Am 21. Januar 2019 ist es schon wieder soweit. Über Deutschland ist eine totale Mondfinsternis zu sehen. Die letzte ist noch gar nicht so lange her. Bereits im vergangenen Jahr schob sich die Erde zwischen Mond und Sonne und sorgte für ein eindrucksvolles Himmelsschauspiel. Damals war der sogenannte Blutmond viele Stunden am Himmel zu sehen. Wir standen an jenem 27. Juli 2018 am Fuße der Marienbrücke und hielten den gesamten Verlauf der Finsternis auf einem Foto fest. In dieser einen Aufnahme steckte allerdings ziemlich viel Planung. Vom Fotostandpunkt, über die Zeit und den genauen Verlauf des Mondes am Himmel bis hin zum Wetter, mussten wir sehr viele Faktoren beachten. Am Ende hatten wir alles genau geplant und aufeinander abgestimmt um dieses Foto zu fotografieren. Wie genau das Bild entstanden ist könnt ihr in unserem ausführlichem Fotobericht nachlesen.

Auch die Mondfinsternis am 21. Januar wollen wir gern fotografieren. In erster Linie muss das Wetter mitspielen. Wenn die Vorhersagen gut aussehen, machen wir uns an die Planung des Motivs. Denn wenn es dann soweit ist, müssen alle Einstellungen sitzen und die Kamera vorbereitet sein. Um euch ebenfalls die Möglichkeit zu geben die Mondfinsternis auf einem Foto festzuhalten, möchten wir in diesem Artikel die grundlegenden wichtigen Faktoren zur kommenden Mondfinsternis auflisten und kurz erläutern wie wir unser Wunschbild versuchen umzusetzen.

Anders als zur letzten Mondfinsternis 2018, dessen gesamter Verlauf vergleichsweise sehr lange andauerte und vom Sonnenuntergang bis spät Nachts gegen 1 Uhr andauerte, findest die Mondfinsternis im Januar 2019 spät Nachts statt und wird sich bis kurz vor Sonnenaufgang erstrecken. Vorteil an dieser Mondfinsternis ist die Tatsache, dass sie bis kurz vor Sonnenaufgang geht und damit zur Blaue Stunde endet. Fotografisch ergibt diese Konstellation etwa die selben Lichtverhältnisse wie zur letzten Mondfinsternis 2018. Damals ging der Mond ebenfalls bereits partiell verdunkelt zur blauen Stunde auf und stieg im weiteren Verlauf der totalen Verdunklung in den immer dunkler werdenden Nachthimmel auf. Dieses mal wird es einfach andersrum sein und der Mond geht in den immer heller werdenden Morgenhimmel unter.

Die Mondfinsternis. Ein paar Daten

Um ein passenden Fotostandpunkt zu finden und alle anderen Faktoren möglichst genau planen zu können, haben wir ein paar Daten zur kommenden Mondfinsternis rausgesucht. Für die kommende Mondfinsternis am 21. Januar 2019 sind folgende Zeiten wichtig. Die angegebenen Zeiten für Mondaufgang und Monduntergang sind für den Standort Dresden angegeben. Für alle anderen Standorte in Deutschland sind die Zeiten etwas anders.   

Daten Standort Dresden für den 21.01.2019:

Mondaufgang in Dresden am (20.01.2019) 15:48 Uhr
Sonnenuntergang in Dresden (20.01.2019) 16:34 Uhr
Eintritt in Halbschatten  (39° Höhe, 252° W) 03:36 Uhr
Beginn der Sichtbarkeit (34° Höhe, 259° W) 04:10 Uhr
Eintritt in Kernschatten (30° Höhe, 264° W) 04:34 Uhr
Beginn totale Bedeckung (20° Höhe, 277° W) 05:41 Uhr
Maximale Verdunkelung (15° Höhe, 282° W) 06:12 Uhr
Beginn Astronomische Dämmerung 06:13 Uhr
Ende der totalen Bedeckung (11° Höhe, 288° NW) 06:43 Uhr
Austritt aus Kernschatten (2° Höhe, 300° NW) 07:51 Uhr
Ende der Sichtbarkeit 08:17 Uhr
Monduntergang in Dresden 08:05 Uhr

Wie fotografieren wir die Mondfinsternis?

Zu Beginn der Mondfinsternis um 3:36 Uhr im Zeitraum der Halbschattenfinsternis, steht der Mond mit +39° noch recht weit oben am Himmel. Wir benötigen also mindestens 24mm Weitwinkel um die Mondfinsternis vom Beginn bis zum Ende auf das  Bild zu bekommen. Bei 24mm Weitwinkel erscheint der Mond allerdings nur als kleiner Punkt auf dem Foto. Viel zu klein um irgendetwas von der Verdunklung zu erkennen.

Die Ausrüstung:

Um das Problem der zu geringen Brennweite zu vermeiden, werden wir wahrscheinlich wieder die selbe Vorgehensweise anwenden wie bei der letzten Mondfinsternis im vergangenen Sommer. Damals fotografierten wir mit zwei Kameras. Beide hatten jeweils eine feste Aufgabe zu erledigen. Unsere Olympus OM-D EM-1 mit aufgeschraubten Canon EF 70-200mm 1:2,8L IS II USM fotografierte den Mond im Detail. Durch den Cropfaktor von 2,0 erreichten wir eine Brennweite von 400mm. Aller 5 Minuten machte die Kamera ein Foto vom Mond. Damit dieser auch wirklich scharf ist und wir nicht aller paar Minuten den Bildausschnitt korrigieren mussten, war die Olympus auf einer einfachen Nachführung montiert. Diese glich die Erdrotation aus sodass die Kamera zu jedem Zeitpunkt den Mond fest im Visier behielt.

Die zweite Kamera – eine Canon EOS 5D Mark III – stand nebenan. Mit dieser fotografierten wir über den ganzen Abend hinweg in regelmäßigen Abständen ein und dasselbe Hauptmotiv. Wie oben zu sehen, wählten wir einen schönen Bildausschnitt mit der Dresdner Altstadtsilhouette aus.

Auch bei der kommenden Mondfinsternis müssten wir so wieder eine schöne Bildersammlung mit dem gesamten Verlauf der Finsternis bekommen. Für welche Brennweite wir uns schlussendlich genau entscheiden und wie unser Fotostandpunkt aussieht, müssen wir selbst noch heraus finden und ein gutes Mittelmaß zwischen Brennweite und Bildausschnitt finden. Vermutlich wird die Brennweite für unser Bild aber bei 24mm bis 50mm liegen.

Mondfinsternis Simulation:

Um euch den Verlauf des Mondes am Himmel und die einsetzende Blaue Stunde zu verdeutlichen, haben wir ein kleines GIF erstellt. Zur Verwendung kam die Foto App „PlanIT for Photographer“ fürs iPhone. Das Beispiel zeigt den Verlauf des Mondes bei 24mm Brennweite und der Verwendung einer Vollformat Kamera. Wie man sieht wirkt der Mond bei dieser geringen Brennweite tatsächlich sehr klein.

Die richtigen Einstellungen:

Da wir mit zwei Kameras fotografieren und mit diesen die verschiedene Situationen festhalten möchten, variieren die Einstellungen dementsprechend.

Grundbild Weitwinkel:

Für unsere Canon EOS R, mit der wir das Weitwinkel Ausgangsfoto mit dem gesamten Verlauf des Mondes fotografieren wollen, wählen wir wieder eine Blende von f8.0 und einen ISO-Wert von 100.

Die Belichtungszeit variiert dabei je nach Umgebungslicht und wird sich dementsprechend Richtung nahender blauen Stunde immer weiter verkürzen. Es wird ja heller und somit können wir die Belichtungszeiten immer weiter verkürzen. Um die korrekte Belichtungszeit zu finden, ist die Zeitautomatik (Av) eine gute Option. Bei der Zeitautomatik legst du Blende und ISO-Wert manuell fest und die Kamera stellt die nötige Belichtungszeit automatisch ein. Bei längeren Belichtungszeiten wird der Mond dann aber eine Lichtspur auf dem Foto hinterlassen, weil er sich während der Belichtung stetig über den Himmel bewegt. Für unser geplantes Motiv können wir diesen Aspekt aber vernachlässigen, da wir den kleinen Mond auf unserem Weitwinkel Foto sowieso durch die Monde der Detailaufnahmen überdecken werden.

Detailfotos Mond:

Für die Detailfotos des Mondes ist es wichtig, möglichst kurze Belichtungszeiten zu wählen. Um möglichst viele Details des Mondes zu erkennen, werden wir diesen mit etwa 400mm fotografieren.

Bei so einer hohen Brennweite rast der Mond förmlich durch den Bildausschnitt.  Um diesen nicht ständig korrigieren zu müssen, werden wir unsere Olympus OM-D EM-1 auf einer Nachführung montieren. Ausgerichtet auf den Polarstern – der „Drehachse“ unserer Erde, wirkt die Nachführung der Erdrotation quasi entgegen und unsere Kamera behält den Mond ständig im Blick. Mit so einer Nachführung sind auch bei hohen Brennweiten und etwas längeren Belichtungszeiten noch scharfe Fotos des Mondes möglich, ohne das dieser in einer Bewegungsunschärfe verschwimmt. Um gestochen scharfe Mondfotos zu erhalten, werden wir den ISO-Wert auf ca. 200 bis 400 erhöhen und die Blende mit F2.8 maximal öffnen. Mit diesen Einstellungen können wir den Mond selbst zur totalen Verdunklung ausreichend hell und dennoch gestochen scharf fotografieren.  Die Belichtungszeit werden wir wieder je nach Umgebungslicht individuell anpassen. Auch in diesem Fall kannst du aber über die Zeitautomatik deiner Kamera die Wahl der korrekten Belichtungszeit überlassen.

Es ist wichtig, die Dunkelheit des Mondes zur maximalen Bedeckung nicht zu unterschätzen. Er ist wirklich sehr dunkel und es sind schon einige Sekunden an Belichtungszeit nötig um brauchbare Fotos hinzubekommen. Wenn du mit einer Kamera fotografierst, solltest du mit fortschreitender Verdunklung auch ggf. den ISO Wert erhöhen um nicht zu lange belichten zu müssen. Denn durch Bewegung des Mondes am Himmel ist dieser sehr schnell verschwommen.

Die Mondfinsternis richtig Fotografieren:

  1. Verwende unbedingt ein Stativ!
  2. Fokussiere automatisch. Falls das nicht klappt, versuche mit Hilfe des „LiveViews“ deiner Kamera manuell zu fokussieren.
  3. Deaktiviere bei der Verwendung eines Stativs den Bildstabilisator.
  4. Erhöhe den ISO Wert etwas, (200-800) um in der dunklen Phase nicht zu lange belichten zu müssen.
  5. Öffne die Blende soweit es geht, um soviel Licht wie möglich einzufangen.
  6. Nutze keine Belichtungsautomatik, sondern belichte manuell. (Ca. 1/30s). Bei Bedarf geht auch Zeitautomatik (Av)
  7. Prüfe hin und wieder deine Fotos und Einstellungen. Es ist genug Zeit zum rum experimentieren.
  8. Wage dich auch an neue Einstellungen und spiele mit deiner Kamera, so lernst du am besten.

Unsere Checkkarte:

Für einen Überblick der möglichen Einstellungen bei der Nachtfotografie, möchten wir dir unseren Nachtfotografie Artikel und unsere Fotografie Checkkarte ans Herz legen. In diesem Artikel erklären wir sehr ausführlich alles was man zum Thema Nachtfotografie wissen muss. Um anschließend gut für die ersten Nachtfotos gewappnet zu sein, bieten wir speziell zum Thema eine Fotografie Checkkarte an. Auf dieser erläutern wir das Zusammenspiel zwischen Blende ISO-Wert und Belichtungszeit, damit zu für deine nächtlichen Fotos der Mondfinsternis gut gewappnet bist.


Fotografie Checkkarte

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Mehr Infos zur Mondfinsternis im Januar 2019:

Alle wichtigen Infos, weitere Zeitangaben zu verschiedenen Orten sowie weiterführende Links findest du auf der Seite mofi2019.de

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