Wenn die Tage länger werden und die Temperaturen wärmer, dann ist sie in klaren Nächten endlich wieder über Deutschland zu sehen. Die Rede ist von der Sommermilchstraße, unserer Heimatgalaxie. Eigentlich heißt sie ja nur „Milchstraße“, aber wenn in den Sommermonaten das hellere Zentrum der Balkenspiralgalaxie am Horizont über Deutschland auftaucht, ist oftmals von der Sommermilchstraße die Rede. Eben weil diese nur in den Sommermonaten sichtbar ist. Bei der Milchstraße handelt es sich um unsere Heimatgalaxie, also jene, in welcher sich unser Sonnensystem inkl. der Erde befinden. Die Sonne kreist mit bis zu 300 Milliarden anderen Sternen um ein gemeinsames Zentrum.

Einen Teil der vielen Sterne können wir in klaren Nächten als helle bandförmige Aufhellung am Himmel sehen. Es zieht sich über den gesamten Himmel und umspannt die gesamte Erde.

00283Da nun die Zeit gekommen ist, wo das hellere Zentrum langsam wieder am nächtlichen Himmel auftaucht, nutzten wir gestern das schöne Wetter, um die Milchstraße zu fotografieren. Seit einigen Monaten kam dabei endlich wieder unsere Kameranachführung zum Einsatz. Diese ist speziell für das fotografieren von Sternen bzw. dem nächtlichen Himmel gedacht und gleicht die Rotationsbewegung der Erde aus. Ohne sie wären die Sterne bereits ab 30 Sekunden Belichtungszeit als Strichspuren sichtbar. Die Nachführung dreht sich mit der Erdrotation mit und behält somit den Himmel immer fest im Visier. So sind Belichtungszeiten von bis zu 2 Stunden möglich ohne das nur ein einziger Stern auf dem Bild „wandert“. Nachteil ist, dass sich nun der für den Betrachter still stehende Horizont fortbewegt.

Auf unseren 20 Einzelaufnahmen die wir jeweils 2 Minuten belichtet haben, weist der Acker sowie der Felsen immer eine leichte gleichmäßige Bewegungsunschärfe auf. Damit wir diese am Ende in Photoshop entfernen können, machten wir noch eine Aufnahme ohne Nachführung. Der Himmel inkl. Milchstraße besteht also aus 20 Aufnahmen die jeweils 2 Minuten belichtet wurden. Die Landschaft besteht aus einer Aufnahme mit 2 Minuten Belichtungszeit.

Zu sehen ist der Lilienstein in der Sächsischen Schweiz. Der Tafelberg gehört zu den markantesten Bergen des National Parkes Sächsische Schweiz und ragt mit einer Höhe von 415 Meter über NN in den Himmel.

Alle Einzelbilder wurden mit einer Blende von f4,0 gemacht. Um soviel Licht wie möglich auf den Sensor zu bekommen, erhöhten wir den ISO Wert auf 2000. Um die Bewegungsunschärfe der Landschaft zu beseitigen, fügten wir in diesen Bereichen die Inhalte der Aufnahme welche ohne Nachführung gemacht wurde ein. Herausgekommen ist ein Foto, welches unsere Milchstraße hinter der schönen Kulisse des Liliensteins zeigt. Alle Aufnahmen waren gegen 2 Uhr Nachts im Kasten. Dann mussten wir auch schon die Sachen packen da der Mond bald aufging und den Himmel störend aufgehellt hätte. Das Rauschen des fertigen Fotos stört uns noch etwas. Um dies zu vermeiden, werden wir das nächste mal ein paar sogenannte Darkframes fertigen. Mit diesen Darkframes kann man das Rauschen gut herausrechnen.

Da dieses Foto aus insgesamt 21 Aufnahmen besteht, gibt es hier nicht den gewohnten EXIF Daten kasten. Die Einstellungen der Einzelbilder waren aber wie folgt:

Fotostandpunkt und Uhrzeit:
Koordinaten: 50°55’53.73″N,  14° 4’33.58″E
Uhrzeit: 23.05.2014, 1:30 Uhr – 2:30 Uhr

Aufnahme des Himmels:
Belichtungszeit: 20x120s, Blende: f4,0, ISO: 2000, Brennweite: 24mm

Aufnahme der Landschaft:
Belichtungszeit: 1x120s, Blende: f4,0, ISO: 2000, Brennweite: 24mm

eingesetzte Software:
DeepSkyStacker, Photoshop CC

verwendete Kamera: 
Canon EOS 5D Mark III + Canon BG-E11 Batteriegriff inkl. 2x Akku LP-E6

verwendetes Objektiv:
Canon EF 24-105mm 1:4,0 L IS USM

verwendete Nachführung:
Astrotrac TT320X inkl. Polsucher und Polhöhenwiege

verwendetes Stativ:
Triton Aluminium Stativ FQT mit Triton PH2 Hochlast Kugelkopf

Sonstige Nutzung von Zubehör:
LED Lanser H7R Stirnlampe
Google Nexus 5 zur Standortermittlung und für  Himmelskarte

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