Nach dem Teil 1, Teil 2 sowie Teil 3 können wir euch nun den vierten Teil unserer Serie „Dresden damals & heute“ vorstellen. Auch diesmal erwarten euch Aufnahmen der Stadt, wie sie vor ca. 100 Jahren existierte. Die historischen Fotos verschmelzen mit Aufnahmen aus der heutigen Zeit und zeigen so eindrucksvoll, was sich in Dresden verändert hat, oder welche Dinge es bis in die heutige Zeit geschafft haben. Alle alten Fotos stammen wieder mit freundlicher Genehmigung von der deutschen Fotothek. Vielen lieben Dank dafür!

Beginnen wir mit einem Ort, den wir erst nach langer Suche wiedererkannt haben. Die Rede ist vom Jägerhof, dem ältesten Baudenkmal der heutigen Dresdner Neustadt. Das im Stile der Renaissance geschaffene Gebäude wurde im 16. Jahrhundert erbaut und bei den Luftangriffen im Jahre 1945 fast vollständig zerstört. Nur das Erdgeschoss konnte im Original gerettet werden, die restlichen Teile des Jägerhofes wurden in den 50er Jahren rekonstruiert und wiedereröffnet. Die beiden Gebäude im rechten Bereich des Bildes sind heute leider vollständig aus dem Stadtbild verschwunden, nur der Straßenname und ein Denkmal erinnern heutzutage noch, welches Gebäude dort einst stand. Es handelt sich um den weltberühmten Zirkus Sarrasani, welcher seine letzte Vorstellung am 13. Februar 1945 gab. Sie musste abgebrochen werden, als die verheerenden Luftangriffe auf Dresden begannen. Der Zirkus wurde vollständig zerstört und nie wieder aufgebaut. An dieser Stelle steht nun ein in der Stadt weit verbreiteter Neubaublock.

Sarrasani

Das zweite Foto zeigt den Neustädter Markt mit Blick auf die damalige Blockhausgasse. Vor vielen Jahrzehnten standen an dieser Stelle unzählige kleine Bürgerhäuser. Heute befindet sich dort der Parkplatz des dazugehörigen Hotels Westin Bellevue Dresden. Im Vordergrund ist das Reiterstandbild des sächsischen Kurfürsten und polnischen Königs August des Starken zu sehen, eher bekannt als „Der Goldene Reiter„. Das Standbild sowie die Neustädter Hauptwache im Hintergrund existieren bis heute. Der Goldene Reiter überstand die Luftangriffe 1945 sogar unbeschadet, da er zwischen 1943 und 1944 kriegsbedingt zerlegt und ausgelagert wurde. Seit 1956 erstrahlt das Reiterstandbild wieder auf dem Neustädter Markt. Leider wurde der Rest des Marktes samt seiner umliegenden Bebauung im zweiten Weltkrieg zerstört, weshalb er nach der Neubebauung in den 70er Jahren viel von seinem ursprünglichem Aussehen verloren hat.

Goldener-Reiter

Bei der dritten Aufnahme handelt es sich um ein altes Wasserwerk. Die im Jahre 1875 ans Netz gegangene Saloppe war das erste Trinkwasserwerk Dresdens. Es lieferte aufbereitetes Wasser aus dem Uferfiltrat der Elbe in den Norden der Stadt. Mit Beginn des Jahres 2014 begann der Umbau des Maschinenhauses, in diesem sich nun Luxuswohnungen befinden. Damals war das Wasserwerk allerdings um einiges größer, es wurde jedoch ebenfalls am 13. Februar zerstört. Nur die farbigen Bereiche im Bild haben die Angriffe stark beschädigt überstanden und wurden wieder aufgebaut.

Saloppe

Die letzte Aufnahme zeigt den Dresdner Zwinger mit Blick auf das Kronentor sowie die sich im Hintergrund befindliche Sophienkirche. Der Dresdner Zwinger gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen der Stadt und ist mit seinem Kronentor in der ganzen Welt bekannt. Die Sophienkirche, mit ihren beiden weit in den Himmel ragenden Türmen, ist leider seit dem Jahre 1963 vollständig aus dem Dresdner Stadtbild verschwunden. Bei den Luftangriffen auf Dresden im Februar 1945 wurde auch die Sophienkirche von unzähligen Bomben getroffen und brannte in dessen Folge vollständig aus. Sie blieb bis 1962 als Denkmal erhalten und wurde dann trotz Proteste der Dresdner Bevölkerung durch die Partei- und Staatsführung der DDR abgerissen. Im Jahre 1963 waren die letzten Überreste der Kirche beseitigt und Dresden verlor für immer ein weiteres imposantes Kirchenbauwerk. Die Aufnahme zeigt deutlich, wie schön sich die Kirche heutzutage in das Dresdner Stadtbild einfügen würde.

Zwinger

Dieses Foto stammt aus unserer „Dresden damals und heute“ Serie von 2014. Nicht alle Bilder die wir damals anfertigten, fanden einen Platz in unserem Kalender oder wurden in der Serie auf unserer Website gezeigt. So wie dieses Bild der Brühlschen Terrasse, welches bis jetzt nur in der Ausstellung der Altmarkt Galerie Dresden gezeigt wurde, als im Sommer 2014 Mode von damals und heute vorgestellt wurde und wir in dessen Auftrag ein paar mehr Kompositionen von „Dresden damals und heute“ anfertigten.

theater_bruehlsche_terrasse

Es zeigt die Brühlsche Terrasse um 1895 mit Blick von der alten Carolabrücke. Die erste Brücke wurde am Abend des 7. Mai 1945 von der Waffen-SS gesprengt, um die vorrückende Rote Armee, welche sich schon in Höhe des heutigen Albertplatzes befand, aufzuhalten. Dabei wurde das Bauwerk fast vollkommen zerstört und in den kommenden Jahres vollständig demontiert. Die heute bekannte Carolabrücke ist also die zweite an diesem Standort. Sie wurde von 1967 bis 1971 erbaut.

Rechts am Elbufer befanden sich damals die Fiskalischen Ausschiffungsplätze, welche zum umladen von Brennmaterial genutzt wurden. Oben auf der Brühlschen Terrasse ist das vierte Belvedere zu sehen. Das erste existierte von 1590 bis 1747 und diente nach über 60 Jahren Bauzeit dem höfischen Vergnügen. Es wurde am 22. Dezember 1747 durch die Explosion des darunter liegenden Pulvermagazins komplett zerstört.

Bereits wenige Jahre später wurde das zweite Belvedere um 1749/1751 an gleicher Stelle erbaut.  Während des Siebenjährigen Krieges wurde auch der zweite Bau zerstört. Diesmal aber nicht durch einen Unfall, sondern durch den 1759 erteilten Befehl von König Friedrich II. Damals Erhalten blieben nur zwei Steinsphinxe und der Delphinbrunnen.

Der dritte Bau thronte von 1814 bis 1842 auf der Brühlschen Terrasse.  Die Trümmer des zweiten Belvedere lies man als Erinnerung des siebenjährigen Kriegs liegen und beseitigte sie erst beim Bau des dritten Belvedere. Im Jahr 1842 wurde das dritte Belvedere abgerissen.

Der vierte Bau, welcher nun auf diesem Foto zu sehen ist, wurde ab 1842 errichtet und existierte bis 1945. Das damals als Gaststätte genutzte vierte Belvedere stand fast 100 Jahre auf der Brühlschen Terrasse. Die Jahreszahl verrät es bereits, denn das 4. Belvedere wurde in der Bombennacht des 13. Februar vollständig zerstört und nie wieder aufgebaut. Ein eindrucksvolles Gebäude war für immer aus dem Dresdner Stadtbild verschwunden. In den letzten Jahren gab es jedoch Bestrebungen der Dresdner Stadtverwaltung ein fünftes Belvedere an diesem Standort zu errichten. Ob dieser Plan tatsächlich in die Tat umgesetzt wird bleibt bisher aber offen.

Vielen Dank noch einmal an die deutsche Fotothek!

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