Wie der Name schon verrät beschäftigt sich die Architekturfotografie mit dem fotografieren sowie abbilden von Gebäuden bzw. Bauwerken und deren Details. Wie für die meisten Themengebieten in der Fotografie gibt es auch der  Architekturfotografie einige Dinge die man beachten sollte sowie viele Tipps und Tricks um das Beste aus einem Foto herauszuholen. In diesem Artikel wollen wir genauer auf das Thema eingehen und die wichtigsten Dinge in der Architekturfotografie erläutern. Das fotografieren von Bauten besitzt einen besonderen Reiz da es oftmals durch die Detailtreue des abgelichteten Bauwerkes einen hohen dokumentarischen Wert besitzt. Aber auch Detailaufnahmen von einzelnen Gebäudeteilen machen die Architekturfotografie* zu einem spannenden Themengebiet in der Fotografie.

  1. Die Architekturfotografie
  2. Panoramafreiheit
  3. Probleme in der Architekturfotografie
    Stürzende Linien
  4. Tipps und Tricks zur Architekturfotografie
    Architektur bei Nacht
    Der richtige Bildausschnitt
    Abstrakt und das Detail
    Das Spiel mit der Unschärfe
    Die richtige Tiefenwirkung
    Spiegelungen

2. Panoramafreiheit:

Ein wichtiger Hinweis zur Architekturfotografie ist die Panoramefreiheit. Denn auch Gebäude besitzen ein Urheberrecht welches dem jeweiligen Architekten bzw. Künstlers zugeordnet wird. Die Panoramafreiheit bezeichnet kurz gesagt das Recht Außenaufnahmen von urheberrechtlich geschützten Gebäuden oder Werken wie zum Beispiel Skulpturen ohne Verwendung von Hilfsmitteln wie Leitern, Flugzeugen oder Hubschraubern etc. von einem öffentlichen zugänglichen Ort zu machen und zu verbreiten. Hierbei ist es wichtig dass die Aufnahme von einem öffentlich zugänglichen Ort gemacht wurde, darunter zählen Straßen sowie Plätze, jedoch keine Privatgrundstücke. Weiterhin gilt die Panoramafreiheit nicht wenn andere Rechte berührt werden. Darunter zählen unter anderem die Persönlichkeitsrechte, wenn durch die Außenaufnahme etwa Details zu bestimmten Personen offenbart werden. Aufnahmen aus dem Inneren eines Gebäudes sind kein Bestandteil der Panoramefreiheit so das im Falle von Innenaufnahmen zeitgenössischer Gebäude eine Genehmigung des Architekten benötigt wird. Ausnahmen bestätigen die Regel, so das die Pressefreiheit wiederrum das fotografieren von Inneren eines Gebäudes erlauben wenn es zum Beispiel etwas Berichtens wertes in einem öffentlich zugänglichem Gebäude gibt. Zu beachten ist das diese Panoramafreiheit ein Nationales Recht ist und in jedem Land anderes ist, so gibt es dieses Recht in Frankreich beispielsweise nicht!

3. Probleme in der Architekturfotografie:

Bei der Architekturfotografie kann es ab und zu zu unschönen Problemen kommen. Die wichtigsten haben wir dir hier mal aufgelistet und erklärt:

Stürzende Linien:

Das am häufigsten auftretende Problem bei der Architekturfotografie sind die Stürzenden Linien. Dieser Effekt kann oft als störend empfunden werden, er kann aber auch dem Bild das gewissen etwas geben. Als stürzende Linien bezeichnet man Linien bzw. Kanten die auf einem gemeinsamen Punkt aufeinander zustreben obwohl diese in Wahrheit Parallel zueinander verlaufen. Stürzende Linien treten auf wenn die Kanten des zu fotografierenden Gebäudes nicht parallel zur Kamera bzw. der Projektionsebene stehen. Kurz zusammen gefasst treten stürzende Linien auf wenn du zum Beispiel ein großes Gebäude fotografieren möchtest und die Kamera nach oben neigst um das Gebäude von deinem Standpunkt komplett auf das Bild zu bekommen. Vermeiden lassen sich stürzende Linien nur indem die Kamera parallel zum zu fotografierenden Objekt steht oder durch teure Tilt-Shift-Objektive bei dessen die Linsengruppe senkrecht zur optischen Achse verschoben wird. Dank der Bildbearbeitung ist es heute jedem möglich diesen Effekt nachträglich am Rechner zu beseitigen. Hierbei wird das Bild einfach entzerrt bzw. solange gekippt bis die Kanten wieder parallel zueinander stehen. Es ist auch möglich den Effekt der stürzenden Linien zu verringern, hierzu musst du einfach nur den Standpunkt nach hinten verändern. Mit wachsender Entfernung zum Objekt verringern sich durch die größere Brennweite auch die stürzenden Linien.

4. Tipps und Tricks zur Architekturfotografie:

Um dass Beste aus deinen Aufnahmen heraus zu holen haben wir hier noch einige kleine Tipps zusammentragen welche deinem Bild mehr Aussagekraft geben.

Architektur bei Nacht:

Oft werden große Gebäude, Sehenswürdigkeiten und Bauwerke Nachts mit künstlichem Licht angestrahlt. Die Beleuchtung gibt dem Bild später einen besonderen Reiz und oftmals wirken Bauwerke bei Dämmerung bzw. Nachts besonders anziehend und schön. Mehr Informationen zur Nachtfotografie findest du im DDpix Artikel „Nachtfotografie“.

Der richtige Bildausschnitt:

Je nachdem wie du deinen Bildausschnitt wählst, so kommt auch die Wirkung des späteren Fotos anders rüber. Schon allein durch eine andere Perspektive und einem dazu passenden Ausschnitt wirken Bauten gleich viel spannender und das Bild bekommt einen sofortigen Wiedererkennungswert. Als Beispiel für einen gelungenen Bildaufbau dient dass rechte Foto des Berliner Fernsehturmes. Die Kamera wurde in diesem Fall knapp unterhalb der spitzen Vordächer platziert und nach oben zum Fernsehturm gedreht. Das Bild weicht gerade wegen der ungewöhnlichen Perspektive von den üblichen „Fernsehturm-Bildern“ ab.

Abstrakt und das Detail:

Abstrakte Darstellungen von Gebäuden geben deinem Bild genauso das gewissen Etwas wie Detailaufnahmen von Teilen eines Bauwerkes. Beachte jedoch das dass fotografierte Bauwerk am besten wiedererkannt werden sollte. So kannst du markante Teile des Bauwerkes auch mal im Detail fotografieren.

Das Spiel mit der Unschärfe:

Mit dem gezielten Einsatz der Unschärfe kannst du Fotos machen welche lange im Gedächtnis des Betrachters bleiben. In unserem Beispiel haben wir diese Unschärfe im Zusammenspiel mit einer Glaskugel genutzt. Der Blick wandert automatisch auf den Inhalt der Kugel und der Unscharfe Hintergrund füllt das Bild ideal aus. Weiterhin kannst du die Unschärfe auch anders nutzen. Mit der passenden Belichtung kannst du zum Beispiel auch mal eine fahrende Rolltreppe oder ähnliches fotografieren.

Die richtige Tiefenwirkung:

Bei langen Gängen oder Straßen kommt der Einsatz der Tiefen-wirkung besonders gut zur Geltung. Je weiter die fotografierten Objekte entfernt liegen destso kleinen wirken sie. Das Beispiel verdeutlicht das Prinzip der Tiefenwirkung. Die Säulen besitzen in Wahrheit einen gleichen Abstand, unser Auge nimmt diesen Abstand durch die wachsende Entfernung nicht richtig wahr. Die Tiefenwirkung kommt besonders bei Motiven wie im Beispiel zur Geltung. Bei langen Gängen mit Säulen aber auch engen Straßen und Gassen kommt die Tiefenwirkung besonders gut zur Geltung.

Spiegelungen:

durch Spiegelungen gibst du deinem Bild mehr Details und sorgst für spannende Abwechselungen. Ob es eine Wasserfläche ist oder ob es Glasfassaden von Gebäuden sind spielt im Grunde genommen keine Rolle. Der richtige Einsatz von Spiegelungen hebt Dein Bild von den anderen ab. Beachte jedoch dass du beim fotografieren von Spiegelungen auf Glasflächen, Wasserflächen und nichtmetallischen Oberflächen keinen Polfilter verwenden darfst da dieser die Spiegelungen herausfiltert.

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