Nun ist knapp ein halbes Jahr vergangen und wir haben schon viele Fotos mit der neuen Canon EOS R gemacht. In diesem Beitrag möchten wir unsere Erfahrungen mit der Kamera mit euch teilen und zurückblicken, ob die Kamera immer noch unseren Erwartungen entspricht. Viele von euch haben sich ja nach unserem ersten Blogpost zur EOS R im Oktober ein Erfahrungsbericht gewünscht.

Direkt nach dem Kauf gab es leider erst einmal eine kleine Enttäuschung. Die Touchbar war kaputt und reagierte auf keinerlei Berührungen. Schon im Herbst letzten Jahres merkten wir allerdings, dass diese zwar ganz witzig ist, man sie aber im täglichen Gebrauch eher vernachlässigt. Sie kommt daher eigentlich recht selten zum Einsatz. Trotzdem sollte sie natürlich funktionieren. Die Kamera war schließlich nigelnagelneu. Daher schickten wir sie zu Canon und bekamen nach etwas hin und her ein komplett neues Austauschgerät. Seitdem haben wir die Touchbar mit dem manuellen Weißabgleich belegt. Durch berühren und wischen kann man sehr bequem die Farbtemperatur einstellen und das Resultat direkt auf dem Display beobachten. Eine durchaus nützliche Sache, auch wenn wir die Funktion eher selten verwenden. Aber wenn man mal den Weißabgleich einstellen möchte, ist die Touchbar ideal dafür geeignet. Man sieht direkt das Ergebnis auf den Display und kann somit den zum Motiv passenden Weißabgleich auswählen.

Der Autofokus:

Das erste mal auf Fototour ging es dann Ende Oktober. Am Schloss Moritzburg fanden Dreharbeiten statt und das Schloss sowie dessen Umgebung wurde in ein helles Licht getaucht. Der vom Flutlicht angestrahlte Dunst sorgte für eine geheimnisvolle Stimmung. Der präzise Autofokus, der selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen funktionieren soll, wurde also zum ersten mal stärker beansprucht. Um alles ordentlich zu testen, stellten wir uns bewusst an eine besonders dunkle Stelle und fokussierten düstere Bereiche im Bildausschnitt. Der EOS R fiel es spielend leicht den richtigen Fokus zu finden und sie stellte blitzschnell und präzise scharf. Was den Autofokus angeht, hielt die Kamera schon einmal das was sie versprach.

Wenn möglich, nutzen wir weiterhin gute helle Bereiche um mittels Autofokus scharf zustellen. Es ist aber gut zu wissen, dass man sich auch in dunklen Gegenden mit wenig Licht auf den Autofokus verlassen kann. Seitdem wir die EOS R haben, mussten wir kein einziges mal mehr manuell scharfstellen und das will schon etwas heißen. Denn wir fotografieren ja bekanntlich sehr oft bei wenig Licht. Das wenige Licht reicht für den Autofokus um exakt zu fokussieren. Es müsste schon deutlich dunkler sein damit dieser nicht mehr korrekt funktioniert und wir ggf. manuell fokussieren müssten. Das war aber bis jetzt noch nicht der Fall.

Meistens fotografieren wir mit Stativ und legen das AF Messfeld auf dem großen Touchscreen Bildschirm fest. Durch die nahezu komplett verwendbare Fläche des Bildauschnittes (80% in der Breite und 100% in der Höhe) können wir fast jeden beliebigen Bereich im Bild verwenden um daran scharf zu stellen. Den Touch Auslöser kann man mittels kurzem tippen auf ein Button deaktivieren so dass nicht jedes mal wenn man auf das Display tippt um einen Bereich scharf zu stellen, ein Foto gemacht wird. Hat man dann alle Einstellungen getroffen und möchte ein Foto machen, reicht es den Touch Auslöser wieder zu aktivieren und durch tippen aufs Display die gewünschte Belichtung zu starten. 

Durch den Sucher blicken wir beim Fotografieren eigentlich nur wenn Fotos aus der freien Hand und ohne Stativ gemacht werden. Von der Auflösung her ist der elektronische Sucher wirklich gut. Durch die sehr hohe Auflösung und Frequenz nimmt man weder Pixel noch irgend ein Flackern war. Da sämtliche Einstellungen als Ergebnis wie auf dem Großen Display auch im Sucher simuliert werden, wird einem trotzdem bewusst das es sich um einen elektronischen Sucher handelt. Vorteil ist aber dass man auch beim kontinuierlichen Blick durch den Sucher immer eine kurze Vorschau des zuvor gemachten Fotos angezeigt bekommt ohne seinen Blick vom Sucher zu wenden. Das verschieben des AF Messfeld durch wischen mit dem Daumen der rechten Hand im rechten Bereich des Displays funktioniert spielend leicht. Einige Fotografen kritisieren ja den fehlenden Joystick zur AF Messfeldwahl. Wir kommen aber sehr gut ohne diesen Joystick klar und stellen auch keinen großen Unterschied fest. Ob man den Daumen nun auf dem Joystick hat und Stufenweise die AF Messfelder wählt oder mit dem Daumen auf dem rechten Rand des Displays und dort quasi Stufenlos das AF Messfeld wählen kann macht keinen großen Unterschied. Auch dass man das Messfeld beim Blick durch den Sucher aus Versehen mit der Nase verschiebt ist uns ehrlich gesagt noch nie passiert. Denn dafür müsste man schon ziemlich dicht am Display kleben. Welcher Bereich für das verschieben das AF Feldes “aktiv” geschaltet werden soll kann man in den Einstellungen wählen. Wir haben uns nur für den rechten Bereich des Displays entschieden weil somit die Wege des Daumens sehr klein sind und man trotzdem über den gesamten Bildinhalt navigieren kann. Beim Blick durch den Sucher wird das Display natürlich nicht beleuchtet oder zeigt etwas an. Es ist quasi aus aber trotzdem aktiv, ähnlich eines Laptop Trackpads.

Um das fokussieren mittels Touch auf dem Display weiter zu vereinfachen, haben wir uns die Funktionstaste direkt am Auslöser so eingestellt dass das AF Messfeld beim drücken dieser Taste automatisch wieder zentriert wird. Sollten wir also mal quer übers Bild springen müssen um verschiedene Bereiche fokussieren zu wollen, kann man das AF Messfeld mit einem Druck auf die Fn Taste schnell zentrieren und hat somit immer einen geeigneten Ausgangspunkt ohne direkt auf die Position des AF Feld zu achten. Mit etwas Gewöhnung und Übung ist es somit möglich das AF Feld quasi blind zu navigieren und die gewünschten Bereiche im Bild anzusteuern. 

Ein weiterer wichtiger und für uns sehr nützlicher Punkt ist der Fokus Assistent. Manchmal kommt es auch mit der Eos R vor, dass wir ohne Autofokus sondern manuell fokussieren. Das ist dann der Fall, wenn wir zum Beispiel Feuerwerke ablichten. Durch immer dichter werdenden Rauch bei einem Feuerwerk, ist die Gefahr groß dass der Autofokus seinen vorher gewählten Fokuspunkt nicht mehr erkennt und darum nicht mehr scharfstellen kann. Aus diesem Grund fokussieren wir Feuerwerke immer manuell. Eine nützliche Funktion ist dabei der Fokus Assistent der Eos R. Er zeigt mit Hilfe von drei Dreiecken an ob das Bild scharf fokussiert ist oder nicht. Hat man die Dreiecke deckungsgleich übereinander gelegt indem man langsam am Fokusring des Objektivs dreht, leuchtet dieses grün und man weiß genau das nun korrekt fokussiert wurde. Auch ohne zwischendurch immer mal wieder den Fokus zu prüfen sehen wir damit immer sofort, ob der Fokus noch sitzt oder nicht. Sobald wir also manuell fokussieren, wird der Fokus Assistent immer mit eingeblendet.  

Ein kleiner Kritikpunkt unseres ersten Eos R Artikel, indem wir das deaktivieren den Fokus Peaking kritisierten sobald man die Bildschirmlupe im Live View verwenden, können wir etwas entschärfen. Das “Problem” besteht zwar weiterhin, allerdings stört es nicht weiter, da wir das Fokus Peaking bei unserer Eos R noch nie eingesetzt haben. Der vorher erwähnte Fokus Assistent  funktioniert quasi identisch und liefert genau die selben Informationen zum korrekten manuellen Scharfstellen ohne das wir Fokus Peaking verwenden müssen.

Eine kleine seltsame Eigenschaft haben wir beim ausschalten der Kamera festgestellt. Denn wenn man die Kamera mit korrektem manuellen Fokus ausschaltet und wieder einschaltet, zeigt der Fokus Assistent plötzlich eine leichte defokussieren an. Ein minimales drehen am Fokusring lässt die Dreiecke des Assistenten aber wieder grün aufleuchten. Dieses Phänomen tritt aber nicht immer auf.

Die Akkulaufzeit:

Wir haben uns die Eos R ja gleich mit Akkugriff bestellt. Ein Grund war die bessere Ergonomie und natürlich die längere Akkulaufzeit durch zwei verbaute Akkus. In Verwendung sind dabei immer noch unsere Akkus der 5D welche problemlos auch in der Eos R verwendet werden können. Was die Akkulaufzeit angeht war uns von vorne herein klar dass diese nicht so langlebig wie bei der 5D sein wird. Trotzdem sind wir angenehm überrascht. Wirft man vor jeder Fototour einen kurzen Blick auf den Ladezustand der Akkus, kann man sich gut drauf verlassen auch bei nicht randvoll geladenen Akkus eine Menge Fotos machen zu können. Nachdem wir unsere Eos R nun schon bei sehr kalten Außentemperaturen und quasi bei jedem Wetter im Einsatz hatten, hat uns die Akkulaufzeit noch nicht enttäuscht. Manchmal kam es vor dass wir nur noch mit 40% Restladung unsere Fototour begonnen haben und dann doch mehr und länger Fotos gemacht haben als gedacht. Für solche Fälle haben wir eine 20000 mAh Powerbank mit 3A Ladestrom im Fotorucksack. Beim Standortwechsel können wir die Eos R einfach flink anstecken und sie lädt sich während einer Pause so weit auf das wir bis jetzt alle geplanten Fotos umsetzen konnten. Wirklich überrascht bzw. enttäuscht von der Akkulaufzeit wurden wir aber noch nie. Grob kann man sie wirklich mit der unserer alten 5D vergleichen. Wahrscheinlich stellen wir keinen großen Unterschied fest weil wir eigentlich nie mehrere Stunden permanent am Fotografieren sind. Bei unseren Fototouren haben wir ein bestimmtes Motiv im Kopf und versuchen dieses umzusetzen. Das kann zwar schon mal mehrere Stunden dauern, allerdings ist unsere Eos R in dieser Zeit nicht permanent im Einsatz. Einen detailgetreuen Bericht des Stromverbrauch können wir daher leider nicht geben. Unser Eindruck ist aber der, dass wir uns in keinster Weise umgewöhnen oder auf eine deutlich kürzere Akkulaufzeit einstellen mussten. 

Das fehlende Moduswahlrad:

Oft kritisiert wurde ja auch das fehlende Moduswahlrad. Nachdem wir die Eos R nun schon ein paar Monate nutzen, kommen wir recht gut damit klar. Das Moduswahlrad vermissen wir nicht wirklich, ganz so intuitiv wie Anfang beschrieben ist  die Steuerung über das Einstellrad aber auch nicht. Durch drücken der Mode Taste können wir bei der Eos R den Modus durch drehen am Einstellrad oder dem auswählen über das Touch Display wechseln. Auch das Auswählen über die Navigationstasten ist möglich.  Meistens wechseln wir den Modus über das Touch Display da das Drehen am Einstellrad etwas gewöhnungsbedürftig ist. Wir sind der Meinung die Drehrichtung wird beim “durchblättern” der Modi falsch “simuliert”, weshalb wir oft in die falsche Richtung drehen und uns irgend wie jedes mal an den richtigen Modus ran tasten müssen. 😀 Blind die Mode Taste drücken und mittels kurzem Dreh den passenden Modus wählen gelingt uns also irgend wie noch nicht richtig. Vielleicht nutzen wir diese Funktion auch zu selten da wir eigentlich fast immer im Modus M fotografieren. 

WLAN und Bluetooth:

Dazu können wir noch nicht so viel schreiben da diese Funktionen erst selten zu Einsatz kamen. Die Steuerung über die Canon Utility App mittels WLAN oder Bluetooth funktioniert soweit super. Alles was man an der Kamera einstellen kann lässt sich auch problemlos über die App steuern. Einer Verwendung unseres Hochstativs ohne lästiges USB Verbindungskabel und das steuern über den Laptop wie bei unserer alten 5D gehört also der Vergangenheit an. Die Funktion die Bilder mittels WLAN automatisch auf den Computer zu übertragen sobald die EOS R mit dem heimischen WLAN Netzwerk verbunden ist, haben wir ausprobiert aber auch schnell wieder sein gelassen. Für die Vielzahl an Fotos die wir zu übertragen haben ist eine WLAN Datenverbindung mit der Eos R einfach viel zu langsam.  Es dauert gefühlt Stunden bis alle Bilder übertragen sind. Außerdem wird der Akku der EOS R dann ziemlich schnell leer gesaugt. Die einfachste und schnellste Lösung ist für uns immer noch das direkte einstecken der SD Speicherkarte in den Kartenslot des Rechners. Die Übertragung ist super schnell und die Karte kann man direkt wieder formatieren.  Die Datenverbindung ist für das Steuern über die Canon Utility App also super, für die Datenübertragung der gemachten Fotos für uns aber deutlich zu langsam. 

Wenn wir bei der Datenübertragung sind ist uns auch gleich noch ein weiterer kleiner Nachteil eingefallen, welcher aber nichts mit Canon sondern eher mit Microsoft zutun hat. Das neue CR3 Format kennt Windows nicht. Da wir noch sehr altmodisch keine Verwaltungssoftware wir Lightroom etc. verwenden sondern unsere gemachten Fotos lediglich in einen passenden Windows Ordner legen, hatten wir keine Möglichkeit auf Anhieb zu sehen was eigentlich in den CR3 Dateien steckt. Da Microsoft wahrscheinlich kein Update zu diesem Problem liefern wird, haben wir unsere Eos R einfach auf RAW + JPG2 eingestellt. Die Eos R speichert nun automatisch von jedem Bild eine kleine JPG Vorschau mit ab, was das durchschauen der Bilder im Windows Explorer deutlich vereinfacht. 

Bildsensor und Qualität:

Zur Bildqualität lässt sich eigentlich nur sagen, dass sie genau unseren Ansprüchen und Erwartungen gerecht wird. Wie bei unserer alten 5D sind wir mit der Bildqualität, dem Rauschverhalten und der Dynamik sehr zufrieden und wurden bisher nicht enttäuscht. In den meisten Fällen legen wir noch Belichtungsreihen an weil unserer Meinung nach dort selbst die beste Dynamik anderer Hersteller nicht mithalten kann. Aus “altmodisch” erstellten Belichtungsreihen holen wir immer noch die Beste Dynamik und Qualität die wir uns wünschen aus unseren Bildern. Vielleicht könnten wir das mit Kameras mit mehr Dynamikumfang umgehen, wollen es aber eigentlich gar nicht. Für uns gehört eine gut gemachte Belichtungsreihe von Landschafts- und Architekturaufnahmen einfach zum Handwerk der Fotografie dazu, weshalb sie auch weiterhin bei uns zum Einsatz kommen. Ein paar EV Stufen im Dynamikumfang mehr oder weniger spielen für uns persönlich also keine so große Rolle. 

Der EF Adapter:

Da wir noch keins der neuen RF Objektive haben, kommt bei uns bei jedem Foto mit der Eos R der kostenlos mitgelieferte Standard EF Adapter zum Einsatz. Qualitätsunterschiede der Abbildungsleistung unserer EF Objektive im Vergleich zu unserer 5D Mk III haben wir gar keine feststellen können. Canon versichert zwar das man alle EF Objektive genau so weiter verwenden kann wie bisher und keinerlei Einbußen in punkto Abbildungsleistung befürchten muss, Kontrolle war für uns aber besser als Vertrauen. Nachdem wir nun schon viele Fotos gemacht haben, können wir ruhigen Gewissens sagen das Canon Recht hat. Die Abbildungsleistung ist perfekt und kein Unterschied festzustellen. Durch die Höhere Auflösung der Eos R im Vergleich zur 5D erscheint uns die Schärfe der gemachten Fotos sogar noch besser als bei unserer 5D. Wir können also sagen das die EF Adapter die Bildqualität in keinster Weise beeinflussen. Der Adapter gehört für uns quasi zum Gehäuse dazu und ist immer angebaut. Trotzdem haben wir in Zukunft noch potential nach oben und können unsere Bildqualität mit den neuen Objektiven irgend wann noch weiter steigern, auch wenn wir uns gar nicht richtig vorstellen können das diese noch schärfer sein sollen. 

Die Bedienung:

Die Bedienung der Eos R ist was die Menüführung angeht quasi identisch mit unserer 5D. Auch die sonstige Bedienung im Einstellungsmenü ist Canon-Typisch. Da sich die Eos R problemlos ausschließlich über Touchscreen aber auch konventionell über die Tasten bedienen lässt, fällt diese für uns sehr leicht und verständlich aus. Ein hin und her switchen oder vermischen beider Bedienmethoden ist problemlos möglich und vereinfacht das fotografieren für uns ungemein. Einstellungstechnisch bietet die Eos R alles was wir brauchen. Neben dem Langzeitbelichtungstimer bei dem feste Belichtungen von einer Minute bis einer Stunde möglich sind, hätten wir uns aber ähnlich wie bei der Eos 5d Mk IV ein Intervalometer gewünscht um auf einen externen Timer verzichten zu können. Vielleicht wird dieser ja mal in einem Firmwareupdate nachgeliefert. 

Ja, die EOS R ist wirklich Wetterfest:

Die erste richtige Bewährungsprobe gab es dann aber erst im Februar. Der Winter hatte es endlich nach Dresden geschafft und es schneite den ganzen Tag durch. Bereits am frühen Morgen machten wir uns auf den Weg in die Stadt um soviel schöne Winterfotos wie möglich zu schießen. Den gesamten Tag wurde die Kamera im Schnee verwendet. Es ging rein ins Warme und wieder raus in die Kälte. Die Objektive wurden gewechselt und alle Tasten zigmal gedrückt. Die Kamera war durch die Temperaturwechsel und den starken Schneefall sehr nass geworden und wurde ca. 8 Stunden diesen widrigen Bedingungen ausgesetzt. Alles überstand sie ohne Probleme. Wir hatten keinerlei Auffälligkeiten festgestellt. Auch der Akku hielt den ganzen Tag durch. Lediglich der Sucher beschlug für einige Minuten im Inneren als wir kurz ins Warme gingen. Aber das ist vermutlich einfach normal. Schließlich war die Kamera außen ziemlich nass. Durch die regelmäßigen Objektivwechsel gelangte dann sicherlich auch etwas Feuchtigkeit nach innen.

Einige Wochen später standen wir vorm Kronentor des Dresdner Zwingers und fotografierten die aufgewühlten Wolken eines Stumtiefs. Innerhalb weniger Sekunden brach dann ein enormer Platzregen mit starken Winden über uns ein. Schnell zogen wir die Kapuze über den Kopf und gingen etwas in Deckung. Die EOS R blieb auf dem Stativ an Ort und Stelle stehen. Der Regen dauerte zwar nur ein paar Minuten an, war aber extrem stark. Theoretisch hätte man die Kamera auch unter die Dusche stellen können. 😀 Dazu gab es diesen starken Wind. Nachdem alles vorbei war, drücken wir den Auslöser halb durch und die Kamera erwachte aus ihrem kurzen Schläfchen um direkt weiter Fotos zu produzieren. Dabei entstand das unten zu sehende Foto vom Kornentor des Dresdener Zwingers. Man kann sich also auf die Wetterfestigkeit der EOS R wirklich verlassen!

Fairerweise muss man bei dem oberen Foto sagen, dass es sich hierbei wie man sieht um ein HDR handelt welches aus einer Belichtungsreihe bestehend und aus 5 Aufnahmen entstanden ist. Die Lichtverhältnisse vor Ort waren sehr ungleichmäßig. Das dunkle Kronentor und die Wolken darüber standen im krassen Gegensatz zu dem sehr hellen Himmel im Hintergrund.

Touch Display und die Wassertropfen:

Bei Nässe bemerkten wir dann noch einen typischen Nachteil welcher bei den meisten Displays auftritt, welche mit Touchgesten bedient werden können. Sobald sich größere Wassertropfen auf dem Display befanden, war die Bedienung per Touchscreen teilweise gestört. Zum Glück kann man dieses Problem mit einem schnellen wegwischen der Wassertropfen beseitigen. Oder man bedient die EOS R wie gewohnt über die Tasten. Die Probleme hielten sich aber in Grenzen. Unser iPhone hatte beispielsweise viel mehr Probleme mit den Wassertropfen auf dem Display und führte irgend welche Dinge völlig selbstständig aus weil es dachte, man hat auf das Display getippt. Das EOS R Display tat dies nicht, sondern reagierte nur teilweise etwas verzögert wenn sich Wassertropfen darauf befanden.

Der aktive Bildstabilisator:

Per Mail wurden wir darauf hingewiesen, das die EOS R eine seltsame Eigenschaft hat. Nutzt man ein Objektiv mit Bildstabilisator und ist dieser aktiviert, dann läuft er auch die gesamte Zeit mit. Wir haben selber davon nichts gemerkt, da wir nur ein Objektiv mit Bildstabilisator besitzen und dieser in der Regel deaktiviert ist. Eigentlich kennt man dies bei Canon Kameras ja anders. Der Bildstabilisator ist zwar aktiv, läuft aber nicht. Sobald der Auslöser halb durchgedrückt wird, schaltet sich der Stabilisator hörbar ein und stabilisiert das Bild. Bei der EOS R ist dies komischer weise nicht so. Denn der Stabilisator läuft ohne Unterbrechung. Erst wenn man die Kamera ausschaltet oder diese in den Ruhemodus geht, schaltet sich der Bildstabilisator ab. Der Akku wird dadurch leider unnötig belastet. Vermutlich wird dies am Adapter liegen. Es wäre interessant zu wissen, ob das Phänomen bei den neuen RF-Objektiven auch so ist.

Unser Fazit nach mehreren Wochen Nutzung:

Die Eos R hat unsere alte 5D genau so gut abgelöst wie wir uns das gewünscht und erhofft haben. Ziel war es eine neue spiegellose Kamera zu haben bei der wir uns nur minimal umstellen müssen und die Bedienung fast identisch bleibt. Das haben wir mit der Anschaffung der Eos R geschafft. Die Menüführung ist quasi gleich. An die Bedienung mittels Touchscreen haben wir uns sehr schnell gewöhnt und möchten diese auch nicht mehr Missen. Was Verarbeitung, Qualität und Wetterfestigkeit angeht, hat die Eos R unsere Erwartungen übertroffen. Verarbeitet ist sie sehr gut und unserer Meinung nach sogar besser als die 5D Mk III. Alles fühlt sich sehr hochwertig an und was die Wetterfestigkeit angeht verspricht die Eos R nicht zu viel. Unsere 5D war sicherlich schon manchmal einem Wasserschaden ziemlich nah so dass wir diese oft mit Hüllen oder Folien abdeckten sobald es stärker anfing zu Regnen. Nachdem wir die Eos R nun schon bei Schnee, Kälte und viel Regen ausgiebig testen konnten, machen wir und  dort deutlich weniger Sorgen wenn die Kamera mal etwas nasser wird. Für uns stellt die Eos R ein Werkzeug dar mit dem wir unsere gewünschten Fotos verwirklichen wollen. Und das gelingt uns deutlich bequemer als mit der alten 5D Mk III. 

Für unsere Zwecke und unser Fotografisches Themengebiet in dem es auf Robustheit und Langlebigkeit ankommt und auf eine Kamera die wir weiterhin nahezu blind bedienen und beherrschen können, ist die Eos R immer noch die perfekte neue Kamera für uns. Wir bereuen den Kauf in keinster weise und haben sogar schon überlegt die neue Eos RP als kleinere Zweitkamera anzuschaffen. 

 

 

 

 

 

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