Am vergangenen ersten Oktoberwochenende konnten wir den Spätsommer nochmal in vollen Zügen genießen.  Die ersten Blätter fallen schon und der goldene Herbst hält Einzug in Dresden.  Da an diesem Wochenende die Wetterprognosen für die Morgenstunden recht vielversprechend waren und einen Wolkenlosen Himmel versprachen, wollten wir das verlängerte Wochenende nutzen, um den Sonnenaufgang zu fotografieren. Geplant war es, ein morgendliches Foto zu machen, auf dem noch der Morgennebel und Tau der vergangenen Nacht zu sehen ist. Die vergangenen Tage machten uns zuversichtlich, dass auch dieses Mal Morgentau und  Nebel die Elbwiesen bedecken werden. Und so machten wir uns am Samstag früh bei klarem Himmel gegen 6 Uhr auf dem Weg zum Fotografieren.

Ziel war vorerst das Blaue Wunder. Die App Sun Surveyor, mit der sich unter anderem der Sonnenaufgang an bestimmten Punkten exakt simulieren lässt, verriet uns, dass die Sonne gegen 7:50 Uhr über den Bäumen des Elbhanges – fast genau hinter dem Blauen Wunder – auftauchen müsste. Als wir den gewünschten Standpunkt am Elbufer unterhalb des Ärztehauses erreicht hatten, hieß es erst mal warten bis die Sonne am gewünschten Platz auftaucht. In dieser Zeit checkten wir die Bedingungen ab, um an das gewünschte Nebelbild zu kommen. Der Nebel hatte sich größtenteils aufgelöst und es zogen noch vereinzelte Schwaden durch den Bildausschnitt. Lediglich über dem Wasser der Elbe lag noch eine schmale Nebeldecke, welche sich stetig veränderte. Um also nicht nur einzelne Nebelbänke oder Wölkchen auf dem Bild zu haben, entschlossen wir uns, unseren ND1000 Graufilter zu verwenden.

Da der Himmel durch den Nebeldunst recht hell war, schraubten wir zusätzlich unseren Grauverlaufsfilter auf das Objektiv. Ein ND1000 Graufilter ist sehr dunkel und lässt nur wenig Licht durch das Objektiv. Um also ordentlich fokussieren zu können, sollte man diesen erst nach dem Scharfstellen aufschrauben und das Objektiv ab diesem Zeitpunkt auf manuelle Fokussierung stellen, um kein erneutes Suchen des Fokus zu verursachen. Mit etwas Glück und ausreichend Kontrastunterschieden, schafft es die Kamera auch manchmal mit aufgeschraubten Filter etwas scharf zu stellen.

Trotz der nun ab 7:50 Uhr über dem Elbhang hervor scheinenden Sonne und dem leichten Nebel, welcher wie ein Diffusor für das Sonnenlicht wirkte, war es durch die beiden aufgeschraubten Filter und einer eingestellten Blende von f20 möglich, ganze 35 Sekunden zu belichten. In dieser Zeit bewegte sich der Nebel über dem Wasser und die einzelnen Nebelschwaden am Blauen Wunder ausreichend schnell, um einen gut aussehenden Nebelschleier auf dem Bild zu sehen.

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Für ein weiteres Motiv verlagerten wir unseren Standpunkt etwas Richtung Brücke, so dass die Sonne hinter den Stahlträgern verschwindet und teilweise durch diese hindurch schimmert. Wir erwischten gerade noch so den richtigen Zeitpunkt, bevor die Sonne zu weit aufgegangen wäre, um den dunklen Schatten der Brücke in den Nebel zu werfen. Auch bei diesem Bild kamen der Grauverlaufsfilter und der ND1000 Graufilter zum Einsatz. Lediglich die Fotoeinstellungen mit Blende F22 und Belichtungszeit von 15 Sekunden unterschieden sich im Vergleich zum ersten Motiv. Nachdem wir beide Wunschmotive im Kasten hatten, machten wir uns auf den Weg nach Hause, um das erbeutete Material auszuwerten und zu bearbeiten. Die Rohbilder sahen im Photoshop durch den Graufilter – der ohnehin schon die meisten warmen Farben schluckt – und dem weißen Nebel, recht farblos aus. Aus diesem Grund nutzen wir bei diesen beiden Bildern wieder die Möglichkeit eines HDR genutzt, welches aber mit nur 25% Deckkraft angewendet wurde. Durch erhöhen der Dynamik und anpassen der Tonwerte sowie des Kontrastes, kamen wir zum gewünschten Ergebnis.

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Am nächsten Tag machten wir uns wieder auf den Weg um Sonnenaufgangsbilder zu fotografieren. Diesmal verschlug es uns in die Innenstadt von Dresden. Da wir am Samstag den Morgennebel fotografiert haben, war am Sonntag der Morgentau dran. Aus dem vergangenem Jahr wussten wir, das an den Springbrunnen zwischen Sempergalerie und Theaterplatz, morgendlicher Tau die Wiesen bedeckt. Die Töpfchen sind jedoch so klein, das wir schon etwas Mühe hatten diese auch gut sichtbar aufs Foto zu bekommen.

Als dann die Sonne genau zwischen Hofkirche und Residenzschloss hindurch schien, schraubten wir wieder den Grauverlaufsfilter aufs Objektiv und drehten diesen aber diesmal verkehrt herum ins Motiv. Um den Tau deutlich ins Bild zu bekommen, wurde die Kamera kopfüber gehalten, um sie möglichst nah an den Boden zu bekommen. Das Objektiv befand sich dann praktisch direkt im Gras und so gelang uns ein Bild, auf dem die Tautropfen im Sonnenlicht schimmern. Nach ein paar Versuchen gelang uns dann ein Bild, bei dem der gewünschte Bildausschnitt stimmte und somit war auch dieses Motiv im Kasten. In der anschließenden Bearbeitung kam auch hier ein dezentes HDR zum Einsatz und die üblichen optimierenden wie Kontrast, Dynamik und Sättigung führten dann zum gewünschten Ergebnis.

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