der Nachtfotografie, musst du beim fotografieren von Feuerwerken mit wenig Licht auskommen, aus diesem Grund ist ein Stativ unabdingbar. Da die meisten geeigneten Fotostandpunkte auf freiem Gelände liegen, gibt es keine Möglichkeit die Kamera irgendwo aufzulegen. Um Verwacklungen auf dem Bild zu vermeiden solltest du darum unbedingt ein Stativ nutzen. Ein Stativ ist für die Feuerwerksfotografie also auf jeden Fall Pflicht! Das Bild links zeigt dir ein typisch verwackeltes Feuerwerksbild.

Die meisten Stative bieten heutzutage eine Vielzahl an unterschiedlichen Funktionen. Du kannst zum Beispiel bei vielen Modellen die Mittelsäule ausklappen. Auch eine nützliches Wasserwaage zum ausrichten des Statives gehört bei vielen Anbietern heute schon zum Standard.

Wenn es nicht unbedingt notwendig ist, lasse die Mittelsäule des Stativs eingefahren und fahre die Beine sowie die Mittelsäule nur soweit wie nötig aus, denn mit wachsender Länge wird die ganze Konstruktion instabiler. Es kommt oft vor, dass das Ausfahren der Mittelsäule bei Wind bereits leichte Bewegungen verursacht. Diese nur leichten Bewegungen reichen aus, um das Bild unscharf erscheinen zu lassen. In erster Linie zählt die richtige Perspektive. Mache also keine Kompromisse beim Motiv, weil du dein Stativ nicht weiter ausfahren möchtest. Fahre die Beine aber nicht unnötig weit aus, So sorgst du für bestmögliche Standfestigkeit.

Tipp: Besitzt dein Objektiv einen Bildstabilisator, empfehlen wir diesen zu deaktivieren. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, das einige Bildstabilisatoren – obwohl die Kamera vollkommen ruhig steht, immer wieder versuchen etwas auszugleichen. Das Ergebnis ist ein vollkommen verschwommenes Bild. Um dieses Problem von Anfang an zu vermeiden, deaktiviere am besten den Bildstabilisator.

Fernauslöser:

Ein Fernauslöser zum Auslösen der Kamera ist ein super Hilfsmittel um Verwacklungen zu vermeiden. Denn es kommt oft schon beim Drücken des Auslösers zu kleineren Bewegungen, die am Ende für unscharfe Bilder sorgen. Wird zum Beispiel eine Belichtungsreihe erstellt, so kann man dies  über den Fernauslöser* steuern ohne die Kamera zu berühren. Ein leichtes Verschieben während der Einstellungsänderungen wird somit vermieden. Als Ersatz zur Fernbedienung kannst du auch den Selbstauslöser deiner Kamera verwenden, hierbei muss die Kamera jedoch jedes mal berührt werden, um die Belichtungseinstellungen zu  ändern.

Moderne Kameras besitzen die Möglichkeit, alle Einstellungen per App auf dem Smartphone zu ändern. Dies ist natürlich die beste Möglichkeit, da du hierfür keinerlei Verbindung zur Kamera hast, welche somit auch nicht durch ungewolltes berühren wackeln kann. Ob deine Kamera eine Steuerung per App zulässt, erfährst du in deiner Betriebsanleitung.

ISO-Wert:

Der ISO-Wert beschreibt die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors. Hat man früher in der Analogen Fotografie bei schwierigen Lichtverhältnissen einen Film mit höherer ISO-Empfindlichkeit eingelegt, so ist es heute in der digitalen Fotografie möglich die ISO-Empfindlichkeit des Bildsensors einfach per Knopfdruck zu verändern. Durch die dunkle Umgebung und die vergleichsweise lange Belichtung beim fotografieren von Feuerwerken, ist ein niedriger ISO Wert unbedingt erforderlich. Dieser verringert das spätere Bildrauschen auf dem Bild, erhöht jedoch auch die Belichtungszeit. Ein weiterer Vorteil, der Dynamikbereich deiner Kamera steigt mit sinkendem ISO Wert. Da du ein Feuerwerk in der Regel aber länger belichtest um die volle Entfaltung der Effekte abzulichten, kannst du ruhig den möglichst niedrigsten ISO-Wert einstellen.

Blende:

Die Wahl der richtigen Blende spielt beim fotografieren von Feuerwerken eine sehr große Rolle. Je nach Farbe der Explosion, ändert sich der optimale Blendenwert. Da es jedoch schwierig ist, die Blende immer an die jeweiligen Effekte anzupassen, gibt es einen optimalen Blendenwert welcher zwischen f11.00 und f16.00 liegt. Im Grunde genommen empfiehlt es sich, die Blende eher geschlossen zu halten um die Schärfentiefe zu erhöhen und falls es die Explosionen am Himmel erlauben, lieber etwas länger zu belichten. Möchtest du mit einem bestimmten Blendenwert anfangen, empfehlen wir dir die Blende auf f8.00 einzustellen.

Zur Information haben wir hier noch die geeigneten Blendeneinstellungen für die am häufigsten verwendeten Feuerwerksfarben aufgelistet. An diese Werte musst du dich natürlich nicht unbedingt halten, durch probieren ist es möglich, noch viel bessere Einstellungen für das jeweilige Feuerwerk zu finden. Die Zusammenstellung kann dir allerdings einige Hinweise für die passenden Einstellungen geben. Beachte allerdings, dass das ändern der Blende, je nach Objektiv, die eingestellte Schärfe beeinflussen kann!

Gold: f5.6-f8.00
Eine goldene Bombe ist eines der dunkelsten Explosionen die es bei einem Feuerwerk geben kann. Durch die goldene Farbe, heben sich die Fragmente kaum vom Himmel ab. Selbst durch längere Belichtung gelingt es nur selten eine solche Bombe ordentlich auf ein Bild zu bekommen. Das Problem ist, dass sehr oft der sogenannter Goldregen verwendet wird, welcher durch die dunklen und kleinen Bestandteile wenig Licht erzeugt. Wenn du allerdings Glück hast, gibt es auch goldene Effekte welche hell genug sind um sie zu fotografieren.

Blau: f8.00 – f11.00
Das blaue Licht eines Feuerwerkes ist vergleichsweiße „dunkel“. Hier sollte die Blende stärker geöffnet werden um mehr Licht auf den Sensor treffen zu lassen. In der Regel werden Feuerwerke mit einer Verschlusszeit von 1-4 Sekunden aufgenommen, die geöffnete Blende sorgt dafür dass sich das Blau gut im Bild hervorhebt. Nutzt du den oben genannten optimalen Blendenwert von f11 bis f16, dann ist es sinnvoll das Bild etwas länger zu belichten. Blaue Effekte kommen sehr häufig bei Feuerwerken vor.

Rot: f10.00 – f13.00
Rote Effekte am Nachhimmel sind das Optimum. Diese haben die richtige Helligkeit und wirken auf dem Bild nicht zu hell oder zu dunkel. Ein Feuerwerk aus nur roten Raketen ist allerdings ein bisschen langweilig, von daher heißt es, einen Kompromiss eingehen und auf etwas Glück hoffen. Denn es ist nicht immer einfach jeden Effekt perfekt zu fotografieren. Du wirst merken dass das Fotografieren von Höhenfeuerwerken eine riesen Portion Glück mit sich bringt.

Grün: f11.00 – f16.00
Grüne Effekte erzeugen ein recht helles Licht, welches schnell für Überstrahlungen auf dem Bild sorgen kann. Um dies zur vermeiden, kannst du die Blende noch weiter schließen und bekommst so Kontrastreiche und scharfe Effekte. Grüne Bomben gehen schon etwas in das weiß über, sodass du aufpassen musst, nicht zu lange zu belichten. Bemerkst du das grüne Effekte am Himmel erscheinen, so belichte das Bild einfach etwas kürzer.

Silber f16.00 – f22.00
Silberne Bomben wirken am Nachthimmel sehr hell und werden nur von hellen Leuchtraketen übertroffen. Aus diesem Grund sollte die Blende weit geschlossen sein damit es bei einer Belichtungszeit von 1-4 Sekunden zu keinen Überstrahlungen kommt. Denn sehr schnell kann das wundervolle silberne Spektakel in einer riesen überstrahlten Wolke enden. Siehst du das es zu vielen Explosionen von silbernen Bomben kommt, so empfiehlt es sich die Belichtungszeit eher kurz zu halten.

Das links zu sehende Bild verdeutlicht dir wie unterschiedlich hell die einzelnen Explosionen wirklich sind. Während sich die silbernen Farben stark vom Himmel abheben und teilweise schon überstrahlt sind, bilden die goldenen Farben eher dunkle Bereiche im Foto und verschwinden teilweise vollkommen. Einen optimalen Mittelwert bilden die roten Farben, welche jedoch nicht im Foto vorkommen.

Rechts gibt es noch ein Bild zu sehen, welches die Unterschiede zwischen den Farben Silber, Rot und Blau sehr gut verdeutlichen. Die Farbe Rot hat eine sehr gute Ausleuchtung, die Farbe Silber hingegen ist schon recht hell. Der Blaue Farbton ist auf diesem Bild der dunkelste und fällt auf dem kleinen Vorschaubild kaum auf. Wenn du auf das Bild klickst, kannst du dieses in einer höheren Auflösung anschauen.

Verschlusszeit:

Im Bereich der Feuerwerksfotografie gibt es keine empfohlenen Werte für die Verschlusszeit, denn Glück spielt hier wie bereits geschrieben eine sehr große Rolle. Schalte deine Belichtungszeit am besten auf den Modus „Bulb“ um so besser und schneller auf die jeweilige Situation reagieren zu können. Sobald du den Knopf deines Fernauslösers drückst, beginnt die Belichtung und hält so lange an wie du diesen hältst. Lässt du den Knopf los, dann endet die Belichtung. Als Motivprogramm wählst du den Modus „M“ um so alle Einstellungen manuell durchführen zu können.

Die Bulbfunktion ist ein manueller Modus und wird meistens mit dem Buchstaben „B“ gekennzeichnet. Er dient dazu die Belichtungszeit über den Zeitraum von 30 Sekunden hinweg zu erhöhen. Beim einigen Kameraherstellen ist unter den Bildmodi kein Extra Modus „B“ vergeben. Hier kannst du die Belichtungszeit im Modus „M“ so lange erhöhen bis du über die maximale einstellbare Belichtung von 30 Sekunden hinaus zum Modus „Bulb“ gelangst. Im Gegensatz zum herkömmlichen manuellen Modus „M“, lässt sich hier die Verschlusszeit auf keinen bestimmten Wert einstellen, sondern ist immer auf dem Wert „Bulb“ gestellt.

Bulb bedeutet in diesem Fall, das die Kamera so lange belichtet wie der Auslöser betätigt wird. Bei einigen Kameraherstellern kannst du dabei wählen, ob die Kamera so lange belichtet wie der Auslöser gedrückt wird, oder ob du die Belichtungszeit jeweils mit einem kurzen drücken des Auslösers Starten bzw. beenden willst. Mit Hilfe der „Bulb“ Funktion ist es möglich, sehr lange Belichtungszeiten zu verwirklichen welche über den normalen Zeitraum von 30 bzw. 60 Sekunden hinaus reichen. Bei der Verwendung der „Bulb“ Funktion ist es sehr hilfreich, einen Fernauslöser zu benutzen, um während einer Belichtung nicht permanent den Kamera Auslöser betätigen zu müssen und somit Verwacklungen zu vermeiden. Bei der Verwendung eines Fernauslösers hast du dann ebenfalls die Möglichkeit, den Auslöseknopf permanent zu betätigen, ihn einrasten zu lassen, oder die Belichtungszeit mit einem kurzen drücken zu beginnen und zu beenden. Achte allerdings darauf, nicht zu lange zu belichten da gerade die Feuerwerkseffekte sehr schnell überstrahlen.

Beginne mit der Belichtung wenn die Rakete oder Bombe gerade abgeschossen wird und belichte dann einige Explosionen. Je nach Feuerwerk sind dies verschieden viele Effekte. Bei einem großen Feuerwerk kann es schon mal vorkommen, das bis zur 5 Bomben gleichzeitig explodieren und der Himmel regelrecht brennt. Auch dicht nacheinander folgende Raketen lassen sich schwer perfekt auf das Bild bannen. In solchen Fällen solltest du eher kurz belichten oder die Blende weiter schließen.

Du wirst merken das eine Vielzahl von Bildern nicht gelingen, sei deswegen nicht entmutigt, denn so geht es den meisten Fotografen. Es ist nahezu unmöglich, genau zu wissen wie, wo, wann und was da am Himmel passiert. Eine pausenlose Bilderreihe mit einer Belichtungszeit von 1-4 Sekunden zu erstellen hilft da schon sehr. Entscheide spontan wie lange du belichtest und zähle im Kopf die Sekunden grob mit. Siehst du viele Explosionen oder ist das Feuerwerk sehr hell, so belichte weniger. Explodieren wenige oder eher dunkle Raketen, so kannst du länger belichten. Viele Feuerwerke besitzen ruhige Phasen wo teilweise nur Bodeneffekte gezündet werden. In dieser Zeit hast du die Möglichkeit, deine Bilder schnell durchzuschauen um eventuelle Änderungen in den Einstellungen vorzunehmen. Am Rechner zu Hause kannst du dann die schönsten Bilder heraussuchen, der Rest landet im Papierkorb oder im Archiv. Wenn du bei einem 15 minütigen Feuerwerk, am Ende 10 bis 15 gute Fotos im Kasten hast, dann kannst du schon zufrieden mit deiner Ausbeute sein.

Wenn es zu einer Pause im Feuerwerk kommt, so kannst du einen dunklen Karton vor die Linse halten um somit die Belichtung zu stoppen. Steigen wieder Raketen in den Himmel nimmst du den Karton einfach wieder weg und das Licht gelangt wieder auf den Sensor. Sinnvoller ist es allerdings, die Belichtung komplett zu beenden um so das störende Bildrauschen bei längeren Belichtungszeiten zu minimieren.

Das Abschlussfeuerwerk zum Dresdner Stadtfest

Für das Abschlussfeuerwerk des Dresdner Stadtfestes suchten wir uns einen ganz besonderen Standpunkt. Der Blick fällt direkt auf das Feuerwerk, doch im linken Bereich erstreckt sich die Dresdner Hofkirche in die Luft.

Der Fokus:

Bevor wir uns an die Wahl der richtigen Blende, Verschlusszeit oder den ISO-Wert machen können, ist es wichtig den gewünschten Bildausschnitt korrekt zu fokussieren.  Denn alle Bildeinstellungen die du danach treffen willst, wären nutzlos, wenn am Ende ein falsch fokussiertes Foto entsteht.

Manchmal wiegt man sich im sicheren Glauben mit Hilfe des Autofokus ein scharfes Bild fotografiert zu haben. Auch die Vorschau auf dem Kameradisplay untermauert diesen trügerischen Eindruck oft zusätzlich, da dort alles auf dem ersten Blick so aussieht als sei das Foto scharf. Überträgt man seine Bilder dann aber auf den heimischen Rechner um diese voller Vorfreude etwas nachzuarbeiten, trifft einen schnell die Ernüchterung.  Alle Bilder besitzen in voller Auflösung eine störende Unschärfe. In geringer Auflösung fällt diese gar nicht so stark auf, in großer Auflösung ist sie hingegen ganz schön störend.

Genau so ging es uns schon ein paarmal, als wir uns nur auf den Autofokus unserer Kamera verlassen haben. Um dieses Problem zu vermeiden, haben wir uns angewöhnt, den Fokus bei Nachtaufnahmen manuell zu setzen bzw. ganz genau zu prüfen.

Automatisch Fokusieren:

Je nach Kamera bzw. Objektiv arbeitet der Autofokus verschieden gut bzw. schlecht. Oft kann es vorkommen, dass der Autofokus keinen festen Punkt findet und das Motiv nicht scharfstellen kann. Dies kommt durch den teilweise geringen Kontrastumfang bzw. von zu wenigen Strukturen von hellen sowie dunklen Teilen im Bildausschnitt. Befinden sich genug Strukturen in deinem Bildausschnitt, ist es dem Autofokus meistens möglich, etwas scharfzustellen. Dies ist zum Beispiel bei einer nächtlichen Stadtaufnahme der Fall. Die vielen Lichter und unterschiedlichen Kontraste machen es dem Autofokus leicht, den richtigen Schärfepunkt zu finden.

Wenn das Motiv es zulässt und der Autofokus seine Arbeit tut, dann empfiehlt es sich, diesen auch zu nutzen. Überprüfe dabei jedoch unbedingt eine vorher gemachte Aufnahme auf dem Kameradisplay und vergrößer diese soweit es geht um eine eventuell aufgetretene Fehlfokusierung und damit eine Unschärfe rechtzeitig zu erkennen.

Ist das Bild trotz Autofokus unscharf oder kurbelt der AF sich einen Wolf und bleibt am Ende doch bei einem vollkommenen unscharfen Motiv stehen, so bleibt dir nichts anderes übrig, als die Schärfe manuell einzustellen. Keine Sorge, das ist kein Hexenwerk und geht recht schnell. Deine Kamera bzw. das Objektiv sollte darum einen manuellen Fokus besitzen.

Manuell Fokusieren:

Es gibt sehr viele Möglichkeiten, einen manuellen Fokus sehr genau zu setzen. Wir möchten dir hier die Möglichkeiten erläutern, mit denen wir selber schon gute Ergebnisse erzielt haben.

00348

Über den LiveView scharfstellen:

Die einfachste Möglichkeit ist es, den Fokus über den LiveView Modus deiner Kamera einzustellen. Die meisten Kameras verfügen heutzutage bereits über den LiveView Modus. Dieser zeigt das Foto, welches du im Sucher siehst, auf dem Kameradisplay an.

Mit Hilfe einer digitalen Lupe, kannst du das Bild auf dem Display vergrößern. Suche dir auf dem Bild eine Stelle, an welcher du gut die Schärfe beurteilen kannst. Bei einer Stadtaufnahme können das zum Beispiel feinste Strukturen eines Mauerwerkes sein oder eine Straßenlaterne. Je feiner die Strukturen, umso besser kannst du daran die Schärfe beurteilen.

Versuche nun zuerst, mit Hilfe des Autofokus den gewählten Bereich scharfzustellen. Gelingt dir das, schalte anschließen den Autofokus ab und wechselauf den manuellen Fokus. Dies solltest du tun, damit der Autofokus beim erneuten Drücken des Auslösers nicht wieder erneut scharfstellen möchte. Denn du hast die optimale Schärfe ja schon eingestellt.

Sollte der Autofokus aber keinen Schärfepunkt finden, dann musst du wohl oder übel manuell scharfstellen. An dem vergrößerten Bereich auf deinem Kameradisplay sollte dies aber ohne Probleme möglich sein.

Wenn du keine Anhaltspunkte in deinem Motiv finden kannst, um die Schärfe korrekt scharfzustellen, hilft es auch, die Schärfe auf unendlich zu drehen. Da der richtige Schärfepunkt bei den meisten Objektiven aber etwas vor unendlich liegt, solltest du den Schärfering einfach 2-3mm zurück drehen.

Am besten ist es, wenn du dir den exakten Schärfepunkt einfach an deinem Objektiv mit einem kleinen Punkt markierst. Den kannst du ja bei guten Lichtbedingungen herausfinden.

Die Brennweite:

Ein Feuerwerk ist in der Regel sehr groß, weshalb eine kleinere Brennweite Vorteilhaft ist. Sollte der Bildausschnitt nicht ganz richtig gewesen sein, besteht die Möglichkeit, diesen später am Rechner noch zuschneiden zu können. Wichtig ist nur, das die Schärfe des Bildes gut ist um so einen 100% Ausschnitt als eigenständiges neues Bild zu nutzen. Ein mit Absicht zu groß gewählter Ausschnitt kann jedoch auch sehr Interessant sein, so sind für den Betrachter feinste Details im Feuerwerk erkenntbar.

Der richtige Standpunkt:

Der Standpunkt:

Es gibt nichts störenderes als Feuerwerksbilder auf denen irgendwelche Leute im Bild herum laufen. Aus diesem Grund solltest du einen erhöhten Standpunkt aufsuchen. Durch die Größe des Feuerwerkes brauchst du nicht direkt vor Ort sein, auch größere Entfernungen können oft sehr reizvoll sein. Erlaubt es dein Standort das Feuerwerk mit der Umgebung verschmelzen zu lassen, versuche einige Bildteile mit in dein Motiv einzubauen. Nah liegende Gebäude oder eine Brücke sorgen für mehr Details auf dem Foto und verdeutlichen gut die enorme Größe eines Feuerwerkes. Du solltest weiterhin aufpassen, dass keine anderen Leute deine Kamera bzw. das Stativ anrempeln können und so das ganze Bild ruinieren. Ein ruhiger Platz bietet dir genug Fläche die Fotos zu schießen und trotzdem das Feuerwerk zu genießen.

00265

Dieses Foto entstand mit einem 400mm Teleobjektiv aus mehreren Kilometern Entfernung. Durch die Große Entfernung in Verbindung mit den umliegenden Gebäude, kommt die Größe des Feuerwerkes noch deutlicher rüber.

Die Umgebung:

Im Bereich der Feuerwerksfotografie spielt die Umgebung nur eine Nebenrolle. Trotzdem solltest du versuchen einige Gebäude oder Bauwerke in deinem Bildausschnitt einzubeziehen. Markante Gebäude oder die Silhouette deiner Stadt geben deinem Foto eine Vielzahl von zusätzlichen Details. Achte jedoch darauf, das sich im Bereich deines Bildausschnittes keine hellen Lichtquellen wie zum Beispiel Straßenlaternen befinden. durch die längeren Belichtungszeiten können diese störende Reflexionen im Bild erzeugen. Befindet sich eine Wasserfläche in der näheren Umgebung, dann versuche diese in deinem Bildausschnitt zu platzieren. Die sich im Wasser reflektierenden Effekte peppen Dein Bild ungemein auf.

Wenn du mit dem Fotografieren eines Feuerwerks schon vertraut bist, kannst du dir nun mehr Gedanken um den Bildaufbau machen. Denn in Sachen Bildaufbau gibt es viele Tipps, die du auch bei einem Feuerwerksfoto anwenden kannst.

Das Feuerwerk zum Dixieland Festival

Weniger ist mehr!

Neben der Wahl ob Hochformat oder Querformat, macht es ebenfalls einen Unterschied, ob du dein gewünschtes Motiv mit einem Weitwinkelobjektiv oder einem Teleobjektiv aufnimmst.  Bei einem Weitwinkelobjektiv hast du zum Beispiel viel mehr Umgebung mit auf dem Bild und dein Bildmittelpunkt rückt mehr in den Hintergrund, mit einem Teleobjektiv lenkst du den Blick direkt auf ein gewünschtes Objekt oder Ziel. Wichtig ist dabei die Entfernung zum Motiv. Während du bei der Verwendung eines Weitwinkelobjektivs nahezu unmittelbar vor deinem zu fotografierenden Objekt stehen kannst, musst du bei der Verwendung eines Teleobjektives je nach Länge der verwendeten Brennweite eine gewisse Entfernung zum Objekt haben. Bei der Verwendung eines Weitwinkelobjektiv trägt oft der gesamte Inhalt eines Bildes zum Gesamteindruck bei und alle Inhalte sind bis in die Ecken penibel genau ausgerichtet. Mit einem Teleobjektives lenkst du den Blick des Betrachters oft nur auf einen Punkt, während die Umgebung nicht unbedingt zum Gesamteindruck des Bildes beiträgt.  Das ist aber oft auch der Ursache geschuldet, dass man beim Fotografieren mit einer Brennweite von Beispielsweise 400mm gar nicht die Möglichkeit hat, bestimmte Bereiche im Bild anders zu positionieren, da diese einfach zu weit entfernt sind.

Ein Feuerwerk kannst du je nach Standpunkt mit einem Teleobjektiv oder einem Weitwinkelobjektiv fotografieren. Bei einem Teleobjektiv stehst du weiter vom Feuerwerk weg und benötigt klares Wetter damit kein Dunst, Nebel oder Staub das Bild trüb erscheinen lässt. Baust du ein Paar Gebäude mit in deinen Bildausschnitt ein, kannst du die Größe eines solchen Feuerwerkes noch besser auf deinem Foto rüber bringen.

Fotografierst du hingegen mit einem Weitwinkelobjektiv, so versuche immer auch die umliegenden Bereiche eines Bildausschnitts so im Bild zu positionieren, das sie zu einem schöneren Gesamteindruck beitragen. Durch den Weitwinkel musst du aber näher an das Feuerwerk heran und es besteht die Gefahr, das du nicht alles auf dein Bild bekommst da einige Effekte zu hoch oder groß sind.

Der Goldene Schnitt:

Hast du dich für einen passenden Bildausschnitt entschieden, geht es auch schon an die Wahl der richtigen Perspektive. Oftmals reichen schon ein paar Schritte nach links, rechts, vorn oder hinten aus, um deine Perspektive um einiges spannender zu gestalten und den Blick des Betrachters länger auf deinem Bild zu halten.  Neben dem passenden Bildausschnitt und der richtigen Perspektive spielt es ebenfalls eine große Rolle, wie dein Bildwichtiges Element im Motiv aufgeteilt ist. Bei dieser Aufteilung und der Vereinigung von Bildausschnitt und Perspektive des Bildes spricht man vom sogenannten Goldenen Schnitt oder der Drittelregel.  Hierbei unterteile gedanklich die Breite und Höhe des Bildes mit je zwei Linien in jeweils drei Teile so dass du neun Felder erhälst. Positionierst du den Bereich auf den der Blick gelenkt werden soll nun auf den Kreuzungspunkten einer horizontalen und einer waagerechten Linie, erhälst du einen Bildausschnitt nach dem Prinzip des goldenen Schnittes. Wird der Blick des Betrachters deines Fotos auf diesen Punkt gelenkt welcher im Goldenen Schnitt aufgeteilt ist, so wirkt das anschauen des Bildes für ihn sehr angenehm.

Ein Privatfeuerwerk am Schloß Wackerbarth.

Bei diesem Foto setzten wir auf ein Weitwinkelobjektiv. Die Wege und Linien im Bildausschnitt positionierten wir so, das diese aus den Bildecken herausführen. Das Schloß Wackerbarth befinden sich unten Links im Goldenen Schnitt.

Das Problem mit dem Wind:

Der Wind ist oft ein immer wiederkehrendes Problem. Er verweht die Leuchteffekte sodass sie nicht mehr so toll aussehen wie es eigentlich gewollt ist. Weiterhin wird der entstandene Rauch der Feuerwerksraketen verweht und kann schon ziemlich stark auf dem Bild stören. Dieses Problem lässt sich allerdings nicht vermeiden und es gehört auch irgend wie zu einem Feuerwerk dazu. Wenn die Möglichkeit besteht, suche deinen Standort so aus das der Wind von hinten kommt. Er weht den Rauch dann schnell weg vom Feuerwerk und stört so nicht mehr auf den nachfolgenden Fotos. Eine Rauchfreie Aufnahme gelingt dir in den ersten Sekunden des Feuerwerkes bei dem noch keine Explosionen stattgefunden haben und somit noch kein Rauch existiert.

Pin It on Pinterest