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Tipps und Tricks zur Nachtfotografie

Wenn der Tag sich dem Ende neigt und die Sonne langsam am Horizont verschwindet, dann beginnt die Welt der Nachtfotografie. Sie ist sehr anspruchsvoll und benötigt viel Zeit, doch sie gehört zu den spannendsten und schönsten Themengebieten in der Fotografie. Mit etwas Übung wird die Nachtfotografie zu einer überaus lohnenswerten Beschäftigung. In dieser Anleitung erklären wir Dir das Zusammenspiel aus ISO-Empfindlichkeit, Blende sowie Belichtung. Der Artikel wird regelmäßig aktualisiert so das wir Dich immer auf den laufenden halten. Bitte hinterlasse doch ein Kommentar unterm Artikel.
- Einleitung
- Die Kamera
- Eine Sache der Einstellungen
- ISO Empfindlichkeit
- Blendeneinstellung
- Verschlusszeit
- Dateiformat
- Autofokus
- Spiegelvorauslösung
- Rauschunterdrückung
- Bulbfunktion
- Blitz - Alle Einstellungen zusammengefasst
- Tipps zur richtigen Blendeneinstellung
- Das Zubehör
- Stativ
- Auslösefernbedienung
- Die Kleidung
- Taschenlampe
- Wasserwaage - Tipps für die perfekte Nachtaufnahme
- Der Standort
- Die Beleuchtung vor Ort
- Dynamic Range Increase (DRI) Tutorial
- Der richtige Zeitpunkt
- Die Blaue Stunde
- Das Motiv - Feuerwerke fotografieren
1. Einleitung:
Schon seit unseren ersten Erfahrungen in der Fotografie sind wir von der Nachtfotografie begeistert. So kam es dazu dass wir gleich im dunklen angefangen haben die ersten Bilder zu schießen. Aus anfänglichen Schnappschüssen wurden mit der Zeit wunderschöne Nachtaufnahmen. In diesem Bereich von DDpix möchten wir Dir die besondere Welt der Nachtfotografie ausführlich näher bringen. Wenn der Tag sich dem Ende neigt und die Sonne langsam am Horizont verschwindet dann beginnt die Welt der Nachtfotografie. Sie ist sehr anspruchsvoll und benötigt viel Zeit, doch sie gehört zu den spannendsten und schönsten Themengebieten in der Fotografie. Mit etwas Übung wird die Nachtfotografie zu einer überaus lohnenswerten Beschäftigung. In dieser Anleitung erklären wir Dir das Zusammenspiel aus ISO-Empfindlichkeit, Blende sowie Belichtung. Weiterhin geben wir Dir nützliche Tipps, die wichtigsten Grundregeln und viele andere Dinge rund um die Nachtfotografie.
2. Die Kamera:
Dass wohl wichtigste Gerät in der Fotografie ist ganz sicher die Kamera. In dieser Anleitung behandeln wir nur die digitalen Kameras. Jedoch sind die Grundregeln sowie Einstellungen mit denen von analogen Kameras identisch. Die Wahl der Kamera bestimmt oft dass verfügbare Budget. In der Regel sind Nachtaufnahmen mit fast jeder guten Kamera möglich. Es ist zu beachten dass die Kamera nicht nur Automatik Programme besitzt sondern die manuelle Einstellung von ISO-Wert, Blende und Belichtung ermöglicht. Die besten Ergebnisse erhält man jedoch mit einer (digitalen) Spiegelreflexkamera, diese ermöglicht es die passenden Objektive für jedes Themengebiet wechseln zu können.
3. Alles eine Sache der Einstellungen:
Die Kamera mit der Du Nachtaufnahmen machen möchtest sollte folgende Grundeigenschaften haben. Mit diesen Einstellungsmöglichkeiten ist es Dir möglich gute Nachtaufnahmen zu machen.
Der ISO Wert:
Der ISO Bereich einer Kamera ist je nach Modell unterschiedlich groß, achte darum bitte auf einen guten ISO Bereich, dieser liegt so zwischen dem Wert 100 bis 1600. Der ISO Wert gibt die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors bzw. des Filmes wieder, je höher der Wert umso Lichtempfindlicher ist der Sensor. Für die Nachtfotografie ist ein niedriger ISO Wert wie zum Beispiel ISO 100 oder ISO 50 ratsam um Rauschen auf dem Bild zu vermeiden. Weiterhin kann das spätere Bild durch die Wahl eines niedrigen ISO Wertes einen größeren Dynamikumfang aufweisen.
Die Blende:
Die Kamera sollte das manuelle Einstellen der Blende ermöglichen. Die Blende reguliert die Lichtmenge die durch das Objektiv auf den Bildsensor gelangt und ist Bestandteil jeder Kamera bzw. Objektives. Für die Nachtfotografie empfiehlt sich als Standardeinstellung die Blende 7.1 bis 11. Ein guter Mittelwert ist darum die Einstellung der Blende auf den Wert 8. Hier eine kleine Eselsbrücke: Fotos bei Nacht, nimm Blende acht. Wenn erwünscht so kann auch die Belichtungsautomatik genutzt werden, diese ist bei den meisten Kameras unter dem Buchstaben Av oder A zu erkennen. Bei der Belichtungsautomatik wird die Blende festgelegt und die Kamera wählt die passende Belichtung aus. Nutzt Du die Blendenautomatik Tv so wird die Belichtung festgelegt und die Kamera wählt die Blende automatisch. Im Grunde genommen gilt, um gleichbleibende Helligkeit auf dem Bild zu garantieren dass die Belichtungszeit verdoppelt werden muss, wenn die Blendenzahl eine Stufe erhöht wird. Zu beachten ist: Je größer die Blendenzahl, umso kleiner die Blendenöffnung.
Die Verschlusszeit:
Die Verschlusszeit regelt die Dauer der Belichtung, so werden bei der Nachtfotografie längere Belichtungen benötigt, eine Belichtungsdauer von zum Beispiel 30 Sekunden ist schon sehr nützlich. Spiegelreflexkameras können meist beliebig lang belichten, wie lange belichtet werden musst entscheidet das Bildmotiv. Auch mit dem Zusammenspiel von Blende und ISO Wert kann die Belichtungszeit gesteuert werden.
Dateiformat:
Das Datreiformat sollte am besten RAW sein, dies ist quasi ein digitales Negativ. Das aufgenommen Bild wird nicht komprimiert sondern wird 1:1 auf der Karte gespeichert. Ein RAW Bild enthält alle vollständigen Details in Lichtern und Schatten sowie alle wichtigen Bildinformationen, diese können auch noch nachträglich am Rechner zu Hause verändert und korrigiert werden. Ein weiterer Vorteil von RAW ist, dass der wichtige Weißabgleich später am heimischen Rechner beliebig geändert werden kann.
Der Autofokus:
Je nach Kamera bzw. Objektiv arbeitet der Autofokus verschieden gut bzw. schlecht. Oft kann es vorkommen dass der Autofokus kein festen Punkt findet und das Motiv nicht scharfstellen kann. Dies kommt durch den hohen Kontrastumfang von hellen sowie dunklen Teilen im Bildausschnitt. Wenn das Motiv es zulässt und der Autofokus seine Arbeit tut dann empfiehlt es sich diesen auch zu nutzen. Kurbelt der AF sich jedoch einen Wolf und bleibt am Ende doch bei einem vollkommenen unscharfen Motiv stehen so bleibt Dir nichts anderes übrig als die Schärfe manuell einzustellen. Deine Kamera bzw. das Objektiv sollte darum einen manuellen Fokus besitzen.
Eine Lösung wäre noch die Zoom Variante. In diesem Fall zoomst Du an einen hellen Punkt in deinem Bildausschnitt und stellst auf AutoFokus. Jetzt fällt es dem AF nicht mehr so schwer und er kann wohl möglich die Stelle scharfstellen. Anschließend stellst Du auf manuellen Fokus zurück und zoomst zu deinem ursprünglichen Bildausschnitt zurück, das Bild hat nun die optimale Schärfeeinstellung.
Die “Zoom-Variante” funktioniert nur bei parfokalen Zoomobjektiven*. Einige Zoomobjektive wie bei Canon z.B. insbesondere die nicht – L’s Objektive sind jedoch varifokal. Bist Du unsicher ob Dein Objektiv diesen Tipp umsetzen kann so kannst Du es einfach mal versuchen.
* parfokale Zoomobjektive: Die Fokussierung bleibt beim verändern der Brennweite konstant.
Eine weitere Lösung ist der Laserpointer Trick. Hierbei kannst Du mit Hilfe eines Laserpointers einen Punkt auf ein Objekt in deinem Bildausschnitt erzeugen und diesen dann vom Autofokus scharfstellen lassen. Nachdem der Autofokus scharfgestellt hat kannst Du deinen gewünschten Bildausschnitt wählen und auf manuellen Fokus umstellen um bei der anschließenden Belichtung den Fokus nicht wieder automatisch zu verstellen.
Die Spiegelvorauslösung:
Die Spiegelvorauslösung verhindert, das sich beim auslösen des Spiegels kleinste Bewegungen auf den Sensor übertragen. Diese Bewegungen können das spätere Bild unscharf wirken lassen. Kommt es jedoch zu Belichtungszeiten die länger als 5 Sekunden sind, so sind dieses Vibrationen durch die längere Belichtunsgzeit auf dem späteren Bild nicht mehr zu erkennen.
Nutzt Du eine Spiegelreflexkamera so besitzt diese höchstwahrscheinlich eine Einstellung zur Spiegelvorauslösung. Hierbei musst Du in den meisten Fällen 2x auf den Auslöser drücken um das Bild zu belichten. Beim ersten betätigen des Auslösers fährt der Spiegel nach oben, warte dann 1-2 Sekunden und drücke ein zweites mal den Auslöser, nun wird das Bild belichtet. Bei einigen Kameramodellen fährt der Spiegel nach dem ersten Auslösen nach oben und die Kamera wartet dann automatisch 2 Sekunden, danach beginnt die Kamera automatisch die Belichtung ohne dass Du den Auslöser ein weiteres mal Drücken musst, dies gilt zum Beispiel für einige Minolta sowie Sony Spiegelreflexkameras. Bist Du Dir unsicher wie Deine Kamera die Spiegelvorauslösung umsetzt so beobachte bei einem Testfoto das Verhalten Deiner Kamera. Es ist bei allen Modellen deutlich hörbar wenn der Spiegel nach oben springt. Die Spiegelvorauslösung und die kurze Wartezeit bis zur Belichtung verhindern dass sich leichte Vibrationen des Spiegels beim Hochfahren auf die Kamera bzw. dem Bildsensor übertragen.
Rauschunterdrückung:
Aktiviere wenn vorhanden die Rauschunterdrückung Deiner Kamera. Bei den meisten Modellen führt diese Rauchunterdrückung selbst bei Belichtungen von mehreren Minuten zu sehr guten Ergebnissen. Beachte dass die Rauschunterdrückung bei vielen Modellen so lange benötigt, wie das Bild belichtet wurde. Wird zum Beispiel 1 Minute belichtet so braucht die Unterdrückung eine weitere Minute. Es lohnt sich jedoch diese Zeit zu investieren und wir empfehlen diese Rauschunterdrückung zu nutzen. Bei einem Testbild mit über 25 Minuten Belichtung sorgte diese Unterdrückung bei der Verwendung der Canon EOS 350D für fast keinerlei Rauschen auf dem Bild.
Bulbfunktion:
Wenn vorhanden, aktiviere die Bulb (B) Funktion Deiner Kamera. Hier kannst Du mit Hilfe der Fernbedienung die Belichtungszeit selbst über die Fernbedienung bestimmen. Nutzt Du eine Kabelfernbedienung so dauert die Belichtung so lange an wie Du den Auslöseknopf gedrückt hältst. Nutzt Du jedoch eine Infrarot Fernbedienung, so beginnt die Belichtung beim ersten Drücken, drückst Du den Auslöseknopf auf der Fernbedienung dass zweite mal, so wir die Belichtung beendet.
Der Blitz:
Besitzt Du nur das Standard Blitzlicht Deiner Kamera so empfiehlt es sich dieses nicht zu nutzen. Auch wenn der “Anfänger” gern bei Dunkelheit mit Blitzlicht fotografiert erweist sich dies als großer Nachteil. Bei der Nachtfotografie sind die Entfernungen zwischen Kamera und den Gebäuden bzw. Objekten. viel zu groß als dass das Blitzlicht irgendeinen Nutzen bringen kann. Weiterhin beleuchtet der Blitz nahe Objekte stärker als entfernte.
4. Alle Einstellungen zusammengefasst:
Da zu viel Text nicht immer gelesen wird haben wir hier nochmal die wichtigsten Einstellungen und einige Tipps kurz zusammen gefasst.
- Den ISO Wert möglichst tief halten. Zum Beispiel ISO 50 oder ISO 100.
- Die beste Blendeneinstellung liegt zwischen Blende 8 und 11.
- Wenn möglich Spiegelvorauslösung aktivieren.
- Wenn möglich Rauschunterdrückung der Kamera aktivieren.
- Wenn vorhanden, unbedingt den Fernauslöser nutzen, Notfalls tut es auch der Selbstauslöser.
- Bei langen Belichtungen unbedingt ein Stativ nutzen.
- Wenn möglich Fotos im RAW Format aufnehmen.
5. Tipps zur richtigen Blendeneinstellung:
Die Wirkung von Wasser kann durch die Wahl von verschiedenen Blenden sowie der Belichtungsdauer beeinflusst werden. So wirkt das Wasser bei einer Blendeneinstellung von 22 und einer langen Belichtungszeit eher schleierhaft und verwaschen, bei einer Blendeneinstellung von 4 sowie einer kurzen Belichtungszeit wirkt das Wasser scharf und detailreich. Eine Auflistung von einigen Blendeneinstellungen sowie der passenden Belichtungsdauer zeigt Dir wie dass ganze am Ende auf dem Bild zu sehen ist. Für Springbrunnen eignet sich oft die verwaschene Darstellung, bei Flüssen oder Seen kann dass zu weiche Wasser jedoch schnell unnatürlich aussehen. Die Wirkung des Wassers hängt jedoch weitgehend von der Belichtungszeit sowie der Fließgeschwindigkeit des Wassers ab. Nutzt Du den manuellen Modus M Deiner Kamera so kannst Du die unten stehenden Werte nutzen um das gewünschte Aussehen zu erreichen.
| ISO-Wert | Blende | Belichtung | |
| Hartes Wasser | 100 | f4.00 | 1,3s |
| ~ | 100 | f5.60 | 2,5s |
| ~~ | 100 | f8.00 | 5,0s |
| ~~~ | 100 | f11.00 | 10s |
| ~~~~ | 100 | f16.00 | 20s |
| Weiches Wasser | 100 | f22.00 | 40s |
Weiterhin kannst Du mit der richtigen Blende und der Belichtungszeit auch die Darstellung der Lichter auf deinem Bild beeinflussen. Mit einer Blendeneinstellung von 4 und einer kurzen Belichtungszeit wirkt die Lichtquelle und deren unmittelbare Umgebung leicht verwaschen und die Abstrahlung des Lichtes ist gleichmäßig. Wählst Du jedoch eine Blendeneinstellung von 22 sowie eine lange Belichtung so bilden sich um die Lichtquellen Strahlen die am Ende wir Sterne aussehen. Wie stark diese Sterne auf dem Bild erscheinen bestimmst Du mit der Blendeneinstellung und der Dauer der Belichtung. Je nachdem wie dein Bild später wirken soll, kannst Du das Aussehen dieser Sterne beeinflussen. Wie bereits oben beschrieben kannst Du die unteren Werte mit dem Modus M übernehmen um das gewünschte Aussehen hinzubekommen.
| ISO-Wert | Blende | Belichtung | |
| 0% Sterne | 100 | f4.00 | 1,3s |
| * | 100 | f5.60 | 2,5s |
| ** | 100 | f8.00 | 5,0s |
| *** | 100 | f11.00 | 10s |
| **** | 100 | f16.00 | 20s |
| 100% Sterne | 100 | f22.00 | 40s |
Ist die Blendenöffnung weit geöffnet so bildet sie eine fast kreisrunde Öffnung, in dieser Stellung tritt der Sterneneffekt nur sehr gering oder garnicht auf. Weißt die Blende jedoch eine kleine Öffnung auf, so wie es bei einer geschlossenen Blende der Fall ist, dann bilden sich durch die eckige Anordnung der Blendenlamellen strahlen um die Lichtquelle was diesen Sterncheneffekt verursacht. Die Anzahl der Strahlen hängt von der Anzahl der Blendenlamellen im Objektiv ab. Bei einer gerarden Lamellenzahl ist sie gleich, bei ungerader Lamellezahl hat der Stern doppel so viele Strahlen. Bei Objektiven die bereits bauart bedingt zu jedem Zeitpunkt eine Kreisrunde Blendenöffnung haben tritt dieser Effekt nicht auf.
6. Das Zubehör:
Das Stativ:
Für die Nachtfotografie benötigst Du jedoch noch einiges an Zubehör um das optimale Ergebnis zu erzielen. Folgende Dinge sind sehr nützlich und werden Dir die Arbeit ungemein erleichtern:
Bei einer Nachtaufnahme kommt es oft zu längeren Belichtungen. In diesem Fall ist es enorm wichtig dass die Kamera ruhig steht und sich nicht bewegt. Die kleinste Bewegung sorgt für Verwacklungen und das Bild wirkt am Ende unscharf. In diesen Fällen wird die Kamera auf einem Stativ befestigt welche für einen ruhigen Stand sorgt. Um ein Vibrieren des Statives zu verhindern, ist es Hilfreich das Stativ etwas zu beschweren. Hierfür kannst Du zum Beispiel einen Stein mit Hilfe einer Schnur an das Stativ binden. Wenn es nicht unbedingt notwendig ist, so lasse die Mittelsäule des Statives eingefahren und fahre die Beine sowie die Mittelsäule nur soweit wie nötig aus, denn mit wachsender Länge wird die ganze Konstruktion instabiler. So kommt es oft vor, dass das ausfahren der Mittelsäule bei Wind bereits leichte Bewegungen verursacht. Diese nur leichten Bewegungen reichen aus um das Bild unscharf erscheinen zu lassen. Wird bei Deiner Aufnahme eine relativ kurze Belichtung benötigt so kannst Du auch den ISO Wert der Kamera etwas nach oben stellen, beachte jedoch dass damit das Rauschen auf dem Bild verstärkt wird. Empfehlenswert ist ein Kugelkopf der auf dem Stativ befestigt wird, mit diesem kannst Du die Kamera schnell und sicher innerhalb kürzester Zeit in jede beliebige Position bringen und exakt gerade Ausrichten. So ein Kugelkopf ist jedoch etwas teuer, wenn Du dieses Geld nicht ausgeben möchtest reicht auch ein normales Stativ welche größtenteils auch eine exakte Ausrichtung der Kamera ermöglichen.
Weiterhin gibt es die sogenannten 3D-Neiger oder Getriebeneiger. Diese ermöglichen das seperate Einstellen jeder einzellnen Bildachse wärend die beiden anderen Achsen fixiert bleiben.
Besitzt Dein Objektiv einen Bildstabilisator, empfehlen wir diesen zu deaktivieren. Unsere Erfahrungen haben gezeigt das einige Bildstabilisatoren obwohl die Kamera vollkommen ruhig steht immer wieder versuchen etwas auszugleichen. Das Ergebnis ist ein vollkommen verschwommenes Bild.
Auslösefernbedienung:
Eine Fernbedienung zum Auslösen der Kamera ist ein super Hilfsmittel um Verwacklungen zu vermeiden. Denn es kommt oft schon beim Drücken des Auslösers zu kleineren Bewegungen die am Ende für Unscharfe Bilder sorgen. Wird zum Beispiel eine Belichtungsreihe erstellt, so kann man dies über die Fernbedienung steuern ohne die Kamera zu berühren. Ein leichtes verschieben während der Einstellungsänderungen wird somit vermieden. Als Ersatz zur Fernbedienung kannst Du auch den Selbstauslöser Deiner Kamera verwenden, hierbei muss die Kamera jedoch jedes mal berührt werden um die Belichtungseinstellungen zu ändern.
Die Kleidung:
Oftmals wird genau dieser Punkt stark unterschätzt. Bei der Nachtfotografie kommt es meistens zu langen Belichtungen. In dieser Zeit steht man häufig regungslos neben der Kamera und wartet bis die Belichtung und die gegebenenfalls gestartete Rauschunterdrückung beendet ist, hierbei kann es schon recht frisch werden, es ist darum auf warme Kleidung zu achten. In kalten Winternächten kann auch ein warmes Getränk wahrliche Wunder bewirken.
Taschenlampe:
Das fotografieren bei Nacht macht das bedienen der Kamera nicht gerade einfach. Oftmals ist es schwer die passenden Knöpfe zu finden um die gewünschten Einstellungen vorzunehmen. Darum ist es nützlich eine kleine Taschenlampe immer bei sich zu haben. Ist diese nicht zur Hand so kann das Handy ein guter Ersatz sein.
Besser als eine Taschenlampe ist eine sogenannte Stirnlampe welche Du mit Hilfe eines Bandes auf dem Kopf befestigen kannst. Sie leuchtet immer in Deine Blickrichtung und stört nicht beim fotografieren da Du sie nicht in der Hand halten musst. Durch das helle Licht kann es jedoch vorkommen das Du im Umfeld nichts mehr wahrnehmen kannst da Du geblendet wirst. Hier hilft es schon wenn Du einen roten Filter vor die Lampe baust. Das Rotlicht reicht vollkommen aus um Deine Kamera zu bedienen, blendet jedoch weitaus weniger als weißes Licht. Das gleiche Prinzip erfüllt praktisch auch eine rote Fahrradrückleuchte.
Wasserwaage:
Bei der Blitzschuh Wasserwaage handelt es sich um eine kleine Wasserwaage die einfach auf den Blitzschuh der Kamera befestigt werden kann. Sie ist ein nützliches Hilfmittel um die Kamera perfekt zu justieren. Diese Wasserwaage ist aber nicht nur für die Nachtfotografie hilfreich sondern erleichtert die Arbeit in vielen teilen der Fotografie ungemein. Möchtest Du zum Beispiel auch Panoramaaufnahmen machen so kannst Du mit Hilfe dieser Wasserwaage die Kamera exakt ausrichten. Die meisten Stative besitzen ebenfalls eine kleine eingebaute Wasserwaage.
7. Tipps für die perfekte Nachtaufnahme:
Der Standort:
Der Standpunkt gehört mit zu den wichtigsten Grundregeln der Nachtfotografie und sollte sorgfältig ausgesucht werden. Möchtest Du beispielsweise Gebäude oder ganze Städte bei Nacht fotografieren, so ist ein hoher Standpunkt gut. Nutze hierfür am besten Aussichtspunkte von Gebäuden oder umliegende Berge. Um unnötige Verwacklungen zu vermeiden achte auf Störungen aus der unmittelbaren Umgebung. Hast Du Dir zum Beispiel einen Standpunkt auf einer Brücke ausgesucht, so können darauf fahrende Autos, Züge oder Straßenbahnen die Brücke in Schwingungen versetzen, diese Schwingungen werden auch auf die Kamera übertragen und sorgen für unschöne Verwacklungen auf dem Bild. Das oben zu sehende Fotos entstand im Sommer an der Babisnauer Pappel. Hierbei haben wir darauf geachtet den Mond mit auf das Bild zu bekommen. Er sorgt für den besonderen Hingucker und macht das Bild sehr entspannend.
Die Beleuchtung vor Ort:
Wichtig ist auch die richtige Beleuchtung vor Ort. Achte darauf dass sich wenn möglich keine oder wenn, dann nur wenige helle Lichtquellen in deinem Bildausschnitt befinden. Diese lassen sich zwar nicht immer vermeiden, können aber unschöne Reflexionen im Objektiv verursachen welche dann auch auf dem Bild sichtbar sind. Oftmals reicht es schon aus den Stanpunkt um wenige Meter zu ändern oder die Kamera in einen schattigen Punkt zu stellen. Bringen die genannten Dinge keinen Erfolg, kann auch eine Gegenlichtblende ware Wunder vollbringen. Sie sorgt dafür das kein direktes Licht von der Seite auf die Linse gelangt. Kommt es zu Überstrahlungen im Bildausschnitt, so kannst Du die Belichtungskorrektur (Ev) Deiner Kamera nutzen. Hierbei wird der Lichtwert geändert, was bei gleichbleibender Belichtungszeit dem ändern der Blende entspricht. (Beispiel: -2 / -1 / 0 / +1 / +2) Stellst Du die Werte Deiner Kamera komplett manuell ein, so kannst Du die Blende sowie die Verschlusszeit auch ohne die Belichtungskorrektur anpassen und überstrahlte Stellen in deinem Bild verringern oder sogar vermeiden.
Sollten sich helle Lichtquellen hinter Dir befinden, verschließe den Sucher am besten mit einer Abdeckung oder halte ihn mit Deiner Hand zu. So wird verhindert das unerwünschtes Licht über den Spiegelkasten bis auf den Sensor gelangt.
Dynamic Range Increase (DRI):
Durch den hohen Kontrastumfang bei den meisten Nachtmotiven und der Tatsache das die heutigen Kameras mit ihrem Dynamikumfang diese Kontraste noch nicht gut darstellen können, bietet sich das DRI-Verfahren zur nachträglichen Bildbearbeitung besonders an. Da dieses Verfahren etwas umfangreicher ist empfehlen wir hierfür das sehr gut umgesetzte DRI Tutorial von Digiachim.de! Dort wird von den Grundlagen bis hin zu einem fertigen DRI Fotos alles sehr gut erklärt.
Hier gelangst Du zum DRI-Tutorial von Digiachim.de:
http://www.digiachim.de/DRI/
Solltest Du eine Belichtungsreihe für ein DRI erstellen, so schalte den Autofokus ab da die Kamera wahrscheinlich bei jedem Bild eine andere Schärfe wählt.
Der richtige Zeitpunkt:
Mit dem passendem Zeitpunkt der Aufnahme kannst Du auch die spätere Stimmung des Bildes bestimmen. So zählt die „Blaue Stunde“ zu der beliebtesten und empfehlenswertesten Zeit bei der Nachtfotografie. Die Blaue Stunde gehört zu den spannendsten Zeiten in der Fotografie und beschreibt die Zeit zwischen der Dämmerung des Sonnenuntergangs und der nächtlichen Dunkelheit sowie die Minuten vor dem Sonnenaufgang. Die Blaue Stunde zaubert ein tiefblaues Licht in den Himmel welches perfekt mit der Umgebung harmoniert. So sind zu diesem Zeitpunkt beispielsweise die Beleuchtungen von Städten bereits eingeschaltet, der Himmel ist jedoch noch nicht sehr dunkel und erstrahlt in einem tiefblauen Licht welches sich auch auf die Umgebung überträgt.
Im Internet gibt es eine Vielzahl von “Blaue Stunde Rechnern” welche die optimale Zeit der blauen Stunde berechnen können. Eine Empfehlung ist der Rechner von JeKo-Photo. Hier geht es zum Rechner.
Aber auch die komplette Dunkelheit hat ihren Reiz, so kannst Du auf einem dunklen Feld die Sterne auf ein Bild bannen. Bei sehr langen Belichtungen sorgen diese Sterne durch die sich drehende Erde für faszinierende Lichtspuren am Nachthimmel. Möchtest Du den Mond zu einem Bestandteil deines Bildes machen, so benötigst Du eine Tele-Brennweite. Mit dieser kannst Du den Mond nah genug heranzoomen und bekommst viele Details in dein Bild. Beachte jedoch, dass bei längeren Belichtungszeiten der Mond unscharf auf dem Bild erscheint, dies liegt an der eigenen Bewegung des Mondes und lässt sich nur mit einer darauf spezialisierten Ausrüstung vermeiden.
Das Motiv:
Spannende und ungewöhnliche Perspektiven machen dein Bild zu einem hingucker. Experimentiere einfach mit dem Bildausschnitt und der Perspektive und versuche ruhig mal das ungewöhnliche. So kann eine Straße oder Gasse aus der Froschperspektive sich zum perfekten Nachtbild verwandeln. Auch Dynamik verzaubert Deine Nachtbilder in ausdrucksstarke Fotos. Belichtest Du zum Beispiel eine befahrene Straße etwas länger, so bilden die entlangfahrenden Autos Lichtspuren und bringen die passende Bewegung ins Bild. Auch ein Rummel oder eine befahrene Kreuzung kann das ein oder andere perfekte Bild entstehen lassen.
Wasserflächen wie zum Beispiel ein Fluss oder auch ein Brunnen sind oftmals bei Nacht beleuchtet. Belichtest Du diese Wasserflächen mit längeren Belichtungszeiten so hinterlassen diese einen Schleierartigen Effekt welcher für mehr Dynamik im Motiv sorgt. Der gleiche Schleiereffekt tritt beispielsweise auch bei Wolken bzw. rauchenden Schornsteinen oder ähnlichem auf.
Mit der „Bulb“ Funktion Deiner Kamera ist es Dir möglich, auch länger als 30 Sekunden zu belichten. Die Belichtung findet solange wie Du den Auslöser drückst statt. Um Verwacklungen zu vermeiden ist es sinnvoll eine Auslösefernbedienung zu verwenden.
8. Feuerwerke fotografieren:
Nicht nur in der Silvesternacht – sondern dass ganze Jahr hindurch – erleuchten Feuerwerke den Nachthimmel. Sei es zu Stadtfesten, Veranstaltungen oder Jubiläumsfeiern, ein Feuerwerk ist immer ein krönender Abschluss. Gern werden die farbenprächtigen Effekte am Himmel festgehalten, doch nicht immer gelingen die Fotos so wie es vom Fotografen gewünscht ist. Das fotografieren von Feuerwerken ist eine künstlerische Herausforderung und wenn Du die wichtigsten Dinge beachtest kann dabei auch nichts schiefgehen. Hier geht es zum Artikel Feuerwerke fotografieren.







Hallo Marcel !
Danke für Eure tollen Tipps ! Da mich Eure Nachtaufnahmen auch faszinieren, werde ich mich mal nachts aus dem Haus schleichen, und Eure Tipps ausprobieren !
Auch ich bedanke mich für die Tips! Mit diesen Anhaltspunkten kann ich es vielleicht auch mal versuchen…
Liebe Grüße von Iris
Hallo ihr drei,
vielen Dank für die wirklich sehr gut auf den Punkt gebrachten Tipps zur Nachtfotografie. Eure Bilder sind wirklich “Eye Candy” und es macht immer wieder Spaß bei Euch vorbei zu schauen.
Liebe Grüße von der Unterelbe
Stefan
super erklärt und tolle Fotos.
Herzlichen Dank
Nach langem suchen entlich ein super Erklärung gefunden Nacht Fotos .Wo ich als leie auch verstehe. Auch als älterer Jahrgang
Werde sicher öfters vorbei schauen.
Freundliche Grüsse Martha Bruhin
Wirklich super Tipps. Alles super logisch erklärt und hoffentlich auch der Schlüssel zu super Nachtfotos. Heut Abend gleich mal ausprobieren
lg
Hey Hey
Danke Danke für diese Super Tips.
echt klasse