Dresden damals & heute | 3

9. Mai. 2014 | DD damals & heute | 11 Kommentare

Lesezeit ca. 6 Minuten

Einige Wochen nach der Veröffentlichung des ersten und zweiten Teils unserer Serie “Dresden damals & heute”, können wir euch nun den dritten Teil präsentieren. Auch diesmal begaben wir uns auf die Suche nach passenden historischen Aufnahmen, welche die Schönheit unserer Stadt vor der Zerstörung im Winter 1945 zeigen. Im dritten Teil gibt es nun 5 Aufnahmen des alten Dresdens zu sehen, die wieder mit Bildern aus der heutigen Zeit vereint wurden.

Beginnen wir mit der ersten Aufnahme von Ermenegildo Antonio Donadini aus dem Jahre 1888. Zu sehen ist die Sophienstraße mit Blick in Richtung Theaterplatz. Im Vordergrund ist die Altstädter Hauptwache zu sehen. Wie viele Gebäude, wurde auch die Wache bei den Luftangriffen 1945 vollkommen zerstört. Der Wiederaufbau begann allerdings recht schnell, sodass die Hauptwache bereits im Jahr 1956 im alten Glanz erstrahlte. Im rechten Teil der Aufnahme sind Teile des damaligen Hauptstaatsarchives zu sehen. Bis in das Jahr 1888 befand sich dort ein Ballhaus. Die weltberühmte Semperoper, welche wieder aufgebaut noch heute an derselben Stelle steht, ist im Hintergrund zu sehen.

Semperoper

Dresden damals & heute…
Mit freundlicher Unterstützung der Deutschen Fotothek!

Das zweite Foto zeigt eine noch heute sehr vertraute Ansicht. Vom Königsufer schweift der Blick über die Elbe auf die Dresdner Altstadt. Auf den satten Elbwiesen befand sich damals das Marienbad. Es war eines der vielen Flussschwimmbäder, die sich am Ufer der Elbe befanden. Das Marienbad war speziell für Familien ausgerichtet und befand sich an jener Stelle, wo sich heutzutage im Sommer die Dresdner Filmnächte befinden. Mit dem Wachstum der Industrie stieg auch die Verschmutzung der Flüsse stark an. Aus diesem Grund mussten die Flussschwimmbäder nach und nach schließen, sodass sie heute eher eine Seltenheit sind. In Dresden gibt es zum Beispiel kein einziges Schwimmbad dieser Art mehr.

Skyline

Der womöglich absolute Hingucker an dieser Aufnahme ist jedoch das Luftschiff am Himmel, welches majestätisch über den Dächern der Stadt schwebt. Hierbei handelt es sich um das Starrluftschiff mit der offiziellen Bezeichnung D-LZ 127. Es trug den selben Namen seines Erfinders “Graf Zeppelin” und war das erfolgreichste Luftschiffen seiner Ära.

Durch viele besondere Flüge erlangte LZ127 weltweite Bekanntschaft. So umrundete der Zeppelin zum Beispiel im Jahre 1929 die Welt in nur 35 Tagen und legte dabei fast 50.000 Kilometer zurück. Bei einigen Etappen lies sich das Luftschiff auch am Himmel über Dresden blicken. Nach dem Unglück der Hindenburg, blieb auch Graf Zeppelin für immer am Boden, sodass er am 19. Juli 1937 außer Dienst gestellt wurde. Das endgültige Ende von „LZ127 Graf Zeppelin“ kam mit dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges. Gemeinsam mit anderen Luftschiffen wurde der Zeppelin im Jahre 1940 verschrottet um wichtige Materialien wie Aluminium daraus zu gewinnen.

Die dritte Aufnahme zeigt die Rampische Straße welche auch noch heute so heißt. Der Blick schweift in Richtung Frauenkirche. Im Vordergrund ist der von Matthäus Daniel Pöppelmann erbaute Kopfbau zu sehen. Zur damaligen Zeit verschlug dieser Blick vielen Besuchern den Atem. Auf der Straße war immer reges treiben zu beobachten während sich die steinerne Kuppel der Frauenkirche in den Dresdner Himmel erstreckte. Einige Jahrzehnte nach der Zerstörung eines solchen kostbaren Raumbildes, wurde der Wiederaufbau des Kopfbaues im Sommer 2013 fertiggestellt. Dresden hatte seine Perle am Neumarkt wieder. Die neuen Bereiche der Aufnahme zeigen deutlich, mit wie viel Liebe zum Detail die Gebäude um den Dresdner Neumarkt wieder aufgebaut werden.

Frauenkirche

Wusstet ihr, dass es in Dresden mal einen Wasserflugplatz gab? Dieser befand sich in der Nähe des heutigen Fährgarten Johannstadt  unterhalb des Käthe-Kollwitz-Ufers und war Europas erster Wasserflugplatz.  Die erste Maschine, eine Junkers F13, startete im Auftrag der Junkers Luftverkehrs A.G am 10. August 1925 in Richtung Hamburg. Der Linienflug führte entlang der Elbe über Riesa, Torgau, Wittenberg, Magdeburg bis nach Hamburg Altona. Für knapp 100 Mark konnten maximal 5 Fluggäste die Reise in die damals noch unabhängige Stadt Altona antreten. Leider musste der Flugbetrieb bereits ein Jahr nach der Eröffnung des Flughafens wegen Unrentabilität eingestellt werden.

Flughafen

Mit der fünften Aufnahme beenden wir den dritten Teil unserer Serie. Auch wenn diese Aufnahme es nicht zeigt, war die Umsetzung sehr schwer. Das Foto zeigt das Japanische Palais welches sich  zwischen der Marienbrücke und dem Hotel Westin Bellevue befindet. Der Herr, der so nachdenklich am Bildrand steht, hat uns bei diesem Foto besonders fasziniert. Zuerst dachten wir, dass das nachfotografieren der historischen Aufnahme sehr schnell und einfach geht. Doch wir hatten uns gewaltig geirrt. Wir suchten fast 45 Minuten nach dem richtigen Bildausschnitt, als wir ihn gefunden hatten, war uns klar warum das Auffinden so schwer war. Der Fotostandpunkt ist heute vollkommen zu gewuchert und weil dies nicht ausreicht, befindet sich direkt vor der Kamera eine Mauer des Hotels. Um das Foto trotzdem sauber umsetzen zu können, kletterte einer von uns auf diese Mauer. So gelang uns eine saubere Gegenüberstellung beider Aufnahmen.

Mann

11 Kommentare

  1. Großes Kino! Ganz großes Kino!

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  2. Kann mich Jörg nur anschließen – GANZ GANG GROSSES KINO.
    Alle Bilder sind gut – Teil 3 gefällt mir trotzdem am Besten!!!

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  3. Teile 1 bis 3 dieser Fotoserie –> Einzigartige Bilder, scheinen mir preisverdächtig! Macht weiter so.

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  4. Erstklassig! Ist da vielleicht wieder ein Kalender in Planung? 🙂

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  5. Ich liebe Dresden. Und diese “alte” Seite von dieser wunderschönen Stadt kennenzulernen, ist für mich faszinierend. Danke für eure Bemühungen. Bleibt weiter auf den Spuren unserer Vorfahren.

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  6. Danke für euer Lob, das freut uns sehr. Wir planen für 2015 auch einen Alt/Neu Kalender. 🙂

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  7. Vielen Dank für die vielen schönen Fotos aus meiner alten Heimat.Gerade das letzte Foto ist wieder sehr schön geworden,denn in Johannstadt habe ich vor 25.Jahren gewohnt.

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  8. ich bin zufällig auf diese Seite gestoßen – die Bilder sind der Hammer!
    Ich bin begeisterte Hobbyfotografin und “spiele” auch gerne mit den Bildern, allerdings sehr laienhaft und “nur” mit Photoshop elements, aber ich weiß, wieviel Zeit und vor allem Geduld in solchen Bildern steckt – also Respekt!
    Wir es davon evtl. einen Kalender für 2016 geben?

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  9. Hallo Maria,
    vielen Dank für das Lob. 🙂 Die Fotos gab es für das laufende Jahr bereits als “damals & heute Kalender 2015”. Für einen 2016er Kalender fehlte uns leider die Zeit um weitere solche Fotos zu erstellen. Da du aber nicht die einzige bist, die Interesse zeigt, planen wir für 2017 wieder einen solchen Kalender mit neuen Fotos. Diese werden wir über die nächsten Monate erstellen und auch hier die Serie fortführen.

    Es gibt dieses Jahr “nur” einen normalen Dresden Kalender von uns. Den findest du unter http://2016.ddpix.de oder direkt oben im Menü unter “Shop”.

    Beste Grüße,
    Marcel

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  10. Ihre Bilder von Dresden sind ein einziger Traum!!!
    Ich fotografiere in meiner Freizeit gern und die dann entstandenen Bilder werden auch schon mal in Photoshop Elements “etwas umgestaltet”. Nachdem ich Ihre Bilder gesehen habe, habe ich auch schon versucht dies selbst mal zu probieren. Wie Sie sich sicher denken können – es war auch nicht ansatzartig ein Erfolg zu sehen. Was ich sehr schön fände wäre, wenn Sie Ihr Wissen, zumindest das Grundwissen zur Erstellung solcher Fotos, in Form von Weiterbildungen, z.B. an Volkshochschulen, weiter vermitteln würden. Machen Sie weiter so!!! Sollten Sie wieder mal einen Kalender auflegen, dann können Sie sich sicher sein, dass einer davon mir gehört. Herzliche Grüße.

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