In den letzten Tagen haben wir immer häufiger mitbekommen, dass ihr auch Interesse an den Geschichten hinter der Kamera habt. Daher wird es in Zukunft zu spannenden Fototouren bei denen wir etwas schönes erlebt haben auch hin und wieder einen Artikel geben. In diesen geht es natürlich auch um das Thema Fotografie, aber auch um die Erlebnisse selbst. Beginnen wir mit der wohl spannendsten Ballonfahrt die wir in den bisher knapp 50 zurückliegenden Fahrten erlebt haben. Vor einigen Wochen unternahmen wir wieder eine der vielen Ballonfahrten mit Ballon und Luftschiff Sachsen. Neben der wie immer sehr schönen Ballonfahrt sollten wir dieses mal eine besonders eindrucksvolle Begegnung erleben.

Es war einer der typischen Abende. Das Wetter war schön und der Wind nahm zum Abend hin spürbar ab. Relativ kurzfristig klingelte dann unsere Telefon. „Heute Abend Ballonstart im Ostraufer, seid ihr dabei?“ Na klar sind wir dabei! Also packten wir unsere Sachen und machten uns auf den Weg. Schon vor dem Start des Ballons im Dresdner Ostragehege wussten wir, dass der Wind aus Richtung SSW kommt und der Ballon deshalb eine sogenannte Drift in Richtung Norden haben wird. Anfänglich war uns noch gar nicht so bewusst dass diese Windrichtung eine direkte Fahrt zum Flughafen Dresden bedeutet, dies sollte sich aber später noch ändern. Wie bei jeder Ballonfahrt üblich, meldete sich der Ballonpilot vorschriftsmäßig am Dresdner Tower an. Der diensthabende Fluglotse wusste nun genau dass wir mit dem Ballon im Ostragehege starten wollen und in welche Richtung es gehen wird. Nachdem alles geklärt war und der Transponder des Ballons aktiviert wurde, ging es auch schon in die Lüfte.

Über den Transponder kann der zuständige Fluglotse die Kennung, Position, Richtung und Flughöhe eines Luftfahrzeuges überwachen. Da ein Heißluftballon nicht lenken kann und auf den Wind angewiesen ist, wurde es an diesem Tag besonders spannend für uns. Bei der Annäherung zum Flughafen nahm der Ballonpilot sofort Kontakt mit dem zuständigen Fluglotsen im Tower auf. Dieser Fluglotse ist für die unteren Flightlevel im Luftraum von Dresden verantwortlich. Als wir mit dem Ballon so in Richtung Flughafen fuhren, forderte unser Pilot eine Genehmigung im Dresdner Tower an um den Flughafen überqueren zu dürfen. Ein Heißluftballon lässt sich wie gesagt nicht lenken und so muss er die Richtung einschlagen in die der Wind ihn trägt. Da es im Luftraum über Dresden und generell am Flughafen der Landeshauptstadt im Vergleich zu anderen großen deutschen Flughäfen recht wenig Flugverkehr gibt, bekamen wir auch zügig die Erlaubnis den Flughafen mit dem Ballon zu überqueren. Unten am Boden rollte gerade ein Airbus von Germanwings zur Startbahn und hob wenige Minuten später ab. Guten Flug! 

Mit dem Heißluftballon ging es direkt über den Dresdner Flughafen. Hier rollt gerade ein Airbus von Germanwings zur Startposition.

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Die Räder des Airbus heben vom Boden ab.

Über der Autobahn dreht der Airbus nach Rechts ab.

Während wir der Start- bzw. Landebahn immer näher kamen, meldete sich der Fluglotse erneut. Er gab uns die Anweisung, eine Höhe von 3000 ft nicht zu unterschreiten, da sich gerade ein Flugzeug im Landeanflug befindet, der Lotse würde dieses Flugzeug unter dem Ballon passieren lassen. Als wir diesen Satz hörten, schauten wir uns alle recht verwundert an. Ein landendes Flugzeug soll direkt unter uns durchfliegen? Haben wir das jetzt alle korrekt verstanden? Wir rechneten mit einem kleinen Privatflugzeug oder zumindest mit keinem größeren Ferienflieger. Noch bevor wir richtig realisiert hatten was wir gleich erleben dürften, meldete sich auch schon der Pilot des landenden Flugzeuges um seine geplante Landung am Dresdner Flughafen anzumelden, welche er auch umgehend genehmigt bekam. Als freundlichen Hinweis an uns im Ballon sagte er nur „Wir kommen aus NNW eingeflogen, damit alle die Kameras auspacken können“. Denn natürlich wusste auch die Besatzung des Flugzeuges, dass sie unter einem Heißluftballon durchfliegen sollen. Auch bei ihnen hörte man eine gewisse Vorfreude heraus. bigsmile

Anhand der Flugnummer entnahmen wir dass es sich nicht um ein Kleinflugzeug handelt, sondern um einen Airbus A319 von Eurowings. Sollte dieser Ferienflieger nun echt unter unserem Ballon durchfliegen? Die Höhe die der Ballon nicht unterschreiten durfte waren 3000 ft. Das entspricht ca. 900m. Der Airbus wird auch nur einige hundert Meter hoch fliegen was bedeuten müsste, dass er schon recht nah unter uns durchfliegen würde. Doch der Fluglotse, die Piloten im Airbus sowie der Ballonpilot sind wahre Profis und gaben grünes Licht. Unsere Vorfreude stieg, gerade weil wir große Flugzeug Fans sind und jede Gelegenheit nutzen, sie beim Starten oder Landen zu beobachten.

Ein stark vergrößerter Bildausschnitt zeigt die ankommende Eurowings Machine auf selber Flughöhe wie der Ballon.

Alle Augen starrten gen Horizont und suchten den Himmel ab. „Wo ist das Flugzeug?“ „Sieht es jemand?“ „Also ich kann kein Flugzeug erkennen!“ „Nein ich auch nicht“. Einige Minuten vergingen ohne dass wir etwas sehen konnten. Kommt es vielleicht doch von der anderen Seite und wir sehen es nur aus weiter Entfernung? Doch plötzlich funkelte etwas am Horizont auf. „Da! Da hinten!“ Eine Menge Zeigefinger zeigten auf einen winzigen Punkt am Horizont direkt über dem großen Braunkohle Kraftwerk Schwarze Pumpe, welches durch seine hohen Wasserdampfsäulen gut sichtbar war. Tatsächlich flog ein Airbus A319 direkt auf den Ballon zu! Die Landescheinwerfer waren nun deutlich zu sehen und funkelten durch die noch relativ große Entfernung in der warmen Sommerluft. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Airbus noch in genau derselben Höhe wie wir im Ballon. Es wirkte schon etwas surreal, aus einem in fast völliger Stille schwebendem Ballon, einen großen Ferienflieger direkt auf uns zusteuern zu sehen.  Während alle fasziniert auf das Flugzeug schauten, machten wir nacheinander Fotos. Deutlich war zu erkennen, wie die Maschine immer weiter sank und schlussendlich fast direkt unter dem Ballon hindurch flog. Ein tolles Erlebnis! Hier eine kleine Auswahl des Anflugs. Der Ballonpilot fragte noch nach der Höhe der Maschine. Die Antwort kam promt… 1700ft.

Nachdem die Maschine gelandet war, meldete sich der Pilot noch einmal über Funk. „Vielen Dank für die nette Begleitung, so einen Ballon haben wir auch nicht alle Tage über dem Cockpit“. Wir haben zu danken! Für dieses geniale Erlebnis.

 

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