Eine kalte neblige Nacht liegt hinter uns. Gestern Abend fiel die Temperatur in Dresden plötzlich sehr schnell ab sodass sie sich nah am Boden dem Taupunkt immer weiter annäherte. Ein klares Zeichen, dass sich bald Nebel bilden wird. Wir checkten zur Sicherheit ab und zu die Webcams, die in der ganzen Stadt verteilt sind. Die Bilder welche von der Bergstation der Schwebebahn übertragen wurden sahen schon sehr vielversprechend aus. Also packten wir unsere Kameraausrüstung zusammen und machten uns auf den Weg.

Sinkt die Sicht auf unter 1 km, spricht der Meteorologe von Nebel. Dieser entsteht, wenn die Luftfeuchtigkeit auf 100 Prozent steigt. Der eigentliche Wasserdampf ist in der Luft nicht zu erkennen da er bzw. das Wassergas unsichtbar ist. Ab einem bestimmten Punkt haften diese feinsten Wasser Tröpfchen aber an Pollen, Staub,- oder Salzpartikeln sowie anorganischen Stoffen wie Ruß welcher sich in der Luft befindet. Die Luft wird immer dunstiger und trübt sich ein. Wenn die Temperatur sich nun dem Taupunkt nähert, kann sie keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen und Nebel entsteht. Der Taupunkt spiegelt daher jenen Zeitpunkt wider, an dem die Luft mit 100 Prozent Feuchtigkeit gesättigt ist und diese nicht mehr aufnehmen bzw. halten kann, sie kondensiert in Form von Nebel.

In Dresden war dieses Wetterphänomen gestern sehr gut zu beobachten. Die relativ milde Luft am Tag nahm eine Menge Feuchtigkeit auf. Diese kühlte sich am späten Abend über den kälteren Flächen am Boden rasch ab. Da warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kalte, gab die sich abkühlende Luft die Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf wieder ab. Gerade über Wasserflächen wie der Elbe tritt Nebel dann sehr rasch auf.

Für unser Foto benötigten wir aber nicht nur etwas Nebel, sondern richtig dicken tiefstehenden Nebel. In den letzten Jahren war das nur sehr selten der Fall und meistens war er an unseren Fotostandpunkten zu hoch sodass wir nichts erkennen konnten, oder wir hatten keine Zeit zum Fotografieren. Die Bilder auf der Webcam zeigten gestern, dass der Nebel sehr flach über dem Boden stand und ziemlich dicht war. Das Blaue Wunder schaute nur ab und zu kurz oben heraus. Da sich die Stimmung minütlich änderte, nahmen wir neben der Kamera aber auch etwas mehr Zeit mit. Wir stellten die Kamera samt Stativ auf und beobachteten das Wetter nun ganz genau. In dem einen Moment waren wir komplett von Nebel umhüllt und im anderen Moment sah man sogar die Stadtlichter wieder. Daher machten wir in einem Zeitraum von knapp einer Stunde immer wieder ein paar Fotos. Das unserer Meinung nach schönste Foto möchten wir euch nun heute hier zeigen.

Der Nebel hüllte alle Stadtteile die nah an der Elbe liegen ein und reichte sogar bis in die Innenstadt. Aufgrund der engen Bebauung und der dadurch etwas milderen Temperaturen, löst sich der Nebel dort allerdings häufig recht schnell auf. Deutlich sind auf unserem Foto die hell beleuchteten Hauptverkehrsadern der Stadt als schimmernde Streifen im Nebel zu erkennen. Nach knapp einer Stunde stieg der Nebel dann immer weiter auf sodass er bald auch unseren Fotostandpunkt an der Bergstation erreichte. Wir packten also die Kamera ein und machten uns wieder auf den Weg nach Hause.

Diese Dinge solltest du beim Fotografieren von Nebel beachten:

Beim Fotografieren im Nebel stößt man sehr schnell auf einige Probleme. Die Lichtverhältnisse sind sehr unterschiedlich und das scharfstellen im „grauen Einheitsbrei“ fällt oft sehr schwer. In diesem Abschnitt möchten wir dir daher noch ein paar Infos zum Fotografieren im Nebel geben.

Unterschiedliche Lichtverhältnisse:

Nebel wirkt oft am Abend oder in der Nacht sehr geheimnisvoll. Leider sorgt er aber auch für eine sehr unausgewogene Ausleuchtung des Motivs. Es gibt Bereiche, in denen kaum das Licht der Straßenlaternen hinkommt. Die Bereiche um die Laternen sind dagegen schon zu hell. Um dem Problem entgegenzuwirken, solltest du daher auf jeden Fall eine Belichtungsreihe anfertigen und etwas mit der HDR bzw. DRI Verfahren arbeiten. Damit dunkelst du beispielsweise zu helle Bereiche im Foto ab während dunkle Bereiche aufgehellt werden. Nur so war es uns bei dem Foto möglich, dem Baum noch etwas Zeichnung zu geben ohne dass die Bereiche um die Brücke überbelichtet werden.

Scharfstellen im Nebel:

Wenn es wenige Kontrastunterschiede im Foto gibt, fällt es dem Autofokus der Kamera sehr schwer irgendetwas scharfzustellen. Versuche daher, eine sich im Motiv befindliche Laterne zu fokussieren. Gelingt dies nicht mit dem Autofokus, musst du das Bild manuell scharf stellen. Nutze dafür am besten den LiveView deiner Kamera und vergrößere den Displayausschnitt. So ist es ziemlich einfach das Bild manuell scharfzustellen.

Die Luft kondensiert nicht nur in Form von Nebel:

Ein oft unterschätztes Problem ist die bei Nebel auftretende 100% gesättigte Luft. Diese kondensiert nicht nur in Form von Nebel, sondern auch als Feuchtigkeitsfilm an deiner Kameraausrüstung. Das kalte Kameragehäuse lässt die feuchte Luft direkt am Gehäuse kondensieren, sodass sie sehr schnell feucht wird. Bitte achte daher darauf, das die Kamera nicht zu nass wird. Wenn du sie zurück ins warme holst, packe sie am besten in eine luftdichte Tüte. Denn auch dort sorgt das kalte Gehäuse dafür, dass die warme Raumluft an der Kamera und sogar in den Objektiven kondensiert. Wenn deine Kamera sich in einer luftdichten Tüte befindet, kann nur die wenige Luft in der Tüte an der Kamera kondensieren. Die Technik kann das zwar zum Großteil abhalten, aber sie wird es dir trotzdem danken.

Tipps & Tricks zur Nachtfotografie:

Mehr Infos zum Fotografieren bei wenig Licht findest du in unserem Fotowissen Artikel „Tipps und Tricks zur Nachtfotografie„.

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