Jedes Jahr in den ersten Sommermonaten kann man mit etwas Glück ein besonderes Himmelsereignis bewundern. Denn im Zeitraum von Anfang Juni bis Ende Juli sind in manchen Nächten am nördlichen Horizont beeindruckende Lichterscheinungen zu sehen. Die sogenannten leuchtenden Nachtwolken  sind Ansammlungen von Eiskristallen in den Mesopause, jener Bereich, wo das absolute Temperaturminimum der Erdatmosphäre erreicht wird. Durch ihre Höhe von 81-85 Kilometer, werden diese Wolken noch immer vom Sonnenlicht angestrahlt, wenn diese bereits seit einigen Stunden untergegangen ist. Aus diesem Grund sind die leuchtenden Nachtwolken je nach Intensität besonders hell am Nachthimmel zu sehen.

Der Ursprung der Wolken ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Erstmals berichteten Beobachter im Jahre 1885 von dieser beeindruckenden Erscheinung. Einige Jahre zuvor gab es den größten Vulkanausbruch der vergangenen 1000 Jahre. Der 813m hohe Krakatau spuckte ca. 18 Kubikkilometer Asche in die Luft und dessen Eruptionssäule erreichte ohne weiteres eine Höhe von 80 Kilometer. Das ist fast 8 mal höher als Passagierflugzeuge fliegen! Zuerst gingen Forscher davon aus, dass die leuchtenden Nachtwolken ihren Ursprung in der verteilten Vulkanasche des Krakatau haben, doch auch viele Jahre später berichteten immer wieder Menschen von diesem Phänomen, es musste also weitere Gründe geben. Heute ist man der Meinung, das es sich bei den Kondensationskeimen um Material handelt, dass beim Verglühen vom Meteoren freigesetzt wird. Denn auch die Sternschnuppen welche wir am Himmel bewundern, verglühen in dieser Höhe. Mehr über diese Wolken erfahrt ihr hier: www.leuchtende-nachtwolken.info

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In der vergangenen Nacht kurz vor 0 Uhr hielten wir auf einem Feld Nahe der Babisnauer Pappel Ausschau nach diesen leuchtenden Nachtwolken. Leider war die Lichtverschmutzung durch die Stadt sehr hoch, doch kurz nach halb 12 tauchten dann die typischen Erscheinungen am Horizont auf. Sie waren nicht sehr ausgeprägt aber dennoch mit dem bloßen Auge sichtbar. Mit Hilfe einer 50 Sekunden andauernden Langzeitbelichtung konnten wir endlich die Nachtleuchtenden Wolken über Dresden in voller Schönheit auf einem Foto festhalten. Die Blende war hierbei weit geöffnet (f4,0), der ISO Wert lag bei 100. Durch die lange Belichtungszeit und die Brennweite von 105mm, haben sich leider schon deutliche Sternspuren gebildet welche wir aber so belassen haben.

Noch bis Ende Juli sind leuchtende Nachtwolken im Norden zum Ende der bürgerlichen Dämmerung zu sehen. Eine Garantie dafür gibt es aber nicht. Versucht mal euer Glück. 🙂

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