Gestern Abend waren wir mit unseren beiden Kameras zusammen mit René von FWKART in der Stadt unterwegs um ein paar Fotos zur Blauen Stunde zu machen. Als wir gerade die Kameras abgebaut und wieder in den Taschen verstaut hatten, gab die App „SkyGuide“ plötzlich einen Hinweis auf die Displays unserer Handys. Darin hieß es einfach kurz und knapp „ISS Überflug in 5 Minuten„. Leider war diese Meldung schon 2 Minuten alt, weshalb wir es nicht mehr rechtzeitig schafften, die Kameras noch einmal aufzubauen. Denn kurz danach tauchte der charakteristisch schnell ziehende Lichtpunkt am Horizont auf. Wir ließen die Technik also verpackt und bestaunten einfach mal ohne Kamera dieses spannende Schauspiel am Himmel über Dresden. Denn wir wussten, dass die ISS die Erde in ca. 90 Minuten einmal umrundet. Sie müsste die Region also bald wieder überfliegen.

Mit der genaueren App „ISS Finder“ checkten wir die genauen Zeiten sowie die Position, an welcher die Raumstation am Horizont auftauchen soll und wo sie genau am Himmel entlang fliegt. Der nächste Überflug um 23:22 Uhr sollte sogar zum Fotografieren noch perfekter sein. Doch wie fotografiert man einen schnell ziehenden Lichtpunkt am Himmel über einer hell angestrahlten Stadt? Eine längere Belichtungszeit würde die Skyline Dresdens sehr schnell überstrahlen lassen. Einzelne Belichtungen würden für unschöne Lücken in der ISS Lichtspur sorgen. Schnell schoss uns eine spezielle Aufnahmetechnik Namens „Time Composite“ ein. Hierbei handelt es sich um eine besondere Funktion unserer Olympus OM-D EM-1. Mit dieser Funktion schafft es die Olympus, eine Langzeitbelichtung anzufertigen, ohne das Foto überstrahlen zu lassen. Man gibt eine maximale Belichtungszeit vor und die Kamera belichtet bis zu diesem Wert. Danach nimmt sie ununterbrochen weiter auf und fügt nur dazukommende hellere Bereiche in das Bild ein. Nachdem die Aufnahme gestoppt wird, packt sie alles in eine RAW Aufnahme und speichert diese ab.Perfekt zum fotografieren der ISS dachten wir uns.

Um 23:22 Uhr war es dann soweit. Die Kameras waren ausgerichtet und wir hofften das die Daten der App korrekt waren. Wenige Sekunden nach 23:22 Uhr sahen wir die ISS schwach am Horizont auftauchen. Die Position und der Bildausschnitt war perfekt! Die Raumstation flog in einer Höhe von 406km und einer Geschwindigkeit von 27.600km/h in einer maximalen Höhe von 87° fast direkt über uns hinweg. Mit einer Belichtungszeit von einer Sekunde konnten wir die Dresdner Skyline ausreichend hell belichten ohne das irgend etwas überbelichtet wird. Da sich der Lichtpunkt der ISS auf dem dunklen Himmel deutlich abhob, wurde dieser Punkt als hellere Information mittels Time Composite auf den dunklen Himmel gelegt. Leider flogen während der Aufnehme einige Flugzeuge durch den Bildausschnitt und die Sterne hinterließen kleinere Strichspuren. Da diese für ziemlich viel Unruhe im Bild sorgten, haben wir die Lichtspur der ISS auf eine kurz zuvor angefertigte kürzere Belichtung gelegt. Das war es dann aber auch schon mit Bearbeitung. Willst du die ISS auch mal fotografieren? Hier erfährst du unter anderem die nächste Überflugzeiten sowie die Sichtbedingungen. http://iss.de.astroviewer.net/beobachtung.php

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