Einige Wochen nach der Veröffentlichung des ersten und zweiten Teils unserer Serie „Dresden damals & heute“, können wir euch nun den dritten Teil präsentieren. Auch diesmal begaben wir uns auf die Suche nach passenden historischen Aufnahmen, welche die Schönheit unserer Stadt vor der Zerstörung im Winter 1945 zeigen. Im dritten Teil gibt es nun 5 Aufnahmen des alten Dresdens zu sehen, die wieder mit Bildern aus der heutigen Zeit vereint wurden.

Beginnen wir mit der ersten Aufnahme von Ermenegildo Antonio Donadini aus dem Jahre 1888. Zu sehen ist die Sophienstraße mit Blick in Richtung Theaterplatz. Im Vordergrund ist die Altstädter Hauptwache zu sehen. Wie viele Gebäude, wurde auch die Wache bei den Luftangriffen 1945 vollkommen zerstört. Der Wiederaufbau begann allerdings recht schnell, sodass die Hauptwache bereits im Jahr 1956 im alten Glanz erstrahlte. Im rechten Teil der Aufnahme sind Teile des damaligen Hauptstaatsarchives zu sehen. Bis in das Jahr 1888 befand sich dort ein Ballhaus. Die weltberühmte Semperoper, welche wieder aufgebaut noch heute an derselben Stelle steht, ist im Hintergrund zu sehen.

Semperoper

Dresden damals & heute…
Mit freundlicher Unterstützung der Deutschen Fotothek!

Das zweite Foto zeigt eine noch heute sehr vertraute Ansicht. Vom Königsufer schweift der Blick über die Elbe auf die Dresdner Altstadt. Auf den satten Elbwiesen befand sich damals das Marienbad. Es war eines der vielen Flussschwimmbäder, die sich am Ufer der Elbe befanden. Das Marienbad war speziell für Familien ausgerichtet und befand sich an jener Stelle, wo sich heutzutage im Sommer die Dresdner Filmnächte befinden. Mit dem Wachstum der Industrie stieg auch die Verschmutzung der Flüsse stark an. Aus diesem Grund mussten die Flussschwimmbäder nach und nach schließen, sodass sie heute eher eine Seltenheit sind. In Dresden gibt es zum Beispiel kein einziges Schwimmbad dieser Art mehr.

Skyline

Der womöglich absolute Hingucker an dieser Aufnahme ist jedoch das Luftschiff am Himmel, welches majestätisch über den Dächern der Stadt schwebt. Hierbei handelt es sich um das Starrluftschiff mit der offiziellen Bezeichnung D-LZ 127. Es trug den selben Namen seines Erfinders „Graf Zeppelin“ und war das erfolgreichste Luftschiffen seiner Ära.

Durch viele besondere Flüge erlangte LZ127 weltweite Bekanntschaft. So umrundete der Zeppelin zum Beispiel im Jahre 1929 die Welt in nur 35 Tagen und legte dabei fast 50.000 Kilometer zurück. Bei einigen Etappen lies sich das Luftschiff auch am Himmel über Dresden blicken. Nach dem Unglück der Hindenburg, blieb auch Graf Zeppelin für immer am Boden, sodass er am 19. Juli 1937 außer Dienst gestellt wurde. Das endgültige Ende von „LZ127 Graf Zeppelin“ kam mit dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges. Gemeinsam mit anderen Luftschiffen wurde der Zeppelin im Jahre 1940 verschrottet um wichtige Materialien wie Aluminium daraus zu gewinnen.

Die dritte Aufnahme zeigt die Rampische Straße welche auch noch heute so heißt. Der Blick schweift in Richtung Frauenkirche. Im Vordergrund ist der von Matthäus Daniel Pöppelmann erbaute Kopfbau zu sehen. Zur damaligen Zeit verschlug dieser Blick vielen Besuchern den Atem. Auf der Straße war immer reges treiben zu beobachten während sich die steinerne Kuppel der Frauenkirche in den Dresdner Himmel erstreckte. Einige Jahrzehnte nach der Zerstörung eines solchen kostbaren Raumbildes, wurde der Wiederaufbau des Kopfbaues im Sommer 2013 fertiggestellt. Dresden hatte seine Perle am Neumarkt wieder. Die neuen Bereiche der Aufnahme zeigen deutlich, mit wie viel Liebe zum Detail die Gebäude um den Dresdner Neumarkt wieder aufgebaut werden.

Frauenkirche

Wusstet ihr, dass es in Dresden mal einen Wasserflugplatz gab? Dieser befand sich in der Nähe des heutigen Fährgarten Johannstadt  unterhalb des Käthe-Kollwitz-Ufers und war Europas erster Wasserflugplatz.  Die erste Maschine, eine Junkers F13, startete im Auftrag der Junkers Luftverkehrs A.G am 10. August 1925 in Richtung Hamburg. Der Linienflug führte entlang der Elbe über Riesa, Torgau, Wittenberg, Magdeburg bis nach Hamburg Altona. Für knapp 100 Mark konnten maximal 5 Fluggäste die Reise in die damals noch unabhängige Stadt Altona antreten. Leider musste der Flugbetrieb bereits ein Jahr nach der Eröffnung des Flughafens wegen Unrentabilität eingestellt werden.

Flughafen

Mit der fünften Aufnahme beenden wir den dritten Teil unserer Serie. Auch wenn diese Aufnahme es nicht zeigt, war die Umsetzung sehr schwer. Das Foto zeigt das Japanische Palais welches sich  zwischen der Marienbrücke und dem Hotel Westin Bellevue befindet. Der Herr, der so nachdenklich am Bildrand steht, hat uns bei diesem Foto besonders fasziniert. Zuerst dachten wir, dass das nachfotografieren der historischen Aufnahme sehr schnell und einfach geht. Doch wir hatten uns gewaltig geirrt. Wir suchten fast 45 Minuten nach dem richtigen Bildausschnitt, als wir ihn gefunden hatten, war uns klar warum das Auffinden so schwer war. Der Fotostandpunkt ist heute vollkommen zu gewuchert und weil dies nicht ausreicht, befindet sich direkt vor der Kamera eine Mauer des Hotels. Um das Foto trotzdem sauber umsetzen zu können, kletterte einer von uns auf diese Mauer. So gelang uns eine saubere Gegenüberstellung beider Aufnahmen.

Mann

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