Nächtliches Gewitter

6. Jul. 2015 | Fotoberichte | 7 Kommentare

Lesezeit ca. 5 Minuten

Das vergangene Wochenende war wohl eines der heißesten Wochenenden seit langem. Teilweise stieg das Thermometer auf bis zu 39°C. Schon im Verlauf des Sonntags konnte man erahnen, dass es bei einem Temperatursturz in der Nacht zum Montag teils heftige Gewitter geben wird. Während das Thermometer am Tag immer weiter stieg, sollten sich die Temperaturen in der Nacht zum Montag um 10-15 Grad abkühlen. Für den Westen Deutschlands waren demnach teils heftige Unwetter angekündigt, für die es in manchen Regionen sogar eine Tornadowarnung gab.

Wie in den letzten Wochen auch, sollten die Gewitter im Osten Deutschlands nicht so stark ausfallen, weshalb wir uns wenig Hoffnung auf ein paar schöne Gewitterfotos machten. Nachdem wir den Sonntag Abend noch mit herrlichem Sommerwetter ausklingen ließen, rollten aus Westen dann doch die ersten Gewitterzellen auf Dresden zu. Gegen 0 Uhr erkannten wir dann, dass es in den nächsten Stunden auch in Dresden ein paar Blitze zu sehen geben wird, da sich eine Zelle direkt vor Dresden aufbaute.

Wir packten also schnell unsere Sachen und machten uns auf den Weg zur Carolabrücke, unter der wir dann ein paar Minuten später Stellung bezogen. Schnell bauten wir unsere neue Olympus Kamera auf, um bei diesem Gewitter das erste mal die LiveComposite Funktion zu testen. Während wir sonst immer mit unserer Canon Kamera unzählige Einzelfotos machen mussten, um diese dann nachträglich im Photoshop übereinander zu legen, erledigt die Olympus OM-D EM-1 das ganze intern und spuckt anschließend ein einziges fertiges Bild im RAW Format aus. Dafür fertigten wir eine fünfsekündige Grundbelichtung, welche die Kamera als Ausgangsbild nimmt. Nun machte die Olympus hintereinander Aufnahmen, mit der vorher eingestellten Belichtungszeit. Stellt sie dabei fest, das ein Teil des Bildes hellere Informationen enthält als die Ausgangsbelichtung, so wird nur dieser Teil in das Ausgangsbild eingefügt.

Mit dieser Funktion lassen sich dann spielend leicht Lightpainting Fotos oder eben Gewitter fotografieren. Das ganze funktionierte so gut, das wir uns das erste mal während eines Gewitters Gedanken über weitere Perspektiven machen konnten. Da die Kamera quasi die ganze Arbeit übernahm und einen Blitz nach dem anderen ins Bild baute, hatten wir Zeit um zu schauen, wo man als nächstes Stellung beziehen könnte.

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Nachdem wir bei der ersten Perspektive unter der Carloabrücke ein paar schöne Blitze eingefangen hatten, ging es weiter nach vorn in Richtung Terrassenufer. Auch dort blitzte es recht wenig. Die Blitze die am Horizont auftauchten, wurden dann aber auch auf jeden Fall ins Bild übernommen. Als es dann schließlich anfing zu regnen, entschlossen wir uns den Heimweg anzutreten. Die Olympus ist Wasserfest und würde auch im strömenden Regen fleißig weiter Blitze für uns einfangen ohne dabei Schaden zu nehmen, da es mittlerweile aber schon 3:00 Uhr war, entschlossen wir uns so langsam aber sicher aufzubrechen und den Bildern zu Hause noch mit ein wenig Bildbearbeitung den letzten Schliff zu verleihen. Nebenbei tippelten wir dann noch diesen Blogartikel. 😉

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Zuhause angekommen gab es dann ein wenig Verwunderung. Fast alle Bilder wiesen eine leichte Unschärfe auf. 🙁 Woran das lag war uns schnell klar. In der Hektik und mit der Vorfreude auf die Live Composit Funktion und damit auf tolle Gewitterfotos, vertrauten wir zu sehr auf den Autofokus der Kamera. Den Fokuspunkt legten wir zwar auf eine entfernte Laterne und bekamen das erfolgreiche fokussieren auch bestätigt, was aber anscheinend dann doch nicht gelang und die Bilder am Ende leicht unscharf waren. Leider kontrollierten wir zwischenzeitlich die Schärfe der gespeicherten Fotos auch nicht auf dem Display, was echt sehr ärgerlich ist. Vielleicht lag es aber auch am aktiven Bildstabilisator, den man bei Langzeitbelichtungen mit Stativ deaktivieren sollte. Bei der Olympus geht das aber nicht über einen Schalter, sondern nur im Menü der Einstellungen. Die Ursache werden wir sicherlich bald heraus bekommen und beim nächsten mal dann darauf achten.

Für unsere Fotoartikel verkleinern wir die Bilder ja aber sowieso auf eine Webauflösung, bei der die Unschärfe kaum noch auffällt. Wie sagt man so schön, aus Fehlern lernt man. 🙂 Wir wissen nun fürs nächste mal, das wir bei der Olympus unter schwierigen Lichtverhältnissen nicht auf den Autofokus vertrauen können bzw. lieber nochmal genau alle Einstellungen prüfen sollten. Das uns so ein “Anfängerfehler” nach so vielen Jahren noch passiert ist echt ärgerlich, kommt aber wie man sieht auch bei erfahrenen Fotografen vor. Beim nächsten mal wissen wir wie es besser geht und freuen uns schon jetzt die Olympus erneut einzusetzen. Jetzt geht es erst einmal schlafen… Gute Nacht 🙂

7 Kommentare

  1. Olla, sehr schöne Ergebnisse! Bei uns kam es leider erst um 4 Uhr heute Morgen an und ich drehte mich dann doch lieber nochmals um 🙂 Bezüglich des Fokuses, bin ich heil froh, dass es bei den PRO Objektiven einen Anschlag gibt. Dort habe ich die Unendlichstellung mit einem Stift markiert, weil natürlich sich der Anschlag etwas überdreht und Unendlich ein Stückweit davor befindet.

    Grüße Flo

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  2. Wir haben zu sehr auf den Autofokus vertraut. 🙂 Das nächste mal werden wir auch wieder manuell fokussieren. Habe auch gerade erfahren das der Bildstabi sich bei der Olympus automatisch deaktiviert wenn man die LiveComposite Funktion nutzt. Daran kann es also nicht gelegen haben. Es wird also einfach nur ein Benutzerfehler gewesen sein. 😀

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  3. Hehe. Wie immer also ein Layer-8 Problem 😉 Ich kam von der E-M5. Wie oft mir das so gegangen ist, dort deaktivierte sich der IBIS überhaupt nicht von allein bei LZBs. Umso erstaunter war ich bei der E-M5II darüber, als dieser plötzlich automatisch deaktiviert war. Ganz nach dem Motto “Cfix, der IBIS muss ja noch deaktiviert werden. Moment, der ist ja schon aus?!”. All das Lehrgeld war somit umsonst bezahlt 😉

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  4. Ja bei der Canon haben wir auch unseren routinierten Ablauf. Da sitzt jeder Handgriff und alles wird auf die optimale Schärfe eingestellt ohne das man es bewusst mitbekommt. Da ist einfach Routine drin was bei der Olympus noch fehlt. Da muss man noch überlegen “hmm was muss ich noch beachten, achso, dies & das…” 😀 Aber aus Fehlern lernt man und wir achten das nächste mal umso genauer drauf. ^^

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  5. Btw. gerade mal eine Frage. Rein interessehalber. Ich bin ja nur das Olympus-Menü gewohnt und finde mich darin eigentlich echt gut und vor allem schnell zurecht. Selbst irgendwelche Einstellungen im fünften Untermenü, sind so in wenigen Sekunden für mich erledigt. Jetzt habe ich aber schon öfter mal gehört und gelesen, dass das Olympus Menü eine Katastrophe sei. Sind den die Kameramenüs z.B. von Canon wirklich so innovativ gestaltet, oder gilt hier auch einfach der Grundsatz des “Gewöhnungstieres”?
    Ich hatte natürlich schon mal ne Nikon und ne Canon in der Hand, aber mich nie mit der Menüführung beschäftigt. Einzig bei der A7R war ich mal längere Zeit in dessen Menü unterwegs und fand dies jetzt nicht unbedingt simpler oder unkomplexer aufgebaut wie das Oly-Menü.

    Sry wenn ich vom Artikelinhalt abschweife 🙂

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  6. Hmmm also ich persönlich würde sagen, dass man sich an alles gewöhnt. Das Menü ist schon etwas einfacher gestrickt als bei der Olympus, aber die Olympus lässt auch viel mehr Einstellungen zu bzw. besitzt mehr Spielerei-Funktionen. Nach etwas Zeit kommt man da aber auch gut zurecht. Bei Canon gibt es aber wesentlich weniger Unterunteruntermenüs 😀

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  7. Alles klar! Danke für Deine kurze Einschätzung 🙂 Ich hab da mittlerweile einfach schon die ganzen Buchstaben und was sich dahinter verbirgt im Kopf. Wobei die Belichtungszeitsteuerung im LiveComp-Modus auch für mich neu war. Erst nach 10 Minuten bin ich über die Menütaste zufällig da drin gelandet ^^ Es fehlte nicht mehr viel und ich hätte mich wohl doch um diese komische “Bedienungsanleitung” bemühen müssen 🙂

    Grüße und weiterhin “gut Licht” Euch Beiden!

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