Nun haben wir das vierte Foto unserer neuen Serie „Dresden damals & heute“ in der Hermann Krone Edition fertig. Daher landet dieses Foto in Teil 6 der gesamten Serie „Dresden damals & heute“. Für die Erstellung der Hermann Krone Fotos benötigen wir länger als gedacht. Denn wir achten diesmal auf das passende Wetter, den Sonnenstand sowie die Jahreszeit. Erst wenn diese Faktoren passen, schnappen wir uns die Kamera und ziehen los, um die Motive von Krone nachzufotografieren.

TU-DresdenDresden damals & heute Teil 6 – Eine Herman Krone Edition.
Mit freundlicher Unterstützung der Hermann Krone Sammlung & iapp / TU-Dresden.

Hermann Krone war der wohl bekannteste und beste Fotograf aus dem 19. Jahrhundert. Seine Aufnahmen zeigen Dresden wie es vor 150 Jahren aussah. Die Fotografien von Hermann Krone haben dabei so eine beeindruckende Qualität, dass sie sich vor heutigen Aufnahmen nicht verstecken müssen. Die Aufnahmen sind dabei weit über 100 Jahre alt, beeindrucken aber besonders durch ihren Detailreichtum und die geniale Schärfe. Teilweise sind die Aufnahmen schärfer als unsere heutigen Fotos. Die Fotos im Teil 6 de Serie sind zufälliger Weise alle 1894 entstanden.

Blick auf Dresden von der Marienbrücke aus um 1894:

Diese Aufnahme aus der Kamera von Hermann Krone zeigt einen noch heute bekannten Blick auf die Dresdner Altstadt. Lediglich der Vordergrund existiert so heute nicht mehr. Wusstet ihr, dass zwischen Augustusbrücke und Marienbrücke ein Güterbahnhof existierte? Heute befindet sich dort der Landtag und das Internationale Congress Centrum. Das alte Foto entstand 1894 von der Marienbrücke aus. Sie war die zweite feste Elbquerung in Dresden und wurde 1852 als kombinierte Straßen- und Eisenbahnbrücke erbaut. Heute trägt die Marienbrücke den stolzen Titel der ältesten Brücke Dresdens. Damals befand sich auf dem Gelände des heutigen Landtages und Congress Centers dieser Güterbahnhof. Von hier wurden Lastkähne und Schiffe be- und entladen. Einige der alten Gütergleise kann man sogar noch heute auf dem Parkplatz unter der Brücke erkennen.

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Da wir ab Anfang September einen „Dresden damals & heute“ Kalender für 2017 in einer Hermann Krone Edition anbieten werden, verstecken sich in den Gegenüberstellungen viele kleine Details die man im Kalender dann entdecken kann. Wie zum Beispiel die Moderne Lok, sie verdeutlicht, wie der Bahnhof heute aussehen könnte, wenn er denn noch existieren würde. Auch ein Sandkipper bringt gerade Schutt zum hinteren Teil des Bahnhofes. wink

Blick in den Dresdner Zwinger um 1894:

Die Geschichte des heutigen Dresdner Zwingers begann bereits im Jahr 1709. Denn in diesem Jahr entstand auf dem Gelände des heutigen Theaterplatzes ein Festplatz welcher durch hölzerne Gebäude abgegrenzt wurde. Auch wenn der Holzbau nur bis ins Jahr 1714 existierte, nahm er die erste Funktion des heutigen Zwingers ein. Bereits 1712 wurde die Langgalerie errichtet, 2 Jahre später ragte das Kronentor stolz in den Dresdner Himmel. Im Jahr 1719 wurde der Zwinger offiziell eingeweiht.

Hermann Krone fotografierte den Zwinger im Sommer 1894 mit Blick auf die Sempergallerie, welche 1847 erbaut wurde und damit die offene Lücke im Zwingerbau schloss. Damals war der Innenhof des Zwingers um ein vielfaches eindrucksvoller als heute. Man nannte ihn nicht ohne Grund Zwingergarten oder Orangerie. Denn eine Vielzahl an Orangenbäumen schmückten den schönen Hof.

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Auf unserer neuen Kollage seht ihr nun den Dresdner Zwinger, wie er 1894 aussah. Das historische Foto verschmilzt fast unmerklich mit der Aufnahme von Heute. Damit der Effekt noch realistischer wirkt, haben wir einige Bereich des alten Fotos nachkoloriert. Die Technik des nachträglichen kolorierens von alten Schwarz/Weiß Fotos haben wir schon vor einigen Jahren ausprobiert und geübt. Nun kommt das Verfahren auch in unserer Serie zum Einsatz.

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Bei nachfotografieren des Motives tauchte plötzlich ein unerwartetes Problem auf. Denn dort wo Hermann Krone vor über 100 Jahren seine Kamera aufstellte, versperrt heute eine Sandsteinfigur den Blick auf den Zwingerhof. Daher mussten wir unsere Kamera in einer waghalsigen Position über das Sandsteingeländer aufbauen. Sie hing kurz vor dem Kippen an der Fassade. Nur so war es uns möglich, das Motiv exakt so nachzufotografieren, wie es Hermann Krone damals fotografiert hat.

 

Blick auf das Residenzschloß Dresden um 1894:

Es gibt auch noch Gegenden in der Stadt, welche sich zu damals nicht verändert haben. Diese wurden zwar im zweiten Weltkrieg ebenfalls stark beschädigt oder zerstört, wurden aber bis zum heutigen Tag nach damaligen Vorbild wiederaufgebaut. So zum Beispiel das Residenzschloß Dresden. Das Foto wurde von Hermann Krone im Jahre 1894 fotografiert und zeigt einen vertrauen Blick. Denn wenn man heute vom Postplatz kommend in Richtung Theaterplatz läuft, kann man immer noch diesen Anblick genießen. Zu damals hat sich quasi nichts verändert. Der auf dem historischen Foto noch fehlende 19m hohe Wettinobelisk wurde erst 2 Jahre nach Krones Foto errichtet und fehlt daher auf dem historischen Foto. Er verschwand in den Jahren des zweiten Weltkrieges. Verschiedene Quellen berichten von einer Zerstörung 1945 und dem Einschmelzen um 1943.

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Das Schloß war das Residenzschloss der sächsischen Kurfürsten und Könige und gehört heute zu einem der ältesten Bauwerke der Stadt. Als Stammsitz der Wettiner war es ab dem 16. Jahrhundert prägend für die kulturelle Entwicklung Dresdens. Bereits im Jahre 1289 gab es erste Erwähnung der Burg am Elbübergang, 1548 erfolgte dann der Umbau im heutigen Renaissance-Stil.

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Das Schloß wurde am 13. Februar 1945 stark beschädigt sodass nur noch die Grundmauern stehen blieben. Der Wiederaufbau begann in den 80er Jahren und wurde erst vor wenigen Jahren beendet. Teilweise wird bis zum heutigen Tage an dem Residenzschloß gebaut. Im Großen und Ganzen können die Dresdner aber wieder den herrlichen Anblick ihres Schloßes bewundern.

 


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