Seit über einem Jahr Pause, geht es nun endlich mit unserer beliebten Serie „Dresden damals & heute“ weiter. Dabei verschmelzen historische Dresden Fotos mit Aufnahmen aus der heutigen Zeit. Im Teil 5 und den nachfolgenden Teilen, haben wir sogar noch eine Schippe an Qualität und Einmaligkeit drauf gelegt. In einem nie dagewesenen Detailreichtum erwarten euch in den nächsten Wochen ganz besondere Gegenüberstellungen! Denn in diesem Teil greifen wir auf besondere Aufnahmen zurück.

TU-DresdenDresden damals & heute Teil 5 – Eine Herman Krone Edition.
Mit freundlicher Unterstützung der Hermann Krone Sammlung & iapp / TU-Dresden.

Hermann Krone war der wohl bekannteste und beste Fotograf aus dem 19. Jahrhundert. Seine Aufnahmen zeigen Dresden wie es vor 150 Jahren aussah. Die Fotografien von Hermann Krone haben dabei so eine beeindruckende Qualität, dass sie sich vor heutigen Aufnahmen nicht verstecken müssen. Die Aufnahmen sind dabei weit über 100 Jahre alt, beeindrucken aber besonders durch ihren Detailreichtum und die geniale Schärfe. Perfekt für unsere Serie…

Die Vorbereitungen für unsere neue Serie begannen bereits letztes Jahr. Wir nahmen mit vielen Leuten Kontakt auf um an Historische Aufnahmen zu kommen, welche qualitativ sehr hochwertig sind. Außerdem sollten die Bilder möglichst alt sein und Dresden so zeigen, wie es die wenigsten heute kennen. Anfang des Jahres wurden wir dann auf die Fotografien von Hermann Krone aufmerksam. Nachdem wir bereits Anfang Februar Kontakt mit der Hermann Krone Sammlung aufnahmen, wurden die historischen Bilder teilweise extra für uns von den großen originalen Glasnegativen eingescannt. Vielen Dank daher noch einmal an das Team der Hermann Krone Sammlung! Bereits Mitte Februar machten wir uns dann an die Bearbeitung und Aufbereitung der Scans. Wenige Tage später begannen wir dann mit dem nachfotografieren der alten Fotos. Das Projekt „Dresden damals & heute“ ging in eine neue Runde!

Da wir erst einmal die ersten Composings fertigstellen wollten, hielten wir uns mit der Bekanntmachung der neuen Teile dieser Serie erst einmal zurück. Nun sind die ersten Arbeiten fertig und wir können sie euch hier nacheinander präsentieren. Weitere Teile der Serie sind derzeit schon in der Vorbereitung und folgen in den nächsten Wochen. Ihr könnt euch also auf mehr freuen!

Blick auf die Frauenkirche um 1865:

Beginnen wir mit einem Foto des Dresdner Neumarktes und der historischen Frauenkirche. Die Aufnahme entstand um 1865 und ist somit bereits über 150 Jahre alt. Trotz des enormen Alters weist das Foto eine beeindruckende Qualität und Schärfe auf. Das Alter des Fotos wird deutlich, wenn man bedenkt, dass das erste Automobil erst 20 Jahre später über Deutschlands Straßen fuhr und die Fortbewegung zu dieser Zeit weitestgehend zu Fuß oder per Pferd stattfand. Der damalige Fotostandpunkt von Hermann Krone befand sich auf dem Balkon der heutigen Heinrich Schütz Residenz. Zum Glück haben wir seit einigen Monaten sehr nette Kontakte zum Betreiber der Residenz. Daher war schnell ein Fototermin abgemacht und wir trafen uns bereits wenige Tage später auf dem Balkon der Residenz um die ersten Fotos des heutigen Neumarktes und der wiederaufgebauten Frauenkirche anzufertigen.

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Blick auf den Neumarkt und die Frauenkirche um 1865 / 2016
historisches Foto: Hermann-Krone-Sammlung, IAPP, TU-Dresden
Neues Foto und Bearbeitung: DDpix.de

Die Sandsteinkuppel der Frauenkirche thronte zum Zeitpunkt der damaligen Aufnahme bereits 122 Jahre über den Dächern der Stadt. Wind, Wetter und viele weitere äußere bzw. innere Einflüsse hatten schon deutliche Spuren auf dem alten Sandstein hinterlassen. Denn verschiedene Eisen- und manganhaltige Mineralien oxidierten im Gestein und färbten diesen im Laufe der Jahre rotbraun, dunkelbraun oder sogar schwarz. Dazu kommen noch verschiedene Verschmutzungen der Luft durch den Menschen welche die Färbung beschleunigten.

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In diesem dunklen Erscheinungsbild überdauerte die Frauenkirche nach dem Foto von Krone noch knapp 80 Jahre, bevor sie am Morgen des 15. Februar 1945 auf Grund der Bombardierung Dresdens  im 2. Weltkrieg wenige Tage zuvor völlig ausgebrannt in sich zusammenfiel. Auch das 1530 erbaute Renaissancegebäude von dem das alte Foto fotografiert wurde, fiel den Bomben zum Opfer und wurde in jener Nacht des 13. Februar komplett zerstört. Erst rund 63 Jahre später um 2008 rum, wurde an dieser Stelle das Heinrich-Schütz-Haus als Seniorenresidenz neu erbaut. Bereits 2005 schmückte die wiederaufgebaute Frauenkirche wieder den Dresdner Neumarkt. Das Fotomotiv war somit wieder umsetzbar sodass wir uns am 13. Februar 2016, also exakt 71 Jahre nachdem die Kirche zerstört wurde, dem Motiv von Hermann Krone widmeten um es erneut vom selben Balkon zu fotografieren.
Oben kannst du sehen, von wo wir bzw. Hermann Krone das Foto genau fotografiert haben. In der Umsetzung war dieses Foto sehr anspruchsvoll. Der Fotostandpunkt war zwar schnell zu finden, doch auch Hermann Krone hat sein Foto damals bereits schon entzerrt und die stürzenden Linien entfernt. Vermutlich fand diese Entzerrung bereits in der Kamera mittels spezieller Objektive statt. Dies hatte zur Folge, dass das Foto im oberen Teil scheinbar etwas gestreckt und im unteren teil gestaucht wurde. Beim nachfotografieren merkten wir, das man auf Grund der Größe der Frauenkirche die Kamera etwas nach oben drehen musste. Dies sorgt unweigerlich für die sogenannten stürzenden Linien. Mit Hilfe der heutigen Bildbearbeitungsprogramme ist eine Entzerrung aber schnell möglich. Diese Entzerrung erfolgt aber in anderer Art und Weise als sie früher stattfand. Altes und Neues Foto passten daher selbst beim exakten nachfotografieren nicht 100% zusammen. Hier waren einige Photoshop Stunden notwendig um das Bild auch in voller Auflösung ohne sichtbare Fehler ineinander fließen zu lassen.

Blick von der Augustusbrücke auf das königliche Hoftheater um 1865.

Das zweite Foto welches um 1865 fotografiert wurde, zeigt einen ganz besonderen Blick auf das königliche Hoftheater. Hierbei handelt es sich nicht um die heute an diesem Ort stehende Semperoper. Das Theater war der Vorgängerbau der Semperoper und wurde von 1838 bis 1841 erbaut. Das Hoftheater wurde wie die Semperoper nach Plänen des Architekten Gottfried Semper errichtet. Leider fiel das Theater am 21. September 1869 einem verheerenden Brand zum Opfer und wurde dabei völlig zerstört. Schuld daran waren einige Bauarbeiter welche unvorsichtig bei anfallenden Reparaturarbeiten waren. Nach der Zerstörung des Theaters wurde der Betrieb mehrere Jahre in der von den Dresdnern genannten „Bretterbude“ fortgesetzt. In dieser Zeit tüftelte Semper schon an neuen Bauplänen für einen Nachfolgebau, der heutigen Semperoper.

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Im Vordergrund sind die Gebäude des „Helbigs Etablissement“ zu sehen. Die Gebäude befanden sich direkt am Ufer der Elbe und die Dresdner trafen sich dort gern um am Wasser zu sitzen und sich zu unterhalten. Es handelte sich um einen großen Ausschankbetrieb mit eigener Anlegestelle für die schon damals fahrenden Raddampfer. Heute verläuft die Straße „Terrassenufer“ dort entlang. Leider wurde Helbigs Etablissement Anfang des 19. Jahrhunderts zurückgebaut um Platz für das heute bekannte Italienische Dörfchen zu machen.

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Blick auf das königliche Hoftheater um 1865 / 2016
historisches Foto: Hermann-Krone-Sammlung, IAPP, TU-Dresden
Neues Foto und Bearbeitung: DDpix.de

Das Foto musste erst einmal durch eine umfangreiche Schönheitskur. Denn es gab teilweise große Kratzer oder Beschädigungen auf den alten Glasnegativen. Das ist bei dem beachtlichen Alter von über 150 Jahre auch nicht verwunderlich. Es ist eher beeindruckend, in welcher guten Qualität die Negative noch heute vorliegen. Trotzdem versuchten wir alle größeren Kratzer, Beschädigungen, Staubkörner und Bildfehler per Photoshop verschwinden zu lassen, ein paar kleine haben wir jedoch gelassen, da diese zum Stil des alten Fotos beitragen.

Blick von der Brühlschen Terrasse um 1857:

Das dritte Foto im Teil 5 unserer Serie zeigt den Blick von der Brühlschen Terrasse auf das Elbufer. So sah das Elbufer in der Altstadt vor 159 Jahres aus. Deutlich ist zu erkennen, dass sich vor der Stadtmauer noch keine breite Straße befand, denn das Terrassenufer wurde erst knapp 20 Jahre nach der Aufnahme angelegt. Unsere Montage zeigt einen alten Raddampfer wie er heute am Terrassenufer vor Anker liegt, sowie einen Raddampfer von 1857. Es ist beeindruckend wie ähnlich beide Dampfer sind.

Im Hintergrund ist das Königliche Hoftheater zu sehen. Es stand an fast der selben Stelle der heutigen Semperoper.  Wie oben beim vorherigen Bild zu lesen, fiel dieses Bauwerk am 21. September 1869 einem Brand zum Opfer und wurde dabei zerstört.

Rechts im Bild spannt sich die alte Augustusbrücke über die Elbe. Sie wurde unter August dem Starken vom Barocken Baumeister Matthäus Daniel Pöppelmann im Jahre 1727 – 1731 umgebaut. Die Brücke selbst existiert bereits seit dem 12. Jahrhundert. Zu Krones Zeiten war die Augustusbrücke kleiner als das heutige Bauwerk. Mit einer Breite von 11,04 Metern und 17 Bögen unterschied sich die Brücke deutlich von der heutigen.

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Blick von der Brühlschen Terrasse um 1857 / 2016
historisches Foto: Hermann-Krone-Sammlung, IAPP, TU-Dresden
Neues Foto und Bearbeitung: DDpix.de

In diese Kollage steckten wir sehr viel Zeit. Insgesamt arbeiteten wir ca. 30 Stunden an dem 6000 Pixel breiten und über 1GB großem Bild. Um die gesamte Auflösung und Qualität der Aufnahme zu verdeutlichen, zeigen wir auch dazu wieder ein paar Detailausschnitte. In unserem Kalender, welchen ihr unten bereits reservieren könnt, kommt dann die volle Auflösung zur Geltung.

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Bei diesem Foto wird es besonders deutlich. Denn wir achten in den neuen Teilen unserer Serie auf viele kleine Details. So versuchen wir, die heutigen Fotos zur selben Jahres- sowie Uhrzeit zu fotografieren. Denn nur so ist es möglich, das die Schatten oder Vegetation mit dem damaligen Foto übereinstimmen und teils unmerklich ineinander übergehen.

 


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