In den vergangenen Tagen machten wir uns mal wieder ein paar Gedanken über neue Fotomöglichkeiten oder Perspektiven. Das Wetter war ja recht schön, die Temperaturen waren angenehm und die vereinzelt am Himmel schwebenden Schönwetterwolken taten ihr übriges unsere Lust aufs Fotografieren zu entfachen. Daran lag es also nicht, dass wir uns in letzter Zeit etwas schwierig tun, neue Perspektiven ausfindig zu machen oder öfter mit der Kamera los zu ziehen. Schuld sind immer noch die zahlreichen Baustellen in und um Dresden die den Fotospaß etwas trüben. Viele Ideen oder Perspektiven werden einfach dadurch zerstört, dass überall ein störender Baukran im Bild steht.

Trotzdem machten wir uns ein paar Gedanken und besuchten auch den einen oder anderen Fotostandpunkt. Egal ob am Tolkewitzer Elbufer oder am Blauen Wunder, so richtig gefallen hat uns keine der gebotenen Perspektiven. Wir werden dort aber auch immer wählerischer. 😀 Am Abend des 29. Juni 2018 waren wir dann mal wieder in der Stadt unterwegs und versuchten eine der uns im Kopf rumschwirrenden Fotoideen umzusetzen. Leider störte auch hier wieder eine Baustelle den Blick. Also fuhren wir gegen 22:00 Uhr zum Schutthügel am Ostragehege um den Aufgang des Vollmondes zu fotografieren. An diesem Abend sollte es möglich sein, den aufgehenden Mond genau hinter der Frauenkirche zu fotografieren. Das ist so nur an sehr wenigen Tagen im Jahr der Fall. Leider wurde unsere Freude schnell getrübt als wir das dicke Wolkenband am Horizont sahen. Wie zu erwarten hatte der Mond keine Chance sich gegen die dicke Wolkenschicht durchzusetzen und tauchte erst am Himmel auf, als er schon ziemlich weit oben stand. Zu weit oben für das geplante Foto. Dank eines netten Gesprächs mit dem Fotografen von DDimage vertrieben wir uns aber auch ohne zu fotografieren die Zeit.

Wieder zuhause angekommen, machten wir uns wie so oft mal wieder ein paar Gedanken welche Motive schön aussehen würden und wie man die vielen Baustellen am besten verstecken könnte. Marcel warf die Möglichkeit in den Raum, es wäre doch mal wieder schön den Dresdner Zwinger mit komplett eingeschalteter Innenbeleuchtung zu fotografieren. Hin und wieder hat man die Möglichkeit dazu. Ohne einen weiteren Gedanken daran zu verschwenden ging der Tag dann jedoch zu Ende.

Am nächsten Tag machten wir uns einen gemütlichen Grillabend mit Freunden und verbrachten den Abend anschließend mit dem gucken der Fußball WM. Deutschland ist ja bereits schon draußen also wurden nun die Daumen für andere Teams gedrückt. Als alle Freunde gegen 22:30 Uhr verabschiedet waren, stöberten wir etwas bei Facebook rum. Durch einige Postings sahen wir, dass an diesem Abend die Dresdner Museumsnacht stattfand. Viele Museen der Stadt hatten ihre Türen bis 1 Uhr Nachts geöffnet. Da auch der Dresdner Zwinger einige Museen beherbergte, müsste dort eigentlich Licht im gesamten Zwinger brennen. So hatten wir es zumindest von früheren Besuchen dieser Veranstaltung in Erinnerung. Da die Museumsnacht bis 1 Uhr gehen sollte, hatten wir auch noch genügend Zeit unser gewünschtes Zwinger Bild mit der eingeschalteten Beleuchtung umzusetzen.

Schnell packten wir unsere Sachen zusammen und begaben uns auf den Weg in die Stadt. Leider war es dort schon recht dunkel. Die Blaue Stunde war bereits in ihren letzten Zügen und der Nachthimmel färbte sich dunkelblau. Mit der im Zwinger eingeschalteten Beleuchtung hatten wir aber Glück. Porzellansammlung, das Glockenspiel und der Deutsche Pavillon erstrahlten in vollem Glanz und erhellten den gesamten Zwinger. Ganz gemütlich klapperten wir ein paar mögliche Perspektiven ab, stellten unsere Kamera mal hier und mal da auf und versenken sie sogar bis zum Kamerakopf in einen der Brunnen, um möglichst knapp über die spiegelnde Wasseroberfläche fotografieren zu können. Da der Himmel sowieso schon dunkel war, hatten wir auch keinen Zeitdruck mehr.

Nachdem wir ein paar Bilder fotografiert hatten machten wir uns zufrieden wieder auf den Weg zum Auto. Gegen 0 Uhr passierten wir dann das Kronentor und der Blick fiel rein zufällig nach links zur Porzelansammlung. Sofort hielten wir Inne und schauten uns an. „Das sieht aber auch schön aus hier“ meinte Marcel. Die eingeschaltete Innenbeleuchtung des Zwingers tauchte die Umgebung im Innenhof in ein angenehm warmes Licht und beleuchtete auch die davor stehenden Orangenbäume sanft. Wenn wir unsere Kamera jetzt hier noch einmal aufstellen würden und den Weg genau in den Ecken aus dem Bild herauslaufen lassen würden, dann müsste das eine wirklich schöne Perspektive ergeben wie wir sie so auch noch nie umgesetzt haben. Gesagt, getan… und so stellten wir unsere Kamera genau mittig des Weges auf und blickten mit ca. 30mm Brennweite des Canon EF 16-35mm Objektives direkt zum Museum der Porzelansammlung. Die Blau/Weiß gestreiften Töpfe der Orangenbäume werden von einigen Besuchern immer als nicht passend oder unschön empfunden. Sie sollen aber den damaligen Originalen Behältern entsprechen und sind daher sehr passend für den Dresdner Zwinger. 🙂

Da es bereits schon kurz nach 0 Uhr war, waren nur noch wenige Menschen unterwegs. Der Mond war bereits aufgegangen und leuchtete mit einem diffusen Lichtschein hinter dem Zwinger hervor. Durch die voranschreitende Nacht sahen wir auch schon ein paar Sterne am Himmel funkeln. Für die Kamera waren diese Lichtverhältnisse aber ziemlich schwierig. Wenn wir den Himmel und die Sterne sowie den Vordergrund hell genug bekommen wollten, müssten wir einige Sekunden belichten. Die Innenbeleuchtung des Zwingers mit ihren vielen kleinen Details wäre dann aber viel zu hell belichtet und man würde davon nichts mehr erkennen da alles überstrahlt wäre. Um diese Probleme zu vermeiden, entschlossen wir uns dazu eine Belichtungsreihe mit vielen einzelnen Belichtungstufen anzufertigen. Dafür programmierten wir unseren Pluto Trigger Fernauslöser so dass er automatisch eine Belichtungsreihe erstellte. Aus den einzelnen Fotos wollten wir dann am heimischen Rechner ein DRI erstellen. Dabei werden die verschiedenen hellen Belichtungen der Beleuchtung in einem Bild stufenweise übereinander gelegt und somit abgedunkelt. Man erhält am Ende ein durchweg gleichmäßig belichtetes Bild ohne zu dunkle oder zu helle Bereiche. Das Ganze ist ähnlich einem HDR, nur das man hierbei sich hauptsächlich um die Lichter kümmert.

Nachdem wir sehr viele verschiedene Belichtungen angefertigt hatten welche von ca. einer Sekunde bis hin zu 20 Sekunden alles abdeckten, waren wir uns einig dass dieses Foto das schönste des Abends werden wird. Gegen 0:30 Uhr machten wir uns dann wirklich auf den Weg zum Auto, fuhren noch einen Kaffee bei McDonalds trinken und steuerten schlussendlich den Heimweg an. Zuhause angekommen fügten wir dann wie gewollt alle Belichtungen problemlos zu einer gleichmäßig belichteten Aufnahme zusammen. Durch das verwendete Canon EF 16-35mm 1:2,8L III USM Objektiv mit seinen hoch vergüteten Linsen, besaß das fertige Foto wieder eine sehr hohe Qualität. Farben, Kontraste und Schärfe waren wie bei jedem Bild mit diesem Objektiv einfach beeindruckend. Wir waren von der 2er Variante dieses 16mm Weitwinkelobjektivs damals nicht so begeistert, da gerade die Randbereiche ziemliche Unschärfe aufwiesen. Bei der 3er Version hat Canon diese negativen Eigenschaften behoben und eine wirklich geniale Linse auf den Markt gebracht.

In den nächsten Tagen soll das Wetter weiterhin schön bleiben und wir versuchen trotz der schwierigen Bedingungen durch die vielen Baustellen noch ein paar schöne Fotos zu machen. Ihr könnt gespannt drauf sein. 🙂

Die nächste Museumsnacht Dresden findet übrigens am Sonnabend den 6. Juli 2019 statt. Am ersten Juli Wochenende laden rund 50 Museen zum Besuch ein. Wie in jedem Jahr beginnt die Dresdner Museumsnacht mit dem Einbruch der Dunkelheit und endet erst gegen 1 Uhr Nachts. Viele Schlösser und Palais, Fabriken und Wohnhäuser oder Ateliers und Gärten warten auf die wissensdurstigen Gäste. Mit eigens dafür eingerichteten Shuttle-Busen und Bahnen kommt man bequem zu den einzelnen Ausstellungen. Auch der Zwinger wird 2019 sicherlich wieder komplett beleuchtet sein. So sind auch dann wieder neue ungewöhnliche Perspektiven umsetzbar. 🙂

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